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AIDAstella: Südafrika & Namibia | 14 Nächte | 21.01.2026 bis 04.02.2026 (Mittwoch, 21. Januar 2026, 00:00-Mittwoch, 4. Februar 2026, 00:00)

  • Philippe seereisen.de
  • 16. Januar 2024 um 15:41
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Termin

AIDAstella: Südafrika & Namibia | 14 Nächte | 21.01.2026 bis 04.02.2026

Mittwoch, 21. Januar 2026, 00:00 – Mittwoch, 4. Februar 2026, 00:00

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14 Teilnehmer, 1 Unentschlossen und 1 Absage

Anmeldeschluss: 4. Februar 2026 um 00:00
  • _Meerelfe_
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    • 1. Februar 2026 um 18:02
    • #201

    Faszinierend! :thumbsup: Atemberaubend! :thumbsup: Sprachlos machend. :thumbsup:

    KURZ: :sdanke:, Dejotka , für deine unglaublichen und reich mit beeindruckenden Fotos und Filmen bebilderten Berichte. :blumen:

    Beim Lesen hatte ich Tränen in den Augen, so überwältigt war ich. :sdanke::sdafuer:

    Liebe Grüße, Meerelfe :ciao:

    "Travelling - it leaves you speechless, then turns you into a storyteller" (Ibn Battuta)

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    • RE: AIDAstella: Südafrika & Namibia | 14 Nächte | 21.01.2026 bis 04.02.2026 (Mittwoch, 21. Januar 2026, 00:00-Mittwoch, 4. Februar 2026, 00:00)

    Schau mal hier:

    Falls jemand spontan AIDA buchen will – hier gibt’s sogar einige Last-Minute-Optionen.

  • jasper1902
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    • 4. Februar 2026 um 10:41
    • #202

    So, runter vom Schiff und noch eine Nacht in Kapstadt.

    Tolle Reise (. @ dejotka , tolle Bilder , fasst es perfekt zusammen). Es war unsere zweite AIDA Reise und vermutlich wird es auch vorerst unsere letzte Reise bleiben, und das lag nicht am Alter des Schiffes, auch wenn man manche Dinger besser oder anders pflegen könnte. In Summe inkl. der Zeit vor der Kreuzfahrt ein traumhaft schöner Urlaub!


    SgG

  • Dejotka
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    • 4. Februar 2026 um 10:49
    • #203

    jasper1902

    Ja, Danke. Bin ein wenig in Rückstand damit geraten. Reiche den Rest noch nach.

    Gute Heimreise allen. Wir beenden dann mal um 18:30 Uhr das Nomadenleben und fliegen mit vielen neuen Impressionen heim :bye1:

  • Sanne 51
    Schüler
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    • 4. Februar 2026 um 11:11
    • #204

    Ich wünsche Euch eine gute Heimreise

  • Alicia
    Moderator
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    • 4. Februar 2026 um 11:14
    • #205

    Auch von mir gute Heimreise

  • Lisi
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    • 5. Februar 2026 um 14:24
    • #206

    Wow! Dejotka Tausend Dank für die vielen Fotos und die wunderbar in Worte gefassten Erlebnisse eurer Reise.
    Wir waren mit euch an Bord und sind heute Morgen wieder zuhause in der anderen Wirklichkeit gelandet. Es war gerade ein Revue passieren lassen auch unserer Reise! Wenngleich wir natürlich zum Teil auch andere Erlebnisse hatten! Es war eine wunderbare Reise mit so unfassbar vielen einzigartigen Eindrücken, definitiv unter den Top 5 unserer Reisen!

    :ciao: Lisi :ciao:

  • Dejotka
    Normalverbraucher 08/15
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    • 5. Februar 2026 um 17:13
    • #207

    Walvis Bay/Sandwich Harbour

    Über 100000 Einwohner hat die Stadt und sie wächst weiter. Erstreckt sich immer mehr u. a. Richtung Swakopmund. Historisch war es auch während der Deutschen Kolonialzeit immer britisch, eine britische Enklave.
    Sehr Nährstoffreich hier das Meer, ist auch richtig grün,

    und schon bei der Anfahrt liegen auf den Bojen die Robben,

    ja selbst 50 Km vor der Küste sieht man sie vereinzelt im Wasser. Für die Wale ist es im Januar jetzt nicht die rechte Zeit, wir werden später überraschend dennoch einen sehen...

    Um 10 Uhr starten wir mit "Red Dunes Safari"

    mit teilweise küstennaher Fahrt durch den Sand der Namib Wüste zum Ziel Sandwich Harbour. Hat aber nicht etwa was mit ner Stulle zu tun, eingedeutscht ist es der Sandfischhafen. Und der Sand dominiert hier so sehr, hat im Laufe der Zeit so dominiert, dass es heute auch keine Bucht mehr, sondern eine riesige Lagune ist. Nun, wir werden es sehen...
    Aber bei dieser Tour die wir jetzt erleben dürfen, ist erstmal mehr denn je der Weg das Ziel. Und vor allem auch noch der Rückweg. Doch das wissen wir ja jetzt noch nicht, dass sich Begeisterung auf dem Rückweg noch steigern kann.
    Erstmal raus aus dem Ort. Erster Stopp schon bei der Lagune am Ortsrand. Erste Sichtung von Pelikanen

    und Flamingos.

    Die weißen sind noch jung. Rosa werden sie erst durch die Nahrung, rote Krebstierchen und so. Gebrütet wird wohl weiter weg, z. B. in Botswana. Und das Geheimnis, warum diese zerbrechlichen, selbst im ausgewachsenen Zustand nur etwa 3 Kilo wiegenden Tiere eigentlich nur dann auf einem Bein stehen wenn sie im Wasser sind, das kann gelüftet werden.

    Es ist eine Maßnahme gegen das Auskühlen. Machen wir Menschen ja kurzzeitig manchmal auch, wenn wir so vorsichtig ins kalte Wasser stelzen. Aber der Grund ist bei uns Menschen dann doch irgendwie ein anderer... eher eine gewisse Missempfindung zu Beginn. Also eher keine Verwandtschafts- und Verhaltensparallelen.

    Die nächste Station des Vorgeplänkels kündigt sich an. Eine gigantische Salzgewinnungsanlage.

    Riesige seichte Becken mit Meerwasser und wenn die ausgetrocknet sind, bleibt Salz zurück. In großem Stil gewinnt man es hier maschinell. Und erstmal sieht es dann von der Seite betrachtet so aus, wie bei uns ein zugefrorener See mit Reif drauf.

    Und nur etwa 10 Prozent dieser riesigen Mengen Salz kommen später irgendwie auf den Teller. Die größte Menge wird anders genutzt. Und da klingt es schon ein wenig bizarr hier in Afrika, es wird als Streusalz genutzt. Natürlich nicht hier in diesen geographischen Breiten... dies hier sind nur von den Lkw gefallene Reste...

    In wirklich ganz großem Stil wird es nach Übersee verkauft.

    Und so liegt auch bei uns dann irgendwie zeitweise ein bisschen Namibia auf den Straßen. Wusste ich auch noch nicht.

    Der Ranger, die Guides nutzen unterdessen die Zeit und machen sich an den Reifen des Allradwagens zu schaffen. Müssen wir uns Sorgen machen? Haben wir etwa nen multiplen Platten? Nein, er bereitet den Wagen auf die Wüste vor, lässt Luft ab, damit die Pneus im weichen Wüstensand eine breitere Auflagefläche haben. Kenne ich schon von der Wüstenfahrt in Dubai.
    Erstmal aber noch weitere Wasservögel. Das sind jetzt schon mehr als eben noch am Stadtrand. Eigentlich unüberschaubar viele, so weit das Auge reicht.

    Schwarzhalstaucher

    und gaaanz viele Flamingos, mal näher und mal weiter von uns entfernt, meist in Kolonien zusammen.
    Wir lassen erstmal das Wasser hinter uns, die brüchig geteerte Straße endet, wohl der Beginn der Wüstenfahrt. Da diese aber ja direkt ins Meer übergeht, fahren wir dicht am Ufer, aber auch mal nach links in die Sanddünen.

    Und irgendwann fängt dann der "Namib-Naukluft Nationalpark" an, ein Riesengelände mit knapp 50.000 Quadratkilometer Wüstenfläche, der größte in Afrika und der größte Nationalpark weltweit, in der wohl ältesten Wüste der Welt.
    Deutlich markiert durch ein Schild ist er. Und hier steht die einzige Toilette die wir fortan sehen werden. Ein Dixie-Klo mit einladend offenstehender Türe. Dieser Einladung folgen wir nicht, fahren einfach weiter, noch ist der Druck nicht so groß, als das jemand von uns... Flüssigkeitsverlust und Aufnahme halten sich noch in etwa die Waage. Und größere Angelegenheiten ließen sich zum Glück noch am Morgen durch die Rohrpostlieferung an den Umweltoffizier regeln. Und ob da in der Wüste immer einer ne Klo Rolle hinhängt ...


    Wir fahren weiter weil wir es dürfen. Ab hier braucht man nämlich nicht nur ein geeignetes Auto, sondern auch eine Lizenz. Die werden von den Last Minute Anbietern am Hafen, trotz der verlockend bunten Bildchen auf den Schildern, die sonstwas versprechen, wohl die wenigsten haben.
    Jetzt aber hält der Guide, wir sind mit zwei Fahrzeugen unterwegs, plötzlich an, rennt raus, buddelt in einer kleinen Düne rum. Als er offenbar erfolglos wiederkommt frage ich ihn in broken Englisch: "What's the matter? Are you digging for beer?" Nee, das ist in der Kühltasche im Kofferraum, gibt's später. Schon einige Meter weiter dann die Erklärung. Diesmal wird erfolgreicher gebuddelt. Kleinste Spuren, offenbar mal eben so im Vorbeifahren erkannt. Zu Tage gefördert werden zwei kleine Geckos, Namib Schwimmfußgeckos.

    Geschwommen wird damit aber nicht, hier im trockenen Sand, sind Grabewerkzeuge, weil die nachtaktiven Tierchen sich tagsüber in kleine lange Gänge einbuddeln. Deshalb wird jetzt auch von den Rangern auf Schatten geachtet. Es gibt auch die "Little Big Five der Wüste". Und eines davon sind ausweislich diese Geckos, die nun wieder blitzschnell dahin verschwinden, wo die hergekommen sind, in den Wüstensand.

    Nun aber sehe ich mal was, so komische Schlängelspuren.

    Da buddeln wir mal lieber nicht. Sind aber sowieso nicht von einer Schlange, sondern von einem beinlosen Wüstenskink, der uns verborgen bleibt.

    Und dann aber entdecke ich, angefixt als Fährtensucher, was größeres, Tatzenspuren.

    Entdecken ja, für den Fährtenleser aber reicht es bei uns noch nicht, da brauchen wir den Guide. Und der bestätigt, es sind die Spuren eines Schakals. Verfolgen geht jetzt nicht und ich rechne nicht unbedingt damit, hier mal einen vor die Augen zu bekommen. Aber wer weiß...

    Nun aber wieder am Ufer entlang. Klar, dieses Knochenfragment eines Wal ist wohl eher zur Touristenfreude dahin drapiert.

    Die vielen einzelnen Robben aber sind freiwillig hier.

    Manche liegen teilnahmslos hier rum,

    manche robben sich gerade aus dem Wasser

    VID_20260205_172306.mp4

    und manch andere können nichts mehr von alldem.

    Der Lauf der Natur...

  • Dejotka
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    • 5. Februar 2026 um 17:35
    • #208

    Walvis Bay/Sandwich Harbour und die Wüstensafari

    Der Weg am Ufer wird schmal,

    VID_20260205_185618.mp4

    ab ins Trockene,

    in die hohen Dünen.

    Eigentlich denkt man ja vom optischen Eindruck her, dass man da auch mit Allrad niemals hochkommt, total einsackt, wenn nicht gar verschüttet wird. Doch ist halt ein Unterschied, ob ich versuche, auf einen hingeschütteten Haufen Sand, oder auf eine durch Wind und Wetter in langer Zeit schichtweise gewachsene Düne fahre.

    So eine Düne ist auch beileibe nicht überall weich. Mal sinkt man beim Laufen ein, mal tritt man auf recht harten Untergrund, mal fliegt man deshalb beim Runterlaufen auf die Schna....
    Und die Schuhe füllen sich zusehends, im Innern entsteht eine Art Gelsohle, bis man nicht mehr laufen kann, es wird ordentlich Gewicht mitgeschleppt. Jemand spricht beim Runterlaufen der Düne von einem Kilo mehr, welches er nun überfllüssig mitschleppt, ich meine es könnten durchaus auch mehr sein, aber er meint ja den Sand..... und ich schweige.

    Fahrtziel erreicht, wir sehen von oben Sandwich Harbour, ein ehemaliger Hafen, heute eine versandete Lagune mit wohl einer wahnsinnig großen, insbesondere Vogelpopulation.

    Allein etwa 12000 Rosaflamingos und Zwergflamingos und ansonsten bis zu 200000 Tausend Vögel. Morgen werden Schwärme davon unter unseren Flugzeug fliegen und es wird dennoch kein vorzeigbare Foto gelingen ..

    Unten, am Fuße der Dünen, wird jetzt ein Picknick aus dem Kofferraum gezaubert.

    Wir sind mit unseren beiden Fahrzeugen nun sogar allein an dieser Stelle Da braucht man dann gar nicht so zu zaubern mit den kleinen biologisch zu entsorgenden Flüssigresten. Männer gehen ein paar Schritte. Und weil das bei Frauen dann trotzdem blöd aussieht, gehen die hinter das Auto. Und wenn man als Unbeteiligter dran denkt, dann sieht man auch keine unerwartet blanken Tatsachen. Nicht jeder denkt dran....Upps, ich wollte doch nur die Dünen fotografieren.

    Die Verrichtung also recht rustikal hier, geht nicht anders, doch wir sind ja alle erwachsen.
    Nachdem wir uns jetzt alle in Ruhe mit Bier Sekt und Wein betrunken haben, geht es weiter, zunächst ufernah.

    Und sehr nah im Wasser vor uns dümpelt schon nach kurzer Fahrt etwas großes Schwarzes vor sich hin, ein großer Buckelwal, der allerdings auch kaum abzulichten ist und schließlich mehr oder weniger das Weite sucht.

    Das Ufernahe hingegen hat ein anderes Tier gesucht. Auffällige Tatzenspuren verraten ihn, führen hinter eine Abbruchkante, und dort liegt ein Schabracken-Schakal, mit seinem schwarzen Fellmantel. Kurz schreckt er auf, bleibt aber liegen. Nur Aussteigen wäre jetzt schlecht... und ich aber sitze vorne links, genau richtig, Fenster runter und....

    Das wird hier ja noch zu ner richtigen Safari. Wird es auch, denn es fängt weiter im Innern, die Fata Morgana gaukelt die riesige Wasserfläche nur vor,

    jetzt damit an, das wir beobachten dürfen, wie eine Familie Oryx-Antilopen nomadenmäßig durch die Wüste schreitet.

    Das sieht dermaßen majestetisch anmutend aus, dass dieses Bild im Wüstensand für den unbedarften Mitteleuropäer in dieser vermeintlichen Einöde schon fast surreal wirkt. Immer wieder auch bricht der große Leitbock zur Vorerkundung aus.

    Wir fahren jetzt dermaßen querfeldein, dass man manchmal an solch steilen Abhängen steht, dass es kaum vorstellbar ist, es eigentlich der Physik wiederspricht und der fährt grinsend trotzdem runter. Und wir landen sicher.

    Alles gut.


    Immer wieder sehen wir nun Springböcke

    und auch wieder Oryx-Antilopen, nur eben nicht so anmutig durch die Wüste ziehend wie bei Sichtung der ersten Tiere.

    Gibt ja so Bilder, von Momenten, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, die wirklich einprägend wie auch schön sind. Das gehört sicherlich dazu, wird sich einbrennen.
    Und spätestens als wir nun am Horizont einen langen Hals ausmachen können, ja hier sieht man durchaus so weit, da lebt nicht nur die Wüste, sondern auch ein gewisser Glanz in den Augen auf. Der lange Hals gehört zu einem Strauß, absolut freilebebend hier.

    Und er ist nicht allein. 3 hühnergroße Nachwuchsstrauße lassen sich vom Vater (sieht man an den schwarzen Federn) bewachen.

    Die Straußenmama scheint gerade unterwegs, sieht man nicht.

    Wir sind jetzt auch unterwegs gewesen, satte 6 Stunden. Es sind diese für uns überraschenden Begegnungen die einen hier so anfassen. Nicht alles können die Ranger steuern. Es ist ein freies Gebiet von etwa 50000 Quadratkilometern. Und da stellt die Natur schon ein wenig ihre eigenen Regeln auf. Und auch das ist der Reiz, der sich von der normalen durchgetakteten 08/15-Touristenbespaßung abhebt. Hatte es ja schon nach den Erlebnissen im Pumba Resort festgestellt und durch diese freien Erlebnisse in der Weite und die Eindrücke auch hier, wird es erstmal schwer werden, mich die nächste Zeit in einen Zoo zu bekommen...
    Morgen schauen wir uns das mal von oben aus an, beim 2 stündigen Rundflug über die Namib Wüste Landseide und küstenseits.

    2 Mal editiert, zuletzt von Dejotka (5. Februar 2026 um 18:00)

  • Dejotka
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    • 7. Februar 2026 um 11:21
    • #209

    Walvis Bay / Flug über die Namib-Wüste

    Das hat Lust auf mehr gemacht. Diese Namib-Wüste, gestern noch nur einen kleinen und doch so eindrucksvollen Teil mit dem Allrad befahren, waren wir doch so geflasht von dem Erlebten.

    Das die Wüste nicht einfach nur gelber oder weißer Sand (habe ich als Kind echt immer gedacht), sondern nicht nur farblich und materialmäßig viel mehr ist, hat sich ja spätestens gestern schon auf so eindrucksvolle Weise gezeigt. Diese geheimnisvolle Weite, die verschiedensten Strukturen und das Farbenspiel nun mal aus einem ganz anderen Blickwinkel, einer ganz anderen Perspektive zu betrachten, dass werden wir gleich in Angriff nehmen, eben von oben.

    Wann hat man dazu sonst noch mal die Gelegenheit. Wir nutzen diese Once in a Lifetime Chance jetzt einfach mal.

    Durch eine zweistündige Vorverlegung des Fluges, mussten wir die für vormittags geplante "Dolpin Cruise" zwar stornieren, doch irgendwie sind wir jetzt gar nicht traurig drüber. Eigentlich haben wir doch alles jetzt schon gesehen. Delphine, Robben, Pelikane, Pinguine, Wal und anderes, teilweise ganz nah. Und anderer Stelle war ich mit einem Eleganten so nah, mit nichts außer Neugier angelockt, aus einem Meter Auge in Auge, dass mir eindrucksvoll ganz anders wurde. Ob ich da jetzt so traurig sein muss, nicht die Robbe oder den Pelikan an Bord zu erleben... ich denke nicht. Genug Erlebnisse schon im Kopf eingesackt. Und sollte ich den Mondfisch verpasst haben, die wohl gelegentlich auch bei der Tour gesichtet werden, sogar den werde ich am Abend noch sehen, als Wandmalereie an der Hütte und von Mola Mola Safaris.

    Lieber den Morgen etwas gemütlicher an Bord angehen.
    Nun aber Transfer nach Swakopmund, zum Flughafen. 5 Leute und die Pilotin, gerade mal 22 Jahre jung, werden sich gleich in die kleine und damit vollbesetzte einmotorige Cessna zwängen.

    Gerade kommen Gäste mit ihr angeflogen, sie scheinen zufrieden. Die junge Pilotin fliegt also offenbar öfters, hat Erfahrung. Noch noch kurz nachtanken, das schafft Vertrauen, bringt gedanklich schon mal eine gewisse Sicherheit ins Spiel. Wir werden für die hinteren beiden Plätze eingeteilt, geht um die Gewichtsverteilung. Aber auch bei keinem anderen von uns Teilnehmern wäre die Maschine wohl hecklastig geworden.
    Die Scheiben hier hinten sind aus leicht verkratztem Plexiglas, lassen erstmal gewisse Abstriche bei der Fotoqualität erwarten.

    Noch auf der Rollbahn entschließen wir uns schnell, die ausgeteilten Ohrstöpsel zu nutzen. Irgendwie halt ne Donnerbüchse. Aber wir sind ja weder zum labern, noch zum Smalltalk hier.
    Direkt neben dem Flughafen ein riesiges Township, und da ist die Maschine hier, der Lärm, die relative Enge beim rein touristischen Zweck, ohnehin wahrlich ein Luxusproblem....
    Abheben, Start ins Nirgendwo, und wir sind dann mal die nächsten 2 1/4 Stunden weg.

    VID_20260206_233337.mp4

    Rechter Hand erkennt man Walvis Bay

    und wir haben Kurs Wüste. Aber die ist hier in Namibia ja eh nahezu überall. Also fliegen wir, genauer gesagt eben weiter landeinwärts, nach SüdOst, erstmal Richtung des bis zu 150 m tiefen "Kuiseb Canyon", dessen gewundene Formationen sich durch die optisch karge Wüstenlandschaft ziehen.

    Zunächst aber ist es das hier schon im Sand auslaufende Kuiseb-Flussbett.

    Meist ist es trocken, wird schwer für Forellenfischer, doch sein allgegewärtiges Grundwasser spendet Leben für die vielfältige Zahl von Wüstentieren und -pflanzen, die mit unterschiedlichen Strategien hier leben und überleben.

    Wir fliegen die ganze Zeit in Höhen zwischen 500 und 1000 Metern und da mangelt es dann natürlich am Erkennen von Details. Aber es geht ja vor allem um die Gesamtübersicht. Ist ja keine Flugsafari wie damals noch bei Prof. Grzimek mit dem Zebrastreifenflieger.
    Unterwegs hatten wir gerade auch mal eine Tagebaumine mitten in der Wüste überquert,

    könnte eine Uranmine sein.Jedenfalls wird das hier in der Gegend abgebaut.
    Und mittlerweile sind wir auch über dem wohl 20 Millionen Jahre alten Canyon des Kuiseb.

    Es sind die wandernden Sanddünen die hier den tollen Farbkontrast entlang des Canyons schaffen.

    Diese endlosen Dünenfelder führen uns weiter zu
    "Tsondabvlei"

    einem wohl dauerhaft
    ausgetrocknetem Flussbett das von halbwegs
    roten Dünen umgeben ist. Ja, die Wüste rostet. Eine mehr und an anderen Stellen halt weniger starke Konzentration eisenhaltigen Gesteins, bildet in einem ewige Jahre langen Prozess, witterungsbedingt Eisenoxid (Rost). Und fehlt der Eisenanteil, dann bleibt die Wüste halt gelb oder weiß.
    Doch erstmal wird es hier sogar noch marsartiger rot, leuchtend rot, mit bizarren Strukturen,

    am Horizont endlos, auf dem Weg zu
    "Sossusvlei",

    bei dem das ab und an hier ankommende Wasser immer langsam in der Lehmpfanne wie z.B. "Deadvlei" versinkt,

    nur kurze Zeit mal einen See bildet, niemals das Meer erreicht. Dieses Fotomotiv mit diesen abgestorbenen toten Baumfragmenten, die dort wohl seit ewiger Zeit, mindestens wohl 2000 Jahren so stehen. Hier ist wohl, neben weiteren windgeformten Dünen und Strukturen, auch die gewaltige, 350m hohe Big Daddy Düne, eine der höchsten Sanddünen der Welt.
    Und das ist jetzt mein Problem, Lehmpfanne und Düne kriege ich nicht bewusst zu Gesicht. Sind die jetzt ansatzweise auf dem Foto? Wir überfliegen es und ich sitze links. Muss wohl dann rechts gewesen sein... Und obwohl mir der Sitznachbar durchaus schon länger bekannt ist, mag man ja nicht immer die Arme affenartig ausfahren, dem vor der Nase rumfummeln, um mal ein Foto zu machen. Außerdem hindert mich der Gurt daran, mich rüber zu beugen. Und diesmal, beim jetzt geraden Flug darüber, sehe ich auch gar nicht was ich gerade nicht sehe.

    Diesen Struktur- und Farbenwechsel aber schon.

    Vom Wind geformt...

  • Dejotka
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    • 7. Februar 2026 um 12:16
    • #210

    Walvis Bay / Weiterflug über die Namib-Wüste

    Wir sind nicht etwa zwischengelandet, nur die maximal Fotoanzahl war erreicht und deshalb fliegen wir in diesem Teil nun unbeirrt weiter...

    Zwischendurch gab es auch mal ein paar Turbulenzen, der Kopf stieß ab und an mal an die vorsichtshalber gepolsterte Decke, aber kein Grund zur Panik. Hauptsache wir müssen jetzt nicht abbrechen, kann nämlich wetterbedingt auch mal passieren. Das Wetter, Wind sind hier wohl, wie die Pilotin meint, erfahrungsgemäß öfers von jetzt auf gleich wechselnd. Und dann kann es auch mal schnell, also mit so etwa 350 km/h Fluggeschwindigkeit, zurückgehen.
    Dann überfliegt man halt nicht wie jetzt gerade, oder eben nur ansatzweise, das Diamanten-Sperrgebiet. Die Wüstenfarbe wechselt

    und unten sieht man tatsächlich vereinzelt Hütten und längst verlassener Diamantenlager. Es war ja auch hier im Norden nicht nur Kohlmannskoop wo man beim Diamantenrausch Diamanten suchte und fand. Doch auch hier war in den 1930er Jahren Schluss mit den lohnenden Bling Bling Steinchen. Natürlich erkennt man zwar mit dem Auge mal eine solche Hütte, aber nicht auf Fotos.

    Mit jedem Kilometer wird nun der Kontrast zwischen Sand und Meer stärker, wir erreichen
    die wilde Atlantikküste, gleiten über die
    unberührte "Skeleton Coast", die Skelettküste, die wohl wegen der rippenartigen Struktur der ufernahen hohen Sanddünen so heißt.
    Unten, mittlerweile wohl hunderte Meter in die Wüste gewandert, liegt das Schiffswrack ,,Eduard Bohlen", ein Passagierdampfer der als
    Versorgungsschiff für die Diamantenlager, schon 1909 hier gestrandet ist, nun mittlerweile eher angesandet.
    Gesehen habe ich das Wrack auch, aber es war halt auf der rechten Seite...
    Für das Schiffswrack ,,Shawnee", erst 1976 , aber halt auch schon vor 5O Jahren gestrandet, da reichen meine Bemühungen um ein Foto dann aber aus...

    Und dann erreichen wir, nach einigen großen Robbenkolonien


    an diesem von Menschen unberührten Strand,

    das insbesondere im afrikanischen Winter besonders vogelreiche "Sandwich Harbour" mit den umgebenden Sanddünen.
    Gibt übrigens namenstechnisch auch den Erklärungsansatz, dass das Gebiet, als es noch nicht so versandet und noch befahrbar war, erstmals von Walfängern kartiert wurde und nach dem Fangboot "Sandwich" benannt wurde.
    Unter uns jetzt fliegende Schwärme von Flamingos
    und Pelikanen, nur mit den Fotos hapert es,

    weil, man ahnt es schon, wieder die falsche Seite... Der Winkel nach unten zu steil und das Fenster ist halt kein Schiebefenster.
    "Sandwich Harbour" also, dieses riesige Feuchtgebiet, unser Zwischenziel und Wendepunkt bei der gestrigen Wüstenfahrt, die dann zur Safari wurde.
    Die Pfützen unserer gestrigen Toilettengänge sind längst versickert und so nah fliegen wir nun auch nicht drüber.

    Ab jetzt kreuzt der Flieger über die Küstenlinie. Da kann jede Seite mal... Habe mich aber nicht etwa beschwert, das macht die Pilotin freiwillig. Wird tatsächlich daran liegen, dass die Dünen hier flacher werden, es jetzt möglich ist.
    Und jetzt erkennt man wie groß dieses Gebiet mit den meist pinken Salzpfannen tatsächlich ist,

    mit den von oben so toll erkennbaren Salzfahnen,

    an welchem wir gestern nur ansatzweise vorbeigefahren sind.
    Gewisse Algen sind es, welche diese rosa bis rote
    Farbe der Salzpfannen bewirken und neben Krebsen und so, die Federn der hier
    lebenden Flamingos färben.

    Nun über Walvis Bay,

    über die Aida,

    VID_20260131_155601.mp4

    am Strand zwischen den Städten entlang

    nach Swakopmund. Nach über 600 zurückgelegten Kilometern, Touchdown, sanfte Landung, der Spaß ist vorbei. Und wenn man bedenkt, dass wir länger als bei einem Flug nach Malle in der Büchse gesessen haben, dann ist die Zeit vergleichsweise wie im Fluge vergangen, wortwörtlich wie im Fluge. Eindrucksvoll, interessant und trotz 186 cm ohne Gejammer und Wehwehchen. Man wurde halt so toll abgelenkt, da war keine Zeit über Wehklagen nachzudenken. Den Bordservice hatte ich persönlich übernommen. Habe auf Zuruf Wasser und feuchte Tücher aus dem kleinen Kofferraum hinter mir angegeben. Musste nur nach hinten greifen und angeben. Zwischen die Reihen nen Bedienwagen schubsen und bedienen ging ja nun mal nicht. Und deshalb wurde ich für meine Dienste auch nicht etwa abwertend "Saftschubse" gerufen.;)
    Wir pellen uns aus der Maschine

    und Einsteigen zur Rückfahrt.

    Einer der Mitflieger will jetzt rechts vorne ins Auto steigen. Seine Frau kommentiert grinsend "Ach, willst du fahren?" :hahaha:Dieser Fehler der mir schon seit der Ankunft in Südafrika immer wieder passiert. Beim Auto und beim Bus, wenn man sich dann wundert, dass da nur ne Blechwand mit Fenstern drüber ist, man die Tür vermisst. Man ist halt nicht diesen Linksverkehr gewohnt, fängt beim Einsteigen schon an...

    Nun noch mal kurz in Walvis Bay an der Waterfront vorbeischauen. Es fehlt uns noch Klimbim.
    Erst dachte ich ja, bei den vielen Verkaufsständen vor der Ufermauer, dass da wohl die Bluse verrutscht ist und daher unabsichtlich etwas Großes Dunkles gleich doppelt heraushängt. :huh:

    (diskretes jugendfreies Foto:nein1:)

    Aber an den nächsten Ständen wird es offensichtlich. Es ist das Volk der Himba, die weiblicherseits traditionell gar keine Oberbekleidung tragen. Gewöhnungsbedürftig, aber halt bewährte Tradition aus anderen als etwa sexuellen oder zeigefreudigen Gründen, hier eben Normalität.

    Auf dem Rückweg will eine davon wohl unbedingt ein Foto von mir;), stellt sich halb in den Weg. "Foto 1Dollar" bietet sie lauthals an. Och Nöh, ich bin da nicht so für... fühle mich zwar geschmeichelt, möchte aber weder den Dollar, noch ein Foto, wenn dann mein Bild im ganzen Himba-Stamm rumgezeigt wird...:nein1:, gehe also weiter...
    Durch das kleine Hintertor zum Hafenbereich, im Schiff dann den Ausreisestempel Namibia in den Pass gedrückt, gleich geht es weiter, zurück nach Kapstadt, Reste abarbeiten. Was ich schon immer mal sehen wollte...

  • Orty S.
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    • 7. Februar 2026 um 14:45
    • #211

    Sehr toller Berichte, vielen Dank für die Arbeit…. hoffentlich nicht mit dem Smartphone?

    Die gesammelten Berichte sind jedenfalls würdig, in einem Reisebericht veröffentlicht zu werden :daumen:

    Und wenn dann auch noch die Grammatik und die Interpunktion stimmt, ist das Lesen eine Freude.
    Wir sind im November mit der Stella dort, daher umso interessierter.
    Vielen Dank :pirat:

    Dabei seit 09.2001 :)

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  • Dejotka
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    • 7. Februar 2026 um 15:35
    • #212

    Orty S.

    Es war das Smartphone...:saint:

  • Cozumel2011
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    • 7. Februar 2026 um 15:48
    • #213

    Schei...auf Grammatik. Ein geiler Bericht und vielen lieben Dank dafür.

    cara 3 x, aura 6 x, luna 2 x, diva 6 x, mar 1 x, bella 2 x, stella 2 x, sol 2 x, blu 2x

    MS1 1 x, Neue MS1 2 x, MS<3 1x, MS6 3 X,

    arosa silva 1 x (Donau),

    Silver Spirit 1 x (Südafrika),

    MS Artania 1 X

    MS 4 - storno, Mar - storno, Luna - storno, Luna - storno

  • Dejotka
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    • 10. Februar 2026 um 20:02
    • #214

    Kapstadt am letzten Tag

    Kirstenbosch Garden und ein Bruchteil Innenstadt

    Vor 14 Tagen, am Ankunftstag hier in Kapstadt, hatten wir ja schon den Heli-Flug und am zweiten Tag den Aida-Rundumschlag ganztags, also schon ne Menge klassische touristische Highlights abgefrühstückt. Nun also wieder in dieser einen Hauptstadt, die ja nur eine von dreien ist.

    Doch Kapstadt, die Parlamentsstadt zu besuchen, war ja ohnehin unausweichlich. Denn die anderen, also Pretoria mit der Regierung und Bloemfontein mit dem Berufungsgericht, die liegen mitten im Land, haben gar keinen Hafen. Und wir haben ja mit der Stella eine Kreuzfahrt gemacht, die ganzen tollen Erlebnisse unterwegs quasi im Vorbeifahren aufgesammelt... Und Johannesburg, wo man hätte meinen können…, diese riesige Stadt hat überraschenderweise gar keine solcherart Bedeutung, ist eben einfach nur groß.

    Da wir also auch außerhalb Kapstadts eben schon einiges abgegrast haben, hatten wir schon im Vorfeld für heute eine private Tour bei Irina Africa gebucht, welche wir, da wir alleine sind, nun individuell etwas abändern, um unsere persönlichen Reste abzuarbeiten.

    Aber bevor wir vor der Tür die für uns engagierte Ulrike treffen, stehen wir noch in S-Linien im Terminal, etwa 40 Minuten für den Einreisestempel an. Noch eben kann ich ihr aus der Schlange heraus eine WhatsApp wegen der sich abzeichnenden Verspätung senden, bevor in der nächsten Windung das Bord-WLAN aufgibt. Manchmal können auch hier Meter entscheiden...

    Und wir entscheiden jetzt, gerade frisch wieder im Lande einreist, die Reisepässe erstmal wieder zugeklappt, in Absprache mit Ulrike, wo uns die private Tour heute hinführen soll.

    Da ich bezüglich Wein und dessen Anbau ein desinteressierter Ingnorant bin, mir schon an Bord daher egal ist, ob und wie Don Cosimo, Brogsitter, Primitivo und Co. den Weg zu mir finden sollten, scheidet das zur Disposition stehende „Stellenbosch“ schon mal aus. Darüber hinaus wollen wir ohnehin nicht noch 50 km dorthin gurken. Ein anderes Mal vielleicht. Da verzichten wir auch auf die schöne Umgebung in den Weinbergen, bleiben jetzt dementgegen bodenständig, fahren erstmal zum Fuß vom Tafelbergmassiv. Etwas links um die Ecke, also eher an die Rückseite, zum Kirstenbosch Garden,

    welcher der Stadt im Jahr 1902 von Cecil Rhodes der sein Vermögen mit Diamanten gemacht hatte, geschenkt wurde. Das Gelände wurde dann 1914 zum Botanischen Garten erklärt, um die einmalige Flora unter Schutz zu stellen, und war der erste geschützte Garten dieser Art in Südafrika.

    Nur einen kleineren aber doch interessanten Teil davon erlaufen wir nun.

    Durch unseren Guide erfahren wir, dass die dekorativ und interessant platzierten eisernen Dinos

    das Alter der Pflanzen und des Parks unterstreichen sollen.

    In diesem Park kann man sogar Familienfeste feiern, darf über den Rasen laufen und trotzdem alles top in Schuss hier, obwohl, wie Uli fast entschuldigend sagt, um diese Jahreszeit kaum etwas blüht. Absolut artenreich aber ist es.

    Und als ich entdecke, dass es zumindest diese Pflanze mit der Partnerwahl zur Vermehrung nicht so genau nimmt… :nein1:

    erklärt sich auch die Zahl der vielen besonderen Kreuzungen.;)

    Übrigens reißt es drei ältere Südafrikanerinnen jetzt fast von ihrer Bank, als sie die Fellbande im Rucksack entdeckt. Direkt werden wir ausgefragt und Teddy Kaufhof springt genauso schnell wie die gerade von der Bank aus dem Rucksack raus, zeigt sich in ganzer Größe und präsentiert stolz seine Buttons. Nicht ohne darauf hinzuweisen, nachdem sich die neuen Fans nun tatsächlich jeden Pin einzeln anschauen, Fragen dazu stellen, dass diese Pins ja nur einen ganz kleinen Teil seines weitgereisten Teddylebens darstellen. Die Damen sind verzückt und Teddy vor Stolz ein paar Zentimeter größer.

    Recht lange und entspannt waren wir hier, haben viel erfahren und schauen uns nun einige Dinge in der Innenstadt an.

    Erstmal geht es an der auffälligen Universität vorbei, am Christiaan Barnad Klinikum vorbei, wo 1967 die erste Herztransplantation stattfand, wo es auch ein diesbezügliches dokumentarisches Museum gibt, wir sehen die alte Festung (Castle of Good Hope), den ältesten erhaltenen Gebäudekomplex europäischer Besiedlung in Südafrika, sehen das Rathaus, von welchem aus Nelson Mandela die erste offizielle Rede nach Freilassung aus der ewig langen Haft gehalten hat. Und hier steht er noch immer, in typischer bekannter Haltung, so wie auf den bekannten Fotos, steht hier auf einem Balkon. In der Innenstadt befindet sich auch die „Long Street“, eine der belebtesten Straßen von Kapstadt. Hier findet man Kneipen, Restaurants und Nachtclubs, die die Straße zur „Vergnügungsmeile“ machen. Am späten Montagvormittag ist hier dahingehend natürlich eher nur der Verkehr von Autos erkennbar.

    Fahrzeug eingeparkt, gezahlt wird später, laufen wir durch den Park Companys Garden

    am teilweise abgebrannten Parlamentsgebäude, heute Baustelle vorbei, sehen Maler, Verkaufsstände und in den Büschen auch mal Elend.

    An dieser Stelle auch mal ein weiteres afrikanisches Problem. Laut WHO sind aktuell etwa 13 % der südafrikanischen Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert. Ob als Basis der Berechnung auch die Millionen unregistrierter Einwanderer hinzugezogen worden sind, ist nicht bekannt. Natürlich werden Maßnahmen ergriffen, das Problem ernst genommen. Anders als ein ehemaliger Präsident, der nicht nur für Korruption, sondern auch für seinen häufig wechselnden Geschlechtsverkehr bekannt war. Der hatte die Gefahr auf Nachfrage kleingeredet, weil er doch „danach“ immer duschen würde… Erinnert mich irgendwie an jemanden, der gegen Covid das Gurgeln mit Desinfektionsmittel empfohlen hat...

    Hinauf jetzt auf den Signal Hill. Vergleichsweise bequem, denn unterwegs einen Trupp sich dort hoch kämpfende Aida-Radfahrer überholt, kommen wir recht unangestrengt oben an.

    Es ist der Moment wo die Fallschirmsegler wegen Windstille gerade notgedrungen erstmal den Betrieb einstellen. Uns egal, wollte eh keinen Tandemsprung machen, das Auto steht doch dann hier oben… Und landen werde ich dann ja wohl irgendwie unten. So oder so…

    Signal Hill ist etwas über 300 m hoch und gehört zu diesem langgezogenen Stein- oder Felsmassiv, welches Kapstadt so signifikant prägt wie trennt. Es ist das andere Ende von Lions Head, praktisch der Ar…. des Löwen.

    Für den WM-Stadionkessel

    musste der Golfplatz seinerzeit die Hälfte seiner Löcher abgeben, ist jetzt nur noch ein 9-Loch Platz. Na ja, vieles im Leben wiederholt sich, auf diesem Platz sind nun halt die Löcher doppelt zu spielen. Gibt schlimmere Wiederholungen im Leben.

    Das Leben hier in Südafrika, in Kapstadt, verläuft auch für die Einwohner sichtbar unterschiedlich. Zwar ist die Wirtschaft die am weitestentwickelte auf dem ganzen afrikanischen Kontinent, doch Südafrika gehört weltweit auch zu den Staaten mit extrem ungleicher Einkommensverteilung. Und das begegnet einem auch beim Blick an den Straßenrand… Die Arbeitslosigkeit ist, ähnlich wie auch in Namibia, extrem hoch. Für ein paar Rand bieten die Leute sich für Tagelöhnerdienste an, an jeder Kreuzung trifft man auf Bettler, und manche stehen innovativ mit Schildern und Visitenkarten an den Kreuzungen, suchen auf diesen sympathischen Weg Job oder Ausbildungsstelle.

    Manch andere, die naturgemäß, weil so gewollt, es der Job bedingt, erstmal nicht so ins Auge fallen..., versuchen auch auf andere Weise den Lebensunterhalt oder auch mehr zu erhalten…An der belebten Kreuzung vor Bo-Kaap weiß die Reiseleiterin zu berichten, dass einer Reiseteilnehmerin von ihr, hier am hellichten Tag die Tasche entrissen wurde. Dies von einem entgegenkommenden vermeintlich gutgekleideten Herrn, der plötzlich zugriff. Alles unter den Augen eines Polizisten oder Wachmanns, der nur noch einen Stock o. ä. hinterherwerfen konnte. Man kann sich, wie natürlich auch an anderen Orten der Welt, nicht nur auf das subjektive Sicherheitsgefühl verlassen, nicht alles vermeiden.

    Rein faktisch und objektiv gesehen, gehört Südafrika aus verschiedensten Gründen unter den Ländern, in denen zuverlässige Polizeistatistiken existieren, zu denen mit den höchsten Kriminalitätsraten. Dafür gibt es vielfältige Gründe. Statistisch gesehen, Mehrfachopfer natürlich ausgeklammert, muss demnach z. B. eine exorbitante Zahl der Südafrikanerinnen damit rechnen, einmal in ihrem Leben vergewaltigt zu werden.

    Die Farben an den bunten Häusern in Bo-Kaap haben für sich keine besondere Bedeutung, sind eher willkürlich, Hauptsache schön bunt. Irgendwann wohl hat mal einer damit angefangen.

    Heute leben hier überwiegend Muslime. Wir parken vor einem großen Gewürzladen.

    Der Parkplatz wird uns zugewiesen. Eben, bei diesem Park, war es noch offiziell, hier wird es privat geregelt, dass für Dienste eine flexible Parkgebühr fällig ist, die auch schon mal erst vor dem Wegfahren kassiert wird. Das haben die selbsternannten Parkwächter und Einweiser hier im Blick. Da ist Freundlichkeit und Akzeptanz der ungeschriebenen Regeln angesagt.

    Kurzer Durchgang durch den currydominiert riechenden großen Laden, der gerade säckeweise beliefert wird. Die Preise scheinen für unsere Maßstäbe absolut günstig für die so vielerlei Auswahl, von denen uns so vieles fremd ist. Wir aber wollen keine scharfen Gewürze, sind scharf auf weitere Eindrücke.

    Nachdem mir unterwegs schon mehrfach Sammler mit großen Tüten, gefüllt mit solcherart Gut aufgefallen sind, frage ich mal nach, ob es in Südafrika denn auch ein Dosen- oder PET-Pfand gibt. Tatsächlich hat die Beute jedoch nichts mit dem Pfand zu tun, aber doch irgendwie mit Recycling. Denn das Sammeln stellt durchaus eine Einnahmequelle dar, der Umweltschutz beim Aufsammeln nur ein Nebeneffekt. Der „Abfall“ wird weiterverkauft. Man bekommt dafür ein paar Rand, und die Kronkorken, Schraubverschlüsse, Dosen, Flaschen, alten Reifen etc. werden zu absolut dekorativer und innovativer Kunst verarbeitet.

    Not macht erfinderisch und kreativ. Manchmal halt auch legal.

    Wer es sich erlauben kann, der schützt sein Eigentum gleich mehrfach. S-Draht, Gitter, Wachdienste, -wir sehen ganze, teils hermetisch abgeriegelte Siedlungen.

    Man braucht nicht mit besonders offenen Augen die Straßen befahren, wird allgegenwärtig an Gefahren erinnert, auf die nicht nur Touristen reinfallen. Der Erfindungsreichtum ist vielfältig und „passiert mir doch nicht“ ist nicht. Unser Guide in Port Elizabeth, seit über 20 Jahren hier, wurde erst gerade wieder, noch beim Abholen von uns, abgezockt. Ein scheinbar offiziell uniformierter Mann forderte ihn auf, eine Parkgebühr zu zahlen. In Ermangelung von Bargeld, wurde er zu einem ATM-Automaten begleitet, um Bargeld zu besorgen. Am Automaten verschwanden dann genau 3 Dinge. Seine Karte im Automaten, in diesem Augenblick der uniformierte Typ und schon Minuten später einiges an Geld vom Konto. War wohl manipuliert und der Guide dann überrascht und frustriert.

    In Namibia wurde ein Taxi mit Touris vollgeladen und dann von vermeintlicher Polizei angehalten. Dem Fahrer fehlte dann angeblich die Lizenz und auch wegen zu vieler Mitfahrer sollte er eine Strafe zahlen. Diese sollten nun die Gäste übernehmen, damit es weitergeht. Ggf. hatte er tatsächlich auch keine Lizenz, denn ich erinnere an meine Beobachtung mit dem Taxi-Magnetschild in Lüderitz, welches durch einen jungen Burschen bewacht, bei Bedarf auf die Motorhaube gepappt, wie auch schnell wieder entfernt wurde.

    Nun ja, manches kann man sicher vermeiden, Gefahrenquellen reduzieren, aber sicher eben nicht alles. Ist zugegebenermaßen bei uns daheim und überall nicht anders. Aber hier eben statistisch gesehen, auch ohne die Dunkelziffer, wesentlich mehr.

    Wir blieben von solcherart Ungemach unbehelligt und sind nun aber auch etwas „angemüdet“. Zwar hätte uns die Reiseführerin noch gerne…, ist fast enttäuscht, aber wir beschließen nun, das Sightseeing zu beenden. Am Ferrariladen und dem noblen Möbelgeschäft bei der Waterfront vorbei, ab ins Hafenterminal.

    Beim letzten Abendmahl werden wir, beim Blick aus dem Fenster, plötzlich von einem absolut roten Sonnenuntergang über Signal Hill überrascht. Und ich habe mir gerade den Teller vollgeladen… Soll ich nun wirklich alles stehen und liegen lassen, nach oben rennen. Ich versuche es einfach durchs Restaurantfenster.

    Aber so ganz zufrieden bin ich mit dem Ergebnis nicht. Das geht bestimmt noch besser… Also doch nach oben. Ist doch schnell gemacht und das Essen danach bestimmt noch warm. Oben angekommen ist Schnute ziehen angesagt. Der rote Zauber hat nicht gewartet, wollte mich wohl nur locken und zum Tanz bis Deck 12 auffordern. Hat ja auch toll geklappt, reingefallen, der Zauber ist weg. Das werte ich jetzt aber mal kriminalstatistisch gesehen nicht als Betrug. Auch wenn ich mich von der Sonne rein subjektiv ein bisschen verarscht fühle…

    Der Abreisetag wird klamottenschonend auf dem fast leeren Nackedeideck verbracht. So bleibt alles trocken, brauchen gleich nicht noch nasse Badeklamotten in den Koffer klatschen und die nun letzte Dusche muss den Körpergeruch die nächsten 24 Stunden einigermaßen stabil halten.

    In den Gedanken an den Ankunftstag, das erste Mal Afrika, habe ich hochzufrieden und tief beeindruckt, wie spätestens auch immer am Abend der beeindruckenden Tage hier,


    wieder das Lied vom Beginn im Ohr, welches uns mit seinem Refrain hier immer wieder gedanklich begleitet hat.

    VID_20260121_135646.mp4

    Auf dem Weg zum Flughafen, fallen nochmal Gruppen von Schülern auf, sie tragen hier ja alle Uniform, aber auch andere Leute sind es, die zu Fuß am Rande der Autobahn unterwegs sind. Durch die Konzeption als autofreundliche Stadt wurde es und wird es teilweise noch, gerade in den Randbezirken, der ärmeren Bevölkerung schwer gemacht, sich als Fußgänger von Viertel zu Viertel zu bewegen. War während der Apartheit ohnehin auch nicht erwünscht. So ist auch jetzt noch die Autobahn oft die einzige Chance, einen bestimmten Ort zu erreichen.

    Noch gestern hat sich die diesmal 4-köpfige Fellbandentruppe ins Abschlussfoto auf die Hängematte gedrängt.

    Und nein, auch der von Teddy Kaufhof hassgeliebte Hase, eigentlich ja nur als Einwegköder für die Safari vorgesehen, tritt wieder die Heimreise an.


    Vielen Dank für´s Mitlesen etc..:thumbup:

    Werde mir die erstellten Berichte als persönliches Reisetagebuch ausdrucken.

  • Online
    PetraCampo
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    • 11. Februar 2026 um 12:28
    • #215

    Ein klasse Bericht ,vielen Dank dafür… Südafrika muss unbedingt bereist werden:jump:ein weiterer Punkt auf der To do-Liste:bayern:

  • Pinella
    Schüler
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    • 18. Februar 2026 um 21:36
    • #216
    Zitat von reisefips

    Hallo Pinella, über ein kurzes Feedback zum Ausflug zur Spitzkoppe würde ich mich freuen, wir mussten ihn wg Reiseabsage leider stornieren, sind aber in 27 erneut in Namibia. Danke schön und euch eine tolle Reise.

    Hallo reisefips :ciao:

    Sorry, dass ich mich jetzt erst melde, ich habe leider keine Benachrichtigung über deine Frage bekommen….
    Der Ausflug zur Spitzkoppe ist auf jeden Fall zu empfehlen :daumen: Die Landschaft absolut sehenswert und mit Ludwig hatten wir einen total engagierten Guide ( gebucht über Meine-Landausflüge.de) Wir waren nur 3 Personen und konnten so den Ausflug auch etwas individuell gestalten. Man muss allerdings beachten, dass es an der Spitzkoppe deutlich heißer als an der Küste ist, wir hatten knapp 40 Grad! Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen, ansonsten einfach nochmal nachfragen, auch gerne per PN :ciao:

    Ich versuche auch noch ein paar Bilder anzuhängen

    Liebe Grüße

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