
- 19.07.2019 Heute dürfen wir auf die Vita
Heute hat der Jetlag voll zugeschlagen. Pünktlich um 03.45 wache ich auf. Das kann man nun keine lange Nacht nennen, aber im Urlaub macht das nichts. Also wird noch bis zur Aufstehenszeit ausgiebig das Wifi des Hotels genutzt, denn die vorab schon in Deutschland besorgten SIM Karten für Kanada lassen uns aus unerfindlichen Gründen nur telefonieren, SMS schreiben, aber eben nicht ins Netz. Woran das genau liegt, hoffen wir noch herauszufinden. In den letzten drei Jahren hatte ich solche Karten auf dem amerikanischen Kontinent problemlos nutzen können, da muss doch noch was gehen. Schnell ein Hilfegesuch an Prepaid Global geschickt, denen wird schon etwas einfallen.
Inzwischen ist es auch hell geworden und wir können im dem Hotel angeschlossenen Café frühstücken. Ein frisch getoastetes Croissant mit Schinken bzw. mit Omelett für die bessere Hälfte und dazu einen leckeren Cappuccino und dann schnell die Sachen zusammen gepackt und ausgecheckt aus dem Hotel. Auf unser Taxi müssen wir fast 20 Minuten warten, aber das muss man in Montreal mit einkalkulieren. Ein Taxi an der Straße bekommt man recht schnell, aber die Wartezeit für bestellte Taxen ist generell schon ziemlich lang. Der Taxifahrer ist etwas irritiert, weiß er doch nichts von einem Schiff im Hafen. Immerhin fährt er uns trotzdem dorthin.
Und dann sehen wir sie. Unsere schöne AIDAvita. Schnell die schweren Koffer aus dem Taxi (Business Fliegen hat viel Freigepäck, das mussten wir doch mal nutzen) und auch gleich abgegeben. Der Check In wurde noch aufgebaut, also setzten wir uns zu den ca. 100 anderen erwartungsvollen Neuankömmlingen. Die Vita können wir neben uns durch die großen Fenster sehen. Schnell ein paar erste Fotos gemacht und jetzt geht auch der Check In los. Dank der Überholspur haben wir bereits in fünf Minuten unsere Bordkarten in der Hand und auch das traditionelle Begrüßungsfoto gemacht. Diesmal vor einer Leinwand mit Felix Büttner Motiven und der kanadischen Flagge über den Steuerrad. Das Foto werden wir uns später als Geschenk für unsere Premiumbuchung abholen können.
Unsere Kabine ist um 11.15 Uhr natürlich noch nicht fertig, aber das hatten wir auch nicht erwartet. Also erstmal eine Genießerkarte an der Aida Bar besorgt. Ob wir eine Karte für 100 oder 200 Euro wollten, wird uns von der anderen Seite der Bar, wo die Karten aufbewahrt werden, zugerufen. Ich zeige 4 mit den Fingern und die gut gelaunten Barkeeper freuen sich. Da man mit der Karte ja inzwischen auch Workshops und natürlich auch das Essen im Selection Restaurant bezahlen kann, wird sich das bestimmt für uns lohnen. Und für die 50 Euro Rabatt wird sich schon der eine oder andere Cocktail finden.
Wir ziehen weiter nach oben in die Anytime Bar, wo wir einen schönen Platz an der Reling finden und uns jeder einen Energydrink mit Eis und Zitrone bestellen. Der Jetlag ist nicht zu unterschätzen und wir haben heute noch viel vor. Wir beobachten das Treiben im Hafen, vor uns dreht gerade ein Containerschiff, um dann rückwärts in den ein paar hundert Meter entfernten Containerhafen einzufahren.
Um die Vita zu erkunden, haben wir heute leider keine Zeit. Um 12.00 Uhr ziehen wir los in Richtung Kathedrale Notre Dame du Montreal, denn dort in der Nähe ist der Treffpunkt für den ersten der beiden unserer auf dieser Reise bei lokalen Anbietern gebuchten Ausflüge. Heute soll es mit Kava Tours zur Weinverkostung auf zwei Weingütern in der Provinz Québec gehen. Pünktlich werden wir von einem sehr netten jungen Kanadier abgeholt und fahren an endlosen Baustellen vorbei erstmal 45 Minuten aus der Stadt. Ohne diese Baustellen dürfte dies deutlich schneller gehen. Da dies aber vom Veranstalter einkalkuliert wurde, geht uns keine Zeit verloren. Vorbei an Feldern und den typischen kanadischen mit Holz verkleideten Häusern kommen wir auf dem ersten Weingut an. Die Führung und die Verkostung wird von Dennis, einem Weinkritiker und Journalisten sehr fachkundig durchgeführt. Und sympathisch ist er auch noch.
Um den besonderen klimatischen Anforderungen gerecht zu werden, werden in Kanada hauptsächlich hybride Weinsorten angebaut. Das sind alte europäische Weinsorten, die mit den wilden amerikanischen gekreuzt wurden und somit die im Winter auch mal vorkommenden minus 40 Grad Celsius überstehen können. Wir konnten bei den vier Proben immer zwischen eher bekannten Geschmacksrichtungen und völlig unbekannten wählen. Wir hatten uns für die letzteren entschieden und wurden nicht enttäuscht. Dafür waren wir hergekommen, eben etwas Neues zu entdecken. Natürlich kamen dann auch zwei kleine 200ml Flaschen des berühmten kanadischen Eisweins in die Einkaufstasche.
Dann ging es zu einem zweiten Weingut. Während das erste eher professionell war, hatte hier ein Ehepaar über einen Zeitraum von 25 Jahren ein persönliches Paradies aus dem Nichts mit eigenen Händen erschaffen. Wunderschön an den Hang gebaut gab es die Rebstöcke, den Weinkeller und auch überall Blumen. Zu der sehr persönlichen Führung, die eher wie eine private Einladung wirkte, gab es zu den Weinen auch selbst gemachte Häppchen. Der kalt geräucherte kanadische Wildlachs war wirklich der beste Lachs, den ich je gegessen habe. Selbstverständlich kauften wir auch dort ein kleines Fläschchen. Diese beiden Weingüter verkaufen nur auf dem eigenen Gelände, ihre Produkte sind nirgends sonst erhältlich.
Dieser Ausflug ist für an besonderen Weinen interessierte wirklich zu empfehlen. Reizende Menschen und gute Weine und dazu viele Infos, auch zur Geschichte der Region. Man sollte allerdings gut Englisch verstehen, sonst geht zu viel an einem vorbei.
Um 18.30 waren wir zurück auf dem Schiff. Unsere Kabine war inzwischen natürlich bereit, das bestellte Jetlag Paket geliefert und auch die Koffer waren bereits da. Nur Zeit hatten wir keine, schnell frischgemacht und uns für eine halbe Stunde einen ersten Eindruck von der Qualität des Essens im Calypso Restaurant gemacht. Wie immer auf der Vita - sehr gut. Daumen hoch. Das in Amerika übliche Fehlen der Besteckständer auf den Tischen irritiert auch nur im ersten Moment. Ich bin aber gespannt, wie oft ich in den nächsten zwei Wochen nochmal vom Tisch aufstehen muss, um das vergessene Besteck zu holen...
Dann mussten wir auch schon wieder los, denn wir hatten Karten für Aura in der Kathedrale Notre Dame du Montreal. Da die Vita einen tolle Liegeplatz im alten Hafen hat, brauchten wir nur 10-15 Minuten zu Fuß zur Kathedrale. Zuerst läuft man durch die schön beleuchtete Kathedrale und schaut sich um und dann werden die Türen geschlossen (zu spät kommen unbedingt vermeiden, es gibt dann keinen Einlass mehr!) und es folgt ein überraschend beeindruckendes Spektakel aus Musik und Licht. Das ist nicht beschreibbar, dass muss man selbst gesehen haben. Wer nach Montreal kommt, sollte sich das unbedingt ansehen. Es gibt vier Vorstellungen am Abend, jeweils 18.00, 19.00, 20.00 und 21.00 Uhr.
Eigentlich wollten wir noch weiter in die abendliche Stadt, waren dann aber doch zu müde und sind zurück zum Schiff. So ein abendlicher Drink oben an der Reling ist doch auch etwas Feines.
Noch ein wenig die schöne Aussicht vom Balkon auf die Skyline des nächtlichen Montreals genossen und dann bettfertig gemacht. Und dann passiert es. Einkleidet Unfall auf der Kabine. Also wieder angezogen und an der Bar um etwas Eis gebeten. Und da zeigt sich wieder, wie super die Aida Crew ist. Ich bekam nicht das erhoffte Glas mit Eiswürfeln sondern einen sehr großen Beutel voll davon. Das muss ja helfen.
Gute Nacht!
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