Es ist aus Reedereisicht sicherlich schlauer, so unauffällig wie möglich an den Leistungen zu schrauben, als die Reisepreise zu erhöhen. Und das wäre sonst sicherlich nötig. So wird nämlich ein Schuh draus. Dass beim Reduzieren der Leistungen auch der Reisepreis sinken müsste, ist in Zeiten von zehn Prozent Inflation sicherlich Wunschdenken.
Und was die Liegezeiten anbelangt: Hier werden wir uns ganz sicher nicht an 7-Tages-Touren mit 3-4 Seetagen gewöhnen müssen. Aber hier mal eine halbe Stunde früher weg, da mal eine Stunde später ankommen - das wird sich auch läppern. Oder mal ein Overnight in einem Highlight-Hafen, dafür insgesamt ein Hafen weniger (z.B. "Kanaren & Madeira" mit AIDAsol: nur noch drei Zwischenziele, dafür zwei Tage Madeira).
Gutes Beispiel bei AIDA für leicht kürzere Liegezeiten: die Tour "Mediterrane Highlights" (10 Tage). Vergleicht mal 2023 mit 2024. Nahezu alle Liegezeiten sind um 30 bis 60 Minuten gekürzt worden. Den meisten würde das vermutlich nicht mal auffallen. Auffälligste Änderung ist hier, dass anderthalb Tage Barcelona durch einen Tag Ibiza ersetzt wurden. Dafür ist Ibiza 2024 bei der Route "Italien & Mittelmeerinseln" (11 Tage) raus und ein dritter Seetag drin. Ich finde das aber auch nicht weiter tragisch. Solche Routenanpassungen dienen ja nicht nur Kostenreduzierung, auch die Umwelt profitiert. Muss ein Schiff wirklich mit 20 Knoten die Nacht durchbrettern, um am nächsten Morgen möglichst früh im nächsten Hafen zu liegen? Ist das noch zeitgemäß? Ich finde nicht. Viele Reedereien machen das aber noch so, Costa und MSC etwa. Ich verstehe das nicht und begrüße das Routing von AIDA. Zwei Seetage bei 7 Tagen, drei bei 10 bis 12 Tagen und vier bei 14 Tagen ist für mich eine gute Mischung aus Erholung auf See und Landgang. Ich denke, an dieser Grundrichtung werden die jetzigen Bekanntmachungen auch nichts ändern.