
„Das Meer trennt uns nicht - es sammelt unsere Stille und verwandelt sie in Geschichten“
Zitat: Nathacha Appanah (mauritische Schriftstellerin)
Ein neuer Tag auf See hat begonnen und, wie es scheint, könnte es ein recht freundlicher werden.
Fünf Seetage bis Kapstadt liegen vor uns.
Ich nehme an, dass auch diese Seetage, wie alle anderen zuvor, ebenfalls viel zu schnell vorbeigehen werden.
Ich persönlich würde mir für diese fünf Tage schönes Balkonwetter wünschen, um die Zeit mit handarbeiten, lesen und einfach nur gedankenverloren übers Meer schauen, relaxt zu verbringen.
An Tagesprogramm wird zwar wie gewohnt einiges geboten, jedoch sind wir nicht aktiv mit dabei, eher hier und da mal nur Randzuschauer.
Die heutige empfohlene Abendgarderobe lautet: Pyjama ![]()
Das späte Abendprogramm steht von daher unter dem Motto: Pyjama-Party in der Onyx Bar.
Ja dann! Jeder wie er mag ![]()
Von der Party gleich zu Bett, das sollte heute Abend/Nacht dann schnell vonstatten gehen. ![]()
Gestern Abend haben wir noch ein wenig in netter Gesellschaft beisammengesessen und uns über den Ausflug zum „Piton de la Fournaise“ ausgetauscht.
Diese beiden Herren, mit denen wir gestern Abend nett plauderten, hatten den gleichen Ausflug wie wir erleben dürfen, waren jedoch einem anderen Bus zugeteilt gewesen.
Auch sie waren sehr begeistert über das Erlebte und gleichfalls positiv, sowie überrascht, angetan, über diese Vielfalt an unterschiedlichen Naturverhältnissen, gerade in diesem Gebiet, welches zu der Vulkanregion des Piton de la Fournaise zählt.
Wie ich es bereits gestern beschrieb, fuhr uns der Bus zunächst die offizielle Vulkanstrasse hinauf auf die Hochlandregion „La Plaine des Cafres“.
Diesen Weg, auf der „Route de Volcan“, welche durch La Plaine des Cafres führt, säumen Kryptomerien (japanische Sicheltannen).
Es sind auf La Réunion eingeführte Nadelbäume, die besonders in höheren Lagen zum Ende des 19. Jahrhunderts zur Aufforstung von Hängen gepflanzt wurden.
Sie werden heute auch als „Tannen der Kreolen“ bezeichnet und dominieren als dunkelgrüne Wälder viele Bergseiten.
In den meist feuchteren Talkesseln und in den höheren Lagen der Vulkanlandschaft, wachsen Tamarindenbäume.
Diese Tamarindenwälder, im „Parc National de la Réunion“, gehören gleichfalls dem UNESCO Weltnaturerbe an.
Besonders um den Vulkanpass Plaine de Cafres, also in dem Gebiet des Piton de la Fournaise, prägen diese Bäume die Landschaft.
Unser nächster Stopp galt dem auf 2050 m Höhe gelegenem Aussichtspunkt „Nez de Boeuf“.
Dort konnten wir den spektakulären Panoramablick in das tiefe Tal des „Rivière des Remparts“ genießen.
Das Tal ist eine ca 25 km tief eingeschnittene vulkanische Schlucht, welche zu den ältesten „Calderen“ der Insel zählt.
Calderen entstehen durch Einsturz von Magmakammern und sind große kesselförmige Vulkankrater.
Nahe vom Piton de la Fournaise aus, reicht dieses Tal bis an die Südküste nach St. Joseph.
Die Schlucht entstand als Teil der riesigen Caldera des Piton des Neiges, deren Wände bis zu 1000 m steil sind.
Diese raue Felslandschaft gilt als einer der beeindruckendsten Canyons der Insel.
Tief im Tal sieht mal Häuser stehen.
Unser Reiseleiter erzählte, dass lediglich drei Familien dort unten immer noch leben würden. Der älteste Bewohner sei mittlerweile 89
Es gibt keinerlei Straßenzugang. Die Bewohner versorgen sich autark, bauen Früchte und Gemüse an und unterhalten Viehzucht.
Schwer sei es, zu Fuß durch das unwegsame Tal bis zum Ort St. Joseph zu gelangen.
Von daher erfolgt die Versorgung von notwendigen oder schweren Gütern über Helikopter.
Auf dem weiteren Weg zum Piton de la Fournaise, verwandelt sich die Vegetation von dichten Wäldern zunehmend in eine karge Mondlandschaft.
Darüber möchte ich euch, in Fortsetzung, morgen berichten. ![]()