
Unser letzter Seetag vor den Seychellen ist gleichzeitig unser 100. Reisetag.
Es ist kaum fassbar, wo die Zeit abgeblieben ist. Die Tage vergehen, so kommt es einem vor, viel schneller als normal.
Was macht das hier an Bord aus, worin liegt das Geheimnis, dass man es kaum spürt, wie die Stunden voranschreiten?
Das Meer ist uns auch heute gewogen und angenehm ruhig.
Die Sonne strahlt und einige Wolkenformationen wecken mein Augenmerk und meine Phantasie, laden mich beim Betrachten zum Träumen ein.
In der Ferne ist ein kleines Stück eines Regenbogen zu sehen, welcher von einer Wolke ins Meer reicht … oder umgekehrt?
Vorgestern Abend wurden uns im Theater magische Momente beschert.
Schon sehr beeindruckend, wie flink und geschickt der anwesende Theaterdirektor der MSC Magnifica hier an Bord uns mit in seine Welt voller Magie genommen hat.
Gestern Abend verzauberte man uns erneut, diesmal in eine kleine Phantasie-Märchenwelt.
Das MSC Theater-Ensemble und eine männliche Gruppe Akrobaten „Tumar KR aus Kirgisistan“, boten uns eine sehr abwechslungsreiche Show, einem Musical gleich, mit viel Gesang und Tanz sowie aber auch hervorragenden Balletteinlagen.
Unglaublich schön und sehr aufwendig sahen die Kostüme aus.
Alleine dies war eine Augenweide, der Show zuzusehen.
Die „Hairhanging-Akrobatik“ der Künstlerin ließ uns wieder einmal den Atem anhalten.
Und die spezielle Nummer der vierköpfigen Tanz- und Körperakrobatikgruppe „Tumar KR“ aus Kirgisistan, mit ihrem Roboter-Tanz und den dazu integrierten Schlangentänzerelementen, war einfach nur … wow!
Diese Gruppe ist vielen von euch evtl durch ihren Auftritt (goldener Buzzer wurde ihnen zuteil) bei „Das Supertalent“ im Jahr 2014 erinnerlich.
Ich kann es immer wieder erneut betonen, das Showprogramm ist Abend für Abend sehenswert und abwechslungsreich, das Aufgebot an Künstler dabei erstklassig!
Leider viel zu spät, nämlich gegen 22:30 Uhr, gab es zum zweitemal das Ereignis „Crew vs. Gäste“.
Auch wenn wir gerne dieses spaßige „Kräftemessen“ an Challenges mitangesehen hätten, ich war einfach zu müde und auch kraftlos dazu.
Nun packe ich mein Strickzeug mal wieder aus und nadel fix vor mich her, denn ich habe gestern zufällig erfahren, dass unser Stationskellner am 2. Mai Geburtstag hat.
So ein kleines persönliches Geschenk, möchten wir ihm dann gerne auch überreichen.
Gestern Abend, in der Top-Sail-Lounge, erwartete uns bereits der Pianist Louis.
Wir waren jetzt drei Abende nicht oben, um wie gewohnt seinen Pianoklängen und seinem Gesang zuzuhören.
Er spielt in der Regel immer eine gute halbe Stunde und zieht sich dann für eine kurze Pause zurück, geht aber zuvor noch immer zu seinen „Stammhörern“ kurz für eine persönliche Begrüßung an den Tischen vorbei.
So auch gestern Abend.
Als er an unserem Tisch stand rief er in die Lounge hinein, das sind meine speziellen Freunde.
Mir stockte der Atem!
Er zog ein Hosenbein hoch und zeigte stolz auf seine Socken und erklärte, dass ich sie ihm gestrickt habe und da es heute draußen kalt war (klar, bei 28 Grad Außentemperatur), habe er sie angezogen. ![]()
Oh mein Gott, wie glücklich habe ich diesen Mann damit gemacht, dass er sich jetzt erneut bei mir bedankte. ![]()
Ich sage es immer wieder, die schönsten Momente im Leben sind die, wenn Eintracht, Harmonie, Respekt und eine gut funktionierende Zwischenmenschlichkeit herrscht.
Und bei dem Wort „zwischenmenschlich“ fällt mir noch etwas ganz herzliches und persönliches ein, was ich kurz schildern möchte.
An Bord fiel mir von Anfang an immer ein asiatisch stammender Herr in der Lounge auf, welcher alleine an Bord zu sein scheint.
Und so alleine sitzend, traf ich eines Tages ihn in der Lounge an und dachte mir, bevor ich mich sonstwo zu jemanden dazusetze, frage ich ihn, ob es ok ist.
Er nickt mir maskenhaft zu und zeigt auf den freien Sessel. Zeigt mir gestenhaft auf Mund und Ohren zeigend dabei an, dass er sprachlich sich nicht mit mir verständigen kann.
Jedesmal habe ich es ab da so praktiziert und sein Gesicht wurde von Mal zu Mal aufgeschlossener.
Mittlerweile schenkt er uns bereits sein schönstes Lächeln, wenn er meinen Mann und mich antrifft und drückt, zwei Daumen hochhebend und anschließend zwei geballte Fäuste zu uns zeigend seine Freude aus, und ich habe diese Gesten nachgelesen, uns gegenüber seine Ehrerbietung deutend damit zum Gruß an.
Wir empfinden diese Art der Kommunikation, diesen gegenseitigen respektvollen Umgang, ohne eine Sprache zu verwenden, einfach nur einmalig und als ein ganz besonderes zwischenmenschliches Erlebnis, besser ausgedrückt, ein Geschenk, welches wir von dieser Reise mit heimnehmen und ganz feste in uns behalten werden. ![]()
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