
Die Wellen wiegen und schaukeln die MSC Magnifica etwas und wecken mich.
Ich werde neugierig und blinzel durch den Spalt des gut verdunkelnden Vorhangs, hinaus aufs Meer.
Es ist kurz nach halb acht Uhr Ortszeit und das Meer ist, zwar moderat nur, etwas aufgewühlter, als in den letzten Tagen.
Der Himmel sieht dunkel, trübe und regnerisch aus, die Sonne hat es gerade schwer, sich durchzusetzen.
Zwei Seetage liegen vor uns.
Wir sind auf dem Weg nach Mauritius. Dort bleiben wir Overnight und werden dabei bestimmt einiges von der Insel erkunden können.
Im Gegenzug, zu dem schwülheißem Wetter gestern auf den Seychellen, ist es gerade sehr angenehm, die frische Seeluft vom kuscheligem Bett aus, bei geöffneter Balkontür, auf den Armen und dem Gesicht zu spüren und dabei zu dem Rauschen der Wellen, welche die Magnifica zusätzlich mit ihrer Fahrt erzeugt, zuzuhören.
Das Frühstück liegt bereits hinter uns und, da das Wetter nicht gerade zu einem Balkonaufenthalt einlädt, sitze ich oben in der Top Sail Lounge und schildere euch nun etwas über unseren gestrigen Besuch des botanischen Gartens „Mont Fleuri“ in Victoria, auf der Insel Mahe/Seychellen.
„Mont Fleuri“ untersteht dem Umweltministerium des Inselstaates, welches im Garten auch seinen Sitz hat und ist dort auch die Touristenattraktion, da einzigartig.
Am Fuß des ca 150 m hohen und namensgebenden Bergs Mont Fleuri, liegt dieser Park.
Der Eintritt belief sich auf umgerechnet 14,50 €/Person und wir konnten den Betrag über unsere Debitkarte kontaktlos (übers Handy) zahlen.
Im oberen Teil des Gartens befindet sich ein Waldbereich, welcher zu einer der letzten ursprünglichen Urwälder der Seychellen gehört.
Der Park beherbergt 60% der endemischen Blütenpflanzen der Inseln, sowie diverse Gewürzbäume.
Zu den 33 verschiedenen Arten von Palmen, zählt auch die endemische Coco de Mer Palme.
Endemisch bedeutet, diese Pflanzenarten kommen ausschließlich in einem begrenztem geografischem Gebiet vor und sind nirgends sonst auf der Welt heimisch.
Es ist das Ergebnis einer langen isolierten Evolution.
Die Coco de Mer Palme trägt Früchte, deren Samen als ein Symbol der Fruchtbarkeit gilt.
Die Samen können bis 25 kg schwer sein und haben oft auch eine charakteristisch herzförmige, weibliche Form.
Sie sind streng geschützt und haben meist eine Reifezeit von 7-20 Jahren.
Die im Park lebenden, dort aktiv geschützten und gezüchteten Aldabra Riesenschildkröten, sind eine der größten Landschildkötenarten weltweit.
Im Mont Fleuri Garten hat man zu diesen Tieren Zugang und sie mögen es, gefüttert und gestreichelt zu werden.
Die Tiere ernähren sich von pflanzlicher Nahrung und können 250 kg schwer werden.
Wir hatten das Glück, dass ein Pfleger gerade mit im Gehege war, der uns einiges über diese im Park sehr friedlich lebenden Tiere erzählen konnte.
Das älteste aktuell dort lebende Tier ist 99 Jahre und viele andere weit über 80 Jahre alt.
Dieser Teich im Garten ist besonders hübsch anzusehen.
Er beherbergt Wasserlilien, zusammen mit Sumpfpflanzen.
Im oberen Bereich findet man einen kleinen, etwas verwaisten chinesischen Garten.
Wir haben uns ca anderthalb Stunden dort im Garten ganz gemütlich aufgehalten.
Sollte euch eines Tages der Reiseweg hierhin nach Victoria Mahe/Seychellen verschlagen, ein Besuch dieses Kleinods ist meines Erachtens nach schon interessant.
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