
Auch wenn es erst exakt zwei Monate her ist, dass wir von unserer Biscaya Tour nach Hamburg zurückgekehrt sind, ist uns die Zeit bis zum Start dieser Reise doch sehr lang vorgekommen. Nun soll es aber endlich losgehen. Wieder mit der AIDAaura. Aber sonst ist alles anders. Da die von uns bevorzugte Balkonkabine auf Steuerbord schon belegt war, haben wir dieses Mal das Pendant auf der Backbordseite. Also eine ganz andere Sicht auf die Dinge, sowohl außenbords als auch im Schiff, und das bei meinem „hervorragenden“ Orientierungssinn.
Da ist heute noch etwas anders. Die Reisetaschen sind schon gepackt und müssen nun ins Auto geladen werden, denn wir starten dieses Mal nicht in Hamburg, mal kurz mit dem Taxi zum Anleger, sondern in Warnemünde, d.h. zweihundert Kilometer Anreise. Um kurz nach 10:30 Uhr geht’s los.
Einmal quer durch Hamburg, dann auf der A1 Richtung Lübeck, um auf die A20 Richtung Rostock abzubiegen. Alles ohne besondere Vorkommnisse, außer dass unsere Abfahrt Richtung Warnemünde gesperrt ist und wir nun durch den Warnow Tunnel müssen, was unser Urlaubsbudget mit zusätzlichen 4,80 Euro Mautgebühren „belastet“.
Nach gut zwei Stunden erreichen wir unser Parkhaus am Molenfeuer, wo der „kleine Rote“ die nächsten zwölf Tage schläft. Unser Gepäck transferiert eine Taxe zum Schiff, wir gehen 20 Minuten zu Fuß. Dabei kommen wir an der „Queen Elizabeth“ vorbei, die mit uns heute Abend ausläuft.
Schnell haben wir eingecheckt und die Kabine ist auch schon fertig. Nur das Gepäck lässt dieses Mal auf sich warten. Was soll’s, wir gehen erst einmal ins „Calypso“, um uns nach „anstrengender“ Fahrt zu stärken.
Bis zur Öffnung der „Ocean Bar“ – Achim ich weiß, es heißt eigentlich „Ohschän Bar“ – um 14:00 Uhr ist noch kurz Zeit für eine Runde übers Deck und die ersten Fotos. Mit der „Queen Elizabeth“ liegen wir Bug an Bug und das Bonzenhotel der „hohen“ Persönlichkeiten vergangener Tage bestimmt immer noch die Silhouette von Warnemünde.
Irgendwie schlagen wir zu spät in der „Ocean Bar“ auf. Unsere Lieblingsplätze sind besetzt. Und was wir jetzt noch nicht wissen, sie werden auch den Rest der Reise besetzt bleiben. Die, die da jetzt sitzen, haben irgendwie Pattex am Hintern. Aber was soll’s, wir haben Urlaub. Und außerdem freuen wir uns, Bhumika, die jetzt Junior Barkeeperin ist, und Sid wieder zu treffen. Beide kennen wir von unserer letzten Reise.
Und dann ist es endlich soweit. Unsere Freunde aus Wernigerode sind zu unserer dritten gemeinsamen Reise auch eingetroffen. Die Wiedersehensfreude ist groß und nun kann nichts mehr schiefgehen. Und wie es sich gehört, stoßen wir schon mal auf einen schönen Urlaub an.
Nach einer erfreulich kurzen Seenotrettungsübung treffen wir uns zum Auslaufen an der „Ocean Bar“ wieder. Zunächst legt die „Queen Elizabeth“ ab und zieht von dannen. Nach zwei Seetagen wird ihre Ostseetour in Southampton zu Ende gehen.
Wir haben unsere ganze zwölftägige Reise in die „Schärengärten der Ostsee“ noch vor uns und freuen uns, dass es bei uns pünktlich um 18:00 Uhr losgeht. Die uns nachfolgende identische Tour wird erst mit zehnstündiger Verspätung am nächsten Morgen starten. Dazu später mehr. Heute werden wir von vielen Zuschauern auf der Mole und auf den uns begleitenden Schiffen verabschiedet.
Noch ein letzter Blick auf den Strand von Warnemünde. Und dann ist die leider viel zu kurze Ausfahrt schon zu Ende. Da sind wir von der Elbe ganz andere Revierfahrten gewohnt. So findet der Sonnenuntergang auf der Ostsee statt.
Die Entfernung von Warnemünde bis Visby beträgt 320 Seemeilen, was 593 Kilometern entspricht. Ursprünglich sollten wir Visby nach einem Seetag am nächsten Morgen um 6:00 Uhr erreichen. Das wären 36 Stunden gewesen und die Durchschnittsgeschwindigkeit hätte 8,9 sm/h betragen. Das ist unserem Kapitän Sven Laudan dann doch zu langsam und er verkündet die neue Ankunftszeit in Visby für 20:00 Uhr, also zehn Stunden früher, was unsere Durchschnittsgeschwindigkeit auf sagenhafte 12,3 sm/h erhöht.
Den Seetag genießen wir auf unsere schon mehrfach praktizierte Art: ausgiebiges Frühstück im Selection Restaurant (ohne die großen Garnelen, Achim war vor uns da), sechseinhalb große Runden um das „Kap zum guten Schornstein", beobachten der Freibierschlange zur Brunchtime, selber Essen fassen im „Calypso", ausgedehnte Siesta (ich auf dem Balkon) und vorbereitende Maßnahmen für den Restabend an der „Ocean Bar".
Wegen eines letztlich undramatischen medizinischen Notfalls hat der Kapitän am Nachmittag die Geschwindigkeit noch einmal erhöht, so dass wir Visby bereits um 18:00 Uhr erreichen. Um 18:30 Uhr legen wir an.
Kurz nach sieben verlassen wir frohgelaunt zu fünft das Schiff für unsere erste Exkursion oder anders gesagt zum Abendbrotessen. Gar nicht so einfach. Erst ein gut halbstündiger Fußmarsch ins Zentrum, dann am Freitagabend einen Platz finden (die Restaurants sind gut besucht) und zum guten Schluss fünf Leute unter einen Hut bringen. Aber letztlich finden wir einen freien Tisch auf einer schönen Dachterrasse. Das Essen ist lecker und zu trinken gibt es typisch „schwedisches“ Bier: süffiges Staropramen.
Da unser jüngstes Gruppenmitglied noch zum Twentreff muss, kehren wir gegen 22:00 Uhr zum Schiff zurück und beenden den Abend nach Mitternacht an der „Ocean Bar“.
Kommentare 4