
Um 7:30 Uhr habe ich schon mal einen Blick vom Balkon riskiert. Wir haben das Baskenland erreicht und im Hafen von Getxo (gesprochen: Guecho) festgemacht.
Gut gestärkt verlassen wir gegen 10:00 Uhr das Schiff.
Wir haben uns entschieden, bevor wir später mit der Metro nach Bilbao fahren wollen, erst einmal Getxo anzuschauen und wir werden diese Entscheidung nicht bereuen. Aber seht selber.
Es ist Sonnabend und viele Spanier nutzen den freien Tag zu allen möglichen Aktivitäten, und bei diesem tollen Wetter auch zum Baden.
Nachdem wir unsere Mole verlassen haben, spazieren wir über eine breite Promenade, die gesäumt wird von vielen schönen historischen Villen, die im 19. Jahrhundert von reichen Kaufläuten und Industriellen aus Bilbao bewohnt wurden.
An einer ziemlich maroden Badetreppe blicken wir noch einmal kurz auf unsere AIDAaura zurück, wo mittlerweile auch noch ein zweiter Kreuzfahrer ähnlicher Größe festgemacht hat. Es ist die uns unbekannte „Insignia“, aber sehr schön und sehr luxuriös.
Jetzt habe ich mal nachgeschaut: die „Insignia“ ex „Columbus 2“ fährt für Oceania Cruises und hat eine BRZ von ca. 30.000, eine Länge von 180 Metern und eine Besatzungsstärke von 386 bei nur 342 Kabinen. Dazu die AIDAaura im Vergleich: ca. 42.000 BRZ, 202 Meter Länge, 389 Mannschaft und 633 Kabinen. Wenn AIDA noch weitere Selection Schiffe sucht, dann wüsste da eins.
Noch einmal schauen wir auf die Strände von Las Arenas und nähern uns der Mündung des Ria des Nervións, der hier in die Biscaya fließt.
Die Promenade, die zur Schwebefähre führt, ist gut besucht. Viele Spanier laufen in ihrem Sonntagsstaat herum und müssen sicherlich zu irgendeiner Feier. Und auch die Spanierinnen haben sich ordentlich herausgeputzt.
Die Schwebefähre „Puente de Bizkaia“ ist von 1893 und damit die älteste der Welt. Und seit 2006 natürlich auch Weltkulturerbe der UNESCO. Sie verbindet Las Arenas mit dem auf der anderen Flussseite liegenden Portugalete, von wo aus wir mit der Metro nach Bilbao fahren wollen.
Ich will eigentlich mit dem Fahrstuhl hochfahren und oben rüber, aber dem nicht schwindelfreien Angsthasen an meiner Seite ist das zu hoch. Also lösen wir für ganz kleines Geld, ich glaube es sind 45 Cent pro Ticket, zwei Fahrkarten am Automaten, dessen Bedienung auch schon etwas fordernd ist, und begeben uns auf die Fähre, die uns jetzt ziemlich groß erscheint und die auch bis zu acht Autos mitnehmen kann.
Nach kurzer Fahrt kommen wir in Portugalete an, wo durch einen auf der Promenade stattfindenden Flohmarkt ein enormer Trubel herrscht. An einer der Buden habe ich eine sehr nette, aber des Englischen nicht mächtige Spanierin nach dem Weg zur Metro gefragt. Sie hat uns dann mit Händen und Füßen den Weg erklärt. Außer, dass wir den Berg hoch müssen, haben wir nicht viel verstanden.
Also den Berg hoch, was uns dann auch noch einmal einen schönen Blick auf die Schwebefähre beschert.
Da „wir“ der Meinung sind, dass eine Metro nicht zu übersehen sein sollte, geht es immer weiter den Berg hinauf. Es ist müßig, darauf hinzuweisen, dass ich eine Minderheitenmeinung vertrete. Dabei kommen wir in Gegenden, die sehr interessante Motive bieten, auch wenn ich nicht weiß, was es sein soll.
Irgendwann emanzipiere ich mich und frage einen alten Spanier nach dem Weg. Da er auch kein Englisch kann, nimmt er uns an die Hand und zeigt uns den Weg. Was soll ich sagen: immer bergab.
Aber zur Ehrenrettung meiner mir Zugeteilten muss ist feststellen, dass die Metro, anders als erwartet, auch hier im Vorort schon unterirdisch fährt und die Eingänge eigentlich unauffindbar sind und nur mit einem sehr, sehr kleinen Metrosymbol gekennzeichnet sind. Es ist wirklich reine Glückssache, den Fahrstuhl zu finden, der uns runter zur Metrostation bringt.
In Teil 2 berichte ich dann von dem Abenteuer, Metro zu fahren bzw. einen Metroautomaten richtig zu bedienen und was es für Folgen hat, wenn man das nicht tut.
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