Das Kreuzfahrtranking des NABU für 2024 ist da:
An der Spitze stehen weiterhin Havila und Hurtigruten, während Aida von Platz 3 auf Platz 6 (5, ohne Unterteilung Hurtigruten) abrutscht.
Die Detailbewertung:
Unabhängig davon, dass sie erneut die Bewertungskriterien verändert haben finde ich, dass sie diesmal wesentlich ausgewogener argumentieren als noch vor Jahren, wo sie nurzu mit Lügen um sich geworfen haben. Sie sehen ein, dass der Umstieg schwierig ist und benennen Bereiche, die ein zweischneidiges Schwert sind. LNG ist wie sie schreiben aus Perspektive der Luftschadstoffe extrem sauber und ein riesiger Fortschritt. Weil das Methan aber nicht vollständig verbrannt wird und überall in der Lieferkette und bei der Förderung Leckagen sind, ist es aus Klimasicht, wenn es schlimm läuft, sogar ein Rückschritt. So wie die Reederein sie aktuell noch aufgrund des niedrigeren CO2 Ausstoßes als klimafreundlich promoten ist es jedenfalls nicht haltbar und es ist gut, dass sie darauf hinweisen. das gleiche bei Bio Treibstoffen, die wenn sie nur explizit für Treibstoffe produziert werden viel Land fressen. Hier übertreiben sie es aber dann doch wieder etwas (#Palmöl), weil die Reederein schon darauf achten und nur Biofuels aus Reststoffen nutzen. Die hätten zwar auch woanders genutzt werden können (LKW, PKW), aber dort gibt es in der Regel wesentlich bessere Alternativen (Batterie) weshalb das schon in Ordnung ist die in der Schiffahrt einzusetzen.
Dass AIDA abrutscht kann ich tatsächlich mittlerweile mittragen. Ihr letzter Nachhaltigkeitsbericht ist 4 Jahre alt. Landstrom wird mittlerweile auch von TUI genutzt. TUI setzt bei der Mein Schiff 7 auf Methanol und verzichtet erstmals auf Schweröl (was sie in der Restflotte aber noch zu über 90% nutzen und damit wesentlich mehr als AIDA, wobei man das auch nicht sagen kann, weil AIDA ja keine Berichte mehr veröffentlicht...). Der Fokus verschiebt sich von Luftschadstoffen zu Klimaschutz, wodurch die Vorreiterrolle bei LNG weniger wiegt. Wasserstoff/ Brennstoffzellen werden es nicht machen und so ist der einzige Bereich wo AIDA noch vor TUI ist die Batterie auf der prima.
Vergleich Klimaeffekt bei der Stromproduktion zur im Vergleich von Diesel/ Öl noch dreckigeren Kohle (5% Verluste sind leider gar nicht so unrealistisch)
Zweite Frage bei Seite gestellt kann dieser Treibstoff eher nicht in Deutschland erzeugt werden. Hier braucht man die erneuerbare Energie an anderer Stelle. Aber schauen wir uns mal Marokko an, die arabische Halbinsel und teilweise auch Spanien. Oder auch Kanada (dann aber weniger mit Sonne). Dort kann Strom aus PV für teilweise weniger als 1 cent/kWh hergestellt werden. Und das auch zumindest mittelfristig in ausreichender Menge. Natürlich schließen sich jetzt hier Fragestellungen wie die Verlässlichkeit der Lieferanten, der Transport usw. an. Aber es wird dann an Lösungen mit Hochdruck gearbeitet, wenn man weiß, dass man an den Lösungen Geld verdienen kann.
Elektrolyseure, die den Wasserstoff produzieren, der die Grundlage für all die neuen sauberen Treibstoffe ist, müssen viele Stunden laufen um effizient zu sein. Die Sonne scheint aber leider nicht so viel und vor allerm gibt es da sehr viele Erträge um die Mittagszeit, die zu viel sind und dann wenig am Rest des Tages und 0 in der Nacht (je weiter vom Äquartor weg dann noch die saisonalen Effekte). Windkraft kommt auf wesentlich mehr Vollaststunden als Solar, weshalb sich Wasserstoff Projekte eher Richtung Windkraft entwickeln. Am bessten ist natürlich eine Kombi aus beidem, weil sie sich oft gengenseitig ergänzen und so noch mehr Volllaststunden zussamen kommen. Deshalb ist zum Beispiel das Projekt in Namibia sehr vielversprechend. Was man für Wasserstoff auch noch braucht ist tonnenweise Wasser. Das gibt es in der Wüste eher weniger, wehalb die Projekte dort allein dadurch zusätzliche Probleme haben. Dazu kommt, dass die PV Module dort auch schnell mit Wüstensand/ Staub bedeckt sind und wesentlich an Leistung verlieren. Da hilft es dann auch schnell nicht mehr, dass Sonne dort die doppelte oder dreifache Energie wie in Europa liefert. Und der Transport von Wasserstoff um die halbe Welt ist ebenfalls wesentlich aufwändieger als sich das viele vorstellen, weshalb es schon sehr sinnvoll große Mengen hier zu produzieren. Ideale Standorte in Europa sind die Nordsee, Biscaya, iberische Halbinsel und Skandinavien. Potential haben wir auch in Deutschland/ Europa. Für Methanol braucht man am Ende auch viel aufgefangenes CO2, was in dichter besiedelten Gebieten auch eher leichter einzufangen ist als in dünn besiedelten Gebieten.