Hallo zusammen,
Nachdem AIDA ja bereits die Orient Saison abgesagt hat, steht ja die Möglichkeit im Raum das Tui Cruises ähnliches plant. Dann müssten für 2 Schiffe Ersatzrouten gefunden werden, vielleicht plant man ein weiteres Schiff auf den Kanaren ein und ändert daher die bestehenden Routen? Oder ist das vollkommen abwegig?
Die Meldungen in La Gomera hat JonPhi schon seit Monaten verfolgt und waren schon immer etwas seltsam, weil da ja eigentlich nur kleine Schiffe anlegen. Nächsten Winter wird TUI mit der Relax und 7 schon zwei große Schiffe auf den Kanaren haben. Dazu sind dort neben den deutschen Reederein immer mehr andere unterwegs, besonders brittische und italienische Reederein. Da werden die Kapazitäten langsam knapp. Ein Schiff wird TUI dann definitiv im Mittelmeer unterbringen, vielleicht sogar beide. TUI wäre zuzutrauen es mit einem vieleicht auch mit dem östlichen Mittelmeer zu versuchen. Auch denkbar wäre, dass die 5 ins Mittelmeer geht (Werft dann in Marseille, Cadiz, Palermo, Triest, etc) und die 4 dann auch in Deutschland überwintert (Metropolen, Norwegen, Winterpause Kanaren, Kurzreisen, Nordlichter,...).
Die Lage ist allerdings zutiefst unvorhersehbar. AIDA bereitet sich auf den absoluten Worst Case eines totalen Krieges im Golf vor. Das ist keine Reaktion auf die Huthies. Der letzte Waffengang zuwischen Israel, den USA und dem Iran konnte gerade noch deeskalliert werden. Das endete prinzipiell damit, dass die Iraner ein Dutzend Raketen vorangekündigt auf eine US Basis in Katar gefeuert haben. Mit der Vorwarnung ist alles gut gegangen. Zu der Zeit willst du da aber nicht im Landeanflug sein, während Raketen und Intercepter um dich herum fliegen. Wenn da was schief geht, dann läuft das wie bei MH17. Und das war das deeskalierete Szenario. Die Straße von Hormus ist nur wenige Kilometer breit. Nicht undenkbar, dass die Iraner die das nächste Mal sperren, Schiffe anhalten, in den Iran eskortieren oder gar beschießen. Dazu kommt, dass wenn es komplett eskallieren würde man auch in den VAE, Katar, Bahrain oder dem Oman nicht sicher wäre. Dazu ist bei voller Eskalation die halbe US Armada dort unterwegs und überall fliegen Bomben und Raketen.
Aktuell ist die Lage ruhig. Das war sie kurz vor dem "zwölftage Krieg" aber auch und kann sich nach dem Willen von Bibi und Trump in kürzester Zeit ändern, wenn sie wieder zuschlagen wollen. Sei es, weil die Nuklearanlagen doch nicht zerstört wurden oder was auch immer.
In dem Kontext kann man nicht sagen, wie sicher es sein wird sich diesen Winter in der Region augzuhalten:
Dann kann man zu zwei Schlüssen kommen. Entweder sagt man es ist dort aktuell ruhig und auch vor ein paar Wochen war die Situation nur begrenzt eskalliert und es ist vertretbar weiter mit dem Orient zu planen. Oder man sieht das Risiko, dass wenn es dort wieder aufflammt es besonders schief gehen kann und man dann mitten drin ist und ggf auch nicht wieder raus kommt. Sei es, dass man nur zu 10% ein solches Szenario erwartet und daher präventiv den Orient absagt.
Oben drauf kommt, dass die Buchungszahlen zuletzt alles andere als gut gewesen sein dürften, weil auch viele Touristen von den dortigen Entwicklungen gehört haben und zu keinem Fall eine solche Gefahr tollerieren. Die Transreisen dorthin waren durch den Umweg durch die Huthies sowieso schon lang und ökonomisch suboptimal.
Letztere Einschätzung war AIDAs Position. TUI kann eine andere haben. Beides lässt sich argumentieren. AIDA ist 2022 und 2023 nicht nach Finnland, Estland und ins Baltikum (sowie Polen in 2022) gefahren, weil ihnen das Risiko zu groß war, dass sich der Ukraine Krieg ausweitet. Glücklicherweise lagen sie damit falsch und waren zu vorsichtig. TUI war nicht so alarmistisch unterwegs und hat all diese Orte wie üblich ohne Einschränkungen angesteuert. Das Beispiel zeigt, dass da kein Automatismus ist, dass TUI wie AIDA entscheiden muss. Wenn sie sich aber (wie AIDA) entscheiden sollten den Orient auszusetzen, dann müssen sie das in den nächsten paar Wochen Mmachen, weil die neu aufzulegenden Reisen geplant, freigeschaltet und mit genug Vorlauf verkauft/ gebucht werden müssen.