
Abu Dhabi
Überraschung schon im Vorfeld für uns Unwissende. Es ist die Hauptstadt der 7 arabischen Emirate. Und davon auch das wohlhabendste. Bei beiden Dingen dachten wir bisher immer, dass dies Dubai ist.
Aber nein es ist Abu Dhabi, diese Metropole auf Sandinseln. Und das hat man auch gesehen, als die Seitenstrahlruder beim Anlegemanöver ordentlich Sand aufgewirbelt haben.
Wenig überraschend wird es nach den Einreiseformalitäten und dem PCR-Test nun schnell dunkel und dies ist das Aufbruchsignal zum Abendausflug:
„Der Präsidentenpalast Qasr Al Watan im Lichterglanz“ (ABU C17) bei dem uns auch ein Fotostopp bei der beleuchteten großen Scheich Zayid Moschee versprochen wird.
Jedenfalls bekommen nun auch endlich wir unseren ersten Landgang in „Arabia felix“ und sind darüber ziemlich „felix“ und so voller Erwartung, dass unsere Augen schon mal ziemlichen Lichterglanz zeigen, fast so als wären sie aus Glas…
Und dies steigert sich jetzt noch mit der freudigen Feststellung für uns und alle anderen nicht arabisch sprechenden Mitfahrer im Bus, als der ägyptische Reiseleiter loslegt. Man spricht Deutsch. Dem Wissensdurst des kulturinteressierten Teddys stellen sich also schon mal keine sprachlichen Barrieren in den Weg…
Ziemlich bald fährt der Bus schon die hell erleuchtete Prachtstraße „Corniche“ herunter. Links die erleuchteten Bauten,
wie hier ein Teil der Etihad Towers
rechts die aufwändig gestaltete Uferpromenade. Wenn man bedenkt, dass genau hier erst 1961 das erste Auto, damals noch auf einer Sandpiste, gefahren ist… Und jetzt ein einziges Lichtermeer. Wobei die Scheinwerfer des Verkehrs dabei schon fast verschwinden. Aktuell ist alles noch zusätzlich geschmückt. Das 50. Jubiläum der Vereinigung steht hier bei den Emiraten an. Und da spart man nicht an Beleuchtung und Strom.
Selbst die Straßenschilder sind hier ein wenig anders...
Nahezu keines der Häuser ist hier älter als 20 Jahre. Häuser aus der Gründerzeit der Emirate, mit nur 2 oder 3 Etagen und dann womöglich noch ohne Aufzug will hier keiner mehr. Und die traditionellen Schilfhäuser von damals gibt es hier eigentlich nur noch im Freilichtmuseum.
Der Reiseleiter bemerkt aber, dass es in Abu Dhabi eigentlich keine so richtig hohen Häuser gibt. Bitte?! Wenn ich mir jetzt schon den Hals nach oben verrenken muss, was erwartet uns denn dann in Dubai?
So wundere ich mich umso mehr über diese Sichtweise, als ich jetzt meine Blicke vom Vorplatz des Präsidentenpalastes aus kreisen lasse. Ich finde schon, dass die Häuser dort ganz schön hoch sind. Insbesondere der Komplex der Etihad Towers.
Und wie ich sein wortloses ungläubiges Kopfschütteln deute, sieht das wohl auch mein Nachbär, der Ty gerade so.
Lange aber dürfen wir hier nicht so rumstehen. Die Ordner führen ein strammes Regiment. Platz nehmen zur Lichtershow, auch wenn die erst in einer halben Stunde beginnt. Und so wird sich später keiner mehr wagen, für eine bessere Fotoperspektive etwa aufzustehen und anderen so die Sicht zu nehmen, bzw. gar eine Kettenreaktion zur Stehparty auszulösen. Da können selbst die Kleinsten, also der Tiger, etwas sehen. Und wenn es dann teilweise auch nur die obere Hälfte des riesigen Palastes ist.
Das strahlend weiße Gebäude, in dem der Präsident nicht wirklich wohnt, sondern nur ab und an als Gästehaus dient, ist schon jetzt hell erleuchtet und angestrahlt.
Was soll jetzt noch passieren. Ist doch schon alles im Lichterglanz…
Und dann geht es los und die Frage ist mehr als schnell beantwortet. Bei klassischer Begleitmusik werden riesige animierte Bilder auf die weiße Fassade projiziert.
Unsere Leute fotografieren und die Teddys genießen einfach nur. Sollte man machen, ist möglicherweise sogar die bessere Wahl. Fasziniert verpassen wir jedenfalls nicht das kleinste Detail und davon entdecken wir immer mehr.
Da wird ein wenig Geschichte erzählt, laufen Scheichs (über die Fassade) in der Wüste,
wandeln durch das Gebäude,
sitzen am Verhandlungstisch über die Vereinigung der Emirate,
werden Landkarten der Emirate auf die die Fassade projiziert,
wird das Gebäude in 3 D zerlegt,
oder wird bei den Übergängen einfach nur mit Farben, Mosaiken und Formen gespielt.
Dabei dürfen die Nationalfarben der Vereinigten Emirate natürlich nicht fehlen. Zum einen sind es die Farben der verschiedenen arabischen Dynastien und zum anderen aber auch das Rot für diese Historie, das Grün für die Fruchtbarkeit des Landes, das Weiß für Frieden und Neutralität und das Schwarz steht natürlich für eines, das Öl und damit den Wohlstand.
Ob es nun 10 oder 15 Minuten sind, das Ganze ist so eindrucksvoll und abwechslungsreich wie auch überraschend, dass ich die Zeit dabei ganz vergesse. Aber irgendwann ist der Zauber dann vorbei.
Um alles zu erfassen, muss man es aber wohl mehrmals sehen. Geht aber heute nicht, wir müssen weiter.
Geordneter Rückzug, -die Busse fahren vor. Die bunt illuminierte großzügige Zufahrt runter und es geht zur großen Scheich Zayid Moschee, welche ja morgen Früh noch genauer und vor allem von innen in Augenschein genommen wird. Heute wird nur von dem extra gebauten Aussichtspunkt „Wahat al Karama“ und aus einiger Entfernung auf die beleuchtete Moschee geschaut.
Und hatte ich mir unter dem Aussichtspunkt irgendeinen Hügel oder Parkplatz vorgestellt, ist es tatsächlich selbst hier wieder alles eine Nummer größer. In einem großen Wasserbecken spiegeln sich Teile der Moschee
und auch ein schon von weitem und von der Straße aus sichtbares illuminiertes Denkmal
aus 7 sich gegenseitig Halt bietenden riesigen Büchern, welche die Zusammengehörigkeit und Abhängigkeit der Emirate voneinander darstellt, bilden den Rahmen für diesen beeindruckenden Blick über die Hauptstraße auf die Moschee.
Sieht toll aus und macht neugierig auf Morgen...
-- Fortsetzung --
Im 10. Teil fahren wir am Morgen über die Corniche schon wieder zur Scheich Zayid Moschee. Diesmal aber im Hellen und zur Innenbesichtigung. Danach wird es feudal. Es zieht uns zum Emirates Palace Hotel....