
10. Januar 2020 – Singapur – Wetter: angenehme Abendtemperatur
Mein Kleid ist getrocknet und so entschließe ich mich, es darf heute Abend nochmal mit mir unterwegs sein. Mit vollem Akku im Handy und meiner Kamera stehen wir pünktlich am Ausgang des Hafengebäudes. Alle Teilnehmer der zwei kleinen Gruppen sind pünktlich zur Stelle und so kann unser privat gebuchter Abendausflug beginnen. Ich bin sehr gespannt. Nun ja, wir waren ja schon in Singapur, auch am Abend. Mal haben wir die Stunden am Clark Quay verbracht, mal haben wir eine abendliche Rivertour unternommen, mehrfach haben wir die Lasershow gesehen, sind mit dem Flyer gefahren, und heute Abend schaffen wir es, „Gardens by the Bay“ im Lichterglanz zu erleben. Ich kann mich noch gut an das erste Mal erinnern, als wir im Jahr 2014 vom Marina Bay Sands-Hotel aus diesen gigantischen Park besucht haben. An einigen Stellen wurde damals noch auf dem künstlich aufgeschüttetem Areal gearbeitet. Welch ein Geschenk für die Bewohner der Stadt. Denn wer in Singapur unterwegs ist, dem fällt sofort ins Auge, im Hochhausdschungel fehlen Grünflächen. Die Stadt hat auf einer Fläche wie Hamburg rund 5 Millionen Einwohner.
Beeindruckt war ich von den beiden Gewächshäusern. Der Flower Dome, hat es sogar 2015 als größtes Glasgewächshaus der Welt in das Guinessbuch der Rekorde geschafft.
Große Augen bekamen mein Mann und ich, als wir das zweite Gewächshaus mit dem Namen Cloud Forest besichtigten. So was haben wir noch nie gesehen. Es gab dort einen gewaltigen Berg mit einem Wasserfall, auf Stegen konnten wir in luftiger Höhe Pflanzen bewundern, die in den Tropen zu Hause sind. Ein gigantisches Erlebnis war das. Und die Super Tree's sind keine natürlichen Bäume, die dort auf dem Gelände stehen. Es sind Stahlgerüste bis teilweise 50 Metern hoch, die bepflanzt wurden. Attraktion ist sicher der Skywalk zwischen 2 Türmen und den werden wir heute sicher auch sehen.
Die
nette Reiseleiterin spricht so herzerfrischend deutsch und wenn sie
mal nicht weiter weiß, helfen wir gerne. Es gab auf jeden Fall schon
bei der Abfahrt viel zu lachen. Ihr erste Frage ist, ob wir denn
schon zu Abend gegessen haben. Alle schütteln den Kopf. „Oh, dann
müssen wir was unternehmen“, kommt von ihr. Ein Telefonat und der
Bus parkt in der Nähe einer „Essmeile“. Die Speisekarte können
wir eh nicht lesen und so ist es praktisch, wie im Lau pa Sat, auf
eine Abbildung zu zeigen und schon ist der Wok in Arbeit. Natürlich
bestelle ich mir wieder Pad Thai, köstlich und ein wenig scharf.
Unser Mitfahrerpaar hat sich ein grünes Curry bestellt. Sah auch gut aus und scheint zu schmecken. Lange herum sitzen ist aber nicht angesagt. Es geht weiter per Bus und wir erreichen die Ziel. Die Bäume stehen leuchtend in der Landschaft und wir nutzen die Zeit bis zur Lichtershow und durchqueren ein Stück des Gartens.
Whooow,
wir befinden uns auf der Rückseite des Marina Bay Sands Hotels und
alle stehen da und fotografieren.
Welch ein Blick, das Hotel mit erleuchteten Fenstern, oben das „Surfbrett“ und im Hintergrund die Lichter der Stadt. Allein schon dieser Anblick war diesen Ausflug wert. Unsere Reiseleiterin gibt ein Zeichen, wir müssen weiter, denn die Zeit zur Show drängt.
Okay,
wir sind zu dem Spektakel natürlich nicht alleine vor Ort. Touristen
aus vielen Ländern der Erde versammeln sich abends hier, um die
leuchtenden Bäume zu sehen. Auf einem großen Platz sitzen die
Menschen dicht an dicht auf dem Boden und so machen wir es ihnen
nach. Es ist mucksmäuschen still und plötzlich setzt die Musik ein:
Wiener Walzer. Über uns beginnen die Lichter zu funkeln, im Takt der
Musik.
Sie wechseln die Farben – ein wahres Feuerwerk. Ich strecke
mich der Länge nach auf dem Boden aus, um die ganze Weite des
Spektakels zu sehen. Über mir der dunkle Himmel mit den bunten
Lichtern und die Menschen oben auf dem Skywalk sehen aus wie kleine
Zwerge. Welch eine architektonische Leistung verbunden mit moderner
Elektronik – toll. Ich bin ganz hin und weg.
Der Tempel hat eine andere Anziehungskraft, über der Straße hängen leuchtende Girlanden, die Häuser sind angestrahlt und Unmengen von Menschen schieben sich an den vielen Läden vorbei.
Die Restaurants sind gut
besucht, denn auch die Einheimischen gehen am Abend gerne essen, wenn
sie sich nichts von einer Garküche geholt haben. Unser Seefood Restaurant, in dem wir schon ein paar mal waren, sieht abends wirklich schön aus. Nebenbei gesagt, man isst gut dort! Wir legen einen
Halt bei einem Obsthändler ein. In der Auslage liegen die
Durian-Früchte, schon mundgerecht geschnitten und verpackt, warten
auf die Käufer. Mutige vor, wir können sie probieren. Da ich den
Geschmack kenne, sage ich einfach „ja, ich will“ und schon habe
ich Plastikhandschuhe an und stecke mir ein Stück dieser stinkenden
Frucht in den Mund.
Da muss man durch, denn sie schmeckt nicht so, wie sie riecht. Lecker, aber ich bräuchte das nicht jeden Tag. Einige unserer Tourteilnehmer beäugen uns mit gebührendem Abstand von Eingang aus. Mein Mann sagt „küssen brauchst du mich heute nicht mehr!“ Er nun wieder, die umstehenden lachen. Ein schneller Kuss, das ist gerade noch erlaubt in der Öffentlichkeit hier – aber die Knutscherei, wie bei uns in Deutschland, wird nicht gerne gesehen, in ganz Asien nicht.
Und auf dem Weg zum Bus begegnen uns die Ratten in vielen Ausführungen. Als Papptier, als Plüschtier, gezeichnet – Asien ist im Rausch des chinesischen Neujahrfestes, was ich ja schon erwähnt hatte. Das Jahr der Ratte und ehrlich, so wie die Nager hier aussehen, haben sie sogar was nettes an sich.
Auf
der Weiterfahrt durch die Stadt kommen wir an vielen
Lichtinstallationen vorbei. Leuchtende Girlanden, Blumen und Ratten –
alles für den Jahreswechsel. Der Bus hält, wir laufen ein kleines
Stück und sind am Clark Quay angekommen. Auch hier ist viel los.
Man sitzt in den Restaurants und Bars, Bierkrüge stehen auf den Tischen, eine Frau singt begleitet von einer Band - das volle Abendprogramm. Für uns heißt es, rein ins Boot, setzen und
los geht die Fahrt auf dem River. Singapur am Abend, eine Explosion
der Lichter, kann ich nur sagen. Unter den hell erleuchteten Brücken
steuert das Boot auf die Marina Bay zu und viele uns bekannte
Bauwerke gleiten an uns vorüber.
Der Kapitän des Bootes überlässt dem zweiten Kapitän das Steuer und lädt uns ein, doch in Richtung Bug zu kommen. Er weiß genau, wie er uns gut in Szene setzen kann …
Dankeschön, sagen wir und wenn wir von Bord gehen, gibt es ein Trinkgeld+ für ihn.
In
der Nähe des Merlion endet die Tour, alles aussteigen und wir warten
auf die Lasershow und die Wasserspiele des Marina Bay Sands Hotels.
Auch hier wieder Musik und dann erleuchten die Gebäude vor dem Hotel
und die Laserstrahlen peitschen in den Himmel oder auf das Wasser vor
dem Hotel.
Die Wasserspiele vor dem Hotel lassen die Fontänen in die
Höhe schnellen und mit dem letzten Ton der Musik versinken sie und
die Menschen packen ihre Kameras ein und promenieren wieder. Wir
schauen in das Clifford Hotel rein, denn auch hier sieht es am Abend
noch romantischer aus als am Nachmittag.
Unser Bus kommt und es geht zurück zur Bella. Na, laufen wollte ich heute nach dem Pensum nicht unbedingt wieder. Die Reiseleiterin wünscht uns noch eine gute Weiterreise und verabschiedet sich mit einem freundlichen „Auf Wiedersehen“.
Zurück an Bord, suchen wir die Poolbar auf. Das Duo Soul Train unterhält die Gäste mit bekannten Songs und so lassen wir den Tag ausklingen. Aber nicht ohne ein Foto von Singapore by Night zu machen.
Es war ein wunderschöner Tag und irgendwann landen wir in der Kabine. Morgen schlafen wir aus und dann haben wir noch ein paar Stunden Zeit, uns in Little India umzuschauen. Dort waren wir bisher nur einmal gewesen und sicher hat sich auch dort einiges getan. Schauen wir mal … Eins kann ich verraten, der Gute Nacht-Kuss ist nicht ausgefallen!!!!
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