Südostasien 2020 - Koh Samui, was tun, wenn man dort schon so viel gesehen hat? Einen Buddha mit vier Gesichtern entdecken - auf einer Sandbank stehen - Knoblauchbrot essen

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Kabinenkategorie
Innenkabine
Reisedatum bis
6. Januar 2020
Reisedatum von
20. Januar 2020

8. Januar 2020 – Koh Samui, Thailand – Wetter: wechselhaft, 26 Grad


Nach fast 2 Jahren kommen wir wieder nach Koh Samui und schon bin ich mitten drin in meinen Erinnerungen. Die Bella lag damals auf Reede in der Nathon Bay. Dunkle Wolken hingen tief über der Insel und es wehte so viel Wind, dass die Wellen kleine Krönchen hatten. Der Tenderverkehr zwischen dem Schiff und der Insel wurde gegen Mittag kurzzeitig eingestellt – weil die bunten Holzboote während der Überfahrt etwas in Bewegung gekommen waren. Irgendwann hieß es: „Tenderverkehr zur Insel läuft wieder“. Mein Mann hatte keine Lust, mit an Land zu gehen und so überließ er mich meiner Abenteuerlust und wünschte mir viel Spaß. Ja, den hatte ich dann auch. Kaum entfernte sich das bunte Boot von der Bella, öffneten sich die Wolken und es goss aus vollen Kübeln. Mit mir im Tender waren noch ein paar Mitglieder der Crew, die in ihrer knappen Freizeit schnell mal an Land wollten, um ein paar Einkäufe zu machen. Wir lachten und johlten wild durcheinander, der Scheibenwischer des Bootes schaffte es schier nicht, klare Sicht zu bekommen. Das Boot schwankte hin und her und nachdem die Pier in Sicht kam, zack, war der Regenschauer vorbei. Mensch, das war nun echt ein Erlebnis … Damals dachte ich an meinen Mann, der bestimmt besorgt in Richtung Land schaute. Dies jetzt nur mal vorweg zum heutigen Besuch auf Koh Samui.


Nathon, die Inselhauptstadt von Koh Samui liegt im Nordwesten. Sie hat eine Promenade entlang der Küste, eine Einkaufsstraße mit einer bunten Vielfalt von Angeboten in den Läden.

Ein Verwaltungsgebäude, Restaurants und Bars, einen Gitarrenshop, Friseurgeschäfte, Vögel in Käfigen und direkt im Hafen kommen die Fähren vom Festland an. Und wer will, kann sich auch Tickets für Touren zu den umliegenden Inseln kaufen. Kommt man bis Mittag hier im Ort an, besteht die Möglichkeit, auch die Markthalle besuchen. Nun ist sie leider schon geschlossen ist. Ab dem Hafen verkehren auch Sammeltaxen im stündlichen Rhythmus, die zur Chaweng Bucht fahren, sowie nach Lamai und nach Maenam. Ganz in der Nähe waren wir schon mal und zwar in Bo Phut, war ganz nett dort. Damals haben wir auch den Big Buddha im Tempel Wat Phra Yai angesehen und auf der damaligen Inseltour konnten wir die 18-armige weibliche Mönchsstatue Yao Mae Kuan Im bewundern. Ihr seht, wir haben so einiges auf der Insel besucht und so beschränkt sich unser Besuch heute nur auf die Inselhauptstadt.


Läuft man über die Pier, die voller Taxen ist – also genau gerade aus, geht es irgendwann nur noch nach links oder rechts. Wir sind auf der Thaweeratpakdee Road angekommen. Ich überlege, ob ich mir noch einen Fummel kaufe und probiere einige an – aber so richtig überzeugt bin ich nicht. Nicht sooo schlimm, wir haben ja noch ein paar Ziele vor uns und ich werde genügend Möglichkeiten finden, etwas Taschengeld loszuwerden. Mein Mann lacht, als ich ihm das sage. „Schatz, wenn es kein Fummel wird, finden sich bestimmt Schuhe in Singapur!“ Und dann stehen wir bei dem Stichwort "Schuhe" lachend auf dem blitzsauberen Bürgersteig auf Koh Samui. Kurz ein Blick zurück, auch wenn ich jetzt etwas von Koh Samui abschweife. So bin ich nun mal, wenn ich anfange zu schreiben. Ach, was war das doch ein Abendteuer in Singapur vor zwei Jahren. Die Verkäuferin hatte in dem Schuhe mein ausgesuchtes Paar in die Tüte gepackt, ich habe nicht genau hingeschaut und abends in der Kabine stelle ich fest, ein Schuh hat die Größe 36 und der andere Schuh hat die Größe 37. Hilfe, welch ein Drama – meine beiden Füße brauchen 36. In der Nacht hänge ich die Tüte mit den Schuhen und einem lieben Brief an die Kabinentür unserer Berliner Freunde, die erst am nächsten Tag abends abflogen. Sie sind noch mal hin zum Laden, tauschen den verkehrten Schuh gegen die richtigen um und 14 Tage später kommt ein Paket aus Berlin mit den wunderschönen „Trittchen“, wie ich zu sagen pflege. Ja, wenn man eine Reise macht, gibt es solche Abenteuer.

Die Häuser entlang der Straße leiden unter dem tropischen Klima und sehen etwas ramponiert aus. Und dieses Gewirr an elektrischen Leitungen fasziniert mich immer wieder. Links oben auf dem Foto ist noch eine Ecke einer gitterartigen rosafarbenen Schutzvorrichtung am Pfosten zu sehen. Mein Mann meint, die seien wahrscheinlich dazu da, damit niemand an die Starkstromleitung gelangen kann. Den kleinen Holzhäusern, den scheint die feuchte nichts auszumachen, sie sehen recht passabel aus.

Über unseren Köpfen hängen vor einigen Häusern Vogelkäfige und die armen Tiere sind dem täglichen Lärm der Autos, Tuk-Tuks und den vielen Motorrollern ausgesetzt.

Die Straßen sowie die Bürgersteige sind ohne Kippen und wenn ich mir dieses Verbotsschild anschaue, kann es gut verstehen. Wer zahlt schon freiwillig 5000 Bath.

Wir überlegen, was wir nun spontan noch machen wollen. Ach, es gibt ja etwas abseits des Ortes einen kleinen Strand und dort wollen wir hin. Der Coconut-Beach trägt den Namen sicherlich, weil es es dort unzählige Palmen gibt. Koh Samui wird auch die „Kokosinsel“ genannt. Siedler aus China vermischten sich mit den Einheimischen und haben so im 18. Jahrhundert einen nahezu geschlossenen Gürtel von Palmen an den Stränden angelegt. Man sieht sie heute noch, wobei es so einige Lücken gibt; denn kleine Hotels wurden gebaut.


Bevor wir aber durch den Sand laufen, müssen wir unbedingt eine Rast einlegen. Die mitgebrachte Wasserflasche ist leer und so landen wir in einem Restaurant, das von einem Engländer und seiner thailändischen Frau betrieben ist. Das Bier ist kühl und an den Tischen sitzen einige Europäer und lassen es sich schmecken. Hmmmm, lecker sehen die Gerichte schon aus. Als wir ihn nach dem Brexit fragen, lacht er und antwortet sehr diplomatisch auf die feine englische Art – „das Wetter ist immer gut hier“. Wir nicken zustimmend und lachen ihn an. Direkt gegenüber schauen wir auf die Strandpromenade. Dort hinten liegt die Bella mit dem Kussmund in Richtung Strand, so als würde sie ein wachsames Auge auf uns werfen.

Jetzt aber weiter, wir haben noch einiges vor, denn das letzte Tenderboot fährt um 18 Uhr und wir wollen vor dem großen Ansturm übersetzen. Hunde liegen schlafend im Schatten, sie machen Siesta.

Der Strand ist nicht überlaufen, wir sehen ein paar der gelb-weiß-gestreifte Handtücher im Sand liegen. Da wir kein Badezeug dabei haben, reicht ein kleines Fußbad und so gelingen mir ein paar Fotos, auf denen wir auf einer Sandbank stehen.

Mein Schiff ist auf jeden Fall in einem besseren Zustand als dieser Rostkahn hinter mir.

An einer anderen Stelle sehen wir 7 junge Frauen in Badekleidung im Wasser. Zwei junge Männer mit riesigen Cameras machen Fotos und gegen Kommandos, wie sie stehen sollen. Ich schaue eine Weile zu und frage in einer Pause, ob ich denn auch ein Foto machen könnte und erzähle ihnen, dass ich auch Reiseberichte schreibe. Es wird übersetzt, eifriges Kopfnicken, die Mädels werfen sich in Position und lächeln in meine Camera. „Thank you so much“, sie kichern als Antwort. Ich bin aber nicht schlau geworden, für was sie fotografiert wurden. Etwas war aber auffallend. Alle hatten dunkelbraune Haare, nur die mittlere, die hatte orangerot gefärbtes langes Haare. Das Phänomen hatte ich voriges Jahr auch in Bangkok entdeckt: färben sich Asiatinnen die Haare, wollen sie auf jeden Fall blond werden und raus kommt oft ein blond mit Orange-stich. Das liegt wahrscheinlich an der Pigmentierung der Haare.

Es geht weiter am Strand. Was mich traurig stimmt, ist der angeschwemmte Müll... ich habe heute keinen Beutel und keine Plastikhandschuhe dabei, um einen Moment für die Umwelt einzulegen. Schade!

Auf dem Rückweg zur sogenannten Hauptstraße entdecken wir etwas abseits einen Tempel.

Sein Name lautet Wat Chaeng und dort sehe ich einen viergesichtigen Buddha. War mir bei allen anderen Tempelbesuchen vielleicht schon begegnet – aber es gibt dort immer so viele Statuen, die man auf einmal sieht und kann das gar nicht so schnell aufnehmen. Diese Statue hier ist die thailändische Version des hinduistischen Gottes Brama (der Schöpfer).

Es ist auffallend leer hier, eine himmlische Ruhe - nur noch 2 Touristen treffen wir an, die wie wir andächtig vor den Tempelanlagen stehen. Ist schon eine Sehenswürdigkeit. In dem kleinen Park innerhalb der Mauern sitzen Kinder, die uns zuwinken. Ich glaube, es gibt hier auch eine Schule. Unter einem Sonnendach ist eine Frau mit einer Gruppe Jungen und Mädchen versammelt und sie machen so was wie Yoga-Übungen. Plötzlich tut es einen heftigen Schlag, kurzer Aufschrei der Kinder – eine Kokosnuss ist genau auf die Plane des Überdachs geflogen. Uffz, von so was möchte ich aber nicht getroffen werden. Als wir das Gelände verlassen, ist der strenge Wachhund uns immer noch nicht wohlgesonnen. Er bellt und bellt, bleibt aber in einem Abstand zu uns. Neee, auf eine Bisswunde habe ich nun wirklich keine Lust und so suchen wir das Weite.


Unterwegs entdecke ich an einem Restaurant ein Plakat …das mich sofort an dem Tag in Jomtien erinnert. Die Suppe mit den Hühnerfüßen – so sieht sie aus und ganz ehrlich, essen würde ich das nie. Sachen gibt es.

Und wer glaubt, dies wären gefärbte Eier hier – nein, die sind von Natur aus rosa bzw. pink. Das muss eine spezielle Hühnersorte sein, die diese Eier legen.

Wieder am Verwaltungsgebäude angekommen, wird es Zeit für das von mir groß angekündigte Knoblauchbrot. „Es sitzt sich aber nett hier. Kann mir gut vorstellen, dass es dir voriges Jahr hier gefallen hat“, sagt mein Mann. „Ja, man sieht viel und hat auch Schatten“. Die Bestellung ist aufgegeben und dann genießen wir das duftende, knusprige Brot. Mein Mann hat sich einen Papaya-Shake dazu bestellt – seltsame Kombination – und ich darf noch ein kleines Bier trinken. Sprudel mag ich zu so einem herzhaften Imbiss nicht unbedingt.

Auf dem Platz vor dem Hafen sind schon die ersten Wagen der Garküchen eingetroffen. Es wird nicht lange dauern, dann wir hier gekocht, gegrillt und es herrscht ein reges Reigen. Auf dem Plakat steht Pad - Thai. Das sollte man unbedingt mal gegessen haben, wenn man in Südostasien unterwegs ist.. Es ist sozusagen das thailändische Nationalgericht. Es ist ein Reisnudelgericht, mit den typischen thailändischen Gewürzen abgeschmeckt. Jeder kommt auf seinen Geschmack, denn es wird in verschiedenen Variationen angeboten. Mein Mann mag es gern mit mit Ei, ich lieber mit Fischsoße und Krabben. Aber auch mit Hühnerfleisch habe ich es schon gegessen. Obendrauf liegen immer geröstete Erdnüsse und man drückt noch etwas Limettensaft drüber. Die Schärfe des Gerichts kann man bei der Bestellung bestimmen. Oh, ich bekomme schon großen Hunger drauf. Hier wird die Zeit nicht reichen, schade.

Auch hier ist es, wie fast in ganz Thailand. Man holt sich sein Abendessen an den verschiedenen Garküchen und nimmt es mit nach Hause. Ist einfach und spart die Zeit für den Einkauf. Die nette Frau vom Vorjahr, bei der ich die scharfen Rühreier mit Shrimps im Bananenblatt gegessen habe, ist auch wieder da.

In den Fischerbooten ist alles gerichtet für den nächsten Fang. An der Pier stehen schon Passagiere an, die zurück auf die Bella wollen. Auch die AIDA-Fahrräder stehen bereit zum Übersetzen. Die See ist ruhig, es ist sonnig und so ist fast jeder mit seinem Handy oder Camera beschäftigt, um unser Schiff auf dem Wasser zu fotografieren.

Zurück an Bord bringen wir unsere Sachen auf die Kabine, ziehen uns um für das Abendessen und sind zum Sail away um 19 Uhr wieder oben an Deck. „Es war schön, wieder ein wenig herum zu stromern in der Nähe des Hafens“ ist das Fazit unseres Ausflugs und wir haben sogar wieder Neues gesehen. Dies ist der Vorteil, wenn man Orte auf der Welt mehrmals besucht – es gibt immer noch was zu entdecken. Es war eine Lösung - wie wir den Nachmittag verbracht haben.

Abend verlief abwechlungsreich. Wir gingen ins Rossini und ließen uns ein 3-Gangs-Menü schmecken. Anschließend hatten wir noch etwas Zeit für das Theatrium. auf der Bühne präsentierten sich die AIDAstars. Gesanglich echt super und die Tänzer sowie Artisten rundeten die Vorstellung ab. Es gab viel Beifall - Dankeschön. Auf dem Pooldeck war etwas "tote Hose" vor der Bühne. Der Regenguss hat mit einem Schlag die Passagiere ins Trockene getrieben und so gingen wir zur Poolbar, die ja überdacht ist. DJ Patrick hatte das richtige Gespür, was die Leute hören wollen und so war die Stimmung gut. Es war eine schöner Tag und ein ebenso schöner Abend an Bord.


Vom anschließenden Seetag und der Ankunft in Singapore erzähle ich im nächsten Teil. Bis dann ...

Der Blick in die Ferne öffnet einen Horizont, der unendlich ist ... :)
und auf dem Meer kann ich besonders weit schauen :Boot1:
ab 2008 Orient-Mittelmeer-Kanaren-Ostsee-Rotes Meer-Südamerika-Mar/Fantour-Amazonas- oft Südostasien u. Transasien-Adria-Karibik-Südstaaten/Mexiko-Pur Tour- Dubai/Mallorca-Vietnam/Hongkokg/Philippinen und die Lust auf AIDA ist ungebremst :abfahrt:
:foto: https://www.youtube.com/user/Perlenfeechen/videos

Kommentare 3

  • Hallo, du hast wieder den schönen Tag so lebhaft beschrieben und schöne Fotos dazu gemacht, so das ich beim lesen "Kopfkino" habe und mir alles sehr gut vorstellen kann. Diese Region sind wir nocht nicht gewesen. Diese besonders dekorative Hühnersuppe habe ich auch schon in Frankreich gesehen. Wenn ich irgendwo Strandspaziergänge mache, habe ich auch immer eine Tüte zum Müllsammeln dabei. ( ob das die eifrigen Freitagsdemonstrierschüler in ihren Ferien auch so machen ;) ? ) In der Normandie habe ich im Sommer viel gesammelt und in Holzboxen ,extra dafür am Strand abgelegt.

    Ich freue mich schon darauf, wie es weiter geht. Wir steigen am Sonntag auf die Stella, Inacio und den Frühling besuchen. LG aus der Rhön

    • Ach, das würde mir jetzt auch gefallen - Frühling besuchen. Ja und zum Müll, ich habe ja 74 Tage Müll an der französischen Atlantik gesammelt, 580 Kilometer gelaufen, 3000 Liter Müll sind zusammen gekommen - mein persönliches Umweltprojekt findet im Sommer wieder statt. Hier zu Hause habe ich momentan bis jetzt an 33 Tagen über 41.000 Zigarettenkippen von Hand aufgelesen. Durch meine AIDA habe ich viel auf der Welt gesehen und ich kann, was den Müll betrifft, nicht mehr wegschauen... hat einen positiven Effekt - ich mache Menschen aufmerksam, sensibilisiere sie und habe tolle Menschen bei beeindruckenden und schockierenden Gesprächen kennengelernt. Auch auf der AIDAreise beim Müllsammeln.

    • super