
Gestern Abend haben wir erneut den Äquator überquert.
Diese unsichtbare Linie, brachte uns von der südlichen in die nördliche Hemisphäre und das Schiff segelt damit weiter über den sehr ruhigen Atlantik, in Richtung Norden.
Dieser Moment, hat uns den Beginn des letzten Kapitels unserer Reise markiert.
Es sind Geschehnisse, welche unbemerkt erfolgen und doch für einen persönlich jedesmal ein besonderes Ereignis darstellen.
Unser fünfter Seetag in Folge hat begonnen.
Es ist schwülwarm, ein nur laues Lüftchen weht, während wir schreibend/lesend auf dem Kabinenbalkon sitzen.
Wie täglich es sich hier leider für uns an Bord darstellt, wurden wir auch heute, kurz nach sechs Uhr, unsanft durch das Türenknallen unserer überaus „rücksichtsvollen“ deutschstämmigen, links von uns wohnenden, Nachbarn geweckt. ![]()
Wenn wir, gerade an Seetagen, uns gegen 8 Uhr aus dem Bett erheben, sind sie zwischen 6 und 8 mal schon aus der Kabine, in dieser rücksichtslosen Art, aus- und wieder eingegangen.
Bis wir allerdings frühmorgens den ersten dumpfen Schlag deren Kabinentüre zu hören bekommen, haben wir schon mehrfach die Schranktüren und Schubladen sowie die Badezimmertüre zuknallen und mindestens zweimal das Rummsen der Balkontüre vernommen, zudem das unsanfte Wegschieben der Balkonmöbel.
Die Kabinen an sich sind absolut nicht hellhörig.
Kein Wasserrauschen der Duschen oder Toilettenspülungen aus den Nachbarkabinen oder von obendrüber ist hörbar.
Wir hören ansonsten absolut nichts, schon gar nichts aus der rechts von uns liegenden Kabine (dort wohnen französisch stämmige Mitreisende).
Das sei damit nun thematisch auch einmal kurz meinerseits hier im Reisebericht unter „unser Bordleben“ erwähnt und unter der Unterrubrik „zwischenmenschlich bewusst nervendes Verhalten“ abgehandelt.
Der gestrige Seetag hatte diesmal auch für uns einige Besonderheiten parat, an denen zumindest ich interessehalber mal teilnahm, bzw. wir kurz vorbeischauten.
Wir, dem Voyager Club zugehörigen Passagiere, erhielten eine Einladung zum Clubtreffen.
Dieses Treffen, aller Voyager Club zugehörenden, war in dem Fall eine Großveranstaltung und fand somit im Theater statt.
Ein Glas Sekt oder Saft wurde gereicht und man nahm im Theater Platz.
Es gab eine kurze Ansprache der Cruisedirektorin.
Unterhalten wurden wir mit einer tänzerischen Aufführung des Show-Ensembles und einigen italienischen Gesangsstücken, welche, die seit Beginn der Reise mitfahrenden Künstler, Mimma und Omar, darboten.
Eine Verlosung folgte und ein kurzer Bühnenauftritt des Kapitäns nebst diverser Offiziere, die lediglich ihr Glas erhoben und uns zuprosteten.
Spektakulär war die Veranstaltung wahrlich nicht, das darf man wohl ungeniert so feststellen.
Zumal wir alle wissen, dass MSC ansonsten alles andere auch gut und ausgiebig zu arrangieren und feiern weiß.
Das Motto des gestrigen Abends und die Garderobenempfehlung dazu lautete: White
Im Theater führte man nunmehr die Tags zuvor ausgefallene Oper La Traviata auf, welche wir diesmal nicht anschauen konnten, da wir derweil uns mit der Bahn-App beschäftigt haben. ![]()
Meine „Jungs“ (welche mir diese Geburtstagsüberraschung zukommen ließen) sind alle bei der Bahn angestellt und wir schauten gemeinsam mal nach einer angeblichen Reise-Alternative.
Ich erhielt nämlich eine Mail von der DB, dass mein Reiseplan, aufgrund Fahrplananpassung, nicht mehr passe und ich eine Alternative wählen sollte
Vor vier Wochen bereits erhielt ich schon einmal eine Mail von Trenitalia, dass sich die Zugnummer geändert habe und von daher auch eine Änderung des Wagens, bzw. damit auch unsere Sitzplatznummern.
Und gestern haben wir das alles gemeinsam noch einmal recherchiert und exakt nur das hat sich geändert, der Zug fährt normal die Strecke wie zuvor angegeben und auch zeitlich hat sich daran nichts verändert.
Ich werde somit gar nichts neu veranlassen und wenn wir in Genua mit dem Schiff ankommen, gehen wir dort ins Reisezentrum der Bahn und lassen es noch einmal prüfen.
Wir sind ja einen ganzen Tag in Genua, machen eine Hotelübernachtung und reisen erst den Tag später nach Hause
Die sehr warme Nacht gestern Abend lud uns aber anschließend geradezu dazu ein, kurz einmal übers Deck zu streifen und noch bei der schon in guter Stimmung stattfindenden White-Party auf dem Pooldeck 13 vorbeizuschauen.
Auch diesmal wurde an das leibliche Wohl der Gäste gedacht und ein, voll mit süßem Gebäck, dekoriertes Buffet in windeseile aufgebaut.
Dem Partytreiben haben wir allerdings nur eine kurze Weile zugesehen.
Ich habe lediglich ein paar Fotos von Deck 14 hinunter auf Deck 13 geknipst, dann sind wir lieber zu Bett gegangen.
Wir haben ja gelernt, unsere Nächte sind aufgezwungen kurz. ![]()
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