
26. April 2016, Seetag auf nach Göteborg - Wetter: wechselhaft, 10 Grad
Ich bin wieder früh wach, Sonnenaufgang gucken.
Das ist immer ein Moment, den ich sehr genieße. Das leise Rauschen des Wassers, die Morgenröte und die herrlich klare und frische Luft. Das Frühstück im Buffalo wieder sehr ansprechend, so fängt der Tag schon prima an.
Das gehört auch zu Muttis Urlaubsprogramm: Termin beim Friseur und sie erzählt immer, wie schön es ist – Haare gemacht zu bekommen und aufs Meer schauen. Ich drehe eine Runde im Außenbereich… Die Wolken hängen tief und es sieht nicht wirklich einladend aus – Regen etwa??
Wir treffen uns im Cafe Mare, einfach gemütlich bei einem Cappuccino sitzen und es gibt immer was zu erzählen. Im
Theatrium laufen die Proben für die Show „Nayeli“, die am Abend gezeigt wird. Um weil es so gemütlich ist, hier zu sitzen, bleiben wir einfach noch ein wenig.
Der Himmel ist immer noch bewölkt, ab und zu fallen jetzt ein paar Regentropfen und dann tauchen die Schären vor Göteborg auf. Wunderschön anzusehen und genau nach Muttis Geschmack. Fjorde und Schären - eine einzigartige landschaftliche Komposition.
Bald werden wir in Göteborg ankommen. Die Landschaft erinnert Mutti an unsere Reise nach Bergen und Ulvik/Eidfjord. Da möchte sie auf jeden Fall nochmal hin. Wir drei schauen uns verschwörerisch an und ich nicke – was so ungefähr heißt „ich guck mal in den Katalog!“
"Ach Kinder, schaut euch das an, ist das nicht ein schönes Fleckchen Erde dort. Die vielen kleinen Inseln, einfach zum verlieben", meint Mutti. Ja, uns gefällt das auch und so stehen wir da und betrachten die friedvolle Landschaft. Und eigenartiger Weise, gibt der trübe Himmel dem ganzen ein ganz besonderes Licht.
Von draußen ertönt Motorengeräusch und da sehen wir, dass wir verfolgt werden.
Aber
keine Angst, das sind keine Piraten, sondern es ist nur ein Schlepper, der unserer Luna helfen wird, in
Göteborg richtig einzuparken.
Also
nicht direkt in Göteborg, sondern vor Göteborg. Im Hafen warten jede Menge
Container auf die Verladung und lange Lastkraftwagen fahren über eine Rampe auf
eine Fähre und verschwinden im Bauch dieses Ungetüms.
So ein Hafen ist immer spannend, da gibt es was zu sehen - nicht immer den direkten Blick auf eine Stadt, aber auf das rege Treiben dort. Fähren, Frachtschiffe, manchmal auch Fischerboote und kleine Motorboote.
Meine
Tochter und ich essen heute im Buffalo. Mutti hat Lust auf das Büffet im Marktrestaurant und geht mit meiner Schwester dort hin. Wir wagen uns an Bisonfleisch heran.
Also die Vorspeise, das Carpaccio ist so was zart – ich bin hin und weg.
Tja und das Steak erst, dazu Knoblauchbrot und Salat für mich und meine Tochter hat das knackige gegrillte Gemüse gewählt. Wir genießen in vollen Zügen und die Weinbegleitung dazu ist perfekt abgestimmt. Zur Vorspeise ein kleiner Schluck Weißwein und zum Hauptgang ein kräftiger trockener Rotwein mit einer Note dunkler Früchte und dunkler Schokolade. Zurückhaltung ist angesagt, der Abend wird ja noch lang. Statt einem Nachtisch wählen wir einen Espresso und dann suchen wir Mutti mit ihrer kleinen Tochter im Theatrium. Auch sie haben lecker gegessen und hatten eine nette Tischrunde dort. Auf der Bühne sorgt Thilo mit der „Prime Time“ für gute Stimmung.
An der
Luna-Bar macht das Trio Los Argonautas dezente Musik
und dann ist es endlich so weit; auf dem Programm steht heute die Show „Nayeli“. Wir kennen sie schon, denn auf der Luna sind wir schon zum zweiten Mal.
Diese
Show sollte man auf keinem Fall verpassen, ein tolle Musik, farbenprächtige
Kostüme und eine prachtvolle Inszenierung.
Wunderschön
auch anzusehen, die beiden Artisten, die über unseren Köpfen schweben und anschließend uns auf der Bühne uns in ihren Bann ziehen. Mutti sitzt und staunt, sie liebt diese Show. Auch wie die Mitglieder des Showensembles geschminkt sind, alles paßt. Sie war ja einmal bei einer Inside-Tour in der Garderobe der Stars gewesen und weiß genau, wieviel Arbeit das "antuschen" macht. Jeder hat genaue Vorgaben und auch die Kleidung ist für jedes Mitglied griffbereit, damit es keine Sucherei vor dem Auftritt gibt.
Ein tosender Applaus und die 45minütige Show ist zu Ende. Mutti möchte schlafen gehen, der Tag war lang für sie. Wir Kinder drehen noch ein Runde und gehen auch bald schlafen, denn für meine Tochter und mich heißt es früh aufstehen. Der Ausflug in Göteborg beginnt um 8.15 Uhr, um 7 Uhr frühstücken angesagt.
Ich bin sehr froh, dass unsere Mutti und Oma, die ersten Tage mit sichtlich viel Freude genossen hat. Das ist die Hauptsache für uns. Im nächsten Teil sind wir dann in Göteborg unterwegs – unserem neuen Ziel auf dieser Reise.
Mir fällt noch ein, Mutti ist auch sonst noch ganz schön auf Draht. Als sie mit meinem Mann telefoniert und er sich erkundigt, was denn die "Kinder" machen, antwortet sie sowas von cool "ach weißt du mein lieber Schwiegersohn, die genießen die große Freiheit. Wie kleine Hunde, die man endlich von der Kette nimmt“. „Na na, Mutti, was soll er jetzt von uns denken“, mosert meine Schwester und ich muss grinsen. Meine Tochter schaut lachend zur Seite, sie sagt nun nichts dazu. Ich weiß, dass man lieber Mann zu Hause solche Sprüche mit Humor nimmt und so wünscht er uns Weibern noch einen schönen Abend.