
Mai 2014
Eigentlich war das Jahr 2013 anders geplant. Ich war mit meinem Mann im Frühjahr auf dem Amazonas unterwegs gewesen und im Sommer wollte ich dann wieder ein Tour mit Mutti und Schwester buchen. Aber dann kam alles anders; die Reise im Jahr 2013 mit ihnen konnte nicht statt finden. Auf dem Rückweg von Mutti in Richtung Heimat hatte mich ein telefonierender Autofahrer auf der Autobahn "abgeschossen". Und so wurde die neue Reise dann erst im Spätherbst für das Jahr 2014 gebucht. Mutti hielt sich mit den Fotobüchern und dem Poster aus dem AIDAkatalog über Wasser. Sehnsucht nach Meer ist nicht so einfach zu stillen. Guter Zuspruch unsererseits und so konnten wir uns umso mehr auf die neue Reise in bekannte Gewässer freuen.
Mutti wollte unbedingt nochmal nach Oslo und Kopenhagen, denn es hatte ihr dort so gut gefallen vor zwei Jahren. Kurz habe ich überlegt, wie ich denn die Reise noch toppen könnte. Statt Balkon wäre doch eine Suite ideal. Gedacht, gebucht. Dann gesellte sich noch die Enkelin dazu. Das wird ja was werden, dachte ich mir. 4 Frauen, 4 Koffer, 4 mal weibliches Chaos – da braucht FRAU einfach mehr Platz. Meine 3 Mitreisenden hatte ja wirklich keine Ahnung, was sie an Bord erwartet und ich tat die ganze Zeit so, als sei unsere Suite etwa so wie eine Balkonkabine.
Anreise, 5. Mai 2014 - Wetter nicht so berauschend, kalt.
Für mich begann die Reise wieder einen Tag vorher, weil ich ja zu meiner Mutti gefahren bin, um den Koffer zu packen. Nächster Morgen, es geht früh los, 6.30 Uhr steht die Taxe vor der Tür, die Schwester wir noch eingesammelt und wir sind ganz aufgeregt.
Kleines Frühstück gibt es in Göttingen auf dem Bahnhof und dann kann die Reise wirklich beginnen. Unterwegs steigt Mutti's Enkeltochter ein und wir erleben eine Zugreise nach Hamburg, die wir wohl so schnell nicht vergessen werden. Mit im Zug die Mitarbeiter einer Firma, auf dem Weg nach Hamburg – Betriebsausflug. Faßbier, Uzo, kleine Schnapsfläschchen, Brot, Wurst und jede Menge gute Laune haben die dabei. Ich stehe auf dem Gang des Zuges mit den 4 Koffern bis Hamburg, kein Platz für das Gepäck. Unsere reservierten Plätze wurden freundlicherweise geräumt.
Dort erwartet uns Ulrich, begleitet uns zum Schiff. Wir laufen den kurzen Weg vom S-Bahnhof bis zur Anlegestelle und als Mutti das Schiff sieht, bleibt sie erst mal stehen und schnauft durch: „Oh, ich freue mich ja so, endlich wieder AIDA!“ Was wollen wir mehr und alles hat bisher ja reibungslos geklappt.
Check-In läuft so was von schnell ab – wir müssen uns nicht in die endlose Schlange einreihen. Die Suitengäste werden ebenso wie die Clubmitglieder zügig abgefertigt und der pinkfarbene Kofferanhänger sorgt dafür, dass wir unsere Koffer bevorzugt vor die Kabinentür gestellt bekommen. Ist auch ein neues Erlebnis für mich. Wir erfahren, die Kabine ist schon hergerichtet und so geht es schnurstracks zum Fahrstuhl, hoch auf Deck 7 und ich laufe schnell vor und schaue in die Kabine. Jaaaaaaaaaaaaaaaa, wie cool ist die denn wirklich. Zack, Tür zu und dann stehen alle davor, ich öffne die Tür und ganz ehrlich, Mutti schaut ungläubig, holt tief Luft und sagt: „Ich werde verrückt, das ist ja der Hammer!“ 4 Frauen stürmen hinein und wie im Film kreischen wir gemeinsam los „Champagner, Pralinen – ist nicht wahr oder?“
Plopp macht der Korken und dann stehen gemeinsam auf dem Balkon, schlürfen genüsslich das Gastgeschenk, knabbern an den Pralinen und lassen die Blick über das Hafenbecken schweifen und die Ausfahrt ins offene Meer. Auch die Hängematte wird ausprobiert, obwohl sie patschnass war.
Ich kann mich jetzt entspannt anlehnen, denn es ist immer spannend mit der Anreise. Züge fahren nicht immer dann, wenn sie sollen. Und sowas ist dann der reinste Stress für alle.
Mutti meint immer "du bist die richtige Organisatorin für unsere Reisen, ohne dich würde ich nicht fahren. Wenn du dabei bist, habe ich ein gutes Gefühl" Da freu ich mich doch als Tochter und drücke sie. Dann werden die Koffer ausgepackt, das Bad unter die Lupe genommen. Tz, tz – Balkonkabine ist ja schon toll, aber ein Bad mit einer Whirpoolbadewanne hat schon was Exclusives. Erlesene Produkte stehen in den Regalen, die Handcreme ist super. Die Toilette mit einer eleganten Milchglasscheibe abgetrennt, macht den Nassbereich perfekt.
Mutti muss sich erstmal setzen. Sie staunt über die Größe der Kabine. Naja, meint sie, die Balkonkabine ist schon kleiner! In die Suite passen immerhin ein Doppelbett und 2 Sofabetten nebeneinander. Es gibt Platz ohne Ende und viel Stauraum für die Garderobe. Man hat ja als Frau immer viel zu viel bei. Es gibt für jeden einen Bademantel und Hausschläppchen und auch noch einen Regenschirm. "Hoffentlich kann der im Schrank versauern!", tönt es vom Bett her.
Kleiner Rundgang an Bord, Termine machen beim Friseur, die Enkelin schaut im Fitnessbereich vorbei und so vergeht die Zeit wie im Fluge und wir marschieren zur Seenotrettungsübung. Das mit der Rettungsweste hat diesmal ohne Probleme geklappt, jeder hat sie perfekt angelegt.
Wir haben sowas wie einen Logenplatz auf dem Balkon. Freie Sicht in jede Richtung, nur nicht nach hinten. Dann ertönt erstmals das „Sail away" auf der Reise, wir stehen auf dem Balkon und winken Ulrich zu, der auf einem Ausflugsboot die Bella begleitet.
Auch für die Crew scheint es schön zu sein, in Warnemünde auszulaufen. Einige von ihnen stehen vorne im Bugbereich und winken den Menschen zu.
Vorbei an den beiden Leuchttürmen geht es Oslo entgegen. Die Aussicht von unseren Balkon ist schon super, meint Mutti. "Wir sehen soviel, wie der Kapitän über uns", platzt Mutti heraus. Er wohnt ja sozusagen über uns.
Dann klingelt mein Handy, und ich erfahre, dass das Schiff wieder zurück nach Warnemünde fährt. Wir haben einen medizinischen Notfall an Bord und sind zum Glück noch so nach am Festland, dass der Notfall an Land behandelt werden kann. Dann geht es ein zweites Mal vorbei an den Leuchttürmen und wir hoffen, dass für den Notfall sich alles zum Guten wendet.
Auf dem Bett lag bei der Ankunft ein netter Brief von AIDA. Wir können am ersten Abend im Rossini essen. Da war Mutti noch nie. Wieder eine Premiere, auch für die anderen beiden. Und wer schon mal im Rossin gegessen hat, weiß das Gourmetrestaurant zu schätzen.
Schick zurecht gemacht nehmen wir Platz, studieren die Speisekarte und sehen, dass wir gegen einen geringen Aufpreis auch das Champagner-Menü wählen können. Das Menü, ein Gedicht und wir vier genießen den Abend in vollen Zügen. Es gibt wieder Champganer vorweg und ich sage "och, daran könnte man sich doch gewöhnen". "Kinder, uns geht es richtig gut. Ich bin so froh, dass ich das alles noch so gesund mit euch erleben darf", flüstert uns Mutti zu. Wir nicken zustimmend und freuen uns, wie glücklich und entspannt sie ist.
Draußen auf dem Pooldeck läuft die Show „Soulman“ zum Sail away. Wir gehen nicht raus, es ist zu kalt und Mutti ist müde, der Tag war ja auch lang genug und so heißt es für sie „Gute Nacht“. Wir drei schwirren ab, in die AIDAbar und dort spielt die Band „Dragons“ genau die Musik, die wir mögen und tanzen ist auch eine sportliche Betätigung.
Seetag, 6. Mai 2014 und Ankunft in Oslo Wetter: wie im April ....
Auftakt des Tages: Frühstück im Buffalo, Steakrestaurant. Das Ambiente "fast" so wie im Rossini. Eine Etagere auf dem Tisch mit Käse, Schinken, Wurst und meiner heißgeliebten Entenleberpastete. Wir bekommen ein Gläschen Sekt mit frischen Erdbeeren und finden, das Leben auf AIDA ist schön.
Natürlich gibt es auch eine Auswahl an Obst, Säften und ein wunderbares Birchermüsli für unsere Sportlerin. Lachs für Mutti und meine Schwester bestellt sich ein Rührei. Wir haben es genossen, bedient zu werden und die schöne Atmosphäre ist eine guter Einstieg in einen Tag, der noch vieles zu bieten hat.
Vormittags gehen meine zwei Harzerinnen zum Friseur, ich sitze im Theatrium und schaue bei den Proben für die Show "Bellagio" zu.
Die Sportlerin rennt mit dem Schiff um die Wette und so kommt doch jeder auf seine Kosten. Mittags gibt es einen kleinen Salat und ein Süppchen. Mutti macht Siesta und der Rest der Gruppe hat Gesellschaft bekommen. Ein junger Mann, der alleine seine erste Kreuzfahrt macht, gesellt sich zu uns. Es gibt genügend Gesprächsstoff, nebenbei trinken wir einen leckeren Capuccino im Cafe Mare.
Und da er so nett ist, verabreden wir, dass wir doch am Abend zusammen essen können, im Weite-Welt-Restaurant. Ich nehme ihn unter meine Fittiche, da kann er schon mal nicht unter „die Räder“ kommen. Mutti und ich beschließen, wir "adoptieren" ihn einfach für die Zeit der Reise. Er ist ein wirklich netter Typ und bringt Mutti zum Lachen. Das gefällt uns.
Das Wetter scheint uns nicht wohl gesonnen zu sein. Ich frage mich, ob das wohl so weiter geht auf dieser Reise. Wir hatten Mutti versprochen, dass bei der nächsten Reise die Sonne jeden scheint. Aber nun machen wir uns mal nicht verrückt, es kann ja nur noch besser werden!
Dunkle Wolken und Regen, aber was soll's, wir lassen uns die Laune nicht verderben und sehen der Ankunft Oslos gelassen entgegen. Wir gehen am Abend nicht ins Theatrium, sondern verziehen uns auf unsere Kabine, denn von dort aus haben freie Sicht auf den Hafen von Oslo, wenn wir einlaufen.
In der Dunkelheit tauchen die ersten Lichter auf und dann erkennen wir in der Ferne die Burg und das Rathaus.
Mutti verabschiedet sich in ihr kuscheliges Bett und wünscht uns Kindern einen schönen Abend. Au weia, die Nacht wird lang. Wir gehen wieder in die AIDAbar, wo unsere Band spielt. Tanzen, erzählen, kichern, trinken Cocktails und um 24 Uhr „Happy Birthday Perlenfee“.
Muss noch erwähnen, die Bella ist nicht alleine im Hafen. Gleich hinter uns liegt die kleine Schwester der Bella, die wunderschöne Cara.
Über Oslo und unseren Unternehmungen erzähle ich im nächsten Teil. Gute Nacht.
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