Alles anzeigenDer Vorgang - Stromausfall auf dem Hamburger Airport - wirft viele bisher unbeantwortete Fragen auf:
* Wieso ist ein so gigantischer und langer Stromausfall möglich, vor allem weil es keine wetterbedingten Einflüsse von außen gab ?
* Wieso verging fast ein Tag um die Ursache zu finden und den Schaden zu beheben ?
* Wie kann es sein, dass durch den Stromausfall auch alle Informationssysteme ausgefallen sind, so das Passagiere vielfach weder über Lautsprecher-Anlagen noch über visuelle Anzeigetafeln angesprochen werden konnten. Warum handelt es sich dabei nicht um getrennte und autarke Systeme ?
* Wieso stand der Flughafen offensichtlich 30.000 gestrandeten Passagieren nahezu hilflos gegenüber ? Gibt es für solche Ausnahmesituationen keine Notfallpläne ? Man organisierte Wasser und Feldbetten, mehr aber nicht.
* Wie wäre der Ablauf gewesen, wenn dieser Stromausfall im Winter vorgekommen wäre ? Also nicht bei 20 bis 25 Grad, sondern bei 0 Grad Kälte ?
* Wie und in welcher Form sind andere Airports auf solche Ausnahme-Situationen vorbereitet ?
Beim G 20 Gipfel war erkennbar, dass das Krisenmanagement in Hamburg nicht besonders qualifiziert agiert hat. Beim aktuellen Stromausfall auf dem Hamburger Airport war es ähnlich. Der Stromausfall war u.U. nicht zu vermeiden, aber mit den daraus resultierenden Folgen ist Hamburg laienhaft und unvorbereitet umgegangen.
Das die Airlines und ebenso auch Reedereien keine konkreten Aussagen machen konnten, ist nachzuvollziehen. Die Sachlage war völlig unübersichtlich. Wann wieder Strom zu Verfügung stehen würde, war nicht abzusehen. Ebenso konnte man kaum eine Prognose abgeben, wie viele Stunden (oder 1 oder 2 Tage) es dauern würde, bis es wieder zu einer Normalisierung kommt. Bei rund 200 An-und Abflügen am Tag, waren also letztendlich von diesem Stromausfall rund 100 Flugzeuge betroffen. Diese standen entweder auf dem Flughafen Hamburg und konnten nicht starten, oder sie mussten beim Ziel Hamburg auf andere Flughäfen (z.B. Hannover, Bremen, Münster-Osnabrück) ausweichen. Mit anderen Worten, etwa 100 Flugzeuge konnten ihre Umläufe nicht mehr einhalten. Bis sich diese Flieger wieder in der geplanten "Umlauf-Taktung" befinden, kann es je nach Flugziel und Konstellation 1 bis 2 Tage dauern.
Interessant dürfte auch die juristische Aufarbeitung des Sachverhaltes werden. Man wird wohl kaum die Airlines zu einer Entschädigungs-Leistung bringen können, denn den Fluggesellschaften kann man kein schuldhaftes Versagen vorwerfen. Der Verursacher ist der Hamburger Flughafen. Ob dort allerdings zehntausende Passagiere Entschädigungsleistungen juristisch durchsetzen können, darf bezweifelt werden. Sollte es überhaupt zu Klagen und Prozessen kommen, werden sich diese mit hoher Wahrscheinlichkeit über alle Instanzen und damit über Jahre ausdehnen.
Solche durchaus seltenen Ereignisse gab es auch schon auf größeren Flughäfen:
"Immer wieder kommt es weltweit zu schwerwiegenden Stromausfällen an Flughäfen. Ausgerechnet kurz vor Weihnachten war vergangenes Jahr der Internationale Flughafen von Atlanta im US-Bundesstaat Georgia davon betroffen. Nichts ging mehr am passagierreichsten Flughafen der Welt, tausende Fluggäste saßen dort fest. Im September davor sorgte ein Stromausfall am Flughafen von Sydney für Chaos, hunderte von Passagieren waren betroffen. Im Juni 2017 strapazierte ein Stromausfall am Brüsseler Flughafen die Nerven der Fluggäste"
Bei jeglicher Technik gibt es keine 100%ige Sicherheit auf fehlerfreies Funktionieren.