Ostsee 6.8. - 16.8.2006

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  • ALLES IST DOCH ANDERS


    05.08.2006 Auf nach Rostock


    Zum dritten Mal brechen wir auf um uns auf einer AIDA verwöhnen zu lassen. Doch es ist anders als bei den beiden Reisen zuvor, die uns ins Mittelmeer entführten. Statt mit der Regionalbahn zum Flughafen geht es diesmal mit der Bahn (1. Klasse-Supersparpreis-50 im IC) nach Rostock. Damit alles klappt fahren wir einen Tag früher gen Norden und übernachten, nachdem wir uns im Kino mit „Fluch der Karibik 2“ aufs Meer eingestimmt haben, im Intercity-Hotel Rostock.


    06.08.2006 Warnemünde


    Gegen Mittag auf dem Hauptbahnhof Rostock beginnt dann AIDA pur. Mitglieder der AIDA-Ground-Crew leiten uns zum Lkw, der unsere Koffer zum Schiff bringen wird, und zum Bus, der uns zum Schiff bringen soll, sobald er voll ist. Leider sind wir mit die ersten Passagiere und es ist stickig im Bus. Doch da fällt uns ein, dass unser Hotelausweis noch als Fahrkarte für die S-Bahn nach Warnemünde nutzbar ist und wir wechseln vom Bus zur Bahn, die uns in ca. 25 Minuten ans Ziel bringt.
    Wir können schon ins Terminal. Aber anstatt nur unser Handgepäck mit der Reiselektüre (Taschenbücher von Anno 1074 bis Die Troja-Mission) unterzustellen bleiben wir gleich da, suchen uns einen gemütlichen Sitzplatz, beobachten das Beladen unseres Schiffes und schmökern ein bisschen in der Lektüre.
    Schon vor 16.00 Uhr können wir bei den Scouts unsere vorgemerkten Ausflugsunterlagen abholen. Leider ist der Ausflug für Mukran (Hanomag-Tour) nicht dabei, da dieser wegen technischer Probleme gestrichen wurde. An die Wartenden vor den Schaltern für die einzelnen Decks werden Kuchen und Getränke verteilt, aber es geht dann ganz schnell. Reiseunterlagen und Kreditkarte vorlegen, Bordkarte erhalten, Foto, und ... Ach ja, die Rose für die Dame gibt es nicht mehr, so dass die getrockneten Rosen vom Mittelmeer 2004 und 2005 daheim nicht durch Rosen von der Ostsee 2006 ergänzt werden können. (Diese kleine Geste ist halt der Gleichberechtigung zum Opfer gefallen. Es war ja zu ungerecht, dass die Männer nichts bekamen, noch nicht einmal ein kühles Bier zur Begrüßung.)
    Durch das schnelle Einchecken haben wir Gelegenheit im Außenbereich des Calypso-Restaurants Kaffee zu trinken. Nach einer gemütlichen Runde übers Schiff geht es zum Abendessen ins Calypso. Es ist die Rückkehr ins Schlaraffenland (ohne sich zuvor durch den lästigen Breirand des Schlaraffenlandes essen zu müssen). Und es gibt wieder meine Lieblinge als Nachtisch A-P-G (Ananas, Papaya, Grapefruit).
    Die Ausfahrt mit dem Wendemanöver erleben wir auf Deck 10 (unter den Kameraaugen des TV-Teams) und dann geht es hinaus auf die Ostsee ...
    Gegen 21.30 Uhr gibt es dann den Welcome Drink (Sekt pur oder rot, grün, blau ...) und die Show „Latin Feelings“ auf dem Pooldeck. Bei der anschließenden Poolparty ist Tanzen angesagt.


    07.08.2006 Seetag


    Nach dem Frühstück ist der Generalalarm zur Probe angesagt. Also Rettungsweste aus dem Schrank gepackt, angelegt, auf zur Station W und schön dicht an dicht die Durchsagen abwarten (diesmal nicht auch in Englisch). Anschließend geht es, nachdem die Rettungsweste wieder im Schrank verstaut ist, aufs Pooldeck zur Show des wirklich guten Ensembles. Der Tag wird mit Essen, Trinken, Lesen, Ausflugspräsentation St. Petersburg, ... genossen. Obwohl ich immer noch kein Swing-Fan bin sehe ich mir die Welcome Show am Abend im Theater an, denn ich bin neugierig, welche „guten Geister“ diesmal vor und hinter den Kulissen für unser Wohl sorgen.


    08.08.2006 Tallinn – Estland


    Da mich Meerluft müde macht und Ausschlafen erfordert, liegen wir beim Aufstehen bereits im Hafen wie der Blick auf die Bugkamera im Kabinenfernseher unserer Innenkabine zeigt. Nach dem Frühstück geht es dann zu Fuß in die Stadt. Mit den an Bord erhältlichen Hafeninfos, die auch einen Stadtplan enthalten, ist es kein Problem die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten (Alexander-Newski-Kathedrale, Domkirche, Türme Langer Hermann und Kiek in de Kök) zu erkunden.
    Heute legt die „Lili Marleen“ gegenüber an und auch der Segler „Sea Cloud II“ läuft Tallinn an, leider nicht unter vollen Segeln
    Nach den Genüssen Westindiens, die wir abends im Calypso genießen, ist im Theater „Grand Prix“ angesagt. Wir stimmen für Deutschland unser „Zicke-zacke...“ an, während Island, Jamaika, Dänemark oder die Mongolei mit anderen Schlachtrufen aus dem Publikum angefeuert werden. Die Show hat wieder viel Spaß gemacht, obwohl das mongolische Lied „Dschingis Khan“ unser schönes Lied „Das bisschen Haushalt ...“ klar besiegt hat.


    09.08.2006 St. Petersburg - Russland


    Unser Schiff liegt am Leutnant-Schmidt-Kai, direkt dahinter liegt die „Krusenstern“, eine Viermastbark, die 1926 unter dem Namen Padua in Wesermünde vom Stapel lief. Für heute haben wir den Halbtagesausflug zum Jussopow-Palast gebucht. Vor der Einreisekontrolle werden wir mit Blasmusik empfangen. Hinter der Einreisekontrolle verteilen uns die Scouts auf die Busse. In unserem Bus sind zwei russische Fremdenführerinnen, die uns aufs Ausflugsschiff begleiten mit dem wir durch St. Petersburg schippern, vorbei am Winterpalast, am Panzerkreuzer Aurora, an der Peter- und Paul-Kathedrale. Wir folgen der Reiseleiterin Olga, die uns in den Zimmern des Palastes in die Familiengeschichte der Jussopows einweiht und über die Ermordung Rasputins berichtet. Vom Palast aus geht es mit dem Bus zurück durch die St. Petersburger Staus.
    Den Nachmittag genießen wir wieder an Bord und lassen den Abend nach den asiatischen Spezialitäten im Calypso bei der White Russian Poolparty ausklingen. Es ist ziemlich ungewohnt bei Tageslicht an Deck zu tanzen.


    10.08.2006 St. Petersburg - Russland


    Nach einem gemütlichen Vormittag an Bord, bei dem wir das Auslaufen der „Krusenstern“ beobachten konnten (geschleppt, nicht gesegelt) geht es nachmittags zum Peterhof. Unsere Reiseleiterin ist enttäuscht, dass kein AIDA-Scout unseren Ausflugsbus begleitet. Der Bus quält sich durch den zähen Verkehr. (Vielleicht wäre eine Fahrt mit einem der schnellen Ausflugs- oder Taxiboote für künftige Ausflugsplanungen zum Peterhof eine Alternative?) Auf der Busfahrt berichtet unsere Reiseleiterin über kommunale Wohnungen mit zehn Zimmern, einem Bad und einer Küche für mehrere Familien und über den kalten Winter in St. Petersburg, den ich mir bei dem herrschenden strahlenden Sonnenschein nur schwer vorstellen kann.
    Am Peterhof führt uns unsere Reiseleiterin zuerst durch die Parkanlage mit ihren Fontänen, Wasserspielen, Alleen, Statuen und in historische Gewänder gekleideten Leuten. Hier könnten wir noch länger verweilen, aber es geht ja noch in den Palast, wobei einige Mitreisende sich nicht entscheiden können (Wir bleiben im Park. Wo treffen wir uns dann? Wir kommen doch mit in den Palast, nein, doch nicht.)
    Der Palast, der mit Schuhschonern (oder sind es Parkettputzhilfen?) durchquert wird, ist überaus prunkvoll ausgestattet und sehenswert. Ich selbst bevorzuge aber einen dezenteren Wohnstil. Unsere Reiseleiterin ist froh nach dem Rundgang auch ihre verlorenen Schäfchen wieder anzutreffen und alle 34 Menschen an Bord des Busses zu haben, der sich durch den Verkehr zum Schiff zurück quält.
    Mit italienischen Spezialitäten verwöhnt uns anschließend die Mannschaft des Calypso. Nach dem Auslaufen um 20.00 Uhr lassen wir den Abend gemütlich ausklingen ohne uns um 21.30 Uhr am Duty-Free-Verkauf auf dem Pooldeck zu beteiligen.

    11.08.2006 Helsinki - Finnland


    Helsinki zu Fuß steht auf unserem persönlichen Programm. Zuerst bummeln wir über den Markt zur Markthalle um Rentier-Schinken zu kaufen. Bei einem Preis von 49 € / kg überlegen wir es uns anders und nehmen nur 100 g als Tagesproviant mit. Köstlichen Rentierschinken naschend laufen wir bei strahlendem Sonnenschein durch Helsinki.
    Nachmittags lassen wir uns dann einen von den Offizieren geschüttelten Cocktail schmecken, bevor die AIDAcara um 16.00 Uhr wieder mit uns davonfährt. Zum Abendessen lassen wir uns mit brasilianischen Genüssen im Calypso verwöhnen. Das „Grusical“ im Theater lassen wir ausfallen, da wir die Show bereits zweimal auf unseren anderen Fahrten gesehen haben.


    12.08.2006 Stockholm - Schweden


    Die Einfahrt durch die Schären nach Stockholm verschlafen wir, aber nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf den Weg in die Stadt mit ihrem bunten Treiben. Hütchenspieler nehmen mit Hilfe als Touristen getarnter Komplizinnen den Leuten das Geld ab, Gardisten exerzieren, ein Militärorchester marschiert durch die Einkaufsstraßen, vorm Palast findet mittags die Wachablösung statt. Mit qualmenden Füßen ist nachmittags relaxen an Bord angesagt, bevor wir uns abends erneut an asiatischen Variationen im Calypso erfreuen.
    Mit der Mittsommernachts-Poolparty geht es dann in Stockholm weiter. Vergeht die Zeit im Alter schneller oder sind die Showeinlagen vor den Poolpartys tatsächlich kürzer als bei meinen früheren AIDA-Reisen?


    13.08.2006 Seetag


    Morgens verlässt unser Schiff Stockholm und fährt durch wunderschöne Inselchen mit Häusern, die den Geschichten Astrid Lindgrens entsprungen sein könnten (Ferien auf Saltkrokan, Kinder von Bullerbü).
    Neben dem Poolbrunch finden am Vormittag auf dem Pooldeck auch die Auftritte des Kids-Club und des Teens-Clubs (We will rock you) statt. Heute ist Einkaufen an Bord angesagt. Leider passt mir die Hose, die mir gefallen würde, genauso wenig wie das apfelgrüne Logo-Polo-Shirt, auf das ich ein Auge geworfen habe.
    Viel Spaß macht am Nachmittag wieder die nautische Stunde mit Volker Baumgart im Theater, bei der die Liebe zur Seefahrt durchklingt.
    Nach dem abendlichen Ausflug in die mediterrane Küche des Calypso sehen wir uns im Theater „Atlantis“ an. Die Effekte der Show mit ihrem Laser, Schwarzlicht- und Filmeinsatz sind beeindruckend. Um die Effekte nicht zu stören ist heute das Fotografieren und Filmen nicht erlaubt.


    14.08.2006 Gdynia - Polen


    Wir verzichten auf einen Ausflug nach Danzig und erkunden Gdynia. Ich möchte gern die Dar Pomorza (Geschenk der Pomerellen) sehen, ein Windjammer, der als „Prinzess Eitel Friedrich“ in Hamburg gebaut wurde. Mit dem bei der Rezi erhältlichen fotokopierten Stadtplan lässt sich der Kai an dem das Schiff liegt problemlos finden. Gleich in der Nähe beginnt ein Badestrand. Über Treppen, die reparaturbedürftig sind, steigen wir auf einen Hügel, der von einem großen Kreuz gekrönt wird. Beim Kreuz beginnt eine gepflegte Parkanlage und man hat auch eine schöne Aussicht aufs Meer (nicht auf den Liegeplatz der AIDAcara).
    Mit mexikanischen Genüssen aus dem Calypso gestärkt sehen wir uns im Theater die Show „Bäng, Bäng“ an, die mich nicht so begeistert. Meine Lieblingsshows bleiben „Grand Prix“ und „D.I.S.C.O“.

    15.08.2006 Mukran – Rügen/Deutschland


    Der Ausflug (Hanomag-Tour), den wir machen wollten, findet ja nicht statt und wir konnten uns auch nicht für eine andere Alternative erwärmen. Bei regnerischen Wetter bleiben wir deshalb an Bord, denn der Hafen sieht vom Schiff aus ausgesprochen langweilig aus und wir haben auch keine Lust den Shuttle-Bus nach Binz zu nutzen (9 €).
    Also genießen wir unseren letzten Tag an Bord bis zum kulinarischen Reiseausklang, dem Farewell-Dinner. Bevor es mit den Genüssen mit Hummer, Lachs, Sushi, Eisbombe und Kaiserschmarren losgeht reihe ich mich ein um das Büffet zu fotografieren. Den Farewell Sekt mit dem Kapitän lassen wir ausfallen um das Dinner von Anfang an zu genießen.
    In der Farewell Show unter dem Motto „All you need is love” werden wir dann wieder über unseren Verbrauch an Eiern, Fleisch, Fisch, Gemüse und Früchten aufgeklärt. (Wo lagen noch mal die AIDA-Ananas-Plantagen?) Da das Schiff etwas ins Schwanken geraten ist, verlassen einige Zuschauer vorzeitig das Theater.
    Die Poolparty fällt wetterabhängig ins Wasser. Die Laser-Show findet aber statt und ist traumhaft schön. Am schönsten ist es aber auf Deck 11 winddurchbraust zum Bug zu schwanken und in der Dunkelheit hinaus aufs Meer zu sehen.


    16.08.2006


    Nach unserem letzten Frühstück an Bord mit meinem heißgeliebten A-P-G, verlassen wir das Schiff und rollen unsere Trollys, deren Größe an Schrankkoffer erinnert, durch Warnemünde zum Strandhotel Hübner, in dem wir die nächsten drei Nächte verbringen werden. Da unsere Zimmer erst um 14.00 Uhr fertig sein werden, stellen wir die Trollys unter und machen eine lange Wanderung am Strand entlang.
    Am Abend aber geht es dann zur Westmole um unserer AIDAcara beim erneuten Auslaufen zuzusehen. Irgendjemand sagt sie würde erst eine halbe Stunde später auslaufen, denn es würden noch Gäste erwartet. Und dann geht es los. Unter den Augen vieler Schaulustiger wendet die AIDAcara (tja, beim letzten Mal standen wir noch da oben, so wie einige andere auch, die nun von der Mole aus zuschauen). Voll beleuchtet fährt sie an uns vorbei und verschwindet nach einer Weile am Horizont.
    Wir hoffen, dass die neuen Gäste genauso eine schöne Zeit an Bord und an Land haben wie wir.


    Auf AIDAsehen! :jump:


    Helke