- Offizieller Beitrag
37. Abu Dhabi, Soft, März 2009, Wertung ***
Heute starten wir schon um 9 Uhr, denn wir haben 40 km durch die Hauptstadt der VAE vor uns. Es ist schon so etwa 32°C warm, und Guide Willi erklärt, dass wir froh sein können, denn es wäre heute recht kühl. Schon nach wenigen Metern außerhalb des Hafens erfolgt unser erster Stopp. Wir bekommen die Gelegenheit, den Fischmarkt zu besuchen. Schon draußen vor der Halle ist die Luft geschwängert von einem unangenehmen, fauligen Fischgeruch. Die meisten der Gruppe konnten das, was uns im Inneren erwartete, ertragen, ich aber nicht. Schon als ich die Türe öffnete, verabredeten sich in meinem Magen Pfannkuchen und Rührei zu einem Ausflug, als ich dann in die Halle trat, machten sie sich gemeinsam mit dem Croissant auf den Weg. Ich schoss ein Foto ohne hinzusehen und machte, dass ich wieder raus kam bevor auch die Würstchen beschlossen, der Rückweg anzutreten.
Ich kam gerade rechtzeitig raus um das Frühstück drinzulassen. Respekt liebe Mitbiker, die Ihr das ausgehalten habt, und daher zu berichten wusstet, dass es Ausnehmer, Verkäufer und andere Jobs in der Fischhalle gab, und das alle anders gekleidet und somit zu unterscheiden sind. Ich war froh, als es weiterging.
Nun folgten 6km auf der Corniche, der Strandpromenade. Für 167 Millionen Dollar auf extra angeschüttetem Land erbaut, bot uns diese Strecke freie und ruhige Fahrt. Die Anlagen waren gepflegt, nirgends lag Müll herum, es gab keine Hundehaufen und auch kein Graffiti, sagenhaft. Alles war grüner als grün (falls das möglich sein sollte, dann hier). Wir radelten durch die Stadt zum Heritage Village, einem Freilichtmuseum, in dem die Traditionen der Beduinen gezeigt werden. Da es in den VAE keinen Alkohol gibt, beschieden wir uns mit Cola, aber ein schönes Dattelbier wäre schon gut gewesen.
Nach dem Heritage Village führte uns der Weg zum Emirates Palace, einem Luxushotel der Superlative. Besichtigen kann man es nicht, aber was wir von außen zu sehen bekamen, verschaffte uns einen Eindruck, was wohl im Inneren wartet.
Unser nächster Stopp verhieß Abkühlung: Strand. Das Wasser war herrlich, der Strand sauber und feinkörnig. Die Parkplätze den Strand entlang waren fast alle belegt, aber der Strand war eher wenig besucht. Große SUVs und flotte Flitzer, aber auch Familienkutschen standen einträchtig in der Reihe, und die Beachroad entlang promenierten unablässig Autos. Warum bloß? Die meisten Fenster waren getönt, wir konnten also nicht in die Autos hineinsehen. Ging man aber näher, stellte man fest, dass in jedem Auto Männer saßen. Wir erlebten gerade die arabische Version des Voyeurismus. Hier saßen ganz offen Spanner, die sich anschauen wollten, was die Touristinnen wohl zu bieten hatten.
Nach dem Strand schauten wir uns an, wie Herrscher in den VAE so leben, und ich muss sagen: Nicht schlecht, Herr Scheich. Das Fotografieren der Paläste war verboten, der Aufenthalt vor den Palästen ebenfalls, so reichte es also nur für einen kurzen Blick und ein schnelles heimliches Foto.
Inzwischen war es Mittag durch, die Sonne brannte nun vom Himmel und das Thermometer zeigt fast 40°. Bei jedem Stopp an einer Ampel lastete die Hitze auf uns, und von unten strahlte der heiße Asphalt wie ein Backofen. Wir drehten eine Runde durch das Viertel der Besserverdienenden, um dann über die Corniche zurück zum Hafen zu fahren. Auch heute durfte ich wieder hinten dran fahren, aber bei dieser Strecke und mit diesen Mitfahrern und mit Guide Willi vorneweg war das ein Vergnügen.
Diese Tour, die jeder fahren kann, der die Hitze aushält, ging über 40km, kostete 59 Euro und wir bekamen 2 Trinkflaschen und den üblichen alkoholfreien Müsliriegel.