
12. Januar 2020 – Seetag nach Langkawi – Wetter: wechselhaft, 30 Grad
Na, der Seetag ist doch immer wieder eine feine Sache. Erstens kann man ausschlafen – bei den langen Abenden an Bord, auch mal gut. Gemütliches Frühstück im Buffalo, leider verpennt. Aber keine Angst, man verhungert an Bord nicht. Es gibt in 2 Restaurants Frühstück bis 11 Uhr und dann habe ich mich wieder nach achtern in den Schatten verzogen und etwas gelesen. Mein Mann hatte auch eine schattige Variante gewählt und ist zum Vortrag des Lektors gegangen. Thema „Malaysia – Des Sultans Wunderland“. Es war voll, erzählte er mir anschließend.
Ich stand ab und zu auf und schaute über die Reling. Unsere Route ab Singapur führt uns durch die Straße von Malakka, vorbei an Kuala Lumpur und Penang. Die Straße von Malakka ist eine Meeresenge, die die Andamanensee mit dem Südchinesischem Meer und der Javasee verbindet. Sie zieht sich mit einer Länge von rund 800 Kilometern zwischen der malaiischen Halbinsel und der Insel Sumatra hindurch. Die Breite erstreckt sich zwischen 50 und 300 Kilometern – an der engsten Stelle sind es jedoch nur 2,8 km und in Seemannssprache sind das 1,5 Seemeilen. Vom Schiff aus kann man auf jeden Fall ab und zu die Küste sehen. An der flachsten Stelle ist das Wasser nur rund 35 m tief. Dass diese Wasserstraße eine große Bedeutung für den Welthandel hat, sieht man an der Vielzahl der Schiffe die gerade hin und her fahren. Täglich sollen es 2000 Schiffe sein, die sich hier durchschleusen. Sie kommen aus dem Chinesischem Meer und fahren weiter in Richtung Suezkanal … Was mir allerdings heute auffällt, sind die schwimmenden Teppiche mit Plastik und Holzteilen. Auf den Wellen tanzen größere und kleinere Styroporbrocken – welch ein trauriger Anblick und welch eine Katastrophe für das Leben im Meer und der Küstenbewohner.
Bei der Gelegenheit fällt mir ein, ich habe einen Aufkleber an Bord gesehen, der mir vorher noch aufgefallen war. Finde ich eine gute Sache, denn wie schnell ist mal was über Bord „gefallen“.
Der Wind hat meine Frisur zerzaust und ich mach mich noch schön für heute Abend. Es geht nachher aufs Pooldeck zur Schlagernacht – obwohl, da ist es ja bestimmt auch windig. Egal, dann liegen sie halt schön für das Abendessen.
Ich
habe noch was vergessen. Gestern Abend waren wir ja im Theatrium.
Liebe Leute, das Schiff hat gebebt. Emmi & Willnowsky, mehr muss
ich nicht sagen. Die zwei lieben sich und können auch richtig bissig
zueinander sein. Irgendwie hat sich der eine oder andere im Publikum
dort wiedergefunden, wenn ich mir so die Mimik der Leute angeschaut
habe. Mein lieber Mann hat mich ab und zu auch mal angestupst, haha.
Und ich, ich habe mein „Fett“ von den beiden auch wegbekommen.
Fragt der charmante Herr Willnowsky mich doch, wo ich denn wohnen
würde. Und ich habe gelernt, wenn du gefragt wirst, antwortest du
ehrlich.
Zum
„abkühlen“ ging es anschließend aufs Pooldeck zur Silentparty.
Auch immer ganz nett, aber wir suchten uns ein Plätzchen an der
Poolbar und ließen den Tag gemütlich ausklingen. Also das war
gestern. Jetzt zurück zum heutigen Abend, die AIDAstars präsentieren
die großen Hits der deutschen Schlager und danach macht der nette DJ
Freddy gleich weiter … tanzen und singen unter dem Mond, wie schön.
Spät ist es nicht geworden, denn morgen früh beginnt unser Ausflug schon um 8.30 Uhr und das heißt wieder Wecker stellen und zack zack frühstücken.
13. Januar 2020 – Langkawi – Wetter: sonnig, 33 Grad
Der frühe Start eines Ausflugs hat für mich einen tollen Nebeneffekt: vor dem Frühstück den Sonnenaufgang fotografieren. Und es ist sogar Land in Sicht. Der Küstenstreifen und die vielen kleinen Inseln im roten Morgenlicht sind einen Blick wert. Wir sind heute zum vierten Mal auf Langkawi unterwegs und wir freuen uns auf unseren privat gebuchten Ausflug und das Wiedersehen mit den malaiischen Freunden.
Auf
unserer Tour werden wir 2 Stationen anfahren, die wir noch nicht
kennen. Soviel erst mal vorweg. Kleines Gelächter am Treffpunkt,
denn die Teilnehmer sind etwas herum geirrt. Der normale Ausgang des
Hafens ist mit einer Barriere halb geschlossen, und der Strom der
Passagiere wird am Hotel vorbei am kleinen Bootshafen vorbeigeführt.
Und weil wir ja folgsam sind und Sperren ernst nehmen, traben alle
den Umweg. Wir hätten aber auch einfach die Sperre ignorieren
können, der Aufpasser dort hätte uns durchgelassen. Es wird einige
Minuten gewartet, bis alle eingetroffen und auf die 2 Busse verteilt
sind. Toll, die Busse sind nie voll und so kann ich während der
Fahrt mal den Platz wechseln, um die andere Straßenseite zu
fotografieren.
Unterwegs gibt es für die Tourengäste viele Information über Land und Leute. Wie zum Beispiel, dass es hier auf der Insel eine wirklich kostbare Straße gibt. Sie ist 50 Meter lang und besteht aus purem Marmor. Das ganze Jahr über scheint die Sonne, nur im letzten Jahr gab es einen Regentag. Die Temperatur immer schön 34 Grad. Interessant für uns Autofahrer, der Spritpreis ist seit 12 Jahren unverändert, überall in Malaysia. Das erzähl mal einer den Betreibern der Ölkonzerne in Europa – schwankende Preise innerhalb von Stunden! Die Malayen haben nur 1 Woche Urlaub – aber nun kommt es: 60 Feiertage sind im Kalender verzeichnet, plus einem, weil Deutschland mal Fußballweltmeister geworden ist. Die Pässe werden nach Rassen unterteilt ausgestellt. Es leben 17 Deutsche dauerhaft in Malaysia und wehe, einer heißt BODO... den Namen darf man öffentlich nicht aussprechen – der heißt übersetzt IDIOT und wir hören, dass man auch nicht das „ach so“ aussprechen darf. Folgende Situation, du fragst auf englisch eine Frau nach dem Weg. Sie erklärt ihn dir und du denkst, ist ja nicht so weit und du sagst spontan „Ach so – thank you!“ Dann kann es sein, du erntest ganz böse Blick für das ACH SO – das heißt übersetzt „alte hässliche Tante“. Also immer schön aufpassen, was man sagt. Und wo wir gerade beim Alter sind, die Lebenserwartung liegt bei 80 Jahren. Der aktuelle Premierminister ist 94 Jahre alt … Anmerkung: Während unserer Reise war er noch Premierminister, doch hat er am 20. Februar beim König seinen Rücktritt eingereicht, laut Pressemitteilung.
Obwohl es hier so viel Wald gibt, ist Holz auf der Insel sehr teuer. Die Dachstühle sind im Gegensatz zu den Häusern in Deutschland nicht aus Holz, sondern aus Aluminium gefertigt. Und wer sich hier schick einrichten will, der kauft bei IKEA. Man bestellt und es wird geliefert – alles kein Problem.
Die Insel ist ein beliebtes Urlaubsziel, nicht nur für die Bewohner Malaysias und Menschen aus Singapur, auch Chinesen, Japaner und die Touristen der Kreuzfahrtschiffe sind bei den Sehenswürdigkeiten anzutreffen. Verführerisch ist zudem, die Insel ist zollfrei. Das heißt, günstig einkaufen, zum Beispiel Zigaretten. Die Besucher finden hübsche Hotels, Restaurants und Bars an den wunderschönen Stränden und wer Naturliebhaber ist, der kann hier den Dschungelwald erkunden oder auch Bergsteigen, bis hoch hinauf auf 850 Meter, wo die Sky Bridge ein riesiges Tal überspannt. Im UNESCO Geopark kann man per Boot durch den Mangrovenpark fahren. Dass auch Kinder auf ihre Kosten kommen sollen, dafür sorgt die Underwater World auf der Insel mit seinen vielen Aquarien, in denen auch Haie zu sehen sind.
Wir sehen heute keinen Hai an, unser wildes Tier des Tages ist das Wahrzeichen von Langkawi. Gesehen haben wir es bisher nur in Miniaturausführung. Ja, es geht zum Eagle-Square in Kuah. Schon am Eingang ist eine große Tafel angebracht, auf der die Piktogramme aufzeigen, was alles verboten ist … küssen auch!!!
Ich lasse alle Teilnehmer unserer Gruppe vorgehen und warte auf einen günstigen Moment, in dem ich den großen, 12 Meter hohen Adler ohne Menschenansammlung fotografieren kann.
Der rotbraune Adler in Dararan Lang ist das Wahrzeichen der Insel und deren Name sich aus den zwei malaiischen Wörtern „Helang“ (Adler) und „Kawi“ (rotbraun) zusammensetzt – verschmolzen zu dem Wort Langkawi. Wer mit einer Fähre hierher kommt, sieht schon aus der Ferne, die Schwingen des Adlers leuchten. Ein wirklich schönes Kunstwerk, darin sind wir uns einig.
Nun
aber weiter, von Kuah aus fahren wir rund 12 Kilometer, bis wir das
Museumsdorf erreichen, wo das Grabmal des legendärsten Frau
Langkawi's liegt.
Vorbei an kleinen Ansiedlungen (immer Obacht geben,
dass keine kleinen wilden Affen auf die Straße springen) und zart
grünen Reisfeldern, erreichen wir das Dorf „Kedah Village“. Wir
kennen es schon, aber das macht nichts, denn es hat uns beim ersten
Besuch schon gut gefallen. Gleich im Empfangshäuschen spielt eine
Gruppe junger Frauen auf alten Holzinstrumenten und empfängt uns mit
einem Lächeln.
Ich trödle ein wenig umher, schau nochmal in eines der alten Holzhäuser hinein und dann lockt der Duft des frisch in Öl ausgebackenem Reisgebäcks mich an. Wie das knistert, wenn man vorsichtig abbeißt – so lecker. Nein, an Kalorien denken wir jetzt einfach mal nicht!!!
Andächtig stehen Besucher am Grabmal der Mashuri. Sagenumwoben die Geschichte um ihren Tod – sie wird sehr verehrt. Und weil der Adler zu Langkawi gehört, findet man hier nah beim Fischteich, auch eine Statue. Auch den bunten Hüpfekasten auf einem Hof finde ich wieder und dann heißt es Abfahrt.
Nächstes Ziel: Talstation der Cable Car. Kann mir jemand mal verraten, warum es Car heißt? Das ist doch kein Auto sondern eine Kabelseilbahn... Cable Train hört sich auch komisch an. Naja, ist halt so. Da wir ein Expressticket haben und zwei Banderolen schon im Bus ums Handgelenk bekamen (blau für SkyCab und grün für Bridge), können wir nach kurzer Zeit einsteigen. Es ist windstill und die Kabine schnurrt die Strecke von 2,2 Kilometern bei einem steilem Anstieg von 42 Grad hoch zur Bergstation, die 709 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Unter uns der Blätterwald des Regenwalds, Wasserfälle, das Meer und die Küste.
Oben angekommen machen wir uns auf den Weg zur Brücke. Über Stufen geht es erst ein Stück hinab und dann wieder hinauf. Träumen und in der Gegend herum gucken ist nicht empfehlenswert, denn die Stufen sind alle unterschiedlich hoch und tief. Schnell hat man sich den Fuß vertreten.
Was für eine Menschenansammlung! Ist ja nicht verwunderlich. Die 125 Meter lange Schrägseilbrücke hängt sozusagen an einer einzigen Stütze. Wir laufen vor, zu einem der beiden dreieckigen Plattformen und genießen die herrliche Aussicht. Besonders lustig geht es auf der 1,80 m breiten Brücke an den Stellen zu, wo dicke Glasplatten montiert sind. Schaut man durch sie durch, erblickt man die Bäume tief unter der Brücke. Mutige vor für ein Erinnerungsfoto. Ich bin kein Frosch und schon stehe ich drauf.
Da wir ausreichend Zeit haben, erklimmen wir noch das Stück bis zum Observatorium und auch dort ist der Blick in die Ferne unendlich.
An einem Pfeiler sind Hinweisschilder, wo sich auf der Welt noch Cable Car's befinden. Sogar die Schweiz ist mit der Bahn am Grindelwald vertreten, da schau mal an.
Ich halte immer schön meine Tasche fest, denn die kleinen wilden Affen sind auch hier unterwegs und es kann vorkommen, sie springen plötzlich empor um nach Essbaren zu greifen, das in der Tasche verborgen ist und schon ist die Tasche weg.
Auf der Fahrt abwärts sitzen wir mit ein paar jungen Frauen in der Gondel, die fasziniert sind, wie so langsam die Küste immer näher auf uns zu kommt. Unten angekommen, bummeln wir noch durch das Oriental Village mit den kleinen Souvenirshops und laufen über die wackelnde Seilbrücke zum Parkplatz. Alle sind da, niemand irrt noch oben herum und los geht die Fahrt zum Pantai Chang Beach. An einem Beach waren wir bisher auch noch nicht gewesen. Das Badezeug haben wir nicht mitgenommen, wir wollen ein wenig am Strand laufen und was kleines Essen und trinken und dann geht es ja wieder zurück zur Bella.
Der
Strand ist echt schön, der Sand pudrig – aber baden möchte ich
nun wirklich nicht hier. Am Strand liegen kleine Quallen und mit
ihnen in Berührung zu kommen, ist nicht so lustig. Aber vielen hier
scheint das nichts auszumachen und so tummeln sich doch einige Leute
im Wasser. Mein Mann hat sich einen schattigen Platz gesucht und
schaut aufs Meer, bzw. die See – nichts von beiden, auf die Straße
von Malakka. Meine Güte, wie kompliziert ist das auch? Und wie ich
in der Zwischenzeit dort herumlaufe, finde ich natürlich auch etwas
Zeugs, das ich einfach in meine mitgebrachte Tüte stecke und nach
kurzer Zeit, sind 3 Liter aufgesammelt.
Aber eins muss ich fairerweise sagen, es sind Leute an der Wasserlinie unterwegs, die die Quallen einsammeln und angeschwemmten Müll zusammenkehren und mitnehmen. Alle gut verhüllt, damit sie ja nicht braun werden. Das, was ich gefunden habe, sind Sachen, die die Besucher im Sand zurückgelassen haben.
Nun wird es Zeit, für ein kühles Bier im Schatten. Das Restaurant ist echt schön. Die Gemälde bunt und poppig, der Service freundlich und so findet der Stopp am Strand einen schönen Ausklang. Es war eine schöne Tour und wir haben sogar noch was Neues gesehen.
Am
Ende des Ausflugs verabschieden wir uns von unseren Freunden, „bis
bald, wir sehen uns übermorgen in Penang“. Diesmal haben ja Glück,
wir müssen nicht tendern, wie beim letzten Besuch von Langkawi,
unser Schiff liegt am kleinen Steg und präsentiert sich in der
ganzen Schönheit.
Oh, wo es um Schönheit geht – ich muss mich noch richten, denn heute Abend wartet noch eine Überraschung auf uns. Davon und von dem neuen, uns unbekanntem Ziel Phuket, erzähle ich im nächsten Teil.
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