
9. Januar 2020 – Seetag nach Singapur – Wetter: sonnig, 30 Grad
In
der Nacht war die Bella etwas bewegt unterwegs, aber ich habe nicht
viel davon gemerkt. Beim WaUr-Fantreff um 11 Uhr in der Anytime
bekomme ich doch etwas mit von den nächtlichen Wellenbewegungen. Es
sind nicht alle gekommen, die sich angemeldet haben. Grund: Seekrank.
Also ich habe es gleich beim Frühstück so gemacht, wie es einmal
ein Kapitän durchgesagt hat: immer etwas essen und gut ist. Der
Magen darf auf keinen Fall leer sein. Die meisten Passagiere essen
bei Seegang nichts oder zuwenig und dann meldet sich der Salat wieder
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Entertainment Manager Nico ist guter Dinge, es gibt Sekt und genügend Zeit für ein Gespräch. In der Runde ist ein Paar dabei, das das erste mal mit AIDA unterwegs ist. Er gibt einen Überblick, welche Partys in nächster Zeit noch stattfinden: Silentparty, Vollmondparty und dann noch das legendäre Alpenglühn. Alles prima, finde ich. Kurzer Hinweis noch, dass um 11.30 Uhr auf dem Pooldeck alles vorbereitet ist für einen Brunch unter dem Motto „Hähnchen Heinz“. Ich werde wahrscheinlich nicht hingehen, denn bereits um 16.30 Uhr bekomme ich was Deftiges aufgetischt.
Nach
dem Fantreff verziehe ich mich nach achtern mit meinem Tablet und
sortiere im Schatten schon mal einen Teil der Fotos und dann bin ich
pünktlich auf der Kabine zum Schönmachen. Mein Mann hat sich auch
in Schale geschmissen und so sind wir pünktlich um halb fünf in der
Vinothek zum Treffen der AIDA Clubmitglieder. Manche sagen, es ist
die Eigentümerversammlung, denn es sind diejenigen Kreuzfahrer, die
schon oft mit AIDA unterwegs waren.
Welch eine Anblick, die Offiziere
stehen Spalier und ich freue mich, dass ein mir ganz bekanntes
Gesicht drunter ist. Ach, war das ein wunderschöner Augenblick des
Wiedersehens. Wir nehmen in der Almhütte Platz, es gibt einen
deftigen Imbiss, Bier und Sekt und viele nette Gespräche.
Es geht gesellig zu an den Tischen. Und dann kommt ein Gastkünstlerpaar auf die Bühne, über die ich schon was gelesen hatte. Emmi und Herr Willnowsky, seines Zeichens Ehemann von Frau Emmi.
Meine Güte, was für ein Powerpaar. Voller Charme und viel Humor geben sie uns eine Vorstellung, bei der das Gelächter nicht enden will. Man muss sie erlebt haben, die Geschichten sind der Hammer. Sie werden demnächst im Theatrium auftreten und das Schiff zum Beben bringen, davon gehe ich aus. Zum Schluss gibt es noch ein Gruppenfoto mit den netten Offizieren, die während des Treffens an verschiedenen Tischen Platz genommen hatten. Ein wirklich schöner Clubempfang und ich bin gespannt, was die Sternstunde uns bringen wird. So wie lachen, könnte es sehr sehr lustig werden!
Nach
dem Clubtreffen begeben wir uns schnurstracks ins Weite
Welt-Restaurant. Heute Abend steht das Büfett unter dem Motto
„Bollywood Night“ - so richtig gut gewürzt und ich schaffe noch
eine kleine Portion. Dann geht es flott ins Theatrium, heute Abend
ist in Nicos-Prime-Time unser Kaipitän, Erik Kirchner zu Gast. Den
dürfen wir auf keinen Fall verpassen. Wir bekommen noch einen Rest der Schow "Musical Dreams" mit und dann finden wir tatsächlich noch 2 Plätze.
Nico ist auch schon etwas aufgeregt, wegen seinem Gast heute und feuert uns an, ihn Beifallsstark zu begrüßen. Er ist schon eine stattliche Erscheinung, als er so kurzärmelig die Bühne betritt.
Es wird gejohlt und gepfiffen und mächtig geklatscht – ein grandioser Empfang. Natürlich hat ein Kapitän eine interessante Vita. Nachdem er als Matrose auf einem Schiff anheuerte, machte er sein Patent und fuhr auf einem Frachtschiff. Es folgte das zweite Patent und er wurde auf AIDA Offizier – also schon mal goldene Streifen auf der Schulterklappe. Den letzten großen Schritt kann man nicht beeinflussen, denn zum Kapitän muss man ernannt werden. Oh, das habe ich nicht gewusst. In den 80er Jahren ist er auf einem alten Schiff aus dem Jahr 1920 auf der Ostsee gefahren. Es war schön kuschelig auf der Kabine, 4 Mann wohnten dort und die Kabine hatte eine Länge von 2 Meter. Also viel Platz für Unordnung ist da aber nicht, geht es mir durch den Kopf. Und damit wir keine Angst haben müssen, sagt er, dass die Brücke nun aber nicht unbesetzt sei, weil er hier im Theater ist. Es sind immer mindestens 3 Mann dort oben und wenn Lotsen kommen, können es auch schon mal 5 sein. Er liebt die Touren durch warme Gefilde, Winterurlaub ist nicht so sein Ding. So weit so gut – ein sympathischer Mann. Dann verabschiedet er sich, die Brücke ruft.
Und
wir? Ich gehe runter auf die Kabine und mein Mann an die Poolbar.
Nein, ich gehe nicht schlafen – ich ziehe mich um!!!!
Auf dem
Pooldeck ist DJ Patrick schon in Fahrt und es wird getanzt. Als Deko
hängen Lebkuchenherzen und Brezeln an den Säulen: „Alpenglühn“
ist angesagt.
Es ist voll auf dem Deck, denn diese Veranstaltung ist auf allen AIDA-Schiffen bei den Passagieren beliebt. Es wird mitgesungen, Schmalzbrote verspeist, getanzt und die Stimmung ist gut. Als Alwin, der Barmanager der Poolbar, um die Ecke kommt, nimmt er mich spontan in den Arm „Bruder – Schwester!“ sagt er. Könnte sein, wir haben uns kleinkariert gekleidet. Sehr schmeichelhaft für mich, ich könnte theoretisch auch seine Mama sein - vom Alter her gesehen.
Meine Schuhe landen unter
dem Barhocker und ich tanze barfuß unter dem Himmel Asiens - welch
eine Nacht.
Die Zeit drängt nicht, denn morgen kommen wir erst mittags in Singapur an und wir können ausschlafen.
An der Kabinentür hängt das Tagesprogramm für morgen. Da ist nichts mit ausschlafen, denn wir müssen zwischen 9 und 10 Uhr im Theatrium erscheinen und unsere Pässe sowie die Ausreisekarte für Singapur abholen...wichtig, darf nicht verloren gehen beim Landgang. Licht aus, schlafen … Im nächsten Teil werde ich berichten, wie der Tag sich gestaltet hat.