
Vor fast exakt vier Jahren verließen wir am 8. Mai Dover, um am nächsten Morgen im Marinehafen von der Ilse of Portland anzulegen. Da hatte aber einer etwas dagegen: der Wind oder treffender: der Orkan, der mit elf bis zwölf Windstärken und mit mehr als zehn Meter Wellen über den Ärmelkanal tobte. Damals waren wir mit der AIDAstella unterwegs und mit einem ziemlichen gezackten Kurs, immer quer zur Welle, brachte uns unser Kapitän sicher, auch wenn so Einiges zu Bruch gegangen war, in den Hafen von Le Havre. Die Ilse of Portland haben wir dann am 17. Mai auf dem Rückweg angelaufen.
Heute weht nur ein laues Lüftchen und das Wetter zeigt sich von seiner schönsten Seite. So verlassen wir gut gelaunt gegen 9:30 Uhr das Schiff, nachdem wir uns mit einem leckeren Frühstück für den Tag gestärkt haben.
A&O haben den AIDA Ausflug nach Stonehenge gebucht, zu einer jungsteinzeitlichen Opferstätte aus bearbeiteten Megalithen. Das Bauwerk diente der Bestimmung der Sonnenwende und der Ausrichtung der dazugehörigen rituellen Feierlichkeiten. Als wir die Anlage 1978, acht Jahre bevor es Weltkulturerbe wurde, besichtigten, waren wir hier fast allein und durften uns auch noch kreuz und quer zwischen den Steinen bewegen. Diese Atmosphäre der Erhabenheit ist aufgrund des immensen Touristenrummels komplett zerstört worden.
Mit dem kostenlosen Shuttle der örtlichen Handelskammer verlassen wir den Hafen, der militärisches Sperrgebiet ist, und erreichen nach einer guten Viertelstunde den Ortsrand von Weymouth, von wo es nur wenige Schritte bis zum Hafen sind.
Für 1 £ bringt die „Harbour Ferry“ seine Passagiere mit Muskelkraft auf die andere Hafenseite.
Östlich der Hafenausfahrt beginnt der Strand von Weymouth mit seiner so für ein englisches Seebad typischen Promenade. Aber irgendwie wirkt alles ein wenig angestaubt. Die Hotels und die Vergnügungsstätten präsentieren sich in ihrem nostalgischen Charme.
Haus an Haus befindet sich an der Landseite der Promenade eine Reihe von Souvenirgeschäften, Cafés, Fish & Chips Imbissen und Spielhallen.
Das größte Haus am Platz ist das „Royal Hotel“.
An der Ecke zur King Edward Street befindet sich das gleichnamige Restaurant mit den besten „Fish & Chips“. Auf dem Rückweg werden wir hier „selbstverständlich“ einkehren. Als Landmarke dient die „Jubilee Clock“, die zu Ehren von Queen Victoria 1887 erbaut wurde.
Aber erst einmal laufen wir weiter. Dabei passieren wir diverse B&B Unterkünfte.
Der nächste Fotostopp ist ein kleiner Park, der jedes Jahr zu Saisonbeginn neu gestaltet wird. Wir sind noch ein wenig zu früh. Viele Beete sind noch nicht bepflanzt.
Ein Stückchen weiter entsteht eins meiner Lieblingsfotos. Viele bunte Strandhütten, hübsch aneinander gereiht. Noch ist die Saison nicht eröffnet, aber einem total entspannten englischen Paar ist das egal: sie genießen die ersten Sonnenstrahlen.
Noch mehr Stranddomizile, mal kleiner, mal größer.
Dann haben wir das Ortsende von Weymouth erreicht. Das ist auch für uns das Ende unseres Hinweges. Wir müssen ja noch wieder ganz zurück, zumal im „King Edward“ noch ein Portion Fish & Chips auf uns wartet.
In der Fußgängerzone noch schnell einen Kühlschrankmagneten gekauft und dann mit dem Shuttle zurück zum Schiff und zu unserem Nachmittags- und Abendprogramm.