
4. April, Heraklion/Kreta, sonnig 18 Grad
Wir haben Kreta erreicht. Ganz unbekannt ist uns diese Insel nicht, waren wir doch schon einmal mit AIDA hier gewesen. Diesmal steht nicht Knossos um Vordergrund - diesmal wollen wir einfach die Stadt erkunden. Los geht es ... Heute lassen wir es aber ruhig angehen, denn wir haben ausgiebig Zeit für einen Stadtbummel. Der kam bei unserem Besuch 2014 zu kurz. Damals waren wir „alte Steine“ schauen. Mit dem Hopp-on-Bus sind wir in das nicht weit entfernte Knossos gefahren und haben uns die Überreste des seit 1900 ausgegrabenen Palastes der Minoer angesehen. Das Gelände dort ist riesig und ich war schwer beeindruckt von den riesigen Steinquadern, den wunderschönen Säulen und Fresken. Hier ein kleiner fotografischer Rückblick.
Nun aber zurück in die Gegenwart:
Gut gestärkt, im Rucksack eine Flasche Wasser und der Hafeninfo machen wir uns auf die Socken. Laufen, laufen, laufen ist heute angesagt. Es ist nicht viel los auf der Hafenpromenade.
Die Frühlingsblumen leuchten in der Sonne, aber man sollte schon aufpassen, wo man läuft. Es könnte ja was im Wege sein!
Herrlich, die vielen schmalen Straßen und Gassen.
Wir besuchen die Agios Titos Kirche mit den zahlreichen Ikonen. Die Kirche hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Sie ist dem ersten Bischof von Kreta geweiht, ab dem Jahr 1869 während der Osmanischen Zeit als Moschee errichtet und im Jahr 1925 als orthodoxe Kirche geweiht.
Ja, an die kann ich mich erinnern als ich sie erblicke. Sehenswert ist auch der riesige mehrstöckige Kronleuchter, der aus Holz ist. Die Schnitzereien stellen Tiere und Ornamente dar.
Auffallend ist die Form der Rückenlehnen der Stühle. Sie harmonieren mit der Form der Ikonenbilder, alles strahlt etwas Friedliches aus. Das Licht fällt sanft durch die bunten Fenster auf den Boden – wir verweilen ein wenig.
Hier in der Inselhauptstadt gibt es jede Menge Sehenswürdigkeiten, die einem die Illusion schenken, man sei irgendwo in Italien. An der Straße des 25. August steht die venezianische Loggia. Wo im 17. Jahrhundert sich der Adels traf, wird heute regiert. Denn in diesem ehrwürdigen Gebäude befindet sich die Stadtverwaltung von Heraklion.
Und wie wir so dastehen und die Säulen betrachten, fällt uns spontan unser Reiselektor Axel C. Brüggemann ein. Warum? Er hat uns den feinen Unterschied zwischen den dorischen und ionischen Säulen erklärt. Also im Säulengang sind sie dorisch und im Obergeschoss ionisch. Danke Axel, denn für mich waren Säulen einfach Säulen!
In unmittelbarer Nähe am Morosini-Brunnen suchen wir das Restaurant auf, in dem wir vor 4 Jahren auch waren. Glück gehabt, wir bekommen einen Tisch mit Blick auf den Brunnen.
Damals hatte ich nachgelesen, dass es der Erbauer des Brunnens (1628) mit einem ausgeklügeltem System schaffte, das Wasser vom Fuße des Berges Jouchtas nach Heraklion zu leiten. Am Nachbartisch sitzen zwei Ehepaare, die sich über eine Art Gebäck hermachen. Ich frage nach, was das sei – sie können leider weder englisch noch deutsch, aber per Handzeichen geben sie mir zu verstehen, es würde lecker schmecken und ich solle es ruhig bestellen. Was soll ich sagen? - es war wirklich sehr sehr lecker. Ein Mittelding zwischen gebackenem Pudding oder Crêpe, keine Ahnung. Ein wenig gehaltvoll, aber will schon im Urlaub an die Kalorien denken? Wir auf jeden Fall nicht.
Der Duft von Zimt und dazu einen starken Espresso, sollte man sich nicht entgehen lassen. Der Hund vor uns macht es richtig, ein Schläfchen in der Sonne wäre jetzt nicht zu verachten. Es stört ihn überhaupt nicht, dass die Leute stehen bleiben und ihn fotografieren. Unsere Füße haben sich erholt und gestärkt setzen wir den Spaziergang fort.
Nächstes Ziel ist die Agia Minas Kathedrale.
Um die Malerei in der Kuppel anzuschauen, müssen wir uns setzen, sonst fallen wir um beim betrachten.
Der große Kronleuchter in der Kuppel besteht aus purem Gold und hat die Form einer Tiara. Die anderen Leuchter sind aus Silber. Wir drehen eine Runde rings um Kathedrale. An der Nordseite ist die Hülse einer Bombe zu sehen und an der Südseite der Glockenturm und die Kuppel. Der Bau der Kathedrale begann im Jahr 1862 und sie wurde nach einer Unterbrechung der Arbeiten im Jahr 1895 eingeweiht.
In den Straßen ist es nicht zu übersehen: das orthodoxe Osterfest steht vor der Tür. Schokoladenhasen in den Läden, die Straßenlaternen und Absperrungen sind mit Hasen verziert – sind das Relikte vom 1. April, dem römisch-christlichen Osterfest auf Kreta? Ich habe es nicht erfahren – aber letztendlich ist es auch egal. Die grünen Hasen haben uns gefallen. Wir trödeln durch ein paar weitere Gassen, bleiben stehen und schauen. Es ist nicht das große touristische Gewühle gerade. Einheimische sind mit Einkaufstaschen unterwegs. In den kleinen Läden sind Dinge des täglichen Gebrauchs bis unter die Decke gestapelt.
So, das war jetzt der erste Teil über unseren ausgiebigen Stadtrundgang durch Heraklion, der Hauptstadt Kretas.
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