
5. April, Piräus/Athen, leicht bewölkt, 19 Grad
Eins vorweg, hier waren wir noch nie gewesen. Der Wecker klingelt und in meinen Kopf schwirrt ein Lied herum … „Ich bin ein Mädchen von Piräus ...“ und ich singe meinem Mann leise ins Ohr „Ich bin ein Mädchen in Piräus ...“ Er lacht und sagt:“Dann mach aber hin, der Ausflug beginnt um 9 Uhr. Sind wir unpünktlich, kannste den ganzen Tag im Hafen Schiffe anschauen!“ Also wo er recht hat, hat er recht und ich reiße mich los von meinen Gedanken um das Lied. Ach, es geht auch ins nicht weit entfernte Athen. Da fällt mir das das Lied ein „Weiße Rosen aus Athen ...“ ich bin gespannt, ob ich welche sehe und ich bin mir sicher, wenn ich die Akropolis erblicke, summt es in meinem Kopf „Akropolis adieu ...“. Es ist schon komisch, seit meiner Mädchenzeit kenne ich die Lieder und dachte, da komme ich nie hin und nun bin ich da und total gespannt. Natürlich sind die kindlichen Phantasien zum Ort verflogen, ich werde keine Matrosen sehen und der Hafen wird völlig anders aussehen, als ich ihn mir gebastelt hatte. Übringens gibt es für Piräus mehrere Schreibweisen.
Ach, ein Kreuzfahrtschiff ist auch noch da. So wie es aussieht, werden die Liegen heute vormittag leer bleiben, denn wer nicht an Land geht, wird sicher so einiges verpassen.
Beim Blick auf den Hafen wird schnell klar, Piräus ist Anlaufhafen von vielen Fähren und Katamaranen. Sie verkehren zwischen den Inseln und dem Festland.Ach, ein Kreuzfahrtschiff ist auch noch da.
So wie es aussieht, werden die Liegen heute Vormittag an Deck leer bleiben, denn wer nicht an Land geht, wird sicher so einiges verpassen.
Wir schnappen unseren Rucksack und gestärkt vom Frühstück streben wir dem Treffpunkt für den AIDAausflug „Über den Dächern Athens“ zu. Jede Menge Busse stehen bereit um uns Passagiere zu den Sehenswürdigkeiten zu bringen.
Unsere Reiseleiterin, die den Ausflug begleitet, spricht perfekt deutsch und kaum haben wir im Bus Platz genommen, beginnt sie mit Begeisterung zu erzählen. Zum Hafen sagt sie, es ist ein internationaler Hafen mit einem Haupthafen und 3 kleineren Häfen. Es ist der drittgrößte Passagierhafen Europas mit 20 Millionen Besuchern. Oh meine Güte, was muss hier in der Hochsaison los sein – heute sieht es gut aus für uns – nicht so viel los. Über 10 Kreuzfahrtschiffe können gleichzeitig im Hafen liegen. Ich will es mir gar nicht vorstellen, was dann hier ab geht. Entlang der Promenade stehen viele Bürogebäude, doch man findet auch kleine Bars und Restaurants. Ein Teil des riesigen Containerhafens, habe ich mal gehört, sei auf viele Jahre an eine chinesische Firma vermietet worden. Die Wirtschaftskrise schlägt in allen Bereichen zu in diesem Land.
Und wer denkt, hier sei es so ziemlich flach, der sieht beim Blick auf die Straßen, dass es bereits ab dem Hafen leicht hügelig wird.
Vorbei an der St. Nikolaus-Kirche (St. Nikolaus ist der Schutzpatron der Seefahrer) geht es an den kleineren Häfen entlang mit den Segelbooten und Jachten.
Unser Bus windet sich die Straßen hinauf und in der Ferne sehen wir eine Bergkette in der morgendlichen Sonne auftauchen. Ist ja noch früh am Tage.
Vor dem ehemaligen Olympia-Stadtion, das zur Austragung der ersten Olympischen Spiele 1896 grundlegend restauriert wurde, parken viele Busse (an dem Ort gab es vorher ein kleineres Stadion für die Olympien). Es ist das einzige Stadion der Welt, welches ganz mit weißem Marmor verkleidet ist und bietet Platz für über 70.000 Menschen
Wir erreichen die Stadtgrenze Athens und zu meiner rechten Seite liegt das Zappeion.
Das Gebäude wurde 1888 eingeweiht. Evangelos Zappas, Begründer der Olympien (Vorläufer der Olymischen Spiele) hat verfügt, dass nach seinem Tod einTeil seines Vermögen für die Errichtung einer Stätte für die Olympien verwendet wird. Heute wird der Komplex für Veranstaltungen verschiedenster Art genutzt.
Der Syntagma-Platz (Platz der Verfassung) wird von vielen Touristen aufgesucht. Leider machen wir keinen Fotostopp. Aber mir gelingen ein paar Fotos durch die zum Glück sauberen Scheiben des Busses. Das Parlamentsgebäude hat immense Ausmaße.
Das Grabmal des unbekannten Soldaten ist gleich daneben und auch gut zu erkennen.
Athen, so erzählt die Reiseleiterin ist die älteste Stadt Europas und der Geburtstort der Demokratie (Herrschaft des Volkes). Die vielen Tempel in Athen waren Kultstätten für die verschiedenen Götter.
Das Gebäude der Athener Akademie hat mich schwer beeindruckt. Und es ist fast wie ein Geschenk des Tages für mich, auf den Stufen sind keine Menschen zu sehen. Oft ist es so, dass an ganz markanten Stellen es Menschenansammlungen gibt und da ist es dann schwierig solche Fotos zu machen. Aber zurück zu den Gebäuden. Ja, das ist was, was mir gefällt an der antiken Zeit. Die Figuren im Giebel und wie majestätisch sie dastehen auf den hohen Säulen – einfach toll.
Jetzt geht es zum Stadtberg Athens, dem Lykabettus, der 277 Meter hoch ist und von dort oben soll man eine super Aussicht über die Stadt haben. Der Bus hält, alles aussteigen und dann heißt es „Treppen steigen“.
Vom Besuch des Berges und den Blick von dort oben erzähle ich im nächsten Teil ...