
24. März, Seetag nach Salalah, sonnig 27 Grad
Muscat liegt hinter uns und der heutige Tag hat lediglich zwei Termine in meinem Kalender stehen.
Termin Nummer 1:
Am Vormittag gehe ich in die Anytime-Bar zum Treffen der Forenmitglieder vom Wasserurlaub. Sehr viele Mitglieder hatten sich angemeldet und es ist recht kuschelig. Diese Treffen sind immer ganz nett, denn meist kennen sich die Forenmitglieder nur virtuell. Sich real zu sehen, die Stimme zu hören, sich in Augenschein zu nehmen und es gibt immer viel zu erzählen bzw. sich auszutauschen. Oft organisiert man gemeinsam irgendwelche Unternehmungen oder man plant spontan noch irgend etwas. Olli, unser Entertainment Manager ist ganz überrascht, wie viele da sind und ist voller Lob über uns. Hat das Forum doch eine Plattform geschaffen, wo AIDAfahrer sich austauschen können und er freut sich immer, wenn von den Mitgliedern Anregungen kommen, was man ändern oder besser machen könnte. Wo er recht hat, hat er recht. Ich bin gerne bei dieser Gruppe als Perlenfee dabei. Dankeschön an Tracy, die dieses Treffen in die Wege geleitet hat und Olli verspricht uns, dass wir am Ende der Reise uns noch einmal treffen werden, um ein Resümee zu ziehen. Klasse Idee finden wir. Mein Mann ist nicht mitgekommen. Er ist im Theatrium, denn dort hält Lektor Axel C. Brüggemann seinen ersten Vortrag auf der Tour bis Mallorca. Wir hatten ihn schon einmal an Bord, als wir die Südamerika-Reise gemacht haben - mit der Umrundung Kap Hoorns. Vergessen haben wir ihn nicht, denn seine Vorträge waren gespickt mit Wissen um Geschichte und Kultur. Er vermittelt in kurzer Zeit sehr viel, mit so viel Leichtigkeit vorgetragen, dass es einem nie und nimmer langweilig wird. Im Mittelpunkt des heutigen Vortrags seht der Oman – Willkommen im Öldorado. Schade, hätte ich auch gerne gehört, aber manchmal muss man sich Prioritäten setzen, auch wenn es nicht so einfach ist. Zum Glück folgen ja noch ein paar Vorträge von ihm und dann gibt es ein Wiedersehen!
Termin Nummer 2: Clubtreffen. So ziemlich alles was Sterne hat, ist auch vertreten.
Allen voran Kapitän Ueberall, der uns begrüßt und eine schöne Reise wünscht, dann ruft die Arbeit ihn wieder. Wir hatten Zeit für das ein oder andere Gespräch und waren besonders angetan von Hilde und Hajo, dem schlagfertigen Paar, das wir bestimmt wieder treffen werden. Mein lieber Mann war ganz angetan von Hilde. Eine wirklich sehr sympastische Dame und zugleich eine elegante Erscheinung.
Die Sängerin Anna von den AIDAstars unterhält uns mit einigen Songs und wird von der Pianistin Agnes begleitet. Anschließend geht es auf das Pooldeck zum obligatorischen Clubtreffen-Foto. Ich staune immer wieder, wie viele da zusammenkommen und dass alle auf das Bild passen. So nebenbei habe ich noch erfahren, dass es 58 „Durchfahrer“ gibt. Das sind Passagiere, die von seit Bangkok an Bord sind. Heimlich nenne ich das unsere „Hausstrecke“, weil wir sie so gerne fahren.
Auf der Bühne des Theaters läuft nach dem Abendessen die Show „Dreams“, wir bleiben ein wenig stehen und schauen zu. Nein, wir sind nicht leichtsinnig geworden – aber einmal wollten wir unser kleines Glück doch herausfordern. Münzen rein, manchmal kamen einige als Gewinn wieder heraus.
Wie heißt es so schön „Glück in der Liebe, Pech im Spiel“, wir haben es ausprobiert und entscheiden uns für die Liebe; spielen kann teuer werden. Ach, es war doch heute ein sehr entspannter Seetag. In der Kabine wird der Rucksack noch gepackt, morgen früh um 11 Uhr gehen wir wieder „on Tour“ und ich freue mich, unseren Reiseleiter Musalem wiederzusehen. Mehr dazu im nächsten Teil und es wird ein langer Tag werden, das kann ich schon mal verraten.
25. März, Salalah/Oman, sonnig 26 Grad
Denke ich an Salalah, fallen mir gleich ein paar Dinge ein, die ich gesehen und erlebt habe: Sultanspalast, Weihrauchmarkt, Kamelfleisch, kleine Badebucht in der Nähe des Hafens, spazierende Kamele, beeindruckende Berglandschaft, zischende Wasserfontänen und der freundliche Mussallem. 2014 waren wir im Dophar-Gebirge unterwegs, einfach toll. In dem kleinen Flußlauf sollte man seine Füße allerdings nicht hinstecken, die Fische seien sehr agressiv, hieß es. Ich habe es ausprobiert, ob sie wirklich zubeißen.
Aufpassen sollte man auch, wenn man die kleine Badebucht ganz in der Nähe des Hafens besucht. Es ist kein offizieller Badestrand und es gibt dort wahnsinnige Strömungen. Schwimmen ist dort nicht erlaubt - deshalb gehen wir dort nicht mehr hin.
Salalah ist die zweitgrößte Stadt des Omans und hat ungefähr 100.000 Einwohner. Übersetzt heißt der Name der Stadt , die Leuchtende. Was gibt es hier so besonderes? Das riesige Gebirge, dass man schon vom Hafen aus sehen kann, dann endlose Strände und eine üppig grüne Bepflanzung im Ort. Es sieht überhaupt gar nicht so nach Wüste aus und Trockenheit. Gut, im Gebirge bietet sich schon ein anderes Bild.
Aber nun der Reihe nach. Wir haben bei Mussallem wieder einen Ausflug gebucht und jetzt hatte ich ein wenig Stress. Ich befürchtete, wir kämen nicht rechtzeitig zum Schiff zurück, um an der Sternstunde der Clubmitglieder teilzunehmen. Uff, er hat tatsächlich für eine kleine Gruppe extra einen Wagen geschickt, dass wir früher starten können. So sind beide Unternehmungen des Tages gesichert. Er wartet rechtzeitig auf uns im Hafen und ich freue mich, ihn wiederzusehen.
Er spricht gut deutsch und kann das Gespräch schon mal gut starten. Der Mann ist sowas nett und hat einen tollen Humor.
Auf der Tour fahren wir erst beim Sultanspalast vorbei, das Tor ist immer wieder sehr beeindruckend. 1981 wurde der Palast sehr aufwendig renoviert. Der Sultan wohnt hier während der Sommerzeit, denn in der Hauptstadt ist einfach zu heiß. Hat schon seinen Vorteil, wenn man wählen kann. Nun ja, wir haben ja auch gewählt. Schmuddelwetter in Deutschland und zack auf's Schiff und schon schippern wir in warmen Gefilden herum.
Und weiter geht es zum großen Al Hafa Fort Market, dem bekannten Weihrauchsouk. Weihrauch ist eben nicht gleich Weihrauch, denn es gibt verschiedene Qualitätsstufen – wie man es an den Preisen sieht. Der schwere Duft von Weihrauch, Sandelholz und Myrrhe liegt in der Luft und überall glimmen die kleinen Stücke in den Räucheröfen. Die Augen schließen, einatmen und entspannen – dafür ist Weihrauch ideal.
Man darf nicht zu viel von den Brocken anzünden, denn sonst geht einem schnell die Luft aus. Es gibt hier im Souk nicht nur Weihrauch zu kaufen, auch weiche Kaschmirschals, die landestypischen bestickten Männerkappen, Blusen, Teppiche und Souvenire.
Nächster Halt ist an der Sultan Qaboos Moschee. Die zwei schlanken hohen Minarette sind schon von weitem zu sehen. Reinschauen werden wir nicht, sind nicht „anständig“ angezogen und die Zeit drängt, denn wir haben ja noch einiges vor uns auf dem Ausflug. Vielleicht das nächste Mal, wenn wir wieder mal hierher kommen sollten ... man soll ja nie nie sagen! Der Park ringsherum ist eine kleine Oase - der Rasen leuchtet grün und die langen Wedel der Palmen bewegen sich sanft im Wind.
Es geht weiter ins Gebirge. Wir sitzen im Geländewagen schön hoch und haben eine gute Sicht. Zur Mittagszeit hat sich die Luft etwas aufgeklart und der morgendliche Dunst hat sich verzogen. Immer wieder laufen Kamele entlang der Straße oder überqueren sie, ohne auf den Verkehr zu achten. Hahahaaa, die bewegen sich nicht einen Zentimeter von der Stelle und so warten wir geduldig, bis sie unserem Fahrzeug endlich die Weiterfahrt ermöglichen.
Rund 30 Kilometer von Salalah im Jabal al-Qara Gebirge befindet sich die Grabstätte des Propheten Hiobs. Als wir das vorige mal hier waren, trafen wir viele muslimische Pilger an, die diese heilige Stätte aufsuchten. So ist auch heute eine Gruppe von Männern in dem kleinen Gebäude anzutreffen, sie beten und fotografieren sich gegenseitig – als Erinnerung, dass sie hier waren.
Ein Glück, ich habe mein Kopftuch dabei, verhülle mein Haupt und darf eintreten. Wer hierher kommt, sollte sich unbedingt den Fußabdruck Hiobs außerhalb des Gebäudes anschauen. Ich überlege immer wieder, wie groß er gewesen sein muss: denn der Abdruck sieht sehr riesig aus. Auf keinen Fall darf man Geld in die Grube mit dem Fußabdruck werfen. Ich habe keine Ahnung weshalb, jedenfalls steht es so auf einer Tafel.
Auf der Straße parallel zur Küste begegnen uns wieder Kamele. Übrigens fressen die Kamele gerne Mangroven, deshalb sind diese eingezäunt. Warum eingezäunt? Die Mangroven wirken nach dem Verzehr bei den Kamelen wie ein Droge und sie sind berauscht. Ob sie deshalb so stur sind???? Kamelfleisch ist sehr begehrt hier im Oman, es schmeckt nicht schlecht – habe es einmal probiert (2015) Es hängt in langen dünnen Streifen über Stangen an den Verkaufsständen, wenn man es frisch kaufen möchte. Die Reise werde ich nie vergessen. Es ging von Cohin bis Antalya damals und gleich am zweiten Tag der Reise habe ich mir die Achillessehne abgerissen und bin mit dem abgefatztem Teil die restlichen 20 Tage herum gehumpelt. Ich hatte gedacht, es sei eine Verstauchung. Zuhause angekommen ging ich 2 Tage zum Arzt und landete anschließend in der Klinik, wo die Sehne wieder angenäht wurde und ich brav 10 Wochen mit Krücken herumlaufen durfte. Ich habe es überlebt, wie die 20 Tage der Reise auch. Oh, nun bin beim Kamelfleisch wieder in die Vergangenheit abgedriftet. Sorry....
Die Stücke, dass ich gegessen hatte, war gebraten und in Fett konserviert worden. Hat nicht schlecht geschmeckt, etwa wie ein Stück von einer gebratenen Entenkeule. Übrigens gibt es im Oman Kamelrennen und diese Kamele sind so richtig teuer – na, wie die Rennpferde bei uns auch.
Am Strand ist nichts los, kein freier Tag für die Omanis – keine Familientreffen mit Picknick in den kleinen steinernen Strandhütten.
Es geht für uns jetzt noch einmal ein Stück hoch in die Berge. Die Gesteinsschichten erinnern mich an Khasab, wo wir vor ein paar Tagen waren. Es rumpelt ein wenig, als wir über Schotter fahren und zu einem Weihrauchbaum laufen. Die Bäume, die ein stattliches Alter erreichen, sehen etwas unscheinbar aus. Sie haben ein paar Blätter, aber darauf kommt nicht an. Der Stamm ist der Produzent des Weihrauchs. Er wird angeritzt und dann tritt sehr langsam eine milchige Flüssigkeit aus, die sich nach einiger Zeit verhärtet. Dann wird geerntet. Vorsicht ist geboten, wenn man die Milch berührt, zack ist es so, als hätte man Kleber an den Fingern. Man kann Weihrauch auch lutschen, soll gesund sein.
Bei der Weiterfahrt wird einem die grandiose Landschaft bewusst. Gesteinsschichten, baumlose Berghügel und tiefe Täler, in denen einige Oasen liegen – traumhafte Farben im Kontrast zum blauen Himmel.
Letztes Ziel unseres Ausflugs sind die berühmten Blow Holes beim verträumten Fischerdorf Mughsayl.
Das erste mal dachte ich, es höre sich an, als würde dort unten ein feuerspeiender Drache eingeschlossen sein. Dann plötzlich zischt es und das Wasser schießt gute 10 Meter wie eine Fontäne empor. Heute stehen ein paar junge Männer dicht an einem Gitter und lauern auf das bekannte Geräusch. Einer von ihnen ist sehr mutig, er hat sich auf das Gitter gestellt und Sekunden später ist er klitschnass und die anderen johlen vor Freude. Klar darf ich sie fotografieren und so warten wir gemeinsam auf die nächste Dusche. Im Restaurant trinken wir noch einen Kaffee und dann geht es zurück zum Hafen. Die Kamele am Strand, bleiben mir immer in Erinnerung. Denn normalerweise bringt man ja Kamele immer mit Sanddünen und Wüste in Verbindung.
Am Hafen angekommen, bedanken wir uns bei dem netten Reiseleiter. Schön war die Tour heute wieder … und sagen einfach Aufwiedersehen. Jetzt aber schnell duschen, umziehen und mit einem Jäckchen bewappnet stehen wir pünktlich vor dem Schiff - Überraschung.
Davon erzähle ich dann im nächsten Teil.