
Donnerstag, 1. Dezember Punta Arenas unser geteiltes Nachmittagsprogramm mit Natur und Kultur
wechselhaftes Wetter, 11 Grad
So, das hätten wir ja geschafft mit der Wanderung am Vormittag und das Nachmittagsprogramm ist auch klar. Ich werde Pinguine anschauen und mein Mann wird den städtischen Friedhof aufsuchen, denn der soll sehenswert sein. Schauen wir mal, was für Eindrucke am Abend austauschen werden.
Wir 10 Teilnehmer der Excursion "Pinguin" traf sich am verabredeten Platz und wir hielten Ausschau nach einem Taxi. Da standen einige und so fragten wir höflich, was denn eine Tour zu Otway-Bucht kostet, einschließlich der Wartezeit dort. Wir waren echt gut, der Fahrer wollte einen horrenden Preis und letztendlich handelten wir ihn auf 20 Dollar pro Person runter, für eine Stunde Fahrt hin, eine Stunde warten und eine Stunde Fahrt zurück, ohne Eintrittsgebühr, das kam dann noch dazu! Glück hatten wir auch noch, denn wir hatten ein Frau dabei, die alles dolmetschte, was der spanisch sprechende Fahrer uns erzählte. So sahen den folgenden Stunden gelassen entgegen.
Allein die Fahrt zur Bucht war toll, unterwegs gab es viel zu sehen und in der Ferne tauchten die schneebedeckten Berge auf. Welch ein Bild.
Der Fahrer parkte sein Fahrzeug und versprach, auf uns zu warten. Musste er, denn wir bezahlten ihn erst am Ende der Fahrt.
Außer uns waren keine Touristen dort anzutreffen und liefen wir leise flüsternd die schmalen Wege dem Wasser entgegen, schließlich wollten wir die Tiere nicht erschrecken. Sie hockten beieinander und schauten uns an oder waren mit ihrer Körperpflege beschäftigt.
Sie lagen auch am Strand, tummelten sich im Wasser, versteckten sich in ihren Bauten, marschierten im Gänsemarsch an uns vorbei.
Es fiel mir schwer, mich zurückzuhalten - dürfte ich einen wenigstens anfassen. Aber das ist strengstens verboten, ebenso die Tiere mit Blitz zu fotografieren. Das wird echt teuer!
Überall blühte Frühlingsblumen und ich vergaß fast, dass Dezember ist.
Die Stunde Aufenthalt war schnell rum und treffen wir dann wieder auf dem Parkplatz ein und der Fahrer erwartete uns mit einem Lächeln im Gesicht. Auf seine Frage, ob es uns bei den kleinen Pinguinen gefallen hat, nickten wir alle. An einer Bucht hielt er kurz an und wir konnten unsere Aura in der Ferne liegen sehen.
Beim Abendessen mit philippinischen Spezialitäten sah ich mir die Fotos an, die mein Mann auf dem Friedhof gemacht hat. Die zwei prächtigsten Gräber sind die der beiden Großgrundbesitzer Sara Braun und Jose Memendez. Beeindruckt haben ihn die riesigen Mausoleen, die schon fast wie kleine Villen aussahen. Dazwischen Grabstätten, auf den denen Blumen blühten und die Wege waren gesäumt von riesigen Koniferen und Zypressen, die schön zurecht geschnitten waren.
Ein Gedenkmal für die 5 deutschen versenkten Kriegsschiffe im Jahre 1914 war dort ebenfalls angelegt.
Aber ich bin schon überrascht, aus welchen Ländern der Welt hier Menschen sich angesiedelt haben. Punta Arenas, eine Stadt mit vielen Gesichtern, eine Stadt mit interessanter Geschichte und eine sagenhafte schöne Landschaft, das Wasser, die Wälder, die schneebedeckten Berge, die Tiere – das muss man erst mal sacken lassen.
Wir verlassen den Hafen bei einem schönen Sonnenuntergang und treffen unsere Reisefreundinnen und -freunde an Deck wieder. Es ist nach 22 Uhr und immer noch nicht dunkel.
Bei uns zu Hause hätte ich schon 17 Uhr das Licht eingeschaltet, weil es fast kohlrabenschwarz ist draußen. Jetzt aber ab in die Bar, denn dort ist heute tanzen angesagt. Die Band Dr. Beat wird mit den Oldies der 50er und 60er Jahre sicher den Tanzboden zum beben bringen. Let's go.
Zu vorgerückter Stunde räume ich erstmal unsere Ausflugssachen auf und freue mich auf unser nächstes Ziel: Ushuaia auf Feuerland.