
Dienstag, 29. November – 3. Seetag auf dem Weg nach Punta Arenas/Chile
Einfach nur mal nichts tun, dies geht für mich fast gar nicht. Mein Mann genießt die Zeit an Deck und ich denke, wir könnten doch was für unsere gemeinsame Fitness tun! 10.30 Uhr an der AIDA-Bar, aber nicht Gläser stemmen, nein nein – Tanzkurs El Tiburón. Damit ich endlich mal die Schrittfolge begreife. Ich bin doch sonst nicht so begriffsstutzig. Aber wann nach rechts, nach links, nach hinten, nach vorne und dann hopps und drehen. Juhuuuuuuuu, es hat geklappt, Daumen hoch von unserer immer fröhlichen Tanzlehrerin. Uffz, mein Mann geht lieber ins Fitness-Studio an Bord :-(. Das hat er, so oft es ging, natürlich genutzt.) Unsere zwei „Mädels“ nahmen uns spontan als Gäste mit zum Vielfahrer-Treff. Ja, hat uns gefallen. Nächstes Jahr sind wir auch offiziell dabei. Mit Susanne Dulle als Club Direktorin hat man auch bei solch einer Veranstaltung viel Spaß. Am Nachmittag gab es für mich „Sicherheitstraining mit der Kamera“ - Ulla Keienberg hat mir tatsächlich noch einige Tipps und Tricks verraten, wie meine Bilder noch besser werden können. Unterhaltung am Abend, immer ein großes Thema an Bord. Mia Pittroff, unschlagbarer fränkischer Zungenschlag, gewürzt mit einer Prise Ironie redete und sang sie in einer Art und Weise, dass wir manchmal vor Lachen einfach losprusten mussten. Besonders gut gefiel uns die Story mit dem sogenannten Brunsticket (Sanifair-Gutscheine an den Autobahnraststätten). Diese Frau muss man mehr als einmal gesehen und erlebt haben. Beifall!!!
Mittwoch, 30. November auf dem Weg nach Punta Arenas/Chile
wechselhaftes Wetter, 10 Grad
Blauer Himmel, aber kalter Wind. Ich nutze den Seetag und bin im Rossini zum Kochkurs. Der Chef de Cuisine des Rossini, Rico Marter empfängt uns mit einem Gläschen Sekt und verteilt als Begrüßung erst mal die nette „Verkleidung“ (Mantel, Haube und Schuhüberzieher), damit wir das kleine Heiligtum betreten können, die Küche. Es ging um das Fleisch. Wie erkenne ich die gute Quaität, welche Temperatur braucht das Fleisch im Backofen zum weitergaren, was passt dazu, wie bereite ich es zu, was muss man wegschneiden, wann wird gewürzt und und …. Prima Infos und alle Rezepte zum mitnehmen. Er bereitete für uns: Barbarie Entenbrust auf glaciertem Rotkraut, Lammkarree mit Minzöl (Geschmacksexplosion auf der Zunge), Rinderfilet mit Kräuterbutter und Kalbsrahmschnitzel. Alles war sowas von lecker – wir haben natürlich alles schön fein nacheinander serviert bekommen und bei einem Gläschen Wein wurde gefachsimpelt.
Das Mittagessen ließ dann ausfallen, logisch. Als Zugabe bekam man wahlweise eine DVD mit den Rezepten des AIDA-Kochbuches oder eine AIDA-Kochschürze. Zwischen drin sah ich, wie mittags der Lotse mit einem Boot zur Cara gebracht wurde.
Der Einstieg vielleicht etwas schwierig, es hat leichten Wellengang. Am frühen Abend erreichen wir Punta Arenas. Ein schnelles Abendessen, das für eine ganz besondere Art der Belustigung sorgte. Ein Paar unterwegs auf dem Schiff, natürlich Schauspieler – sorgen im Speisesaal für Aufregung. Er suchte sie, man könnte meinen, er sei Dedektiv. Ach nee, was haben wir geschmunzelt über dieses Paar. Dunkel ist es noch nicht, die Sonne geht erst um 21.52 Uhr unter und so haben wir noch einen schönen Blick auf den Hafen, als wir dort anlegen.
Vor dem Schiff warten Busse auf die Ausflügler.
Blühenden Goldregen, Tulpen, Vergißmeinnicht, Mohnblüten – alles bunte Frühlingsblumen.
Wir laufen im dicken Anorak durch die Gegend und für die Einwohner ist Frühling, sie sind wesentlich leichter gekleidet.
Am Palazo Munoz Gamero bestaunen wir das fast zehn Meter hoch Denkmal Ferdinand Magellans, 1520 erreichte Magellan mit drei anderen Schiff die Einfahrt zur heutigen Magellanstraße. Wobei der ursprüngliche portugiesiche Name Estreito de Todos os Santos (Allerheiligenstraße) war, weil die Mannschaft während der Durchfahrt Allerheiligen feierte. Der spanische König lies die Straße dann später umbenennen auf Estrecho des Magellanes. Gegenüber dem Denkmal die Kathedrale El Sagrado Corzon auch ein Besuch wert.
Wir streifen durch die Straßen und steigen hoch zum Mirador Cerro de la Cruz.
Von dort oben haben wir einen tolle Sicht über die Stadt, bunte Häuser stehen dicht gedränt an den Hängen und unten im Tal die imposanten Gebäude und der Küstenfreifen.
Sachen gibt es auf der Welt ... aber nett zu wissen, wie weit es ist bis ...
Kurz überlegten wir, den bekannten Friedhof noch besichtigen – es ist ja nicht weit von der Zentrum aus – dachten wir. Endlich angekommen, waren die Pforten verschlossen. Zurück in die City schien uns nicht lohnend, also zu Fuß zum Schiff. Der Abendhimmel schenkt mir ein wunderbares Licht für meine Fotos. Vorbei ein beeindruckenden Kunstwerken sind wir leicht fröstelnd auf dem Rückweg.
Ich muss nicht genau beschreiben, wie lange wir unterwegs waren – aber nur eins: es war ein gewaltiger Fußmarsch. Belohnt wurden wir mit dem Bild, wie unsere CARA hell erleuchtet im Hafenbecken liegt. Zu diesem Foto gibt es noch eine kleine Geschichte. Direkt vom Anleger aus, konnte ich kein Foto machen, wo nichts störendes mit drauf kommt. Mein Mann lief weiter in Richtung und ich machte eine Kehrwendung und verschwand leise zwischen vielen Container. Da fand ich den idealen Platz für das Foto. Als mein Mann sich kurz vor dem Schiff umschaute, war ich wie vom Erdboden verschluckt. Er rief nach mir und es kam keine Antwort. Also blieb er doch etwas ratlos auf dem Steg stehen und dann kam ich angerannt, voller Freude wegen dem gelungenen Foto. Upps, er war doch ziemlich sauer, dass ich mich nicht abgemeldet hatte und auf der anderen Seite sehr glücklich, dass ich diese Aktion unbeschadet überstanden habe.
Zisch, machte es an der AIDA-Bar, dieses Bier hatten wir uns redlich erlaufen. Auf der Kabine sagte ich meinem Mann, „morgen lauf ich aber keinen Schritt mehr, die Wanderung entlang der Magellanstraße wird wohl nicht so anstrengend werden oder was meinst du?“ Mein Mann schaut mich an und ich erkenne ein schwaches grinsen. Über den Ausflug schreibe ich im nächsten Teil ...
Hier noch mein kleiner Film von Buenos Aires nach Punta Arenas https://youtu.be/xQgB_oVxBi8