
Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes, daher machten wir uns bereits um 7:45 Uhr auf den Weg. Unser Spaziergang führte uns zunächst an der verfallenen Linnahall vorbei in Richtung Altstadt.
Die Linnahall, einst ein monumentales Veranstaltungs- und Sportzentrum direkt am Meer, steht heute verlassen da und befindet sich in einem zunehmend schlechten Zustand. Bröckelnder Beton und weitläufige, leere Flächen verleihen dem Bauwerk eine raue, fast melancholische Atmosphäre. Aufgrund akuter Einsturzgefahr darf die Anlage nicht mehr betreten werden. Dennoch lässt ihre gewaltige Dimension erahnen, welch bedeutendes Bauwerk sie einst gewesen sein muss (Nach unserem Spaziergang recherchierte ich noch etwas über die Linnahall, da mich dieses außergewöhnliche Bauwerk nicht losließ).
Ganz anders präsentierte sich die Altstadt von Tallinn. Schon beim Durchschreiten der historischen Stadtmauern fühlte es sich an, als würde man in eine andere Zeit eintauchen. Enge, mit Kopfsteinpflaster bedeckte Gassen schlängeln sich zwischen liebevoll erhaltenen mittelalterlichen Häusern hindurch, während Türme und Kirchturmspitzen das Stadtbild prägen.
Besonders beeindruckend war der Rathausplatz, das Herzstück der Altstadt. Das prächtige mittelalterliche Rathaus verleiht dem Platz einen ganz besonderen Charme. Bei unserem Rundgang durch die Oberstadt Toompea eröffneten sich immer wieder herrliche Ausblicke auf die roten Dächer Tallinns und die Ostsee.
Der Besuch der Altstadt hinterließ bei mir einen bleibenden Eindruck. Neben der faszinierenden mittelalterlichen Kulisse stimmte mich der Anblick der Linnahall auch nachdenklich. Der Kontrast zwischen der sorgfältig bewahrten Altstadt und dem Verfall dieses einst bedeutenden Bauwerks macht sichtbar, wie unterschiedlich mit Geschichte und Zeitzeugnissen umgegangen wird.
Gegen Mittag, kurz bevor wir zur AIDAdiva zurückkehrten, setzte schließlich der vorhergesagte Regen ein – teilweise sogar recht kräftig ....