Beiträge von Portia
-
-
Heute ist sie früh dran:
Und damit geht es jetzt wirklich bald zu Ende. 😔
Es war eine wunderschöne Reise, alles hat gepasst; für mich auch das Wetter, obwohl es selbst für Norwegen, wo ja bekanntlich alles möglich ist, doch recht kalt war für die Jahreszeit. Aber ich mag‘s. 😃
Es war auch nach zwei Feiertags-Reisen (Silvester und Ostern) endlich mal wieder total entspannt auf dem Schiff, und ich hatte überhaupt keine Probleme, irgendwo einen Platz zu finden, egal ob beim Essen, an Seetagen zum Lesen oder bei Veranstaltungen im Theatrium. Und das, obwohl das Pooldeck bei dieser Reise nicht sehr besucht war.
Ich danke euch sehr fürs stille Mitlesen, eure zahlreichen Reaktionen, Kommentare und überhaupt euer großes Interesse.
Das Schreiben macht immer so viel Spaß, und ich hoffe, ich konnte denen, die diese Reise auch auf dem Zettel haben, eine Entscheidungshilfe geben. 🙂Viele Grüße von der Nordsee 🙋🏻♀️
-
Lektor aktuell auf der luna ist Heiko Schliek. Er bleibt noch bis einschließlich erste Grönland-Reise und geht dann auf die sol.
-
Der letzte Hafen liegt nun hinter uns. 🙁 Dafür war es aber nochmal ein besonders schöner: Eidfjord 😃 Darüber hatte ich mich auch sehr gefreut, als ich die Reise gebucht hatte, dass Eidfjord mal wieder mit dabei ist.
Hier habe ich den Tag heute mit Wandern verbracht. Ich wollte unbedingt nochmal die Runde zum Eidfjordsee gehen, aber dieses Mal „richtig“ herum. Ich bin also am Fluß Eio gestartet und nicht mit dem Aufstieg über die Straßen im Ort.
Wie man auf den Bildern schon sieht, war es endlich sonnig und warm, meine Regenjacke hat im Rucksack Platz genommen, und den Pulli konnte ich auch bald ausziehen. Beides war aber später schneller wieder angezogen, als ich dachte. 😉
Der Weg am Fluss lang ist immer wieder schön, vor allem rauscht er durch die vielen Steine so schön laut.
200 Meter vor dem See ist ein kleines Toilettenhäuschen. Aber Obacht, was da alles verboten ist. 😂🙈
Zum Glück musste ich nicht; bei dem Geruch da hätte ich auch eher den Wald vorgezogen. 😧
Bei besserer Luft und wunderschöner Sicht bin ich am See angekommen und habe mich da erstmal eine Weile auf einen Stein gesetzt und die Aussicht genossen.
Der Weg geht weiter aufs Hochplateau, ca. 800 Meter bergauf, und führt durch einen Wald, wo man am Ende an einigen Hügelgräbern aus der Eisenzeit vorbeikommt und über einen Bauernhof geht.
Kurz dahinter musste ich mich auch einmal unterstellen und bei böigem Wind im Schutz einer Mauer Pulli und Jacke wieder anziehen. Trotzdem ist der Weg aber einfach traumhaft schön.
Am Ende, bevor es wieder runter in den Ort geht, geht es links ab zu diesem Aussichtspunkt:
Da ist auch der Bilderrahmen, aber ich finde das Foto ohne den irgendwie schöner. 😄
Zurück im Ort, bin ich direkt auf der anderen Seite wieder bergauf gegangen, nämlich zur alten Kirche von ca. 1309.
Sie war offen, der Kirchenraum aber durch ein Gitter abgesperrt.
In wunderschöner Bergkulisse gelegen, hatte ich noch keine Lust, wieder runter in den Ort zu gehen, sondern habe erstmal geschaut, welche Wege des da oben noch gibt.
Ich habe einen gefunden, der zwar erst so aussieht, als würde er über Privatgrundstücke gehen, weil da auch ein kleines „Gewerbegebiet“ liegt, aber da waren auch Leute, und keiner hat mich aufgehalten. Hinter den Grundstücken fing auch die Natur wieder an, und ich bin direkt auf die hier gestoßen:
Der Weg führt zur Hauptstraße, wo die bestrickten Bäume sind.
Im Ort habe ich die beste und ofenfrische Zimtschnecke gegessen und habe durch die drei Geschäfte, die es dort gibt, geschaut.
Irgendwann war ich dann aber auch fertig und bin durch den kleinen Park an der Eio-Mündung zurück zum Schiff gegangen.
Und dann war es soweit, ein letztes „Leinen los“, und Eidfjord wurde hinter der Heckwelle immer kleiner.
Die Fahrt durch den Hardangerfjord war aber nochmal ein Highlight dieser Reise, einfach so schön.
-
Heute habe ich den Ausflug „Schätze von Bergen mit dem E-Bike“ gemacht. Der war vorab in myAIDA nicht buchbar, sondern erst an Bord. Da ich hier normalerweise nicht mehr in die Ausflugsangebote reinschaue, weil meine Planung vorher schon abgeschlossen ist, hätte ich das gar nicht mitbekommen. Auf einer anderen Radtour dieser Reise war ich aber mit Mitradelnden ins Gespräch gekommen, und die hatten mich darauf hingewiesen, dass es eine große Tour in Bergen gibt.
Wenn euch diese Tour interessiert, schaut also auch an Bord nochmal im Bordportal in die Ausflüge.
Ausgeschrieben ist die Tour mit 47 km, um die 800 Höhenmeter und 6 Stunden. Das hat auch so gepasst. Die Beschreibung war aber etwas dünn, deswegen hier nochmal die Ziele der Tour:- Freilichtmuseum Gamle Bergen (als Fotostopp mit Aussicht aufs Schiff, keine Zeit für einen Museumsbesuch)
- Fahrt auf den Fløyen (sehr anstrengend, auch im Turbo-Modus) mit 20 Minuten Freizeit oben
- Fahrt zum Berg Løvstakken mit 30 Minuten Freizeit, um auf den Berg zu gehen, nur zu Fuß möglich, da Treppen auf dem Weg
- Fantoft Stabkirche, Besichtigung von außen
- Fahrt durch den Fyllingsdalen-Tunnel, den längsten Fahrradtunnel der Welt
- Fahrt über die Halbinsel Nordnes
- durch die Stadt mit kurzem Stopp in Bryggen und an der Festung zurück zum SchiffDie Wege sind fast ausschließlich sehr gut ausgebaute Fahrradwege, wenige Ampeln, teilweise auch unbefestigte Waldwege oder Schotter. Im Straßenverkehr mit Autos fährt man nur direkt zu Beginn und Ende in der Innenstadt.
Auch im Sommer bei warmen Temperaturen empfehle ich, einen Pulli oder eine Jacke mitzunehmen, denn der Fahrradtunnel ist sehr kalt, und die Durchfahrt inkl. Stopp an einem Kunstwerk in der Mitte dauert ca. 15 Minuten.Die Tour ist besonders toll, wenn man nicht das erste Mal in Bergen ist, denn es gab keine Freizeit in der Stadt, um über den Fischmarkt zu gehen, Bryggen inkl. der Hinterhöfe näher anzuschauen oder die Innenstadt anzuschauen. Bei 6 Stunden Ausflugszeit ist es je nach Liegezeit und Start des Ausflugs evtl. nicht möglich, vorher oder hinterher nochmal in die Stadt zu gehen.
Die reine Fahrzeit ohne Pausen waren etwa 3,5 Stunden, und dies war die grobe Strecke:
Dies ist das Höhenprofil:
-
Guten Abend aus Bergen 😊
Mein viertes Mal in Bergen war das heute - und doch irgendwie ganz anders als bisher. Erstens, weil Bergen sonst immer der erste oder zweite Hafen der Reise war, und ich hier immer so ein Gefühl hatte, dass die ganze Reise noch vor mir liegt. Da war Bergen nicht nur das „Tor zu den Fjorden“, wie die Stadt hier mit Beinamen genannt wird.
Dieses Mal ist die Reise jetzt fast zu Ende. Mein Plan war eigentlich, heute durch die Stadt zu schlendern, meine Lieblingsorte wiederzusehen und mit der Straßenbahn zur Fantoft Stabkirche zu fahren.
Auf der Radtour in Andalsnes haben mich aber Mitreisende darauf aufmerksam gemacht, dass es in Bergen eine relativ neue, vorab in myAIDA nicht buchbare Fahrradtour über fast 50 km gibt. Das ist doch was für mich, also direkt beim Scout gebucht. Die Tour heißt „Schätze von Bergen mit dem E-Bike“ und dauert 6 Stunden.Wir waren heute 9 Gäste und 2 Scouts, und am späten Vormittag ging es los. Nachdem unser Kapitän heute Morgen zweimal gesagt hat, Bergen ohne Regen sei ja fast schon ein Reisemangel, kann ich also vorab schonmal sagen: Diese Reise bleibt weiterhin mangelfrei. 🙂 Auf dem Weg zum ersten Stopp, dem Freilichtmuseum Gamle Bergen, hat uns ein kurzer Schauer erwischt, der aber schon wieder aufgehört hatte, bevor die meisten ihre Regenklamotten übergezogen hatten.
Bei Gamle Bergen haben wir allerdings „nur“ wegen des Aussichtspunkts gehalten.Das Museum selbst kann ich aber sehr empfehlen, da war ich vor zwei Jahren und hatte dazu auch im individuelle-Ausflüge-Therad zu Bergen was geschrieben.
Danach kam dann direkt die Königsetappe: der Fløyen. 🫢 Bis zur Mittelstation der Fløybanen ging es sogar recht gut zu fahren. Natürlich Motor auf volle Unterstützung gestellt, konnte man die Fahrt bergauf auch noch genießen. 😄 Ab der Mittelstation haben wir den Wanderweg verlassen und sind durch ein Wohngebiet gefahren, wo die Straßen an Steigung nochmal echt einen draufgelegt haben. Selbst mit Motoruntersützung war es schon echt schwer, und als endlich der Ziegenstall in Sichtweite kam… puh.
Nicht umsonst war die Strecke 2017 bei der Straßenrad-Weltmeisterschaft Austragungsort des Zeitfahrens.Wieder zu Atem gekommen, hatten wir 20 Minuten Aufenthalt auf dem Fløyen.
Der Ziegenstall hat jetzt einen Zaun bekommen. Vielleicht ist der gar nicht so neu, aber vor zwei Jahren war er noch nicht da.
Zwei Ziegen liefen aber draußen herum, also kommen wohl die Ziegen raus, man aber nicht zu ihnen rein.
Die Abfahrt war natürlich sehr angenehm, wenn aber auch vorsichtig zu fahren, denn man ist ja nicht alleine auf der Straße, und größtenteils ist es auch viel zu steil, um sich einfach rollen zu lassen. 🙈 Man will ja heil unten ankommen.
Wir sind dann in einem großen Bogen zum Løvstien gefahren. Das ist ein Wanderweg auf den Berg Løvstakken, einem der sieben Hausberge Bergens. Da habeb wir die Räder abgestellt und hatten eine halbe Stunde Zeit, auf den Berg zu gehen (und wieder zurück). Insgesamt ist der Weg 6,4 km lang, wofür wir natürlich keine Zeit hatten, aber zu einem Aussichtspunkt auf einem letztes Jahr eröffneten Holzsteg haben wir es geschafft. Von dort hat man mal eine ganz andere Aussicht auf die Stadt.
Das nächste Ziel hat mich dann doch mehr als positiv überrascht, stand nämlich nicht in der Ausflugsbeschreibung. Wir sind dann zur Fantoft Stabkirche gefahren, von der ich ja schon dachte, sie auf das nächste Mal verschieben zu müssen.
Sie ist ursprünglich von 1170, stand aber im Ort Fortun am Sognefjord. Früher gab es ca. 1000 Stabkirchen in Norwegen, heute nur noch 28. Grund dafür ist ein Gesetz von 1851, wonach eine Kirche für mindestens 30% der Gemeindemitglieder Platz haben muss. Viele Gemeinden mussten also neue Kirchen bauen, und die Stabkirchen wurden abgerissen und als Brennholz verkauft.
Ein Bergener Konsul rettete die Stabkirche vor diesem Schicksal, kaufte das Gebäude und ließ es ab- und in Fantoft wieder aufbauen. Das war relativ einfach möglich, da die Bauweise der Stabkirchen komplett ohne Nägel auskommt.1992 wurde die Fantoft Stabkirche bei einem Brandanschlag zerstört, von 1993 bis 1997 aber als exakte Kopie wieder aufgebaut.
Der nächste Teil der Tour war auch besonders spannend: der längste Fahrradtunnel der Welt. Der Fyllingsdalstunnelen wurde im April 2023 eröffnet und ist 3 km lang.
Auf getrennten Spuren pro Richtung und einer separaten Fußgängerspur ist er sehr komfortabel zu fahren, es ist nur sehr sehr kalt darin. Es gibt auch Haltebuchten und Lichtinstallationen. In der Mitte steht ein Regenbogen- Kunstwerk, das das Licht innerhalb des Berges symbolisieren soll.
Die restliche Strecke führte wieder bergauf zu mehreren Bergseen, an einem haben wir auch nochmal angehalten.
Es ging dann zurück in die Stadt und auf die Halbinsel Nordnes, auf der auch das Aquarium liegt. Die Halbinsel wird definitiv mein Ziel, wenn ich das nächste Mal in Bergen bin, denn da sind wir durch ein Holzhaus-Viertel gefahren, das so wunderschön aussah, dass ich am liebsten angehalten hätte.
Da haben wir auch eine Pause bei einer Donut-Bäckerei gemacht. Unsere Scoutin hatte die Donuts so angepriesen, und es ist wirklich jeder aus der Gruppe reingegangen und wollte einen probieren (was ganz vielleicht auch daran lag, dass wir schon bei km 40+ waren und kein Mittagessen hatten 😉). Es gibt Donuts mit verschiedenen Glasuren, aber auch gefüllte „Donuts“, die man bei uns eher als Berliner bezeichnen würde. Die Auswahl war wirklich riesig. Ich habe mich für einen gefüllten mit Oreo-Cheesecake-Füllung entschieden. Die Scoutin hat keinen Quatsch erzählt, war wirklich sooo lecker. 😋Mit einem Stopp in Bryggen und einem an der Festung ging es dann zurück zum Schiff. Leider waren es wirklich nur kurze Stopps, aber ich war ja schonmal da. Deswegen ist dieser Ausflug besonders empfehlenswert, wenn man schon mehrmals in Bergen war und mal das nähere Umland kennenlernen will. Die typischen Sehenswürdigkeiten wie Bryggen, Fischmarkt, Festung kommen nur am Rande oder gar nicht vor. So war es aber wirklich ein überraschender Blick über den Tellerrand, wo wir Stadtteile gesehen haben, in die man sonst nie kommt.
Jetzt werde ich das Sail Away gucken und im Anschluss noch wie immer Strecke und Höhenprofil im Biking-Bereich posten. -
Guten Nachmittag aus Leknes. ☀️
Aktuell ist es hier sogar sonnig, nachdem sich heute Morgen schon andeutete, dass es einen Kampf zwischen Sonne und Wolken gibt.
Ich bin schon wieder zurück an Bord, denn ich hatte heute das „Glück“ eines relativ frühen Ausflugs erwischt, und durch das gemeinsame Tendern war das Treffen in der Aida-Bar auch entsprechend noch früher.
Heute hatte ich nämlich wieder einen Aida-Ausflug gebucht, der für mich etwas ganz Besonderes war: „Inselwelten auf dem Pferderücken“. 🤩 Zwar hatte ich vor vier Jahren auf Island schon einmal Reitausflüge gemacht, allerdings hatte ich damals noch zu Hause eine Reitbeteiligung, und es war dann nur wegen der besonderen Umgebung etwas Besonderes. Jetzt nach fast zweieinhalb Jahren wieder auf einem Pferd zu sitzen… darauf habe ich mich schon die ganze Reise gefreut. 😊Wir waren eine sehr kleine Gruppe, nur 10 Leute + Scout, im selben Bus war aber noch ein zweiter Ausflug, denn man konnte denselben Hof auch besuchen, um in eine Strand-Sauna zu gehen.
Der Hof lag etwa eine Stunde vom Tenderhafen entfernt, und es ging erstmal nicht so gut los. Der Bus fuhr sehr langsam und machte komische Geräusche. 😧 Erst dachte ich mir nichts dabei, vielleicht ein Radfahrer vor uns, aber als der Fahrer dann in eine Haltebucht fuhr und den Motor ausgemacht hat, habe ich kurz gedacht, ob es wohl heute nicht sein soll mit dem Ausritt. Der Fahrer hat versucht, den Motor wieder zu starten, sprang auch an, aber er zog immer noch nicht richtig. 😕 Im Spiegel über dem Fahrer sah man ihn dann telefonieren, und auf einmal wurden die Fahrgeräusche normal, und der Bus hat beschleunigt. Puh 😄
Die Panoramafahrt über die Inseln Vestvagøya, auf der Leknes liegt, und Gimsøya, wo unser Ziel direkt am Strand lag, haben wir also ohne weitere Zwischenfälle geschafft, und dann tauchte endlich unser Ziel in den Dünen auf: der Reiterhof Hov Gård. Neben zahlreichen Islandpferden gibt es dort auch ein Restaurant/Café, aber wir haben und direkt in die Ställe begeben, Helme bekommen, mussten einen kurzen Film gucken, wie man ein Pferd „bedient“, und dann wurden anhand einer Namensliste die Pferde eingeteilt (bei der Buchung musste man sein reiterliches Niveau angeben).
Da wir so wenige waren, ging die Einteilung schnell, und ich habe einen fuchsfarbenen und für einen Isländer recht großen Wallach bekommen. Und als eine der ersten saß ich oben, endlich wieder auf einem Pferd. 😃Der Ausritt ging erst runter zum Strand und von da hauptsächlich durch eine Dünenlandschaft.
Nach einiger Zeit sind wir mitten durch ein (leeres) Stockfisch-Gestell geritten, wo wir auf einer Wiese daneben auch Pause gemacht haben.
Die Guides haben etwas über den Stockfisch erzählt und hatten auch welchen dabei, falls jemand probieren wollte. Ich wollte und fand ihn gut.
Ich habe aber in der Pause vor allem die Aussicht aufs Meer und einen kleinen Leuchtturm genossen.In einem großen Bogen ging es weiter zwischen den Dünen und kleinen Lodges, die als Ferienhäuser gemietet werden können.
Der Rückweg ging wieder am Strand lang,und gefühlt viel zu früh waren wir zurück am Hof. 😭 Ich hätte noch ewig weiterreiten können. Jedenfalls vom Kopf her. Ein anderes Körperteil ist es überhaupt nicht mehr gewohnt, im Sattel zu sitzen, und da habe ich es doch deutlich gemerkt. 😉
Fazit: Auch wenn es nur eine Schrittrunde war, da unsere Gruppe wohl zu klein war, um die in Anfänger und Fortgeschrittene aufzuteilen, war es sehr schön, mal wieder auf dem Pferd zu sitzen, und dann auch noch in so einer schönen Umgebung.
Zurück am Tenderhafen habe ich natürlich noch das typische Foto gemacht.Jetzt genieße ich das noch leere Schiff und werde übermorgen in Bergen wieder in den Sattel steigen, aber dieses Mal dann wieder auf zwei Rädern statt auf vier Hufen.
-
Guten Abend aus Tromsø - der nach zwei russischen Städten drittgrößten Stadt nördlich des Polarkreises.
Dies ist mein dritter Besuch hier, trotzdem hatte ich mich sehr darauf gefreut, denn ich mag die Stadt wirklich sehr. Außerdem hatte ich hier das erste Mal Polarlichter gesehen… allerdings Anfang April. 😉 Aktuell ist Polartag und Tag 5 der Reise, an dem es nicht mehr dunkel geworden ist.Ich bin heute mit dem öffentlichen Bus gefahren, die Haltestelle heißt wie auch unser Liegeplatz Breivika und ist vom Schiff aus schon zu sehen. Dafür hatte ich mir die Svipper-App runtergeladen, an den größeren Haltestellen gibt es aber auch Ticketautomaten. Eine einfache Fahrt kostet 50 NOK, ein 24-Stunden-Ticket 140 NOK.
In der Stadt habe ich zuerst die Festung Skansen angeschaut, die ich bei meinen ersten Besuchen irgendwie übersehen hatte. 😄 Sie ist aber auch sehr klein. Von der ehemaligen Festungsmauer ist auch nichts erhalten, es ist „nur“ archäologisch nachgewiesen, dass hier ab ca. 1250 bis ins 14. Jahrhundert eine Festungsanlage war.
Direkt gegenüber liegt das Polarmuseum, nicht zu verwechseln mit dem Polaria, das etwas außerhalb der Stadt liegt und ein arktisches Erlebnismuseum ist.
Das Polarmuseum habe ich als nächstes gemacht, denn da war ich bisher auch noch nicht drin.
Im ersten Abschnitt gab es ein Wiedersehen mit der Entdeckungsgeschichte Svalbards und dem Leben von Walfängern und Robbenjägern.
In den oberen Etagen geht es um die Expeditionen von Roald Amundsen und Fritjof Nansen, bei letzterem vor allem um die Expedition mit dem Forschungsschiff Fram von 1893 bis 1986. Diese Forschungsreise begann und endete in Tromsø, und auch wenn sie nicht den Nordpol erreicht hat, ist Nansen mit seinem Begleiter Fredrik Hjalmar Johansen, die das im Eis eingefrorene Schiff verlassen hatten, um unter dramatischen Umständen auf Skiern und mit Hundeschlitten weiter nordwärts zu wandern, bis etwa zum 86 Breitengrad gelangt und damit nördlicher, als ein Mensch seinerzeit gewesen ist. Bei seiner Rückkehr und der Wiedervereinigung mit seiner Crew in Tromsø wurde er gefeiert und war für viele nach ihm kommende Polarforscher das große Vorbild.
Amundsen hat es später ebenfalls nicht zum Nordpol geschafft, war dafür aber nach einem Wettlauf zum Pol mit dem Briten Robert Falcon Scott am 14.12.1911 der erste Mensch am Südpol. Er verlor sein Leben bei einem Versuch, 1928 den Forscherkollegen Umberto Nobile zu retten, der über der Arktis mit dem Luftschiff abgestürzt war. Nobile und seine Crew wurden gerettet, Amundsen kehrte jedoch nicht zurück, und auch sein Flugzeug blieb verschollen. Auch er wurde als tragischer Held gefeiert, und man begegnet ihm an mehreren Stellen in der Stadt.
Die Eismeerkathedrale habe ich dieses Mal nur von weitem gesehen.
Dafür habe ich das erste Mal die Domkirche von innen gesehen. Die Holzkirche aus den 1860er Jahren ist der nördlichste Bischofssitz der Welt.
Im Café Kaffebønna habe ich eine Kardamomschnecke gegessen, endlich habe ich wiedergefunden, wo ich die bei meinem ersten Mal in Tromsø gegessen hatte. Dafür würde ich sogar jede Zimtschnecke stehen lassen. 😋
Die restliche Zeit habe ich in der neu gestalteten Fußgängerzone verbracht. Sie ist wahrscheinlich nicht ganz neu, aber ich habe sie das erste Mal ohne Baustelle gesehen.
Ein Hot Dog an dem berühmten Kiosk habe ich mir auch heute wegen der Schlange nicht gegönnt. Das Warnschild links im Bild könnte ich mir aber auch gut an den Landungsbrücken in Hamburg vorstellen. 😄Heute Vormittag war es teilweise sogar ein bisschen sonnig, nachmittags fing es aber wieder an zu regnen. Jetzt habe ich Tromsø einmal im Winter, einmal im Hochsommer mit 25 Grad und Sonnencreme und einmal bei fast schon herbstlichem Wetter erlebt. Aber schön war es jedes Mal. Ich hoffe, das nächste Mal komme ich wieder im Winter hierher, und dafür habe ich mir dann auch den Storsteinen aufgehoben.
Jetzt fahren wir schon wieder, und es heißt mal wieder „Goodbye Tromsø“.
Viele Grüße und bis morgen 🙋🏻♀️ -
Und weiter geht es.
Gestern war ich ja auf dem Weg zur Kirche stehen geblieben, im wahrsten Sinne des Wortes, und hatte das Rentier beobachtet. Später habe ich noch eins gesehen, aber das war nicht so nah wie das auf dem Foto.Die Svalbard Kirke von 1958 ist rund um die Uhr geöffnet, Eile war also nicht geboten. Ich habe sie am frühen Nachmittag auch fast leer vorgefunden, viele besuchen sie wohl direkt als erstes, weil sie vom Schiff aus gesehen am Ortsrand liegt.
Drinnen gibt es den klassischen Kirchenraum
und im hinteren Bereich eine Art „Wohnzimmer“ mit Bücherregal, wo auch Kaffee angeboten wurde, und es gab einen kleinen Shop.
Die Kiche liegt etwas erhöht, so dass man hier auch einen guten Blick auf die Stadt hat.
In der Stadt bin ich durch die Geschäfte in der Einkaufsstraße gebummelt, habe das eine oder andere gekauft und einmal in den Supermarkt reingeschaut.
Als ich damit durch war, hat mich das Gebäude Nordover („nordwärts“) noch interessiert. Darin ist das Kino von Spitzbergen, eine Kunstausstellung, Café und ein kleiner Shop. War auch gerade nicht viel los, was ich direkt beim Betreten des Eingangsraums gemerkt habe, denn das bereitgestellte Schuhregal war fast leer.
In Longyearbyen ist es Tradition geblieben, sich beim Betreten von Gebäuden die Schuhe auszuziehen. Dadurch sollte verhindert werden, dass die Bergleute den Kohlenstaub und sonstigen Grubendreck in die Häuser tragen, und es hat sich bis heute gehalten. So oft wie gestern habe ich mir jedenfalls lange nicht mehr an einem Tag die Schuhe aus- und wieder angezogen. Die Geschäfte und der Supermarkt waren aber von der „schuh-freien“ Zone ausgenommen.Ich war eigentlich nur neugierig, wie groß der nördlichste Kino-Saal der Welt ist. Die Filme waren draußen schon in einem Schaukasten zu sehen. Gar nicht so klein, die Auswahl, aber es gibt an den Kino-Tagen nur jeweils einen der Filme und nur eine Vorstellung.
Oben angekommen, war auf einem Monitor geschrieben, dass man jede halbe Stunde einen 25minütigen Film über die Geschichte und Kultur Spitzbergens sehen konnte. In 4 Minuten sollte die nächste Vorstellung losgehen. Ich habe mir schnell ein Ticket gekauft und bin in den Saal gegangen, dann ging auch direkt die Tür automatisch zu, und der Film begann. So bin ich mehr oder weniger zufällig im nördlichsten Kino der Welt gelandet, als einzige in der Vorstellung und auf Socken.
Geschichtlich war im Film nichts Neues dabei, was ich nicht schon aus dem Museum wusste, aber das nochmal mit alten bewegten Bildern erzählt zu bekommen, war trotzdem sehr interessant, und dazu kamen die wunderschönen Naturaufnahmen aus allen Jahreszeiten. Zum Schluss wurden ganz kurze Interviews gezeigt mit Künstlern, die es aus verschiedenen Ländern nach Spitzbergen gezogen hat, warum und was sie an Spitzbergen am meisten mögen.
Das war eine gute Überleitung zur Kunstausstellung, die im Ticketpreis mit drin war. Dort sind in einer ständigen Ausstellung Werke des norwegischen Malers Kåre Tveter (1922-2012) gezeigt. Das Thema ist fast ausschließlich die arktische Landschaft. Man könnte die Bilder auf den ersten Blick als minimalistisch bezeichnen, weiße Landschaften auf weißem Grund, hin und wieder die Kontur eines Gletschers oder einer Schneedecke, sehr viel schwarz-weiß, aber auch mal eine ganz zarte Andeutung eines rosa Horizonts. Ich bin jetzt kein regelmäßiger Galeriebesucher oder würde öfter mal in Kunstmuseen gehen. Aber was ich da gesehen habe, hat mich total angesprochen, fasziniert und auch irgendwie total berührt, wie ausdrucksstark die Bilder waren. Wahnsinn. Ihr könnt ja mal googeln, ich habe da aus Respekt keine Fotos gemacht und hätte sie ja auch gar nicht hier einstellen dürfen. Ich bin jedenfalls mit einem Lächeln wieder gegangen, glücklich darüber, dass mich die Neugier dazu gebracht hat, das Gebäude mal zu betreten. Es hat sich sehr gelohnt.
Der Kinosaal war übrigens gar nicht so klein, ich schätze mal, 100 Plätze.Damit hatte ich eigentlich alles durch, geplant oder ungeplant, wollte aber noch nicht zurück zum Schiff. Deswegen habe ich noch eine weitere Runde durch den Ort gedreht und noch ein paar Eindrücke festgehalten.
Mein letzter Weg, bevor ich dann doch zurück aufs Schiff gegangen bin, musste natürlich noch hier hin:
Aber das war dann wirklich nur noch wenige Schritte vom Schiff entfernt.
Abends kam dann noch ein großes Highlight, nämlich die moderierte Ausfahrt aus dem Advents- und dem Isfjord. Der Kapitän ist so nah wie möglich an die Gletscher herangefahren, wie es die Grenze zum Naturschutzgebiet zulässt.
Die waren leider auch irgendwann in der Ferne verschwunden und damit auch Spitzbergen. Mein zweiter Besuch war noch viel schöner als der erste, und es wird bestimmt nicht der letzte gewesen sein.
-
Hier kommen die nördlichsten Grüße, die man auf dieser Erde senden kann, ohne Polarforscher zu sein. Noch ca. 1330 km vom Nordpol entfernt, ist hier so ziemlich alles das nördlichste: Brauerei, Kirche, Museum, Supermarkt, Tankstelle… und und und. 😄
Vor zwei Jahren war ich hier bei strahlendem Sonnenschein und T-Shirt-Wetter, was hier aber nicht die Regel ist. Heute war es dann schon typischeres Wetter für Spitzbergen, der angekündigte Sonnenschein kam zwar nicht, aber bei 12 Grad und ohne Wind oder Regen fühlte es sich überraschend mild an.
Heute stand einiges auf dem Programm, was ich letztes Mal nicht geschafft hatte. Deswegen war ich zuerst im Svalbard-Museum, direkt neben der Universität. Dies ist aber nur das zweit-nördlichste der Welt, denn auf der Rückseite und einmal über die Straße (nach Norden 😉) gibt es noch ein kleines Nordpol-Expeditions-Museum.
Spitzbergen ist „nur“ die Insel, auf der wir uns gerade befinden. Das gesamte Archipel heißt Svalbard, und der Name wird hier und international auch fast ausschließlich verwendet.
Wie so viele andere Orte auch, wurde die Insel Spitzbergen rein zufällig entdeckt. Der Niederländer Willem Barentsz wollte 1596 einen Handels-Seeweg nach China finden, weil der Weg um Afrika herum in portugiesischer Hand war. Das Schiff fror im Eis fest, und die Besatzung beschloss, an Land zu campen. So kam man auf eine Insel, die Barentsz wegen der spitzen Berge „Spitzbergen“ nannte. Überlebende schafften es zurück in die Niederlande, und berichteten von der Insel im Eismeer. Walfänger aus mehreren Nationen folgten in den wenigen Sommermonaten, und ab Ende des 19. Jahrhunderts galt Spitzbergen als aussichtsreichster Ausgangspunkt für Nordpol-Expeditionen, wo es doch von Grönland aus nicht geklappt hatte.
Im Museum kann man unter anderem einen Nachbau einer Walfänger-Hütte aus dem 17. Jahrhundert sehen, die sich viel weiter nördlich von Longyearbyen, im späteren Ny-Alesund, befunden hatte.
Unter all den Nationen, die nach Spitzbergen aufgebrochen sind, um mit Walfang oder Expeditionen ihr Glück zu machen, war aber immer Konsens, dass kein Land Anspruch auf das Archipel erhebt, sondern es Niemandsland bleibt.
Das sollte sich erst im sehr frühen 20. Jahrhundert ändern, als 1906 der amerikanische Geschäftsmann John Munro Longyear nach Spitzbergen kam, die erste Bergbaugesellschaft gründete und die Siedlung Longyear City gründete. Das versuchten viele, ihm nachzutun, indem sie ein Schild in den Boden rammten und damit ihren Besitz abstecken wollten. Der nächste hat die Schilder aber einfach wieder weggenommen und seine eigenen aufgestellt, was zu großem Chaos führte und bald erste Rufe nach einer staatlichen Verwaltung laut wurden. Erste multinationale Konferenzen dazu wurden aber mit Beginn des 1. Weltkriegs eingestellt und erst danach wieder aufgenommen. Der 1920 gegründete „Svalbard Treaty“ schlug Norwegen vor, und nach fünfjährigen Verhandlungen wurde Svalbard 1925 norwegisch.
Im April 1940 wurde Norwegen von den Nazis überfallen und besetzt, so dass die Aliierten 1941 Spitzbergen evakuierten und die gesamte Infrastruktur hinter sich zerstörten, um die Insel für die Deutschen uninteressant zu machen. Schon im Herbst 1941 errichteten die Deutschen allerdings auf Spitzbergen eine Wetterstation, auf deren Grundlage strategische Entscheidungen auf dem gesamten Festland getroffen wurden.
Nach Kriegsende, als die Siedlungen wieder aufgebaut und die Kohleförderung wieder aufgenommen wurde, kam Spitzbergen aber nicht zur Ruhe. Der kalte Krieg begann, und die Sowjetunion nahm Kontakt mit Norwegen auf, um eine gemeinsame Verwaltung zu verhandeln. Die Lage am Tor zur Barentssee im Osten ließ die Sowjetunion befürchten, dass der Westen hier Militärbasen einrichten könnte. Letztendlich lehnte Norwegen eine gemeinsame Verwaltung ab, die Sowjetunion bekam aber das Recht, autonome Siedlungen zu behalten oder einzurichten. Daraus entstanden zum einen der heute noch bewohnte Ort Barentsburg, den die Sowjetunion in den 1930er Jahren den niederländischen Gründern abgekauft hatte, zum einen der aufgegebene Ort Pyramiden.Nachdem ich das Museum verlassen und wieder in der Gegenwart war (Ihr merkt, wie sehr ich mich in die Geschichte Svalbards vertieft hatte 😉), bin ich Richtung Ortszentrum gegangen, um den zweiten Ort aufzusuchen, der bei mrinem ersten Besuch nicht geklappt hatte: Das Café „Husky‘s“. Dort war es vor zwei Jahren so voll, dass ich nur einen Blick durch die Tür werfen konnte. Nicht nur wegen Kaffee und Kuchen kommen die Gäste dort hin, sondern auch, um die Hunde zu sehen, zu knuddeln und mit ihnen zu spielen. Sie haben auch ganz brav nicht beim Essen gebettelt, aber als mein Kuchenteller leer war, war die Neugier auf Krümel dann doch größer.
Als nächstes bin ich zur Kirche gegangen, in einem großen Bogen, um noch das Longyear-Denkmal anzuschauen.
Als ich mich umgedreht habe, konnte ich wieder etwas erleben, was mir letztes Mal nicht vergönnt war. Auf einmal lief er über die Straße und blieb in aller Ruhe stehen, um zu grasen:
Ich hatte so auf eine Rentier-Sichtung gehofft, aber mit so einem großen Glück, das eins so nah kommt, habe ich nicht gerechnet. Ich habe es eine Weile beobachtet und bin dann langsam weitergegangen zur Kirche.
…
An dieser Stelle geht es morgen weiter. Die Fotos laden nicht mehr hoch. Als ich zurück an Bord war, hatte ich auch Kabinenpost übers Bordportal, dass der Internet- und TV-Empfang etwas eingeschränkt ist. Es wird versucht, das Fußballspiel heute Abend über das deutsche Fernsehen zu streamen, sollte es aber zu Ausfällen kommen, wird auf englische Sender umgeschaltet.
Vorher erwartet uns aber noch ein Auslaufen mit Moderation durch den Lektor, und wir nehmen einen anderen Weg aus dem Isfjord als heute Morgen (den ich wegen der Uhrzeit allerdings eh nicht mitbekommen habe), wo wir an einem Gletscher vorbei fahren.
Der Rest (werden dann auch mehr Bilder als Text 😄) folgt dann also morgen am Seetag, wenn es dann mit dem Einstellen von Fotos wieder besser geht. -
Ich meine folgendes: Wenn man tatsächlich mal etwas länger schläft und um halb 11 das Frühstück beendet ist, wäre es schön wenn man noch irgendwo ne Kleinigkeit essen könnte und nicht bis 12:30 warten muss bis das Mittagessen anfängt.
Gerade das funktioniert auf den Evolution-Schiffen hervorragend, ein echter Gewinn zu vor dem Umbau. Mir ist Frühstück-Ende um 10:30 auch oft zu früh, und dann kann man später sehr gut ins French Kiss Bistro gehen und was essen. Es gibt sehr gute herzhafte Sandwiches und vormittags auch noch verschiedene gefüllte süße Croissants. Das mache ich öfter mal, und ich habe dort, jetzt aktuell und auch bei der letzten Reise in den Osterferien, immer einen Platz bekommen.
-
Jetzt ist der Tag in Kristiansund auch fast schon wieder vorbei.
Trotz norwegischem Usselwetter bin ich heute Vormittag mit einem Plan, was ich mir alles anschauen will, von Bord gegangen, und ich habe ihn auch durchgezogen, obwohl ich ziemlich nass wieder aufs Schiff zurückgekommen bin.
Kristiansund ist die größte Stadt auf unserer bisherigen Route und wird am Ende auch die drittgrößte sein. Sie hat ca. 25.000 Einwohner und liegt auf mehreren (Halb-)Inseln. Wir liegen sehr zentral auf der „Hauptinsel“ Kirkelandet.
Dass es hier wieder etwas „städtischer“ ist, merkt man auch daran, dass man vom Hafengelände fast in ein Einkaufszentrum stolpert. Wäre wegen des Wetters heute vielleicht die bessere Wahl gewesen, aber ich fand, es gab in der Stadt doch einiges zu sehen.
Die Innenstadt/Fußgängerzone gehört allerdings nicht dazu. Ich fand sie erschreckend trostlos, viele Leerstände, teilweise mit Bauzäunen davor. Deswegen bin ich da nur kurz durchgegangen, um zu den ersten Sehenswürdigkeiten zu kommen. Vorbei am Opernhauskam ich zu diesem Gebäude:
Was auf den ersten Blick aussieht wie ein deutsches Behördengebäude aus den 60er Jahren, ist die erste moderne Kirche Norwegens, erbaut ab 1961 und eröffnet am 24.05.1964. Dies wurde auch als offizieller Schlusspunkt des Wiederaufbaus von Kristiansund nach dem 2. Weltkrieg gefeiert. Bis heute ist sie aber umstritten, sie wird geliebt und gehasst, aber wie bei so vielen anderen Dingen auch, sind die Geschmäcker in der Architektur eben verschieden.
Innen finde ich sie aber sehr schön. Die Glasfester sollen durch die Farben und Streben hinter und über dem Altar Kristalle inmitten von Rosen symbolisieren.Der Eintritt war überraschenderweise kostenlos, was in Norwegen sehr ungewöhnlich ist, denn es gibt hier keine Kirchensteuer, und die Einnahmen durch Eintrittsgelder sind ein wichtiger Bestandteil der Finanzierung von Kirchengemeinden.
Die Kirche liegt schon recht weit oben auf einem Hügel, es geht aber hinter der Kirche stadtauswärts noch weiter hoch, wo auf dem höchsten Punkt von Kirkelandet der ehemalige Wachturm Varden steht. Der war mein nächstes Ziel. Einer von zwei Wegen dort hin führt durch einen Park, an dessen hinterem Ende der Weg auf einmal schmal und neben einer Rinne weitergeht.
Der Weg hat mich etwas an eine Levada erinnert, war auch etwas eng bei Gegenverkehr, landschaftlich aber sehr schön, und schon wieder kam ich mir, obwohl mitten in der Stadt, so vor wie weit draußen in der Natur.
Am Turm selbst ist die Aussicht - normalerweise - schon schön, kann man jedenfalls erahnen. Heute war fast keine Sicht, trotzdem bin ich auf den Turm hochgegangen. Er ist ganzjährig geöffnet und kostenlos. Oben kann man aber nur durch Fenster rausgucken, und weil so viele Leute die Nässe von draußen mitgebracht haben, waren die Fenster extrem beschlagen und Fotos unmöglich. Dann zeige ich euch den Turm aber wenigstens von außen.
Zurück in der Stadt, bin ich wieder zum Hafen gegangen und mit der Fähre auf die „Insel“ Gomalandet gefahren (auch auf dem Landweg erreichbar, aber Fähre ist schöner und kürzer 😉).
Die Fährlinie Sundbåten verbindet die Inseln untereinander und ist kostenlos. Die Fähre wurde 1876 eingerichtet und ist damit das älteste durchgehend betriebene öffentliche Verkehrsmittel der Welt.
Auf Gomalandet befindet sich die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit von Kristiansund, nämlich das Klippfischmuseum. Es liegt direkt an der Pier und befindet sich in dem alten Lagerhaus Milnbrygga. 1749 wurde die erste Klippfisch“fabrik“ von schottischen Siedlern gegründet. Der Klippfisch (hauptsächlich Kabeljau, aber nicht nur) wurde bereits auf dem Fischerboot aufgeschnitten, ausgenommen und gesalzen und dann an Land dreiecksförmig aufgefaltet und auf den eher flachen geschwungenen Felsen zum Trocknen in der Sonne ausgebreitet. Die Verwendung von Salz ist übrigens der größte Unterschied zum Stockfisch, der ohne Salz auf Holzgestellen durch Wind und Sonne getrocknet wird.
Dieser Verpackungstisch ist aber wohl nicht aus dem 18. Jahrhundert. 😉
Die Briten wurden reich durch den Klippfisch, der vor allem nach Südeuropa exportiert wurde. Man vermutet, dass durch die Verbindung in den mediterranen Raum auch die Opernkultur in Kristiansund entstanden ist, die dazu geführt hat, dass es in so einer relativ kleinen Stadt ein Opernhaus gibt.
Der Rückweg auf der Fähre war sehr kurz, keine 5 Minuten.
Und da sie auf Kirkelandet nur ein paar Meter neben dem Liegeplatz der luna hält, hat mich der Dauerregen dann doch zurück aufs Schiff getrieben.
Trotzdem habe ich mir meine Pläne nicht vermiesen lassen, und es war es ein interessanter halber Tag in Kristiansund, Eigentlich mag ich Norwegen ja auch wegen solcher Tage. 😊Jetzt kommen zwei Seetage, bis wir dann Montag am Highlight dieser Reise ankommen. 😃 Deswegen vorerst letzte Grüße vom norwegischen Festland. 🙋🏻♀️
-
Heute habe ich die Fahrradtour „Zur Trollwand mit dem E-Bike“ gemacht. Es handelt sich zum größten Teil um eine Landschaftsfahrt auf Radwegen und kleinen Nebenstraßen, wo kaum Autos fahren. Einmal war ein Stück Landstraße dabei, und beim Start und Ziel muss man einmal durch Andalsnes durch. Das war aber auch für im Stadtverkehr wenig geübte Radfahrer gut machbar, da nicht viel Verkehr war und die gesamte Gruppe zusammen abbiegen konnte, ohne dass ein Teil warten musste.
Der Weg geht ein Stück am Fluss Rauma und der Bahnlinie des Golden Train entlang. Die Strecke ist hügelig, und es gab auch einige schwerere Anstiege.
Die Tour wird mit E-Bike und Crossbike angeboten, ist 30 km lang und hat insgesamt 3 Stunden gedauert, davon reine Fahrtzeit 2:17 Stunden. Wir haben drei Fotostopps gemacht und hatten 40 Minuten Aufenthalt an der Trollwand.Dies war die heutige Strecke
und hier ist das Höhenprofil:
-
Guten Abend aus Andalsnes. 🙋🏻♀️
Heute habe ich, wie ja schon angekündigt, eine Fahrradtour gemacht, nämlich zur Trollwand. Sie startete erst um 14 Uhr, und weil ich schonmal in Andalsnes war, habe ich heute Vormittag das leere Schiff genossen.
Die E-Bike-Gruppe wurde nach dem Treffen und Einweisen wieder getrennt, so dass eine Gruppe mit 13 und eine mit 14 Gästen losgefahren ist. Wir mussten ein Stück durch den Ort fahren, um in die Natur zu kommen, und nachdem wir die Stadt verlassen hatten, war es eine sehr schöne Landschaftsfahrt.
Einen ganzen Streckenabschnitt entlang hatten wir auch die Gleise des Golden Train nach Dombas in Sicht, der sich leider nicht gezeigt hat.
So ein Foto mit Zug hätte natürlich jeder gerne gehabt, aber wir wollten ja auch noch weiter.
Der Golden Train heißt deswegen Golden Train, weil diese Zugstrecke der letzte Abschnitt der Bahnlinie war, mit dem die Norweger die Goldvorräte 1940 vor der Nazi-Invasion in Sicherheit bringen wollten und es letztendlich auf die letzte Minute zu einem Großteil auch geschafft haben. Andalsnes war der letzte Hafen, wo es noch mit Hilfe der Briten möglich war, das Gold außer Landes zu schaffen.Bei der Trollwand angekommen, zeigte sie sich erst noch recht gut zwischen und unterhalb der Wolken.
Später hingen die Wolken sehr tief, was wir daran gemerkt haben, dass das Bergpanorama auf dem Rückweg, der teilweise der gleiche Weg war wie der Hinweg, ganz anders aussah.
Leider ist das Polizeiauto an der Trollwand nicht mehr da, dafür steht da jetzt dieser Spielzeugzug.Das Denkmal für die zu Tode gekommenen Kletterer und Basejumper ist noch da, und zum Glück mussten seit 2019 keine weiteren Namen eingraviert werden.
Der Rückweg war wie gesagt ein großes Stück identisch, wir sind aber dann doch noch eine Schleife durch die Natur gefahren und kamen an sehr vielen idyllisch gelegenen Campingplätzen vorbei. In Andalsnes sind wir auch noch einmal abgebogen und haben noch an der Marina angehalten.
Von meinem Standort aus im Rücken ist auch ein kleiner Strand.
Die Tour hat drei Stunden gedauert und war fast auf den Meter genau 30 km lang.
Die genaue Strecke und Höhenmeter poste ich dann noch im Bike-Thread.So langsam rüstet sich das Schiff für das Fußballspiel heute Abend. Es wird im Theatrium, in der Almhütte (dort ist jeden Abend WM-Arena) und auf dem Pooldeck gezeigt. Gerade kam auch noch eine Durchsage, dass es an allen drei Orten zum Spiel Currywurst gibt.
Wir haben heute eine sehr lange Liegezeit bis 23:30 Uhr, aber die Überfahrt nach Kristiansund ist ja auch sehr kurz. Das Sail Away werde ich dann fußballbegingt ausnahmsweise mal nicht an der Reling schauen. 😉
Viele Grüße und bis morgen. ⚽️🇩🇪😃
-
Guten Nachmittag aus Måløy. 🙋🏻♀️
Heute Vormittag war es endlich soweit: zurück in Norwegen. 😊 Und meine 7. (komplett oder zumindest enthalten) Norwegen-Kreuzfahrt beginnt auch noch mit einem Hafen, der für mich neu ist. Viel Langweiliges hatte ich über Måløy gehört, aber so viel schonmal vorweg: Ich kann es nicht bestätigen, es war ein sehr schöner Tag.
Es begann schon mit dem Wetter. Eigentlich mag ich das gar nicht schreiben, wo ihr Temperaturen von bis an die 40 Grad habt. 🫢 Aber wenn ich da an meine Dachgeschosswohnung zu Hause denke, bin ich einfach nur wahnsinnig froh, so einen guten Zeitpunkt für die Reise getroffen zu haben, und nehme 13 Grad und Niesel- bis Sprühregen gerne an.
Als erstes bin ich durch den Ort zur kleinen Halbinsel Måløyna gegangen. Hier befindet sich ein kleiner Park mit einem Rundweg, wo ich mich gefühlt habe wie mitten in der Natur.
Es gibt sogar einen Mini-Leuchtturm, der aus der richtigen Perspektive aussieht wie im Märchenwald.
Dieser komische Korb mit dem gelben Rand ist übrigens ein Frisbee-Korb. Die ganze Halbinsel ist auch das Spielfeld vom Frisbee-Club Måløy.
Von hier hat man auch einen guten Blick auf die Måløybrua, die die Insel Vågsøy, auf der Måløy liegt, mit dem Festland verbindet.
Sie ist mit 1224 m die siebtlängste Brücke in Norwegen und wurde von 1971 bis 1973 gebaut. Bei großen Bauprojekten in Norwegen wie Brücken oder Tunneln fällt nach Freigabe für den Verkehr eine Maut an, die aber abgeschafft wird, wenn die Kosten wieder „eingenommen“ sind. Seit 1984 ist die Måløybrua deswegen mautfrei, sogar zwei Jahre früher als geplant.Als nächstes bin ich den Berg hoch zu zwei Aussichtspunkten gewandert. Die Aussicht war wegen dem Nebel-Sprühregen-Gemisch nicht die allerbeste, aber schön war es trotzdem. Und sehr anstrengend. Zwischendurch sieht man aber immer wieder das Schiff und damit auch, dass man schon Höhenmeter geschafft hat. 😄
Vorbei am Stadion des Fußballvereins Måløy FK, der in der 3. norwegischen Liga spielt, liegt der erste Aussichtspunkt am Skramsvatnet-Stausee.
Da habe ich mich nicht lange aufgehalten, denn es war die einzige Stelle heute, wo ein ziemlich starker Wind ging, und es war entsprechend kalt.
Der zweite Aussichtspunkt Ellingskarshornet ist wesentlich schöner, nicht nur der Aussichtspunkt an sich, sondern auch der Weg da hin. Er führt in einem großen Bogen um das Stadion herum und ist nicht asphaltiert wie der andere.
Der Aufstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt, es war eine sehr schöne Wanderung.
Auf dem Rückweg bin ich nicht auf direktem Weg in den Ort zurück gegangen, sondern wieder in Richtung Brücke, weil an ihrem Beginn die Sør-Vågsøy-Kirche steht. Die habe ich mir auch noch kurz angeschaut.Und dann habe ich mich erstmal auf einen Cappuccino und eine Zimtschnecke in ein Café gesetzt, bevor ich noch ein bisschen durch die Geschäfte gebummelt bin. Davon gibt es mehr, als ich zuerst dachte, nach der Runde durch die Läden bin ich dann aber zurück zum Schiff gegangen.
Insgesamt hat Måløy meine Erwartungen mit den Wandermöglichkeiten, dem einen oder anderen Café (ich war im Kraftstasjonen, das hatte ich mir heute Vormittag schon wegen dem Duft nach frisch gebackenen Zimtschnecken gemerkt) und ein paar Geschäften nicht nur erfüllt, sondern mich positiv überrascht.
Die Umgebung mit dem Fahrrad zu erkunden, hätte mich auch interessiert, war aber lange vorab ausgebucht. Die Fahrradtour ist dann morgen dran. 😊Bis morgen aus Andalsnes. 🙂
-
-
Viele Grüße von der luna. ☀️ Nach wieder rekordverdächtigem Check-in, der genau 11 Minuten gedauert hat, war ich vor zwei Stunden an Bord.
Altona ist einfach ein toller Liegeplatz, mag ich sehr, weil ich wieder von den Landungsbrücken mit der Hafenfähre hierher gefahren bin.Alle Pflicht-Termine sind erledigt, und jetzt habe ich Urlaub. 😄
_Meerelfe_ HD ist Michael Klieverink und EM Jendrik Bühring.
aida2003 Das freut mich sehr, dass ich das Interesse für Lüneburg bei dir geweckt habe. 😃 Auch wenn ich da eher so mittel-objektiv bin, denn das ist ja meine Heimatstadt, lohnt sich ein Besuch sehr. Kann man vor allem super mit einer Kreuzfahrt ab oder bis Hamburg verbinden, in einer knappen halben Stunde ist man in Hamburg-Hbf. -
Morgen geht es endlich wieder los.


Ich bin gestern nach einer sehr entspannten Zugfahrt in Lüneburg angekommen und habe dann morgen eine sehr kurze Weiterfahrt nach Hamburg.
Manchmal läuft es auch anders herum bei der Bahn. 😄 Als ich die Zugverbindung gebucht hatte, fiel der Zeitraum jetzt noch in die Streckensperrung zwischen Hamburg und Hannover, also Lüneburg sollte in beide Richtungen komplett vom Bahnverkehr abgeschnitten sein. Also hatte ich die alternative Strecke gebucht, ganz normal nach Hamburg, von da mit dem ICE nach Berlin bis Büchen und ab da mit dem Regionalzug von Kiel nach Lüneburg bis kurz vor die Stadt, dann Schienenersatzverkehr. 🙈
Aber vor zwei Wochen oder so standen doch wieder Züge von Hamburg nach Lüneburg in der Bahn-App, und die fuhren auch. Manchmal werden also auch Baustellen angekündigt, die dann gar nicht (mehr?) da sind. 😉Heute also noch viele Grüße aus Lüneburg, ab morgen dann von der luna. 😎
-
Ich war vor zwei Jahren in Deal und fand es nicht so spannend. Es gibt eine Seebrücke mit Restaurant am Ende, eine kleine Einkaufsstraße in zweiter Reihe zum Meer und ganz hübsche Häuser an der Seafront.
Vielleicht ist es da interessanter, wenn man mehr Zeit hat und noch das Deal Castle und/oder das Walmer Castle (liegt etwas außerhalb) besuchen kann.
Insgesamt fand ich aber nicht, dass die Stadt selbst sich gelohnt hat. -
Unsere Top 5 Kreuzfahrt Empfehlungen für Euch
-
- Thema
- Antworten
- Letzte Antwort
-
-

-
Jetzt spontan aufs Schiff
- Katharina seereisen.de
14. Juli 2026 um 14:48 - Angebote seereisen.de
- Katharina seereisen.de
14. Juli 2026 um 14:48
-
- Antworten
- 0
- Zugriffe
- 3,1k
-
-
-

-
🎁 MSC Upgrade Special: Jetzt Balkonkabine zum Preis der Meerblickkabine sichern
- Katharina seereisen.de
3. Juli 2026 um 16:04 - Angebote seereisen.de
- Katharina seereisen.de
3. Juli 2026 um 16:04
-
- Antworten
- 0
- Zugriffe
- 2k
-
-
-

-
Nur für kurze Zeit: AIDA All Inclusive zum Vorteilspreis
- Katharina seereisen.de
2. Juli 2026 um 18:44 - Angebote seereisen.de
- Katharina seereisen.de
2. Juli 2026 um 18:44
-
- Antworten
- 0
- Zugriffe
- 1,6k
-
-
-

-
Noch 6 Monate bis Weihnachten!
- Katharina seereisen.de
25. Juni 2026 um 12:42 - Angebote seereisen.de
- Katharina seereisen.de
25. Juni 2026 um 12:42
-
- Antworten
- 0
- Zugriffe
- 1,3k
-
-
-

-
Neue Specials: AIDA tanzt & Crime & Sea
- Katharina seereisen.de
19. Juni 2026 um 14:02 - Angebote seereisen.de
- Katharina seereisen.de
19. Juni 2026 um 14:02
-
- Antworten
- 0
- Zugriffe
- 1,4k
-