Meine persönliche, aber möglicherweise nicht fundierte Einschätzung dazu ist, dass der Stromverbrauch in den nächsten Jahren stetig steigen wird, z.B, durch zwangsverordnete Elektromobilität, die ebenfalls von irgendwoher versorgt werden muss.
Da wir gleichzeitig verstärkt auf nicht permanent produktive Energiequellen setzen, wird uns nichts anderes übrig bleiben als nicht näher qualifizierten Strom an den Börsen zuzukaufen.
Inwieweit Kreuzfahrtschiffe als Zwischenspeicher für Wind- und Sonnenenergie aus bezogenem Landstrom dienen könnten, bin ich überfragt.
Erwarten würde ich allerdings eher, dass die abgenommenen Landstrommengen eher in Zeiten der ortsüblichen Energieengpässe erfolgen, z.B. wenn alle hungrig vom Ausflug zurück kommen und dann duschen und essen möchten, gleichzeitig zu den ortsansässigen Personen, die ähnliche Bedürfnisse haben und ihre Autos für den nächsten Tag aufladen möchten …
Elektroautos und Wärmepumpen kommen aktuell leider noch wesentlich weniger dazu, als es nötig wäre. Der Ausbau an erneuerbaren ist aktuell auch noch höher als das Wachstum der Stromnachfrage.
Bei der Energiewende wird viel wird davon abhängen ob man es schafft die Gesellschaft darauf einzustimmen, Strom dann zu verbrauchen, wenn er (erneuerbar) da ist. Ein an die viertelstundengenauen Börsenstrompreise gekoppelter variabler Stromtarif wie er von immer mehrAnbietern angeboten wird dürfte da sehr helfen. Strom ist nämlich meistens genau dann sehr günstig oder abgesehen von Netzentgelten und Steuern kostenlos, wenn besonders viele erneuerbare verfügbar sind (bzw. natürlich teuer beim Gegenteil).
Im Sommer sind gute Zeiten etwa von 9:00 bis spätestens etwa 17:00 Uhr und idealerweise gegen Mittag, weil wir da (meist jetzt schon) große Überflüsse an Solarstrom haben. Gegen Mittag werden jetzt schon häufig Solarparks (und Windräder und vor allem herkömmliche Kraftwerke) abgeschaltet/ runtergeregelt, weil so viel Strom gar nicht abgenommen wird, wie möglich wäre. Im Winter hängt es davon ab ob es windig ist (was es meistens aber ist). Da ist Strom tendenziell in der Nacht besonders sauber (weniger Nachfrage). Die Randzeiten morgens und besonders abends sind besonders frequentiert und aufgrund der dann schwachen Sonne dreckig. Wer im kleinen also etwas für die Umwelt tun will, der sollte diese Zeiten wenn es geht meiden. Ökostromtarife sind nur auf dem Papier sauber. Da kauft der Stromhändler zusätzlich zum nachgefragten Strommix noch Zertifikate für Wasserkraft in Skandinavien oder auf Island (die gar nicht mit unserem Netz verbunden sind).
Kreuzfahrtschiffe liegen in der Regel tagsüber im Sommer bei uns in Nordeuropa/ Deutschland und nehmen von daher den Großteil der guten Stunden mit. Etwas vor der Abfahrt müssen sie sowieso den Anschluss trennen und die Motoren für das Manöver hochfahren. In die Nachmittags/ Abendstunden kommen sie daher nicht rein. Bei uns in Deutschland kommt dann noch dazu, dass Kreuzfahrtschiffe in der Regel am Wochenende für den Passagierwechsel kommen. Samstags und Sonntags gibt es sowieso deutlich weniger Stomnachfrage, weshalb der da tendenziell sauberer und vor allem auch von den Netzen her eher verfügbar ist. Die Ziele in Skandinavien zeichnen sich dazu durch sehr sauberen und günstigen Strom aus Wasserkraft aus, weshalb das das geringste Problem ist.
Im Sommer kommt dann zusätzlich noch dazu, dass die Stromnachfrage wesentlich niedriger ist als im Winter. Daher sind die Strompreise im Sommer auch niedriger und fossile Kraftwerke gehen z.t in eine Sommerpause. Dazu kommt, dass die Franzosen dann erstrecht Überschüsse an Atomstrom haben und damit fast europaweit die Preise drücken, wenn besagte AKWs nicht wie 2022 aufgrund von Dürre und Wartungsarbeiten aufgrund von Korrosion und Rissen abgeschaltet werden.
Das Frauenhofer Institut betreibt übrigens eine sehr informative Seite auf der sie die Stomproduktion tracken und auch täglich eine Prognose bereitstellen, wie sauber der Strom wann ist. Heute ist mit dem aktuellen Ausbaustand von Wind und Solar noch vergleichsweise wenig erneuerbar.
Überall das Gleiche! Genauso wird einem erzählt, dass man mit einer 11 kWh PV Anlage auf dem Süd Dach incl Speicher eine Wärmepumpe betreiben kann, sein E Auto auflädt und den Strom des gesamten Gebäudes generiert!
Die Solaranlage gibt von September bis Oktober und von Februar bis April noch vergleichsweise genug her um besagtes zu versorgen. Da wird in der Regel auch geheizt. Ansonsten kommt der Strom aus dem Netz und dadurch besonders im Winter mit Ausnahme weniger Wochen wo Kohle und Gas einspringen aus Windkraft (besonders wenn die jetzt stärker ausgebaut wird).