Kreuzfahrtjournalist Franz Neumeier hat sich die Aufgabe gesetzt das ganze Umweltthema zur Kreuzfahrt einmal auf Youtube aufzurollen. In diesem Video geht es um die unterschiedlichen Abgase, die Kreuzfahrtschiffe ausstoßen können. Dabei betont er zurecht, dass es einerseits klimaschädliche Gase und andererseits umweltschädliche Gase und Partikel gibt.
Um das noch etwas weiter als in dem Video auszuführen:
Wie bei vielem gibt es zwischen Klimaschutz und Umweltschutz/ Gesundheitsschutz einen trade off. LNG bzw. Methan verbrennent bekanntlich sehr sauber (quasi keine gesundheitsschädlichen Luftschadstoffe wie bei Schweröl und Diesel). Auf der anderen Seite ist Methan jedoch, weil es in der Praxis sowohl in der Maschine nicht vollständig verbrennt, aber auch bei diversen Prozessschritten (Bohrloch, Pipeline, Verflüssigung, Transport per LNG Tanker, Umfüllen) entweicht und deutlich klimaschädlicher als CO2 ist (25x auf lange Sicht, 80x auf kurze/ mittlere Sicht von 20 Jahren) im Zweifel trotz weniger CO2 Emissionen bei der Verbrennung zumindest nicht zwangsläufig klimafreundlicher. Je nachdem wie viel Methan ungewollt oder fahrlässig entweicht kann die Klimawirkung zwischen quasi gleichviel wie bei anderen Treibstoffen bis hin zu verheerend schlecht variieren. Dabei ist schwer zu sagen wie viel Methan unverbrannt freigesetzt wird. Gegner/ Pessimisten sprechen von 8% oder mehr, bei LNG Befürwortern sind es deutlich unter 2% oder gar im Promillebereich.
Hier mal eine Überschlagsrechnung:
In der Verbrennung verursacht Methan im Vergleich zu längerkettigem Öl etwa 28% weniger CO2 (Pessimisten gehen von 20% aus). Es ist aber über die längerfristige Sicht mindestens 25 mal so schädlich wie CO2.
Um äquivalent in der Klimawirkung zu sein müsste folgendes gelten (0,72 weil 28% weniger CO2):
0,72 + Methanschlupf *25 = 1
Umgestellt heißt das, dass die CO2 Einsparung sich aus Klimasicht aufgewogen hat, wenn nur 1,12% des Methans frei werden.
Auf 20 Jahre gesehen greift, dass Methan besonders kurzfristig deutlich klimaschädlicher ist als co2. In dem Zeitraum reicht es, wenn 0,35 % des Methans entweichen um auf die gleiche Klimawirkung zu kommen.
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Geht man aber von den pessimistischen 8% aus, dann ergibt sich:
0,72+25*8% = 2,72
Es wäre also 2,72 mal so klimaschädlich bzw. 172% klimaschädlicher mit LNG zu fahren als mit Öl.
Nimmt man dann noch den Wert für die kurz bis mittelfristige Klimawirkung von Methan im Vergleich zu co2 von 80 auf , dann sieht es noch verheerender aus. Die Klimawirkung wäre dann 7 mal so hoch wie bei Öl.
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Bei 2% Schlupf kommt man langfristig auf 28% mehr Klimawirkung, bei 4% freigesetzten Methan auf langfristig 72% mehr Klimawirkung. Da sieht man ganz eindeutig, wie schnell kleinste Mengen, die unverbrannt entweichen, aus Klimasicht verheerend sind.
Das gleiche Phänomen tritt natürlich auch bei Biogas auf. Selbst wenn man da außer acht lässt, dass für die Produktion der Biomasse (z.b. Mais) Dünger, Pestizide und Treibstoff für die Trecker benötigt wird, dann reichen 4% Methanschlupf, der gar nicht so unrealistisch ist, um auf dem gleichen Niveau anzukommen wie bei der Verbrennung von Öl, das natürlich seinerseits in der Herstellungskette auch Treibhausgase verursacht hat (u.a. Methanlecks in Bohrloch (Öl und Gas lagern oft gemeinsam), Transport und energieaufwendige Raffinierung).