Alles anzeigenViereinhalb Stunden und 11 km später bin ich wieder an Bord. Die Liegezeit ist heute nicht so lang, wir haben gerade schon wieder abgelegt. Hat aber trotzdem gut ausgereicht.
Wenn man vom Schiff in die Stadt geht, kommt man mehr oder weniger automatisch zum Dom.Davor ist übrigens auch eine Haltestelle einer Bimmelbahn, mit der man durch die Stadt fahren kann. Ich hab mal aufs Schild geguckt, kostet 10€. Für 5€ kann man den Dom und den Kreuzgang besichtigen, und das habe ich auch gemacht. Kostet nicht viel Zeit, weil er nicht so groß ist, aber auf jeden Fall schön.
An der Außenwand, die man vom Kreuzgang sieht, hängt eine Statue von Bischof Albert von Bremen, der im Jahr 1201 mit Kaufleuten aus Gotland die Stadt Riga gegründet und 1214 dem Bistum Riga die Unabhängigkeit geschenkt hat. Allerdings ist die Statue nur eine Nachbildung, das Original wurde im 1. Weltkrieg demontiert und ging verloren. Bremen ist jedenfalls heute noch die Partnerstadt von Bremen.
Auf dem Außengelände vorm Dom stehen ein paar ganz kuriose Figuren, deren Bedeutung ich nicht herausgefunden habe. Vielleicht war irgendwo eine Tafel, die ich übersehen habe. Ich fand sie jedenfalls süß.
Es gibt auch noch ein liegendes Einhorn und ein Gürteltier, das eine Treppe hoch geht. 😄
Als nächstes bin ich zur St.-Petri-Kirche gegangen, denn da kann man, wie ich zumindest gelesen hatte, den Turm besteigen, und ich gucke ja immer danach, von wo man sich die Stadt von oben anschauen kann. Leider war der Turm dann aktuell „closed“. 🙁 Aber wo ich schonmal da war, habe ich für 3€ Eintritt dann wenigstens die Kirche von innen gesehen.
Auf der Rückseite der Kirche stehen diese Gestalten:Die sind tatsächlich ein Geschenk der Stadt Bremen. Eigentlich war in Riga ein Park mit Skulpturen der Partnerstädte geplant, dazu ist es aber nicht gekommen, und deswegen steht diese jetzt in der Altstadt. Die Original Bremer Stadtmusikanten sehen aber wesentlich un-gruseliger aus, finde ich. 😂🙈
In der dritten (und letzten) Kirche für heute, St. John, gab es wieder was ganz Ungewöhnliches. Die sind besonders stolz auf die schön restaurierte Decke. In der Vergangenheit hatte der Zustand und auch die Statik an sich sehr gelitten, weil die Dachböden der Kirchen für Geschütze verwendet wurden. Man könnte einfach den Kopf in den Nacken legen und sich die Decke anschauen. 🤷🏻♀️ Hier steht aber zusätzlich noch ein schräg gestellter Spiegel auf dem Boden:
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Hab ich auch noch nie gesehen. 😂
Das war es dann aber auch mit Kirchen, und ich bin ein bisschen durch die Straßen gebummelt, am Wahrzeichen der Stadt, dem Schwarzhäupterhaus vorbei,
war in einem Einkaufszentrum und habe noch andere schöne Plätze mit schönen Häusern gefunden.
So ganz hatte ich das Thema „Riga von oben“ aber noch nicht abgeschrieben. In der Hafeninfo der AIDAheute war eine Aussicht von der Akademie der Wissenschaften angepriesen. Dummerweise war die nur bei Google Maps nicht zu finden, weder auf Deutsch noch auf Englisch, und den Namen in Landessprache kenne ich nicht. 🙈 Im Plan in der AIDAheute war aber zu sehen, dass der Zentralmarkt in etwa in die Richtung liegt, dann bin ich halt erstmal da hingegangen. Das ist ein großer Markt mit einer riesigen Verkaufshalle (von den Deutschen zurückgelassene Hangars für Zeppeline) und einem großen Außenbereich, wo es von Lebensmitteln über Klamotten bis zu Koffern so ziemlich alles gibt. Da waren aber, falls mein Gefühl mich nicht getäuscht hat, absolut keine Touristen zu sehen, und ich hab mich auch nicht getraut, Fotos zu machen. Obwohl es schon wirklich interessant war. Aus der Markthalle bin ich aber schnell wieder geflüchtet. Es gab fast nur rohes Fleisch, das zwar in Kühltheken lag, aber es roch irgendwie unangenehm da drin. 🙈
Als ich einmal über den Markt gelaufen war, stand ich auf einmal vor einem Wegweiser: „Academy of Science“. 😀 Dann kann ich mir ja doch nochmal Riga von oben anschauen, also nichts wie hin. War dann sehr leicht zu finden, und als ich da war, habe ich nochmal bei Google Maps geguckt, wie das denn da heißt. Also wenn ihr auch mal in Riga seid und da hin wollt, müsst ihr „Riga Panorama“ eingeben (oder die Straßennamen auf dem Foto).
Dieses einladend aussende Haus ist es also:
Da standen 6 Busse, aber keine Ahnung, wo die Leute alle waren, ich war jedenfalls fast alleine da drin. Es gibt unten im Foyer einen Ticket-Automaten, Eintritt für die Aussichtsplattform 8€. Man kann aber auch an einem Schalter mit Bargeld bezahlen. In den 15. Stock kann man mit dem Fahrstuhl fahren, und die Plattform ist in der 17. oder 18. Etage, hab ich nicht ganz gerafft, weil die Treppen so verwinkelt waren. Auf jeden Fall lohnt sich der Ausblick auf die Stadt, die vielen Brücken, den Fernsehturm und den Fluss Daugava.
Im unteren Bild ist auch das Schiff zu finden. 😉
Auf dem Rückweg in die Altstadt bin ich ein bisschen anders gelaufen, fast vom Bus überfahren worden (🙈) und die Herbstfarben genossen, die zu Hause noch gar nicht so weit waren.
Und der Vollständigkeit halber habe ich noch einen Abstecher zum Feiheitsdenkmal gemacht, bevor ich zurück zum Schiff gegangen bin.
Das ist jetzt ein bisschen lang geworden, ich hoffe, ihr lest es euch trotzdem durch. 😄🙈 Ich werde die nächsten Tage versuchen, mich kürzer zu fassen. 🤭
wunderschöne Eindrücke