Ich finde die übliche Praxis gut, Suiziden öffentlich möglichst wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Als eine, die beruflich sehr viel Zug fahren muss, habe ich den Robert-Enke-Fall und die Folgen noch im Kopf. Mein Eindruck ist, dass dieses Jahr gehäuft über Fälle von "Mann über Bord" auf Kreuzfahrtschiffen berichtet wird. Ich habe Sorge, dass daraus dann alle möglichen Sicherheitsmaßnahmen abgeleitet werden und man in Zukunft noch weniger Kontakt zum Meer hat (man lese den Thread "Windschutz auf Aidacara"). Diese Entwicklung fände ich bedauerlich. Suizide bzw. Suizidversuche sind die Ausnahme bei Kreuzfahrtpassagieren. Sie lassen sich in Depressionen der Betroffenen begründen. Dahinter stehen immer schlimme Schicksale, viel Verzweiflung usw. Aber es sind und bleiben Einzelfälle, und wer entschlossen ist, das umzusetzen, wird es in der Regel auch tun - aufgrund seiner depressiven Grunderkrankung, ohne daran zu denken, welche Konsequenzen das für die Mitmenschen hat.
Daher hoffe ich sehr, dass jetzt keine öffentliche Diskussion darum entbrennt, wie die Reedereien ihre Schiffe künftig besser sichern können. Bitte nicht!
Es ist immer schockierend, wenn jemand keinen anderen Ausweg sieht, als freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Ich habe Küblböck damals bei DSDS gesehen und ich gehörte tatsächlich zu denen, die ihn als Typ gut fanden. Er war ungewöhnlich und eigenwillig, das gefiel mir. Ich schreibe im Präteritum, weil ich die Chance für gering halte, ihn noch lebend zu finden. Friede sei ihm nun!