Etliche Monate sind seit meiner Reise bereits vergangen. Nach dem Motto „besser spät als nie“ habe ich mir nun vorgenommen, über meine zweite Reise mit AIDAnova noch ein bisschen was zu schreiben. Vielleicht ist ja auch der eine oder andere hilfreiche Tipp für Reisende dabei, die in diesem Jahr auf der Route „Skandinavische Highlights ab Kiel“ unterwegs sind.
13. Juni 2025
Eine entspannte Anreise ist mir immer sehr wichtig. Deshalb bin ich auch dieses Mal bereits einen Tag früher an die Ostsee gefahren. Es war die richtige Entscheidung, denn so konnte ich noch ein wenig ankommen und nach dem Alltagsstress „herunterfahren“. Und natürlich hatte ich mir vorgenommen, AIDAnova am frühen Morgen meines Kreuzfahrtbeginns beim Einlaufen zu begrüßen.
Gedacht, getan, gebucht. An einem herrlich warmen Sommertag, dem 13. Juni 2025, ging es also für mich wieder einmal mit Regionalexpress, S-Bahn und ICE über Halle/Saale und Hamburg nach Kiel. Es war entspannte Reise in der 1. Klasse ohne besondere Vorkommnisse. Meine Anschlusszüge habe ich pünktlich erreicht. Da ich ja auf meinen Reisen schon so manches besondere Erlebnis mit der Deutschen Bahn hatte, stieg ich einmal mehr mit gewissen Bedenken, was mich dieses Mal erwarten würde, in meiner sächsischen Heimat ins „Schienenross“.
Rund 7 Stunden später sollte ich dann – positiv überrascht – sogar zwei Minuten vor der geplanten Ankunft in den Kieler Hauptbahnhof einrollen. Blauer Himmel und Sonnenschein begleiteten mich und ließen meine ohnehin gute Laune von Stunde zu Stunde steigen, während die Zeit wie im Fluge verging.
„MOIN, Kiel! Ich bin mal wieder da!“ Angekommen in der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein brauchte ich mich am Bahnhof nicht großartig orientieren. Kiel war ja für mich nicht zum ersten Mal Ausgangspunkt einer Kreuzfahrt. Also raus aus dem Gebäude, den Vorplatz überquert und die Schritte nach links gelenkt. Möwen kreisen über mir am wolkenlosen Firmament. Sie kreisen und sie kreischen – der „Sound der Waterkant“ für meine Ohren. Die großen Fähren von Color Line und Stena Line schmiegen sich unübersehbar an ihre Liegeplätze.
Durch Erfahrungsberichte hier im Forum bin ich auf das „unique by ATLANTIC Hotels Kiel“ aufmerksam geworden und buchte es letztlich auch. Kurz vor Reisebeginn gönnte ich mir dann noch ein Upgrade auf ein Zimmer „Captain Plus“ mit Blick aus einer oberen Etage auf die Kieler Förde.
Ursprünglich hatte ich ein Zimmer der Kategorie „Skipper Plus mit Fördeblick“ gebucht. Rezensionen im Internet berichteten jedoch davon, dass der Fördeblick aus Zimmern in unteren Etagen nicht gegeben ist, sondern man in erster Linie auf die Fassaden der Häuser auf der anderen Seite der Kaistraße blickt. Dafür war mir dann jedoch das Geld etwas zu schade, so dass ich lieber noch etwas drauflegte, um dann uneingeschränkten Ausblick haben zu können.
Dieses Hotel liegt perfekt nahezu nur einen Katzensprung vom Hauptbahnhof entfernt und ist somit perfekt für Gäste geeignet, die gern den Shuttlebus zum „Ostseekai“ nutzen möchten. Rund drei Minuten vom Hotel entfernt steht man schon auf dem Bahnhofsvorplatz.
Meine detaillierte Beschreibung des Zimmers samt Link zum Hotel findet sich im Faden „Kiel Anreise“ unter Post # 4.177, so dass ich die Schilderungen an dieser Stelle nicht wiederhole:
Während sich die „Color Magic“ ein weiteres Mal auf den Weg nach Oslo machte, packte ich ein paar Sachen aus, die ich für meinen kurzen Aufenthalt in Kiel brauchte. Viel Zeit habe ich damit aber nicht verbracht, denn mich zog es wieder ins Freie – Richtung Wasser, Bötchen, „Ostseekai“ und „Kiellinie“.
Im Internet hatte ich vom „SEALEVEL“ gelesen, einer Ausstellung in der Holstenstraße und fast neben der St. Nikolai-Kirche gelegen. Also machte ich mich auf den Weg dorthin – gemütlich bummelnd und den sommerlichen norddeutschen Nachmittag genießend.
Über meinen Besuch im „SEALEVEL“ findet sich im individuellen Ausflugsfaden zu Kiel unter Post # 236 ein kleiner Bericht samt Fotos und Link zur Homepage:
Angenehme Temperaturen in der Ausstellung wichen schlagartig den wirklich warmen Temperaturen im Freien. Also nichts wie ans Wasser. Weit war der Weg nicht und schon befand ich mich an der Waterkant, umgeben von Booten und Bötchen.
Die Kaikante zu meiner Rechten zog es mich zu jenem Ort, an dem am nächsten Vormittag endlich ein weiteres Kussmundschiff-Abenteuer beginnen würde: „Ostseekai 27“. Noch wirkte jener Ort verlassen, beinahe verschlafen, was sich aber in gar nicht mehr vielen Stunden komplett ändern würde: Dann, wenn ein 337 Meter langes und 42 Meter breites weißes Schiff mit einem leuchtenden Mund am Bug die Kulisse entlang von Kiellinie und Kaistraße dominiert. Dann, wenn die imposante AIDAnova Ziel- und Ausgangsort von Kreuzfahrtträumen erreicht hat. Doch beinahe bin ich ein bisschen froh darüber, dass es noch nicht so weit ist, dass ich noch ein paar Stunden meine Vorfreude genießen kann.
Gut gelaunt lasse ich mich auf den Trubel entlang der „Kiellinie“ ein. Hier ist schon ordentlich was los: die in wenigen Tagen beginnende „Kieler Woche“ wirft ihre quirligen Schatten voraus: überall wird gewerkelt, aufgebaut, gebohrt und gehämmert. Vom Ostuferkai grüßt ein Schiff der italienischen Konkurrenz herüber. An einer Fischbrötchenbude kaufe ich mir einen maritimen Snack, denn auf großes Abendessen habe ich heute keine Lust. Ab morgen gibt´s wieder genug zu schlemmen.
Direkt neben der Kiellinie befindet sich der Schlossgarten, wo ich Ruhe und Beschaulichkeit finde. Summende Bienen, duftende Blüten, teppichweiche Rasenflächen. Sommer in seiner schönsten Form und seinen buntesten Farben.
Auf meinem weiteren Weg in Richtung Kieler Schloss treffe ich diesen einzelnen bronzenen Herren: Es ist die Skulptur für Zar Peter III. Ja, der von 1728 – 1762 lebende Fürst ist gebürtiger Kieler. Zwar wäre der Lehnstuhl – oder ist es sein Thron?! – gerade unbesetzt gewesen, doch mich zieht es weiter, vorbei am von in Grün- und Blautöne eingerahmten Schloss …
… durch die Kieler Altstadt. Verlaufen ist übrigens nahezu unmöglich, denn man braucht in Kiel eigentlich nur auf dem Strich zu gehen – keinesfalls zu verwechseln mit „auf den Strich gehen“. Ja, letzteres gibt´s in Kiel natürlich auch wie in nahezu jeder Hafen- oder auch Nicht-Hafen-Stadt dieser Welt – doch diese „Attraktion“ überlasse ich lieber anderen.
Im Schatten altehrwürdiger Bäume hält man die auch zu späterer Nachmittagsstunde noch sehr sommerlichen Temperaturen gut aus, was sich auch an den gut gefüllten Biergärten und Freiluftterrassen diverser Restaurants zeigt.
In einem Supermarkt decke ich mich noch mit Mineralwasser ein und da Fisch ja bekanntlich schwimmen muss, nehme ich mir noch ein mecklenburgisches Vielanker-Bier mit, das ich am frühen Abend in meinem geräumigen Hotelzimmer trinke, während ich mein Backfischbrötchen esse.
Der noch junge Abend ist zu schön, um ihn nicht noch ein wenig im Freien zu genießen. So verlasse ich mein Hotel nochmal und bummele in Richtung Bahnhofs- sowie Hörnbrücke. Unter anderem legen hier auch die Fördedampfer in Richtung Ostseebad Laboe ab. Ich überquere die Hörnbrücke mit Ziel Germaniahafen im Kieler Stadtteil Gaarden-Ost.
Rund um dieses Hafenbecken finden sich etliche sehr modern anmutenden mehrstöckige Häuser, in denen viel Glas und Stahl verbaut wurde. Viele Frischluftfanatiker genießen den herrlichen Abend bei sinkender Sonne, die alle Farben noch ein wenig intensiver strahlen lässt. Sie sitzen auf Bänken, Decken oder beinebaumelnderweise direkt an der Kante des Hafenbeckens.
Die Hörnbrücke überqueren auch alle Reisenden, die aus Richtung Hauptbahnhof zum Norwegenkai wollen, um mit einer der beiden dunkelblau-weißen „Color Line“-Fähren nach Oslo zu starten.
Allmählich mache ich mich auf den Rückweg. So spät möchte ich heute nicht schlafen gehen, da der morgige Tag für mich sehr früh beginnen wird. Ihr wisst schon: AIDAnova … Einlaufen und so …
Bevor ich jedoch meinen heutigen Tag beende, mache ich mal noch ein paar Aufnahmen vom Kieler Hauptbahnhof, der jetzt nur noch von einer überschaubaren Anzahl Menschen frequentiert wird. Mir gefällt seine Architektur irgendwie. Dazu noch diese weißen, unter der Decke angebrachten Segel. Bei der Ankunft fühlt man sich sofort willkommen in der „Sailing City Kiel“.
Ein paar Impressionen sowie eine Wegbeschreibung finden sich hier im Forum im Faden „Kiel Anreise“ unter Post # 4.181:
Zurück im Hotel setze ich mich noch eine Weile auf eines der Fensterbretter und genieße den Ausblick, bevor es heißt: „Gute Nacht, Kiel.“