Schiff: AIDAaura
Route: Karibik 6
Zeit: 15.12.2012 - 29.12.2012 (Weihnachtsreise)
Reisende: Paar, ca. 30 Jahre
Mit Belize kam für uns ein kultureller Höhepunkt der Reise mit den Maya-Stätten. Auch deswegen fanden wir die Karibik-Route 6 ganz interessant, weil sie eben nicht nur einen Schwerpunkt auf weißen Strand, Palmen etc. legt. Auf Honduras gibts zwar auch erste Maya-Berührungspunkte, aber die Maya waren hier nicht so nachhaltig tätig und die meisten Stätten sind Nachbauten.
Der erste Schock begann bei der Zuteilung der Tickets für Lamanai (Der kulturelle Höhepunkt: Maya-Stätte Lamanai BZE 01) - Ausflugtreffpunkt um 06:45 h. Das ist auch leider nötig, weil der Anker schon um 15:30 h wieder gehoben wird (viell. schafft man es sonst nicht pünktlich nach Cozumel).
Etwas schade war, daß die Frühstückrestauration nicht wirklich auf den Ansturm eingerichtet war. Natürlich hatten viele Gäste Ganztagesausflüge gebucht. Dennoch war um 06.00 Uhr nur ein Restaurant offen und hier waren natürlich die Buffetschalen schnell leergeräubert. Da wäre es schön, 2 Restaurants offen zu haben, es ggf. schon um 05:30 h.
In Belize wurde wieder getendert, aber diesmal in speziellen, leistungsstärkeren und größeren Booten vom Festland, weil die AIDA doch recht weit draußen liegt.
Angekommen in Belize-City erweckt die Uferansicht den Eindruck, daß es hier nicht viel zu entdecken gibt. Die ganz individuellen Touristen, die dort herumliefen, haben uns das nachher auch so bestätigt.
Für uns gings durch das Hafenterminal in große Reisebusse. Der Komfort der Busse machte recht schnell deutlich, daß sich die Warnung für Gäste mit Rückenproblemen sich nicht auf die Boote, sondern auf die Busse bezieht. Mein Sitz hatte jedenfalls keine Polsterung mehr, sondern nur noch eine dünne Stoffbahn über einem Stahlrohrgestell.
Die Führung durch den einheimischen Guide (ja, es war mal wieder kein oranges Hemdchen an Bord) fiel dann etwas dünn aus (Ihr ahnt es - mal wieder das Sprachproblem). Allerdings gab es auf der Busfahrt auch nicht wahnsinnig viel sehenswertes, sodaß viele Gäste diese nutzten, um noch etwas Schlaf nachzuholen. Dennoch hätte man auch hier was zu Land und Leuten erzählen können.
Dann kamen wir am Fluß an - hier gibt es einen sehr großen Pavillion mit Sanitäranlagen. Dort findet auch eine erste Frischgetränkeversorgung statt.
Dann gehts auf die Boote - nicht übermäßig zügig, aber immerhin. Die Bootsfahrt ist ein richtiger Gaudi - die Dinger haben ordentlich Dampf und legen sich gut in die Kurve. Problematisch für Gäste mit Rückenproblemen wird es allenfalls, wenn die Boote sich überholen und die Wellen des anderen Boots überspringen.
Unser Guide hat hierbei 1-2 Extraschleifen mit uns gedreht und uns ein paar "Sehenswürdigkeiten", aber v.a. ein paar Tiere gezeigt. Auch auf der Fahrt wurde immer wieder kurz angehalten, um allen einen Blick auf Krokodile, die herumlungerten zu gestatten.
Eine Jacke oder Mütze habe ich persönlich während der ganzen Fahrt nicht gebraucht, für die Damen bietet sich ein leichtes Jäckchen sicherlich an.
Wir hatten uns vorsichtshalber mit Mückenschutz eingesprüht, ich habe allerdings keine Mücken gesehen. Ich würde aus Vorsicht dennoch dazu raten.
In Lamanai übergab unser bisheriger Guide dann den Staffelstab an den Guide dieser Stätte. Während der erste ein gut verständliches englisch sprach, hatte dieser einen so fiesen Dialekt drauf, daß selbst die gut englisch sprechenden Gäste Mühe hatten zu folgen.
Zudem zog sich die Gruppe auf dem Dschungelpfad recht weit dahin und er fing mit seinen Ausführungen manchmal an, bevor alle versammelt waren. Nach einem Viertel der Strecke setzte sich etwa die Hälfte unserer Gruppe zu einer anderen Gruppe ab, bei der ein AIDA-Guide dabei war.
Dann ging es auch in unserer Gruppe besser, weil die Verständigung in der kleinen Gruppe besser war, die Englischkenntnisse im Schnitt besser waren und auch einfach mehr Zeit für Rückfragen war.
Inhaltlich wußte der Guide ganz gut Bescheid, aber sprachlich war es auch für uns, die mit dem englischen wenig Probleme haben, schon grenzwertig.
Auf dem Weg zu den Stätten liefen wir über einen besseren Dschungelpfad - sicherlich kein optimales Geläuf für Rollstühle oder Kinderwagen. Auf dem Pfad machte unser Guide uns dann auf einen markanten Geruch aufmerksam - das rühre daher, daß ein Jaguar diesen Pfad vor 30 Minuten gekreuzt habe. Das verursachte doch ein gewisses Unbehagen in der Gruppe. Für mich persönlich war es weniger ein Problem, da ich ehrlich gesagt mehr Respekt vor Krokodilen, Schlangen oder Malaria-Mücken hatte als vor dem Jaguar.
Dennoch möchte ich hier nochmal klarstellen, daß dieser Ausflug mitten in den Dschungel führt und nicht in einen Pseudodschungel, der für Touris angepflanzt wurde. Wir wurden auch darauf aufmerksam gemacht, daß wir mind. 50 km Luftlinie bis zum nächsten "Hospital" hätten, und wir uns also tunlichst nicht die Gräten brechen sollten.
Die Stätten selber waren schon beeindruckend, insb. wie unvermittelt man vor 30 Meter hohen Tempeln steht, die aus der grünen Wand vor einem auftauchen. Das Besteigen des Tempels war zwar anstrengend, aber der Blick entlohnt definitiv für alle Mühen.
Unser Guide meinte dazu: "Getting up is physical, getting down is psychological")
Da mein linkes Knie noch lädiert war, mußte mein rechtes Bein die gesamte Arbeit leisten, aber es ging. Der Lohn war ein Muskelkater, der mich in Cozumel intensiv begleitet hatte, aber ich hätte es bereut, nicht hochgestiegen zu sein.
Mit den Booten ging es zurück zu dem Pavillion, wo es ein Mittagessen gab. Nach Landesstandards war es sicherlich ein tolles Mahl, aber man hätte es sich auch schenken können und dafür mehr Zeit in Lamanai verbringen können. Das einheimische Bier war nicht mein Fall, ganz im Gegensatz zum Port Royal auf Roatán. Naja, man hats mal mitgemacht.
Nach dem Mahl wieder die Busfahrt Retour zu Hafen. Schon beim Losfahren war es eigentlich klar, daß wir den planmäßig letzten Tender nicht schaffen würden, aber auf einem AIDA-Ausflug war das kein Problem. Im Bus fuhr nun ein Guide mit, der nun mit einigen Infos glänzte. Allerdings hatten wir uns schon selbst so schlau gemacht und der Großteil im Bus war platt und schlief.
Wir haben dann den letzten Tender eine halbe Stunde nach "alle Mann an Bord" genommen und dann die Überfahrt in Angriff genommen. Da wir noch auf die Technik (Pavillon etc.) warten mußten, die mit dem letzten Tender kommt, erwischte uns noch ein Regenschauer. Was man auf dem offenen Oberdeck gemacht hätte, falls ein Gewitter draus geworden wäre, weiß ich nicht, aber da es nur Regen war, war es nicht weiter schlimm.
Unterm Strich hat sich meine Einschätzung, daß der Ausflug auf eigene Faust nicht zu bewältigen ist, bestätigt. Selbst mit AIDA haben wir es nicht in der offiziellen Zeit geschafft. Infrastruktur und Orientierung sind unzureichend für meine Bedürfnisse. Wenn man sich nicht zufällig gut vor Ort auskennt, bleibt für die weiteren Touren keine Alternative zum AIDA-Ausflug.
Das war dann auch der Tag in Belize.
Viele Grüße
Stephan