Was neueres habe ich leider nicht, wird nicht viel helfen, aber lustig wars.
4. Guadeloupe, Soft, Dezember 2003, Wertung ***
Die Tour begann wie immer in der Karibik um 8 Uhr. Wir haben uns um unsere Biking-Guides Björn und Andy versammelt und erhalten unsere Einweisung. Unser Guide an diesem Morgen ist Björn. Nachdem er allen erklärt hat, was zu tun und was zu lassen ist, fordert er die Truppe auf, eine kleine Runde zu drehen, um die gewählten Einstellungen auszuprobieren. Als Mehrfachtäter erspare ich mir das, ich habe das Rad vom Vortag, alle Einstellungen stimmen. Damit er dem Rest besser zusehen kann, lehnt Björn sein Rad an einen Poller (das ganze spielte sich unmittelbar an der Kaimauer ab). Björn wendet sich also von seinem Rad ab und seinen Bikern zu. An diesem Morgen war es schon sehr heiß, und so muss sich Björns Bike gedacht habe, dass eine Abkühlung recht angenehm wäre. Sobald sich Björn nämlich umdreht, setzt sich das Rad in Bewegung und rollt los - und stürzt sozusagen kopfüber in das Hafenbecken. Wir hören ein gedämpftes 'Platsch'.
Björn bemerkte die Bewegung zwar noch aus dem Augenwinkel, aber für eine Reaktion ist es längst zu spät. Mit einem ziemlich dummen Gesicht sieht er hinunter ins Wasser - wie wir alle - und wollte für einen kurzen Augenblick wohl hinterher springen. Er besinnt sich eines Besseren, und sprintet zurück ins Schiff, um Hilfe zu holen. Während wir beobachten, wie das Rad langsam versinkt und uns vom Schreck erholen, kommt das erste Gelächter auf.
Ja, ja, Schadenfreude ist doch immer noch die schönste Freude. Plötzlich kommt Björn zurück. Jetzt würde alles Gut werden, anscheinend hat er Hilfe gefunden. Vom Bike sind noch die Räder zu sehen, die Luft darin hält das ganze Rad immer noch knapp unter der Oberfläche, allerdings steigen verdächtige Luftblasen auf. Die Hilfe naht. Oder doch nicht? Denn es kommt lediglich Ernst mit der Kamera, der etwas murmelt, das verdächtig klingt wie "Oh, schön, noch etwas für’s Wochenvideo." Das Schiff hat 6,20 m Tiefgang, also liegt das Rad etwa 8 bis 10 Meter tief. Herzlichen Glückwunsch. Mit einem Ersatzrad für Björn fahren wir trotzdem eine schöne Tour an diesem Tag. Das Bike wurde geborgen.
Da Guadeloupe ja französisch ist, waren wir plötzlich wieder zu Hause. Rechtsverkehr (auf Tortola fuhren wir ja links) und die Preise in Euro ausgeschrieben. Wir fuhren ein wenig über die Insel, es ging mal auf mal ab, wie das so ist, wenn es reichlich Berge gibt. Dabei kamen wir durch Gegenden, da findet man sein gestohlenes Auto wieder, aber auch durch solche, da sah es aus wie in einem mondänen Badeort an der Cote d’Azur. In einem solchen Ort machten wir halt, um an einem niedlichen, gepflegten Strand unsere verschwitzen Körper ins Meer zu tauchen. Oh wie herrlich, göttlich, wunderbar.
Der Aufenthalt war wieder viel zu kurz und bald schon ging’s weiter über die Insel. In dieser Tour steckte mehr drin als wir dachten, die wäre auch als Soft-Active durchgegangen. Nach ca. 40 km und 4 ½ Stunden sind wir wieder daheim an unserem Schiff.