Kingstown, St. Vincent 09.04.09
Liegezeit 08.00h bis 18.00h, alle Mann an Bord um 17.30h.
Sabine hat Geburtstag und sie hat sich einen Ausflug nach Bequia gewünscht. St. Vincent ist vulkanischen Ursprungs und deshalb sind alle Strände schwarz, was zwar einen schönen Kontrast bildet, uns aber nicht gefällt. Eigentlich wollen wir ja alle nach Bequia mit der Fähre fahren, denn dort gibt es weiße Sandstrände. Aber es gibt die ersten Ausfälle beim Frühstück. Ulli und Petra sind nicht da. OK, fahren wir eben ohne die beiden. Wir müssen uns mit dem Frühstück sputen, denn die Fähre fährt bereits um 08.30 Uhr, gleich neben der Aura ab. Wir werden insgesamt 18 Personen, die privat auf die Insel wollen. Ein großer Wachmann in Uniform hält uns am Hafenterminal auf und lässt uns nicht zur Fähre. Wir versuchen ihm zu erklären, dass wir gern noch das Schiff erreichen würden, er ruft auch irgendetwas zur Fähre, aber lässt uns nicht passieren. Was er nun will wissen wir auch nicht, aber mich lässt er nun zum Schiff, damit ich für alle Mann Karten kaufen kann. 8$ soll die Überfahrt pro Person kosten, hin und zurück 14$, ein kleiner Farbiger erklärt mit das in besonders schlechtem Englisch und gerade als ich bezahlen will, kommen die anderen um die Ecke gefegt und rufen haaaaalllllttttt! Wie jetzt? Ja, halt, wir haben schon bezahlt 1$ pro Person. Das breite grinsen von 16 Mitfahrern schlägt mir entgegen (nur Sabine grinst nicht) gepaart mit Häme und Spott und man erklärt mir, dass der Wachmann von jedem 1$ genommen und dann den Weg zur Fähre frei geben hat. Klingt komisch, ist aber so, mein kleiner Farbiger lässt mich nicht aus den Augen, aber ich deute ihm auch beim zweiten Versuch, von mir Geld zu bekommen, an, dass es jetzt nichts mehr gibt. Punkt und aus. Nach einer Weile bekomme ich von ihm Nachricht, dass ich zum Kapitän kommen soll zum Gespräch, na, denn man to, gut ich folge. Es geht durch den Innenraum über mehrer enge Treppen bis auf die kleine Brücke des Schiffes. Es ist eng, es stehen eine menge Leute herum und es wird geraucht, was das Zeug hält. Die Luft ist zum Schneiden dick. Der Kapitän ist von allen an besten gekleidet, sieht europäisch aus und spricht perfekt zu verstehendes Englisch. Er macht mir schnell klar, dass der Wachmann an Land nur ein so genanntes Gatewayticket erhoben hat und dass er den vollen Fährpreis von uns erwartet oder wir werden Kiel geholt. Zurück bei meinen Mannen bin ich mit Grinsen dran, die Vereinbarung lautet, dass ich das Geld einsammle und zur Brücke bringe. Wir sind jetzt auf offener See und die Dünung ist etwa drei Meter hoch. Was auf der AIDA nicht zu spüren ist, macht sich hier in mächtigem schaukeln bemerkbar und einige bereuen schon, auf diesen Kahn gestiegen zu sein. Das Geld einzusammeln ist unter diesen Umständen nicht gerade einfach, aber das Bezahlen noch viel schlimmer. Wir werden wirklich von einem Ende der Brücke zum anderen geworfen und am Ende fehlen natürlich 10$. Also zählen wir noch einmal und diesmal ist alles in Ordnung. Von der einen Stunde Fahrzeit sind jetzt 45 Minuten um, mir geht es trotz der Wege über das Schiff noch gut, aber es gibt doch einige Kameraden, die sich das Frühstück noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Auf der Fähre befindet sich auch eine AIDA-Ausflugstour mit Guide. Wir versuchen herauszufinden, wie lange diese Gruppe auf der Insel bleibt, um selbst abschätzen zu können, mit welcher Fähre wir wieder zurück fahren müssen. Der Guide blockt und ist nicht bereit mit uns zu kooperieren. Erst als er von uns bei Seite genommen wird und wir ihm erklären, dass wir alle in einem Boot bei AIDA sitzen und dass er zu uns freundlich zu sein hat, ob wir einen Ausflug bei AIDA buchen oder nicht, bekommen wir zu wissen, dass der Ausflug die Fähre um 17.00h nimmt. Sehr schön. Sobald wir die Insel Bequia erreichen ist Ruhe im Karton und das grün weicht aus dem meisten Gesichtern. Wir schaffen es zwei Taxis für 18 Personen zu bekommen und handeln einen Preis von 4$ pro Person aus (anstatt 10$), für die Tour zum Lowers Beach und zurück. Es sind gerade einmal 10 Minuten, die wir mit dem Taxi fahren, sprich eine Bucht weiter. Wir finden der Lowers Beach sieht ziemlich verlassen und etwas ungepflegt aus. Willi aus Hamburg, der Betreiber der Beachbar erklärt uns, dass die Saison vorbei ist und nach Bequia sowieso nicht die großen Besucherströme kommen. Hier kommen nur Leute her, die schon immer hierher fahren um zu tauchen, aber nicht um zu feiern. Es gibt also auch keine Motorboote oder Jetskis am Strand zu mieten (die sind auf St. Vincent verboten) und der Trubel hält sich in Grenzen. Wir finden einige Liegen am Strand und die nehmen wir. Das Wasser ist einigermaßen warm und karibisch türkies, wie es sich gehört. Hier, unter unserer Palme, lässt es sich ein paar Stunden aushalten. Etwa eine Stunde nach unserer Ankunft steht ein Rastaman vor uns, mit Tütchen hinter dem Ohr und feinstem Karibikenglisch. Hey Guies I want to have 6$ from each, das ist das, was wir verstehen. Er ist hier am Strand der Liegenguru und nimmt Geld für jede Liege und wenn sie auch noch so sch…… sind. Wir versuchen zu handeln, denn schließlich sind wir ja nur einen halben Tag da und ein Teil will auch in einer Stunde, mit der 14.00h Fähre, wieder zurück. Die Verhandlungen sind zäh und der Guru lässt nur 1$ ab. Anstatt die gebotenen 3$ für die letzte Stunde zu nehmen bleibt er hart und nimmt lieber nichts. Wir räumen die Liege. Behalt doch deinen Mist! So! Im Sand lässt es sich auch gut sitzen. Ulli und Petra sind zwischenzeitlich eingetroffen und wir können noch mit ihnen abklatschen. 10 fahren mit der 14.00h Fähre nach Hause, der Rest bleibt noch da. Das Taxi kommt um 13.30 und die Fähre legt fast pünktlich ab. Kaum aus dem Hafen heraus fängt das Schiff wieder an zu schaukeln. Die Dünung ist am Nachmittag eher höher geworden als am Morgen. Jeder, der nicht seefest ist, sollte wirklich überlegen, ob er diese Tour unternimmt. Um 15.30 Uhr sind wir wieder auf dem Schiff zum Pizzaessen genau rechtzeitig. Ich habe eine schöne Palme auf dem Bauch, trotz Sonnencreme mit Schutzfaktor 50! Wir warten voller Neugierde auf Deck 9 ¾ aber die 17.00h Fähre ist um 18.00h immer noch nicht durch das Fernglas zu sehen. Es wird 18.30h als das Schiff in den Hafen einläuft, mehr als eine halbe Stunde nach dem geplanten Ablegen, der Kapitän nimmt es gelassen und winkt von der Brücke mit einer großen, weißen Hand. Die restlichen Mitfahrer von uns haben das Glück, dass der AIDA-Ausflug mit an Bord ist und auf die wird gewartet. Im Normalfall wäre die Aura sicherlich weg gewesen. Später erfahren wir, dass im wahrsten Sinne des Wortes so viele „Schwarzfahrer“ an Bord waren, dass der Kapitän nicht abgelegt hat, bevor die bezahlt haben. Nach dem Ablegen sollen die „Schwarzfahrer“ sich alle ihre Tütchen angezündet haben, es soll richtig gut gerochen haben, sagt man. Ein wirklich schöner Tag zum Abschluss der Reise, wir haben viel gesehen.
GaK S+S