Alles anzeigenKannst Du das ein wenig besser begründen bzw. belegen?
Corona spielt m.E. gesellschaftlich und wirtschaftlich keine große Rolle mehr. Das heißt natürlich mitnichten, dass man nicht noch immer schwer an Corona erkranken kann, bitte nicht falsch verstehen.
Aber ich bekomme so gut wie nicht mehr mit, dass Preissteigerungen oder ähnliches noch immer auf die aktuelle Coronalage geschoben werden.
Das Problem, welches die Reedereien im Moment haben, sind die Folgen der Situation 2020 und 2021, aber dazu gleich mehr.
Der aktuell viel größere Preistreiber sind die gestiegenen Energiekosten sowie die Inflation.
Damit werden aktuell sämtliche Preissteigerungen, vom Lebensmitteleinzelhandel über Restaurants bis hin zu Flugpreisen und Reisen begründet und nicht mehr mit Corona.
Der Gedanke, dass Unternehmen in guten Zeiten so vernünftig Wirtschaften, dass schlechte Zeiten überbrückt werden können, ist zum Teil illusorisch. Das funktioniert ggf. im Mittelstand noch ganz gut, bei größeren und global agierenden Unternehmen kann man das maximal wenige Wochen bis zu ein paar Monaten durchhalten.
Airlines als Beispiel schaffen es gerade einmal, die buchungsschwachen Wintermonate über das Jahr auszugleichen.
Ansonsten leben Airlines und Reedereien zum Großteil "von der Hand in den Mund".
Eingenommenes und verdientes Geld wird im Rahmen des Cashflow fast komplett und direkt wieder ausgegeben für die laufenden Kosten, für die Zahlung von (Leasing-)Raten und Krediten.
Und da liegt der Hase im Pfeffer. Die großen Reedereien, und insbesondere Carnival, zu denen auch AIDA gehört, mussten während der Stilllegung der Kreuzfahrt massiv Schulden aufnehmen, um das Geschäft überhaupt am laufen zu halten, weil es in der Branche eben keine Rücklagen gibt.
Die Anzahlung die Du heute leistet wird nicht für Deine Reise zurückgelegt, sondern zur Abdeckung des laufenden Betriebes genutzt.
Bei Airlines ist es das selbe. Nicht umsonst möchte man da so gerne am Prinzip der Vorkasse festhalten, welches einige Politiker ja aktuell gerne Kippen wollen.
Die während Corona entstandenen Schulden treiben die großen (Kreuzfahrt-)Konzerne aktuell vor sich her und sorgen dafür, dass diese an jeder Stelle so viel Geld einnehmen müssen wie irgend möglich.
Und das führt dazu, dass bei vielen Kunden im Moment auch preisliche Schmerzgrenzen ausgetestet werden.
Ja, aktuell hat man dank der sog. Energiekrise wieder einen neuen Vorwand für Preissteigerungen gefunden, sonst wäre Corona vermutlich noch länger als Grund vorgeschoben worden. Man sollte hier nicht den Unternehmen nach dem Mund reden. Eine Lufthansa hat sämtliche Corona-Hilfen innerhalb eines Jahres zurückgezahlt. Haben die Reedereien überhaupt Hilfen bekommen? So sehr von der Hand in den Mund können die allesamt nicht gelebt haben. Ich habe immer das Gefühl, dass gerade deutsche Unternehmen hervorragend im Jammern sind, aber auf sehr hohem Niveau. Entweder wirtschaftet man gescheit, dann kann man auch Krisen überstehen. Ich muss aber als Konsument nicht Mitleid haben mit Unternehmen, wenn diese jahrzehntelang über ihre Verhältnisse leben. Die Größe des Unternehmens kann da kein Kriterium sein. Rein logisch betrachtet steigt mit der Größe des Unternehmens eigentlich die Fähigkeiten zur Bildung von Rücklagen. Wenn dieser Prozess offenbar in der Praxis nicht funktioniert, dann hat da auch der Staat als Kontrollorgan versagt.