Reisebericht Artania - Norwegen mit Spitzbergen - Sommer 2016

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  • Unsere Kreuzfahrt war gigantisch, die beste Reise, die wir je gemacht haben. Deshalb gibt es dazu jetzt den ausführlichsten Reisebericht, den ich je geschrieben habe.


    Sonntag, 31.07.2016 Bremerhaven


    Die Reise beginnt in Bremerhaven. Da an diesem Tag alle vier Phoenix-Schiffe in Bremerhaven liegen, rechne ich mit Chaos beim Check-in (mir stand noch deutlich unsere Erfahrung vom letzten Sommer vor Augen, wo der Check-in bei der MSC Splendida in Hamburg fast drei Stunden gedauert hatte). Wir sind mit der Bahn angereist und wählen für den Weg zum Terminal den Shuttlebus (Kosten 5 EUR pro Person, Kinder unter 15 Jahren kostenlos, wichtig für Begleitpersonen oder Schaulustige: das Ticket gilt als Tagesticket, kann also am selben Tag auch für die Rückfahrt verwendet werden). Der Shuttlebus stellt sich als eine gute Wahl heraus, denn erstens ist es ein Doppeldecker und wir bekommen Plätze oben in der ersten Reihe (Kommentar meines Sohnes: „Juchhu, der Urlaub beginnt ganz toll!“) und zweitens kommt es aufgrund der vielen Passagiere zu langen Staus vor dem Parkplatz des Terminals, weshalb die Fahrt an die 40 Minuten dauert. Meine Befürchtungen für den Check-in steigen. Im Terminal sehen wir kurz Kapitän Morten Hansen – die Begeisterung meines Sohns steigt, denn seit unserer Buchung der Reise haben wir angefangen, „Verrückt nach Meer“ zu schauen und mein Sohn ist völlig hingerissen, dass wir „die Fernsehstars“ nun live erleben. Laut meinen Reiseunterlagen soll der Check-in erst um 16 Uhr beginnen. Wir sind ca. eine halbe Stunde eher da, der Check-in hat aber schon begonnen und wir sind innerhalb von 10 Minuten an Bord, wo uns Kreuzfahrtdirektor Thomas Gleiß mit Handschlag begrüßt (die Begeisterung meines Sohnes steigt weiter, wieder einer der „Fernsehstars“). Ein Mitarbeiter führt uns zu unserer Kabine – was für ein netter Service. Kurz darauf kommen auch schon unsere Koffer. Wir stärken uns erst einmal im Lido-Buffetrestaurant (Kaffee- und Teestunde mit Kuchen, Obst und Sandwiches) sowie am Kopernikus-Pool (Willkommens-Snack mit Grillwürstchen, Suppe und Salat). Nur zur Klarstellung, auch für spätere Angaben zu Speis und Trank: ich beschreibe die Auswahl und habe nicht alles selbst probiert ;-)
    Dann erkunden wir das uns bisher unbekannte Schiff, danach packe ich aus. Die für 18.15 Uhr angekündigte Seenotrettungsübung verzögert sich um ca. 20 Minuten, da noch nicht alle Passagiere an Bord sind. An diesem Tag haben die Schulferien in Bayern und Baden-Württemberg begonnen, es ist ein Wochenende der Mega-Staus (Mitreisende aus dem Raum Stuttgart berichten später, dass die Busanreise 12 Stunden gedauert habe). Während der sehr umfangreichen Rettungsübung (erst Treffen in der Atlantik-Showlounge mit noch nicht angelegter Rettungsweste, dann Erläuterung des Anlegens, Überprüfung, ob es jeder richtig geschafft hat und dann gemeinsamer Gang zu den Rettungsbooten) läuft bereits die Deutschland aus. Ich bin etwas genervt, dass wir noch bei der Rettungsübung sind, ich wollte doch das Auslaufen der Schwesternschiffe fotografieren. Bis zum Ende der Übung sind auch die Amadea und die Albatros ausgelaufen. Ich kann aber noch ein Bild machen.



    Mit ca. 25 Minuten Verspätung (geplant war 19 Uhr) legt nun auch die Artania ab. Wir beobachten das Ablegen (viel für’s Herz mit Auslaufmelodie und Verabschiedung durch Salutschüsse in Bremerhaven. Danach geht es zum Abendessen ins Restaurant Vier Jahreszeiten. Später am Abend (ab ca. 21 Uhr bis ca. 21.30 Uhr) fahren alle vier Schiffe noch ein Flottenmanöver. Das Fotografieren war ganz schön schwierig, denn es ist stürmisch geworden, der erste Seegang ist auch schon spürbar. Phoenix hat mitgeteilt, dass von diesem Flottenmanöver Bilder aus einem Helikopter aufgenommen werden – wenn diese vielleicht den nächsten Katalog zieren, wissen wir, dass wir dabei waren.



    Nach dem Flottenmanöver gehen wir zur Kabine und fallen voll von vielen Eindrücken in unsere Betten.


  • Montag, 01.08.2016 Seetag


    Schon in der Nacht hatten wir etwas Seegang. Unsere Kabine stellt sich als sehr ruhig heraus (sehr leise Klimaanlage, auch bei stärkerem Seegang, der noch kommen wird, kein Knarzen o.ä., allerdings ist durch die Lage recht weit vorne der Seegang deutlich spürbar).


    Um 10.30 Uhr gibt es einen Kennenlern-Treff für die Kinder und Jugendlichen (ich schätze, es waren ca. 25 – 30 Kinder und Jugendliche an Bord, für die es keinen gesonderten Klub mit Vollzeit-Bespaßung wie bei anderen Reedereien gibt, es werden auf unserer Reise aber an den Seetagen immer wieder nette kleine Programmpunkte für sie angeboten). Mein Sohn ist zunächst skeptisch, lässt sich aber überreden, an dem Treffen teilzunehmen. Das stellt sich als sehr gut heraus, denn die Kinder machen eine Schiffsralley, haben viel Spaß dabei und erhalten am Ende einen Schlüsselanhänger und wahlweise eine Anstecknadel oder einen Stift von Phoenix. Für den Nachmittag verabredet sich mein Sohn mit einem anderen Jungen zum Tischtennis. Kicker, Tischtennis, Shuffleboard und Fitnessgeräte für draußen befinden sich überdacht und windgeschützt, aber im Freien auf den fantastischen Freiflächen der Artania im Heckbereich. Das wird sich auf der Reise noch als großer Vorteil herausstellen, denn während ich auf unserer Spitzbergentour 2013 mit der Costa Pacifica riesigen Ärger mit meinem Sohn hatte, weil er sich kein bisschen für die tolle Landschaft interessiert hat und ständig in die fensterlose Halle mit den kostenpflichtigen Videospielen wollte, hat mein Sohn sich auf der Artania sehr viel bei den genannten Spielmöglichkeiten im Heckbereich aufgehalten, vor allem beim Tischtennis. So hat er meistens andere Kinder getroffen, war draußen und hat auch ganz automatisch etwas von der Landschaft mitbekommen. Videospiele o.ä. hat er kein bisschen vermisst (so etwas gibt es auf der Artania gar nicht), der mitgebrachte Nintendo lag die gesamte Reise unbenutzt im Safe.


    Abends stehen die Begrüßung durch Kapitän und Kreuzfahrtdirektor an (in der Show-Lounge wird das gesamte Team vorgestellt, außerdem kann jeder, der möchte, sich persönlich von Kapitän und Kreuzfahrtdirektor begrüßen lassen – die Fotos davon muss ich später kaufen, weil mein Sohn natürlich unsere Bilder mit den „Fernsehstars“ haben möchte). Das Verfahren ist gut geregelt, es gibt zwei Begrüßungszeiten (Einteilung erfolgt nach Decks) und zwei Eingänge zur Showlounge – auf einer Seite für diejenigen, die eine persönliche Begrüßung durch Kapitän und Kreuzfahrtdirektor wünschen und auf der anderen Seite für diejenigen, die das nicht wünschen, aber trotzdem gerne die allgemeine Begrüßung und Teamvorstellung erleben möchten. Heute findet auch der erste Galaabend (von insgesamt drei auf dieser 15-Nächte-Reise) statt. Wir essen zusammen mit zwei Familien, die jeweils mit einem elfjährigen Jungen unterwegs sind. Ich habe den Eindruck, dass gerade dadurch, dass nicht hunderte von Kindern und Jugendlichen an Bord sind, sondern eine recht überschaubare Anzahl, sehr viel leichter Kontakt zwischen den Eltern bzw. Großeltern und auch zwischen den Kindern entsteht. Meine Befürchtungen vor der Reise, dass sich mein Sohn ohne Kinderprogramm womöglich langweilt oder ständig von mir bespaßt werden will, stellen sich schon nach dem ersten Seetag als grundlos heraus.


    Da wir recht spät gegessen haben und morgen aufgrund eines Ausflugs früh aufstehen müssen, geht es heute nach dem Galadinner recht bald ins Bett.

    Dienstag, 02.08.2016 Bergen


    Nach einer schaukeligen Nacht heißt es früh aufstehen. Treffpunkt für unseren Ausflug zum Hardangerfjord ist schon um 8.45 Uhr (wer sich über das Wörtchen „schon“ wundert – wir sind normalerweise im Urlaub Langschläfer und haben manchmal schon arge Schwierigkeiten damit, dass es auf der Artania „nur“ bis 10.30 Uhr Frühstück gibt). Das Wetter ist leider typisch für Bergen, die regenreichste Stadt Norwegens: es regnet, in der Luft hängen dicke Wolken und wir haben ca. 13 Grad. Beim Treffen für den Ausflug erfolgt schon eine Aufteilung der Teilnehmer auf die Busse. Da wir über Mittag unterwegs sein werden, gibt es kostenlos eine Lunchbox. Nach Beschreibung, was diese enthält (eine kleine Flasche stilles Mineralwasser, zwei Sandwiches – eines mit Wurst und Käse, eines vegetarisch belegt, ein unbelegtes Brötchen, ein großes Schnitzel, ein hartgekochtes Ei, ein Stück Kuchen, einen Apfel, eine Nektarine und einen Müsliriegel) nehmen wir zu zweit nur eine Lunchbox und essen an dem Inhalt noch die nächsten zwei Tage, denn auf unserem Ausflug schaffen wir das bei weitem nicht.


    Der Ausflug beginnt mit einer kurzen Stadtrundfahrt durch Bergen, dann geht es rein in die Landschaft Richtung Hardangerfjord. Schade, dass durch Regen und Wolken die Aussicht begrenzt ist. Wir halten am Wasserfall Steindalsfossen und machen eine halbe Stunde Pause, um diesen zu besichtigen (man kann auf einem Weg hinter den Wasserfall gehen). Zum Glück macht der Regen gerade eine kleine Pause.



    Später erreichen wir einen Obsthof am Hardangerfjord. Der Bauer erklärt uns die aufgrund der Hanglage schwierige Bewirtschaftung.



    Dann geht es ans Probieren: es gibt Apfelsaft aus eigener Herstellung, dazu Apfelkuchen und Kaffee/Tee. Um 13.30 Uhr startet die Rückfahrt. Gegen 15 Uhr sind wir wieder beim Schiff und haben aufgrund des immer noch schlechten Wetters keine Lust, noch durch Bergen zu bummeln (es ist unser vierter Besuch in Bergen, von daher verpassen wir durch unsere Faulheit nichts Wesentliches und hören später von Mitreisenden, dass sie in Bergen komplett nass geregnet wurden – für das mistige Wetter war unser Busausflug also genau das richtige, auch wenn die tolle Landschaft unterwegs heute nicht so richtig zur Geltung kam.).


    Pünktlich zum Ablegen klart es auf und wir genießen die schöne Ausfahrt.



    Da morgen schon wieder Frühaufstehen angesagt ist, verzichten wir auf die Willkommensshow und verschwinden nach dem Abendessen Richtung Kabine.

  • Mittwoch, 03.08.2016 Andalsnes und Molde


    Bereits um 8.15 Uhr ist Treffpunkt für unseren Ausflug zum Trollstigen und zur Trollwand. Das schöne Wetter entschädigt für das frühe Aufstehen: strahlender Sonnenschein und blauer Himmel. Andalsnes gleicht den Postkartenmotiven.


    Zuerst geht es zum Trollstigen – eine Serpentinenstraße hoch in die Berge. Oben, am Besucherzentrum, kann man nach einem kurzen Fußweg zwei Aussichtsplattformen erreichen – eine ragt direkt in die Schlucht hinein. Wenn man einen guten Zoom oder ein Fernglas hat, kann man erkennen, dass ganz am Ende der Schlucht die Artania liegt.


    Weiter geht es zur Trollwand, der höchsten Steilwand Europas.



    Gegen 11.30 Uhr sind wir wieder am Schiff, wo wir noch ein bisschen fotografieren.


    Nach dem Mittagessen mache ich etwas, was ich auf Nordlandtouren bisher höchst selten machen konnte: ich lege mich auf dem Sonnendeck zum Lesen in die Sonne. Schade, dass sich gerade heute im großen Pool kein Wasser befindet, denn es ist so warm, dass man auch gut schwimmen gehen könnte. Gegen 14.30 Uhr legen wir ab und fahren rund zwei Stunden durch die wunderschöne Fjordlandschaft nach Molde.


    Dort wandern wir auf den Aussichtsberg Varden. Der Weg ist ca. 4 km lang und sehr gut ausgebaut. Dass man auf dieser Strecke allerdings gut 400 Höhenmeter überwinden muss, merkt man dann schon etwas in den Beinen. Wir benötigen für den Aufstieg etwa 90 Minuten, nach unten sind wir mit etwa 55 Minuten deutlich schneller (legen allerdings auch keine Verschnaufpausen und Fotostopps mehr ein). Die Aussicht von oben ist gigantisch – die Bilder können das gar nicht widergeben. Hohe Berge und Wasser, soweit das Auge blickt.



    Bis wir wieder auf dem Schiff eintreffen, ist es 20.10 Uhr. Im Buffetrestaurant finden wir innen keinen Platz mehr, aber bei dem schönen Wetter kann man auch draußen sitzen. Schnell einen Happen essen und dann geht es wieder ans Fotografieren, denn heute stehen noch Schiffsbegegnungen sowie schöne Aussichten an. Zuerst läuft neben uns die MS Lofoten (das älteste Schiff der Hurtigrutenflotte) ein.


    Später begegnen wir noch der MS Spitsbergen, dem Neuzugang in der Hurtigrutenflotte.



    Abends besuchen wir dann erstmalig eine Show („Die vier Jahreszeiten mal anders“, Lieder und Texte präsentiert von Melanie Bayer), bevor wir erschöpft nach diesem perfekten Tag voller neuer Eindrücke ins Bett fallen.

  • Donnerstag, 04.08.2016 Svartisen-Gletscher


    Endlich ausschlafen! Nach einem späten Frühstück geht es zur Polarkreistaufe. Da dies allerdings eine ziemlich eklige Angelegenheit ist (u.a. muss man einen echten toten Fisch küssen, Windbeutel mit Senffüllung essen und man wird mit buntem Schaum im Gesicht und z.T. auch in den Haaren eingeschmiert), verzichten wir auf die aktive Teilnahme (wir haben bei früheren Reisen auch schon zweimal den Polarkreis überquert) und beschränken uns auf das Zuschauen. Eine Urkunde erhalten wir später trotzdem.


    Gegen Mittag kommt der Lotse an Bord und es beginnt eine Fahrt durch wunderbare Landschaft – bei Wärme, blauem Himmel und Sonnenschein.


    Wir passieren die Kugel, die die Überquerung des Polarkreises symbolisiert (geografisch nicht ganz korrekt, der echte Polarkreis kommt etwas später).



    Gegen 17.30 Uhr gehen wir vor dem Svartisen-Gletscher vor Anker. Wir tendern an Land und laufen zum Gletschersee (für Gehbehinderte gibt es einen kostenpflichtigen Bus, wir haben 20 Minuten zu Fuß gebraucht, der Weg ist eben und unproblematisch) und von dort aus weiter Richtung Gletscher. Die Gletscherzunge selbst erreichen wir dann aber nicht, denn der Weg ist doch recht weit und man müsste ganz schön über Steine und Geröll nach oben klettern – das wird dann auch zeitlich zu knapp. So genießen wir den Abendspaziergang bei Wärme (noch mehr als 20 Grad) und einem schönen Licht.



    Bis wir wieder an Bord sind, ist das Abendessen bereits vorbei. Also nutzen wir den inkludierten Kabinenservice. Auf der Artania kann man sich nicht nur morgens ein ausgiebiges Frühstück inklusive Eierspeisen auf die Kabine bestellen, sondern auch zwischen 7 und 24 Uhr diverse Gerichte wie z.B. Wiener Schnitzel, Suppe, Räucherlachs, Burger etc. Wir bestellen zweimal Pizza Margarita und einen griechischen Bauernsalat. Um 21.40 Uhr legen wir ab. Die Zeit der Mitternachtssonne ist hier schon vorbei, d.h. die Sonne geht langsam unter und beschert uns zur Ausfahrt ein wunderschönes Licht.



    An der Phoenix Bar (Heckbereich draußen) findet eine Polarkreisparty statt. Das muss ich jetzt gar nicht haben, ich will die schöne Natur in Ruhe genießen und nicht mit lauter Musik und Party. Zum Glück hat die Artania so viele Freiflächen, dass ich problemlos eine ruhige Ecke zum Genießen und Fotografieren finde. Ich mag gar nicht schlafen gehen.

  • Freitag, 05.08.2016 Leknes / Lofoten


    Wieder ein Frühaufsteh-Tag, der Wecker klingelt um 6.50 Uhr. Heute wollen wir zusammen mit einer anderen Familie, die wir schon vor der Reise über ein Kreuzfahrten-Forum „kennengelernt“ haben, einen Ausflug per Mietwagen unternehmen. Als wir gegen 9 Uhr an der Pier ankommen (wir mussten tendern, während die AIDAvita den Liegeplatz bekommen hat), stehen dort schon zwei Wagen des Vermieters lofotenuleiebiler. Kurz darauf erscheint auch die Vermieterin und wir erhalten für 800 NOK einen älteren Volvo. Wir starten bei bedecktem, teils sehr wolkigen Wetter. Unterwegs klart es jedoch sehr schnell auf und uns erwarten Postkartenmotive.



    Mit zwei Fotostopps fahren wir nach Reine. Dort spazieren wir etwas durch den Ort.



    Dann geht es weiter nach A.


    Auf dem Rückweg legen wir noch ein paar Fotostopps ein.



    Dann biegen wir ab zum Haukland Strand und verbringen dort noch eine Stunde. Ganz mutige Menschen schwimmen dort sogar – wir zählen allerdings nicht dazu.


    Nach einem Tankstopp in Leknes erreichen wir gegen 15.30 Uhr wieder die Pier. Den Wagen parken wir dort. Es war ein wunderschöner Ausflug durch eine fantastische Landschaft. Auf den Lofoten sollte man unbedingt einen Ausflug unternehmen – der Anleger selbst gibt nichts her. Außerdem hingen dort an unserem Besuchstag den ganzen Tag die dicken Wolken. Bei Fahrten mit dem Mietwagen sollte man bedenken, dass die Entfernungen nicht sehr groß sind (z.B. von Leknes bis A nur 64 km), man aufgrund der Straßensituation (kleine Landstraßen, Kurven, Tunnel) und der schönen Landschaft, die zu Fotostopps einlädt, aber recht lange dafür unterwegs ist (für die oben genannten 64 km gibt der Routenplaner selbst ohne Fotostopps schon eine Fahrzeit von 1 Stunde 14 Minuten an).


    Wie schon gestern am Svartisen-Gletscher erwarten uns auch hier Mitarbeiter der Artania mit Apfelsaft am Anleger. Dann ging es mit dem Tenderboot zurück und schnell noch zur Kaffee- und Teestunde ins Buffetrestaurant. Eigentlich bin ich schon so erledigt, dass ich gleich schlafen gehen könnte. Allerdings werden wir heute zwischen 23 und 24 Uhr ein Gebiet durchfahren, in dem häufig Wale gesichtet werden. Also heißt es durchhalten. Abendessen mit wunderschönem Ausblick auf die Lofoten, Show „Grand Prix d’Eurovision“ und dann geht es dick eingemummelt auf die Außendecks. Hier haben wir zwar noch schöne Ausblicke, aber in puncto Wale kein Glück. Gegen 23.45 Uhr wird durchgesagt, dass wir uns einer Nebelbank nähern und es heute wohl leider nichts mehr mit Walen wird. Also auf ins Bett.

  • Samstag, 06.08.2016 Tromsö


    Heute ist der Himmel bedeckt, aber es ist trocken. Mein Sohn erwacht durch die Durchsage. Die Durchsagen werden zu sehr früher oder später Stunde zwar nicht auf die Kabinen geschaltet, aber wenn das „Ding-Dong“ auf dem Gang ertönt, bin auch ich immer wach. Da wir weit ab vom Zentrum im Industriehafen liegen, habe ich gestern schon für 10 EUR p.P. Tickets für den Shuttlebus besorgt. Wenn man bis 10 Uhr fahren will, muss man sich auf einen bestimmten Bus festlegen, danach kann man einfach den nächsten Bus nehmen – soweit die Theorie. Leider passen wir in den Bus, der um 10.30 Uhr abfährt, nicht mehr hinein, doch der nächste kommt schon um 10.45 Uhr. Wir halten an der Tourismus-Information und fast direkt vor uns liegt die Amadea. Im Tagesprogramm war angegeben, dass man mit Bordkarte der Artania zu bestimmten Zeiten auf die Amadea gehen kann. Das nutzen wir doch gleich mal. Wir müssen unsere Bordkarte der Artania am Eingang abgeben und erhalten dafür einen Besucherausweis für die Amadea. Jetzt holen wir die Ecken nach, die wir bei einer Schiffsbesichtigung der Amadea im Juni verpasst haben. Toll, dass man so unkompliziert beim Schwesterntreffen auch das Schwesterschiff besuchen darf – ich glaube, das gibt es nur bei Phoenix (Anmerkung: inzwischen habe ich gelernt, dass das auch bei Hurtigruten möglich sein soll).


    Da das Wetter weiterhin bedeckt ist, verzichten wir auf die Seilbahnfahrt auf den Storsteinen (ist bei schönem Wetter meiner Meinung nach das Highlight von Tromsö, die Aussicht haben wir vor drei Jahren bei strahlendem Sonnenschein bewundern dürfen). Stattdessen wollen wir uns auf Spitzbergen einstimmen lassen und besuchen deshalb das Polaria. Hier sehen wir zwei Filme (ein auf Hubschrauberflügen gedrehter Film über Spitzbergen, man hat das Gefühl, selbst im Hubschrauber zu sitzen; sowie ein Film über Polarlicht), besuchen die kleine Ausstellung über Spitzbergen, bewundern einige Fische in Aquarien und haben das Glück, dass jetzt Zeit für die Robbenfütterung ist. Es gibt vier Robben, davon zwei kleinere Seehunde und zwei große schwere Bartrobben (eine wiegt 290 kg). Es ist schon beeindruckend, wenn so ein großes Tier an Land kommt bzw. wieder ins Wasser gleitet.



    Mein Sohn kann sich kaum von dem Schiffssimulator losreißen, bei dem man virtuell ein Schiff in den Hafen von Tromsö steuern kann. Nach ca. 2 Stunden verlassen wir das Polaria. Es ist immer noch bedeckt, also ist die Seilbahn endgültig gestrichen. Wir besichtigen noch den Dom und wollen uns schon fast auf den Rückweg machen, als die MS Trollfjord von Hurtigruten einläuft – direkt neben der Amadea. Also beobachten wir das Anlegen.



    Um 14.50 Uhr fahren wir mit dem Shuttlebus zurück zum Schiff. Durch den Schlafmangel der letzten Nächte bin ich heute echt durch den Wind. Nach zwei Kännchen grünem Tee zur Kaffee- und Teestunde fühle ich mich aber wieder einigermaßen fit. Mein Plan, abends erst die Ausfahrt aus Tromsö zu genießen und zum Abendessen zu gehen, wenn wir das offene Meer erreichen, geht nicht auf. Schon kurze Zeit nach dem Ablegen verlangsamt die Artania ihre Fahrt und es wird durchgesagt, dass eine medizinische Ausschiffung notwendig ist. Ein Lotsenboot holt den verletzten Passagier ab.


    Nach dem Abendessen nähern wir uns dem offenen Meer. Sonne und Wolken zaubern schöne Stimmungen.



    Dann schnell zur Show des Gastkünstlers Peter Löhmann, der eine Mischung aus Comedy und Zauberei präsentiert. Das kommt bei vielen Gästen gut an, wir bekommen nur noch mit Mühe einen Platz in der Show-Lounge. Aber es lohnt sich, wir haben sehr viel Spaß. Danach sind wir allerdings am Ende unserer Kräfte und fallen ins Bett. Am nächsten Tag werden wir erfahren, dass es heute Abend eine zweite medizinische Ausschiffung gab.

  • Sonntag, 07.08.2016 Seetag


    Gestern in Tromsö ist ein Lektor an Bord gekommen (der ursprünglich für diese Reise vorgesehene Lektor war erkrankt), der sich heute Vormittag mit einem Vortrag über Spitzbergen vorstellt. Für die Kinder wird um 11 Uhr das Spielen von Gesellschaftsspielen angeboten, wobei außer meinem Sohn nur noch ein weiteres Kind kommt. Während des Mittagessens passieren wir die Bäreninsel, die allerdings stark wolkenverhangen ist, so dass ich auf Fotos verzichte. Das erinnert mich aber immerhin daran, dass ich dringend den Akku meines Fotoapparats laden muss. Darüber werde ich mich später noch ärgern, denn heute Nachmittag gibt es eine besondere Kaffee- und Teestunde unter dem Motto „Alles Schokolade“. Es gibt Sachertorte (meine Lieblingstorte), andere schokoladige Torten, Kuchen und Teilchen, Pralinen, Schokoladenmousse (in verschiedenen Sorten von dunkler bis weißer Schokolade), Eis, Obstspieße mit heißer Schokoladensoße etc., das ganze wunderschön dekoriert mit Eisskulpturen im Restaurant Vier Jahreszeiten – und der Akku meines Fotoapparats steckt im Ladegerät! Immerhin genieße ich dieses kulinarische Highlight, allerdings nur kurz, denn es naht der Termin für ein weiteres Highlight: wir dürfen die Brücke besichtigen. Unser Deck ist für 15.45 – 16.30 Uhr eingeteilt, also leider genau während der wunderbaren Kaffeezeit. Aber auch in einer halben Stunde kann man einiges an Kuchen, Mousse au chocolat und Pralinen verspeisen, außerdem gibt es bald Abendessen. Also vom Kuchen auf zur Kabine (immerhin ist der Akku jetzt geladen), Fotoapparat einstecken und dann auf zur Brücke. Mein Sohn ist ganz empört, dass dort im Moment nicht Morten Hansen, sondern die zweite Offizierin steuert. Eine Frau am Steuer, das geht ja gar nicht ;-)



    Wer nicht seefest ist, hat heute einen schlechten Tag, denn der Wind pfeift und es schaukelt sehr spürbar. Deshalb erfolgt auch der Zugang zur Brücke aus dem Innenbereich und nicht, wie ursprünglich vorgesehen, über die Außentreppe. Mitarbeiter sorgen dafür, dass es nicht zu voll wird und sich nur eine bestimmte Zahl Passagiere gleichzeitig auf der Brücke aufhält. Wir dürfen uns in Ruhe umsehen und fotografieren.


    Beim Abendessen sehen wir Delfine. Abends besuchen wir noch die Show „LOVE“ – für meinen Sohn, der noch im „Mädchen sind doof – Alter“ ist, nicht so ganz das Wahre. Abends wollen wir eigentlich nicht so spät schlafen gehen, um uns für das morgige Spitzbergenprogramm zu rüsten. Aber dann wird es laut. Ein Hubschrauber erscheint, um einen medizinischen Notfall an Bord zu nehmen. Es dauert mehr als eine halbe Stunde, bis der Patient abtransportiert werden kann (erst werden Trage und norwegischer Notarzt an einem Seil herabgelassen, dieser untersucht dann den Patienten erst, bevor es dann an Bord des Hubschraubers geht – das sieht man natürlich nicht alles in allen Einzelheiten, sondern so wird es am nächsten Morgen vom Kreuzfahrtdirektor mitgeteilt als Erklärung, warum es so lange dauert, bis der Hubschrauber wieder abfliegt). Einerseits ist es beruhigend, dass selbst bei Sturm auf hoher See alles getan wird, um kranken Passagieren medizinisch zu helfen. Andererseits hoffe ich, dass man dem kranken Passagier ein ordentliches Beruhigungsmittel verpasst hat – ich bräuchte das auf jeden Fall, denn ich habe Höhenangst und schon der Gedanke daran, bei Sturm auf offener See vom Schiff auf einer Trage zu einem Hubschrauber hochgezogen zu werden, lässt mich ziemlich schaudern.


  • Montag, 08. August 2016 Spitzbergen


    Aufgrund der medizinischen Ausschiffung per Hubschrauber war es etwa Mitternacht, bis wir gestern eingeschlafen sind. Dementsprechend müde bin ich noch, als ich um 6.50 Uhr durch die Durchsage geweckt werde, dass wir gleich Barentsburg passieren. Nach einem Blick aus dem Fenster entscheide ich, dass ich die russische Bergbausiedlung nicht so spannend finde und lieber noch etwas schlafen will, um für die Fjord- und Gletscherpassagen heute Abend fit zu sein. Doch weiterschlafen ist gar nicht so einfach, denn ständig kommen jetzt Durchsagen – zwar nur auf den Gängen, nicht in den Kabinen, aber das „Ding-dong“, das die Durchsage ankündigt, hält mich wach. Irgendwann muss ich dann doch wieder eingenickt sein. Viertel vor neun weckt mich ein erneutes „Ding-dong“ und ein Blick aus dem Fenster zeigt mir einen Gletscher.


    Also ganz schnell Kleidung an, Fotoapparat schnappen und dann raus. Noch ist schönes Wetter und ich genieße den Anblick des Gletschers und der sonstigen Landschaft.



    Schnell zieht es sich jetzt zu. Wir passieren die alte verlassene Bergbausiedlung Grumant.


    Ich hatte die Beschreibung bei der Beschreibung unserer Reise im Phoenix-Katalog Angaben zum möglichen Spitzbergenprogramm wie z.B. „Kreuzen im Isfjord“ für „Katalogsprache“ gehalten. Tatsächlich machen wir aber genau das. Wir fahren nicht auf dem schnellsten Weg nach Longyearbyen, sondern kreuzen im Fjord, um gezielt möglichst nah an interessante Punkte heranzufahren.


    Gegen 13.15 Uhr legen wir in Longyearbyen an. Das Wetter ist trüb und teilweise nieselt es.
    Wie vor drei Jahren empfand ich diesen Ort als sehr enttäuschend. Man denkt, man kommt in die Einsamkeit und schöne Natur, stattdessen landet man in einem relativ großen Ort (über 2.000 Einwohner, das ist beispielsweise ungefähr sechsmal so groß wie Geiranger), muss auf den Autoverkehr aufpassen (warum fahren hier so viele Leute mit dem Auto? Es gibt doch kaum Straßen und leider auch keine Fußwege, auf die man flüchten könnte.) und sieht noch relativ viele alte oder modernere industrielle Anlagen. Sehr idyllisches ist es nicht.


    Nett sind allerdings die besonderen Verkehrszeichen.


    Wir besuchen das Svalbard Museum mit einer netten kleinen Ausstellung zur Geschichte und Tierwelt Spitzbergens.


    Gegen 18 Uhr legen wir ab und steuern auf den Höhepunkt der Reise zu. Wir fahren durch den Billefjord, vorbei an der alten russischen Bergarbeitersiedlung Pyramiden zum Nordensköldgletscher.


    Auf einer kleinen Insel vor dem Gletscher sehen wir einen Eisbären - es hat sich also doch gelohnt, das schwere größere Fernglas mitzunehmen. Mit dem Fernglas sieht man den Bären noch sehr viel klarer als auf meinen Fotos, denn Fotografieren war durch Wind, Schiffsbewegungen und starkes Zoomen nicht so einfach.


    Es wird auch Gletschereis an Bord geholt, damit die Passagiere später ihre Drinks damit genießen können.



    Außerdem führt ein Mitarbeiter vor, wie man Eisskulpturen erstellt.


    Vor dem Gletscher verbringen wir ca. 1,5 Stunden. Dann geht es weiter zum Tempelfjord. Wir ankern vor dem Gletscher, fotografieren auf den Außendecks die Uhr, die fast Mitternacht zeigt, im Sonnenschein



    - und gehen irgendwann gegen 1 Uhr (mein Sohn, der meckert: „Es ist noch nicht dunkel, ich will noch nicht schlafen gehen!“) und halb zwei (ich) schlafen - mit Blick auf den Gletscher vor unserem Fenster. Ein gigantischer Tag geht zu Ende. Ich hätte nie gedacht, dass wir auf einer normalen Kreuzfahrt relativ südlich in Spitzbergen tatsächlich im Sommer einen Eisbären sichten werden. Falls Ihr mal nach Spitzbergen fahrt, wählt unbedingt eine Reederei, die mehr macht als nur Longyearbyen anzulaufen.

  • Dienstag, 09. August 2016 Seetag

    Schon um 6.30 Uhr werde ich wieder durch das „Ding-dong“ einer Durchsage wach. Viel zu früh, irgendwann muss man doch mal schlafen. Das nächste „Ding-dong“ weckt mich um 9.40 Uhr und kündigt eine Rettungsübung für die Crew an. Mein Sohn, der einen deutlich tieferen Schlaf als ich hat, merkt nichts vom „Ding-dong“, wird aber um 10 Uhr durch den Alarm für die Crew-Rettungsübung geweckt. Jetzt schnell noch zum Spätaufsteher-Frühstück, das bis 10.30 Uhr geht.


    Wir fahren an der Südküste Spitzbergens entlang und haben bei Sonnenschein und blauem Himmel noch schöne Ausblicke.




    Nach dem Frühstück schwanke ich, ob ich zum Vortrag des Bordpfarrers gehe, der über seine Arbeit als Gefängnisseelsorger berichten will oder ob ich mich zum Lesen in die schöne Pazifik-Lounge setze. Eine Durchsage nimmt mir die Entscheidung ab. Drei Seemeilen vor uns wurden Buckelwale gesichtet – also schnell Anorak und Fotoapparat geholt und ab nach draußen. Es ist schwierig, die Wale zu entdecken. Man sieht etwas springen und spritzen, doch für ein Foto reicht es leider nicht.


    Nachmittags gehe ich zum Singen – „Relax Sing“ ohne Noten – es macht Spaß und klingt gut. Inzwischen haben wir die Südspitze Spitzbergens passiert. Das Wetter wird schlechter, die See deutlich rauer. Für die Kinder gibt es heute eine gesonderte Brückenführung. Danach geht mein Sohn noch zum Tischtennis. Ich wundere mich, wie man bei dem Seegang Tischtennis spielen kann – ich muss schon aufpassen, dass ich nicht umfalle, wenn ich in der Sauna von der Saunakabine zum Ruheraum gehe.


    Das Abendessen geht heute besonders schnell – offensichtlich hat der Seegang vielen Mitreisenden den Appetit verdorben. Die Tanzshow, die für heute Abend angesetzt war, entfällt wegen Seegang. Also geht es mal etwas früher ins Bett als sonst – die Schaukelei verursacht mir zum Glück keine Übelkeit, macht mich aber müde.

  • Mittwoch, 10. August 2016 Honningsvag


    Es stürmt und schaukelt immer noch. Während wir frühstücken, erfolgt die nächste medizinische Ausschiffung per Hubschrauber. Aufgrund des starken Seegangs wird das Programm umgestellt. Ursprünglich sollten wir direkt nach Honningsvag fahren und das Nordkap dann abends mit dem Schiff umrunden. Jetzt passieren wir bereits am Vormittag den geografisch nördlichsten Punkt (optisch nicht besonders beeindruckend),den Nordkap-Felsen mit der bekannten Weltkugel (optisch deutlich beeindruckender) und das Nordkap-Horn.


    Abends wird die Weiterfahrt dann durch eine Innenpassage erfolgen.


    Für die Kinder und Jugendlichen steht heute um 11.30 Uhr Pizza essen auf dem Programm. Mein Sohn hat seinen verfressenen Tag und geht im Anschluss daran trotzdem noch zum Mittagessen. Gegen 13.45 Uhr legen wir – aufgrund des Sturms unter großen Schwierigkeiten und mit Hilfe eines Hochseeschleppers in Honningsvag an. Nach dem Mittagessen gehen wir kurz von Bord, doch der Wind wirft uns fast um. Im Hafen liegt die Midnatsol von Hurtigruten, die kurz darauf ablegt.


    Nach der Kaffee- und Teestunde beginnt unser Ausflug „Die nördlichsten Fischerdörfer der Welt“. Wir fahren durch tolle Landschaft zuerst nach Kamoyvaer. Dort können wir uns die Galerie einer deutschen Künstlerin ansehen und bummeln dann kurz durch den malerischenkleinen Ort.


    Dann geht es weiter nach Skarsvag. Unterwegs halten wir an einem Aussichtspunkt.




    In Skarsvag ist ein Besuch des Weihnachtshauses vorgesehen. Viel interessanter finden wir jedoch die große Rentierherde, die am Ortseingang grast.


    Nach einer guten halben Stunde Aufenthalt geht es zurück zum Schiff. Der Ausflug hat mir sehr gut gefallen – wir haben viele Rentiere und viel von der Landschaft gesehen.


    Nach schnellem Abendessen im Buffet-Restaurant und kleiner Foto-Runde über die Rundum-Promenade (wir fahren jetzt bis morgen früh durch eine Innenpassage, das erspart den Passagieren den starken Seegang und beschert uns außerdem noch schöne Ausblicke)



    geht es zur zweiten Show von Magier und Comedian Peter Löhmann. Dann noch zum Late Night Snack (bei dem übrigens nicht nur das serviert wird, was im Tagesprogramm steht, sondern zusätzlich immer noch Obst, süße Kleinigkeiten etc.) und dann ins Bett. Schade, dass wir hier keine Mitternachtssonne mehr haben, dann wäre die Innenpassage noch schöner gewesen (und ich hätte vermutlich gar nicht geschlafen).

  • Donnerstag, 11. August 2016 Seetag


    Mit dem Verlassen der Innenpassage wird es prompt wieder schaukliger. Nach dem Frühstück gehe ich zum Vortrag des Lektors über James Cook, während mein Sohn am Kicker-Turnier teilnimmt. Später spielt er noch Tischtennis. Draußen scheint die Sonne, ich teste mal, ob man es sich auf den schönen Plätzen im Heckbereich gemütlich machen kann.


    Ja, im Anorak lässt es sich aushalten. Also schnell zur Kabine, um ein Buch zu holen. Im Nachhinein die dümmste Entscheidung, die ich auf dieser Kreuzfahrt getroffen habe, denn als ich mit Buch von der Kabine zurückkomme, erzählt mir mein Sohn, dass gerade fünf Orcas gesichtet wurden – und ich habe sie verpasst. So ein Mist! Immerhin versöhnen mich das schöne Wetter und der Ausblick auf die Lofoten wieder etwas.



    Zur Kaffeezeit gehen wir in die Pazifik-Lounge, wo heute Tanztee stattfindet. Später gibt es dann für mich etwas Sport und für meinen Sohn das Kinderprogramm (Verstecken spielen und später ein Aperitifspiel, bei dem er einen Cocktailgutschein gewinnt). Abends findet der zweite Galaabend statt. Wir versuchen, gegen 19.30 Uhr einen Tisch zu viert zu bekommen, was sich im Restaurant Vier Jahreszeiten als unmöglich erweist und im Restaurant Artania auch erst nach Wartezeit klappt – hier merkt man schon, dass die Restaurantplätze bei ausgebuchtem Schiff knapp werden, zumindest, wenn die Leute am Galaabend einen oder zwei Gänge mehr essen als sonst und die Essenszeiten dementsprechend länger dauern. Nach dem Essen gehen wir zur Show „LeCarRousel“ (eine Mischung aus Tanz, Gesang, ein wenig Akrobatik sowie Auftritten der Gastkünstler Peter Löhmann und das Showtanzpaar Angelina und Richard). Zum Late Night Snack wird heute ein großes Nordlandbuffet aufgebaut. Das können wir allerdings nur noch fotografieren. Essen kann ich nach dem opulenten Galadinnerjetzt beim besten Willen nichts mehr.


  • Freitag, 12. August 2016 Kristiansund


    Nach Frühstück und Sportkurs (Rückengymnastik) werde ich für die gestern verpassten Orcas ein wenig entschädigt. Kurz vor der Einfahrt nach Kristiansund sichten wir Minkwale.



    Das Wetter hat sich leider verschlechtert. War es vormittags nur bedeckt, aber trocken, so regnet es jetzt. Gut, dass wir einen Ausflug von der Sorte „wir lassen uns spazieren fahren“ gebucht haben – es geht zur Averoy-Insel und zur Atlantik-Küstenstraße. Wir verlassen Kristiansund durch einen ca. 6 km langen Unterwassertunnel. Am Aussichtspunkt auf die Storseisundbrücke halten wir an und können einen kurzen Spaziergang machen. An sich ist nur ein Stopp von weniger als einer Viertelstunde geplant, aber daraus werden dann gut 1,5 Stunden, denn unser Bus ist defekt und springt nicht mehr an. Zunächst versuchen andere Busfahrer zu helfen, aber bald ist klar, dass wir einen Ersatzbus brauchen. Immerhin gibt uns das Zeit, in Ruhe zu fotografieren, auch wenn das Regenwetter alles andere als ideal ist.



    So wird es 18 Uhr, bis wir wieder zurück sind. Angesichts des schlechten Wetters verzichten wir auf einen Stadtbummel in Kristiansund und gehen gleich an Bord. Dort erwartet uns als Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten beim Ausflug eine Flasche Sekt von Phoenix – eine nette Geste.


    Auch bei der Ausfahrt regnet es – wie schade, man ahnt, dass man durch wunderschöne Landschaft fährt, aber es kommt bei dem Wetter nicht zur Geltung.



    Abends schauen wir uns die Show des Tanzpaares an „Mit tausend Schritten um die Welt“. Danach will mein verfressener Sohn noch zum Late Night Snack (es gibt kleine Schnitzel mit Kartoffelsalat). So wird es abends wieder viel zu spät und die Nacht wird kurz, denn wir sollen morgen bereits um 7 Uhr in Geiranger anlegen.

  • Samstag, 13. August 2016 Geiranger und Alesund


    Gegen 5.30 Uhr wache ich durch erste Durchsagen zum Einlaufen in den Geiranger-Fjord wach. Ein Blick aus dem Fenster – nein, dafür stehe ich jetzt nicht auf. Die Wettervorhersage lag leider richtig: Wolken und Dauerregen. Da wir den Geiranger-Fjord schon zweimal bei deutlich besserem Wetter erlebt haben, kehre ich schnell ins Bett zurück. Ich nicke noch ein wenig ein, aber um 7 Uhr ist aufgrund der vielen Durchsagen die Nacht endgültig zu Ende – mal wieder viel zu wenig Schlaf. Wir sind heute das einzige Kreuzfahrtschiff in Geiranger und erhalten den SeaWalk – ein ausfahrbares Ponton, was uns das Tendern erspart.



    Ein Glück, dass wir heute keinen Ausflug gebucht haben. Wobei der Ausflug, der mich interessiert hatte (Wanderung Berg Westeras) aufgrund der starken Regenfälle und des dementsprechend matschigen Untergrunds sowieso abgesagt wurde. Wir frühstücken erst einmal in Ruhe. So leer wie heute habe ich das Artania Restaurant auf der ganzen Reise noch nicht erlebt. Dann hoffen wir auf besseres Wetter – leider vergeblich. Gegen halb elf wagen wir uns in Regenkleidung und bewaffnet mit dem türkisen Phoenix-Schirm aus der Kabine an Land. Wir wollen ein paar Fotos von der Artania im wolkenverhangenen Fjord machen. Danach steigen wir noch die Treppe am Wasserfall hinauf.


    Nach ca. 1,5 Stunden sind wir wieder an Bord. Von dort aus können wir sehen, welche Schiffe sonst noch so unterwegs sind. Da ist die Fähre und auch wieder ein Hurtigruten-Schiff, die Nordnorge.


    Unser Ablegen verzögert sich etwas, weil die letzten Ausflugsbusse verspätet sind. Dann geht es durch den mystisch wolkenverhangenen Geirangerfjord, vorbei an den berühmten Wasserfällen „Die sieben Schwestern“ (daraus sind bei dem Dauerregen acht geworden) und dem „Freier“.



    Zur Kaffee- und Teestunde gibt es heute wieder etwas Besonderes: „Wiener Kaffeehaus“. Frau ist ja lernfähig, der Akku ist gut geladen, die Genüsse können also auch optisch festgehalten werden. Es gibt wieder Sachertorte, dazu Linzer Torte, diverse andere Kuchen und Torten, Kaiserschmarrn, Eis und und und. Das ganze toll dekoriert mit Eisskulpturen und dem Wiener Riesenrad in klein.



    Um 16 Uhr verschwindet mein Sohn zum Kinderprogramm – Mensch ärger Dich nicht spielen, während ich die Zeit nutze, um für ihn ein Geburtstagsgeschenk im Bordshop zu kaufen: ein Puzzle mit dem Motiv der Artania vor einem Gletscher. Heute gibt es außerdem kostenlos ein Schlüsselband dazu.


    Am frühen Abend erreichen wir Alesund, wo wir die Teilnehmer eines Überlandausflugs wieder an Bord nehmen. Die übrigen Gäste dürfen sich auch noch mal für eine gute Stunde die Füße vertreten und an Land gehen. Schade, dass es immer noch in Strömen regnet – man kann zumindest ahnen, dass Alesund ein sehr hübsches Städtchen ist.


    Nach dem Abendessen, das aufgrund der Vorstellung der Köche länger dauert als sonst, bin ich einfach nur erledigt. Mein Sohn schaut im Fernsehen noch das „Sams“ (und in den Werbepausen die Übertragung der Crewshow aus der Showlounge), dann geht es ins Bett.

  • Sonntag, 14. August 2016 Seetag


    Heute findet das Kinderprogramm bereits vormittags statt – Wunschfilm im Kino. Währenddessen versuche ich im Fitnesscenter, den angefutterten Kilos wenigstens ein bisschen entgegen zu arbeiten. Nach dem Mittagessen ist dann Kofferpacken angesagt. Danach Kaffeezeit, Sauna und Aufbrezeln für den Abschieds-Galaabend. Nach Decks eingeteilt erfolgt zunächst eine Verabschiedung durch Kapitän, Kreuzfahrtdirektor und Crew in der Showlounge. Das ist sehr ergreifend, ich sitze da mit Tränen in den Augen.
    Später folgt das Abschieds-Galadinner (heute schmeckt es mir von allen drei Galaabenden am besten) und danach die Abschiedsshow in der Showlounge (noch mal von jedem etwas, inklusive der Gastkünstler). Die Show nennt sich „Die Welt zu Gast bei Phoenix“, es werden verschiedene Länder durch Darbietungen vorgestellt – sozusagen als Werbung für eine Weltreise mit Phoenix. Wie die Artania allerdings die Schweiz (Heimat von Peter Löhmann) erreichen will, bleibt ein Rätsel.


    Montag, 15. August 2016 Bremerhaven


    Wir sind wieder da. Morgens haben wir in Bremerhaven angelegt. Mit uns liegt die Albatros im Hafen.



    Bis 9 Uhr müssen wir die Kabine räumen, gegen Viertel nach neun können wir schon ausschiffen. Mit dem Shuttlebus fahren wir zum Bahnhof. Da sehr viele Kreuzfahrer über Bremen fahren, wähle ich für uns die Verbindung über Buxtehude – so haben wir die kleine Regionalbahn fast für uns alleine. Gegen Mittag sind wir wieder zu Hause.

  • Fazit:
    Wir sind begeistert von diesem Schiff. Die vielen Freidecks waren für unsere Nordlandfahrt mit vielen Landschaftsfahrten durch Fjorde, an Gletschern vorbei etc. optimal und sorgen für ein ganz neues Kreuzfahrtgefühl. Ich fürchte, ich bin verloren für die heute üblichen „großen Glaskästen“. Während ich sonst bei anderen Kreuzfahrtschiffen bei Panoramafahrten wie z.B. im Geirangerfjord Probleme hatte, Landschaft ohne 120 Köpfe von Mitreisenden davor zu fotografieren, stand auf der Artania der nächste Mitreisende oft mindestens 10 m von mir entfernt an der Reling. Ein Traum für Hobbyfotografen! Ich will allerdings nicht verschweigen, dass genau diese vielen Freiflächen mit recht offener Reling für Eltern von Kleinkindern ein Alptraum sein dürften – mit einem Kind unter drei oder vier Jahren würde ich nicht mit Phoenix fahren (oder man darf sich nur im verglasten Bereich des Sonnendecks aufhalten bzw. sollte das Kind immer an der Hand halten). Bar und viele Sitzgelegenheiten im Heck sind erstaunlich gut windgeschützt - ich war an Seetagen im Norden noch nie so häufig draußen wie auf diesem Schiff, wo man auch immer problemlos einen Platz fand. Durch Tischtennis, Shuffleboard, Fitnessgeräte und Kicker im Heckbereich konnte man sich auch draußen bewegen - das war vor allem für meinen Sohn sehr gut.
    Die Artania hat zwei Bedien- und ein Buffetrestaurant, das Essen ist in allen Restaurants gleich. Restaurant, Tisch und Essenszeit kann man frei wählen – man kommt, sucht sich einen freien Platz und dann geht es los. Zu Mittag- und Abendessen sind Tischwein, Wasser (gechlortes Leitungswasser), Apfel- und Orangensaft inklusive. Zum Frühstück sind Kaffee, Tee (ordentliche Auswahl verschiedener Beuteltees), vier verschiedene Säfte, Milch, Kakao und Wasser; zur Kaffee- und Teestunden sind Kaffee, Tee und Kakao inklusive.
    Das Restaurant Vier Jahreszeiten ist sehr schick, im Artania ist es im hinteren Bereich sehr laut, weil man fast über den Motoren sitzt. Das Buffet-Restaurant ist bei ausgebuchtem Schiff gerade mittags viel zu klein, deshalb haben wir fast immer in einem der Bedienrestaurants gegessen. Dort konnte man meist innerhalb von einer Stunde ein drei- bis viergängiges Menü essen. Das war super gegenüber Costa und MSC, wo man abends feste Tische und Tischzeiten hat und 1,5 - 2 Stunden beim Essen festsitzt - da ist mein Sohn immer sehr unruhig geworden, während es bei der Artania mein Sohn war, der bei der Wahl zwischen Buffet und Bedienrestaurant für Bedienrestaurant plädierte. Das Essen hat uns gut geschmeckt, die Auswahl ist allerdings nicht so reichhaltig wie bei größeren Schiffen und es gibt in jedem Restaurant (einschließlich Buffet) dasselbe Essen. Für Kinder, die nicht ohne Pommes, Hamburger o.ä. leben können, gibt es auch noch eine Kinderkarte. Außerdem kann man von 7 - 24 Uhr kostenlos Essen auf die Kabine bestellen (Pizza, Burger, Wiener Schnitzel, Kraftbrühe, griechischer Salat, Räucherlachs etc.). Frühstück kann man bis 9.30 Uhr ebenfalls kostenlos auf die Kabine bestellen. Beim Essen gab es unglaublich viele Extras. Das beginnt beim Frühstück (hier gab es fast jeden Tag irgendwelche Besonderheiten, von gefüllten Croissants über besondere Eierspeisen bis hin zu Gourmetfrühstück am Sonntag, wo man sich z.B. schon ein Rinderfilet zum Frühstück bestellen kann - ob man das schon zum Frühstück essen möchte, ist allerdings eine andere Frage). An jedem Seetag gab es vormittags etwas Besonderes am Kopernikus-Pool, z.B. Bayrische Spezialitäten, Garnelenpfanne, Grünkohpfanne, Austern etc., alles i.d.R. verbunden mit einem Frühshoppen. Da mein Sohn und ich eher spät frühstücken, haben wir das nicht genutzt. Nachmittags gibt es eine Kaffee- und Teestunde mit Torten, Gebäck, Obst und kleinen pikanten Dingen wie Sandwiches, aber auch mal Krabbencocktail. Zweimal hatten wir die besonderen Kaffeezeiten, die ich im Bericht geschildert habe – für mich Schoki-Fan waren das die absoluten kulinarischen Highlights. Ab 22.30 Uhr gab es einen Late Night Snack, der nicht nur das enthielt, was im Tagesprogramm stand, sondern auch Obst, Sandwiches und kleine süße Sachen.


    Gewisse Abstriche (teilweise aufgrund des Alters des Schiffs) muss man an folgenden Stellen machen:
    - Kabinen (viele Kabinen mit getrennten Betten, verhältnismäßig wenig Schrankplatz (die Schränke sind zwar breit, aber nicht sehr tief), Kabinendesign eher etwas altmodisch, kleine Fernseher. Wir hatten immerhin ein modernisiertes Badezimmer (große Dusche mit Plexiglas), außerdem gibt es eine kostenpflichtige Minibar in der Kabine.
    - Fitness- und Wellness: beides recht klein. Im Fitnessbereich nur wenig Freifläche für Gymnastik, so dass Kurse meist am Pool stattfinden (im Fitnessbereich können vielleicht 10 Leute an einem Kurs teilnehmen). Kurse gibt es sehr viel weniger als z.B. bei AIDA, inhaltlich und vom Leistungsniveau sind sie an das Phoenix-Publikum angepasst, also z.B. Rückengymnastik, aber kein Zumba. Fitnessgeräte sind in Ordnung und ausreichend vorhanden. Saunen und Ruheraum sind im Preis inkludiert, haben Fenster, sind aber nicht vollverglast und auch eher klein.
    - Raucherpolitik: mein einziger wirklicher Kritikpunkt an Phoenix. Es darf nicht nur auf allen Außendecks (bei Wind im Norden stört das nicht wirklich), sondern auch in Teilen diverser Bars und der Pazifik Lounge geraucht werden. Der Rauch hält sich natürlich nicht an die Raucher-/Nichtraucheraufteilung in Innenräumen. Es durfte sogar in Räumen geraucht werden, wo Essen serviert wurde (Pazifik Lounge zur Kaffeezeit – das hat man aber wohl inzwischen so verändert, dass die Kaffeezeit nur noch im rauchfreien Restaurant stattfindet). Je nachdem, wo das Kinderprogramm stattfand, roch die Kleidung meines Sohnes danach verqualmt - das geht gar nicht.
    - Showlounge: hier passen ca. 600 Passagiere hinein, die Sicht ist teilweise durch Säulen verdeckt und die Bühnentechnik kann nicht mit großen Schiffen mithalten. Ich fand es aber trotzdem nett, was das Showensemble und die Gastkünstler so auf die Beine gestellt haben - alles andere als altbacken oder nur Schlager, wie man es vielleicht erwarten würde. Gut finde ich, dass die Showlounge über Vorhänge und Fenster verfügt, so kann sie sowohl mit Tageslicht (z.B. als Treffpunkt für Ausflüge) als auch verdunkelt für Shows und Vorträge genutzt werden. Insgesamt war das Showprogramm deutlich besser, als ich es erwartet hatte.


    Wirklich super ist der Service von Phoenix. Das beginnt beim Check-in (Begrüßung mit Handschlag durch den Kreuzfahrtdirektor, dann wird man von einem Mitarbeiter auf die Kabine geleitet), geht über kleine Geschenke (z.B. Phoenix-Umhängetasche und Umschlag für Bordkarte und Schlüsselkarte), eine sehr gute Organisation aller Abläufe und sehr viele Informationen (z.B. erhält man mit dem Tagesprogramm auch Landgangsinformationen mit kleinem Stadtplan, eingezeichnetem Liegeplatz der Artania, Angaben zu Sehenswürdigkeiten (Entfernung vom Hafen, Öffnungszeiten, Eintrittspreise, ggf. Vorschläge für Wanderungen). Auf der Kabine findet man zwei Regenschirme. Die Kabine wird zweimal täglich vom Kabinensteward hergerichtet. Alle Passagiere dürfen während der Reise einmal die Brücke besuchen (kostenlos). Für die Kinder gab es darüber hinaus eine gesonderte Brückenführung mit Erklärungen.


    Gegenüber vielen moderneren Schiffen genieße ich es besonders, dass ich alle öffentlichen Bereiche des Schiffs betreten darf, auch wenn ich die günstigste Kabinenkategorie gebucht habe. Ebenso genieße ich es, dass fast alles an Bord (z.B. Kabinenservice, Sportkurse, Sauna, Kino) inklusive ist und ich nicht das Gefühl habe, dass mir an Bord noch etwas aufgedrängt wird.


    Meine größte Sorge vor der Reise war die Frage, wie es wohl meinem Sohn gefallen würde. Das war aber überhaupt kein Problem. Dadurch, dass nicht so viele Kinder an Bord waren, hatte ich das Gefühl, dass sich Kinder (und deren Eltern/Großeltern) leichter ansprechen als an Bord von großen Schiffen. Es waren mehr Kinder an Bord, als ich erwartet hatte und auch von Phoenix wurde deutlich mehr für die Kinder geboten, als ich erwartet hatte. Mein Sohn hat sich nie gelangweilt. Er hat noch Wochen nach der Reise jeden Abend die Abschiedsmelodie der Artania gesummt und will unbedingt wieder mit Phoenix verreisen – ich glaube, das spricht Bände!