Transatlantik nach Brasilien mit der Costa Magica
Da ab 2010/2011 auch AIDA Südamerika Routen anbietet nun doch ein längerer Bericht unserer TA nach Südamerika hier im AIDA Forum. Der Bericht ist getrennt nach Allgemeines vor allem zu Costa (1. Teil) und Informationen zu den Zielen (weiter unten, 2. Teil). Die Route hier im Einzelnen:
Savona (Italien) – Seetag – Malaga – Casablanca – Seetag – Teneriffa – Seetag – Mindelo (Kapverden, Sao Vicente) - 3 Seetage – Fortaleza – Recife – Maceio – Salvador da Bahia – Ilheus – Seetag – Rio de Janeiro - Santos
Im November/Dezember 2008 waren wir knappe 3 Wochen an Bord der Costa Magica von Savona in Italien bis Santos/Sao Paulo in Brasilien. Wir wussten in etwa, was auf uns zukommt, da wir Costa kannten und bereits 2 Atlantiküberquerungen mit einem Kreuzfahrtschiff unternommen hatten. Da wir in den letzten Jahren in erster Linie mit AIDA gereist sind, freuten wir uns ganz besonders darauf wieder einmal mit einem anderen Kreuzfahrtschiff zu reisen!
Im Großen und Ganzen haben wir festgestellt, dass sich gegenüber unserer letzten Reise mit Costa (TA mit der Costa Atlantica) kaum etwas verändert hat.
Auch dieses Mal hat uns an dieser Reise vor allem die Tatsache gefallen, mit einem Schiff den großen Teich zu überqueren und ganz ohne Flugzeug bis nach Sao Paulo in Brasilien zu gelangen.
Für uns gibt es für eine Atlantiküberquerung nur eine Richtung: von Ost nach West, aus folgenden Gründen:
- man kann sich allmählich an das wärmere Klima und vor allem an die starke Sonneneinstrahlung gewöhnen
– was hat man davon, wenn man sich nach einigen Tagen endlich an die Sonne gewöhnt hat und genau dann die tropische Zone wieder verlässt??
- es wird immer wärmer – für unser Empfinden kaum vorstellbar, wenn es immer kälter werden würde, war schon schlimm genug, dass wir ab Rio das tropische Klima verlassen haben
- der Wind in diesen Breitengraden weht vor allem von Nordost (Nordost-Passat), also hat man Wind von hinten während der Überquerung und somit kaum Wind an Deck und auch den Seegang spürt man (noch) weniger
- die für uns Europäer interessanten Ziele kommen gegen Ende der Reise, wenn man nach den Seetagen während der Überquerung schön entspannt ist (und an das Klima gewohnt ist!)
Auch wenn es das ein oder andere bei Costa zu bemängeln gibt, so bevorzugen wir für eine TA diese Reederei, da:
- kaum Liegenreservierer und immer freie Liegen (um Mittag werden sogar fast alle Liegen frei!)
- schöne große Balkonkabinen mit Kabinenservice (während einer TA sind wir sehr oft auf der Kabine)
- Frühstück auf Kabine
- schöne Routen mit vielen Häfen im Zielgebiet (vergleichbar mit Transatlantik + Anschlussroute bei anderen Reedereien!)
Wir haben diese Reise sehr genossen, wurden nicht enttäuscht und fanden an Bord das, worauf wir bei dieser Reise als Pärchen ohne Nachwuchs und ohne weitere Mitreisende wert gelegt haben.
Zugegeben gibt es bei Costa einiges zu bemängeln, weswegen wir bei einem Familienurlaub mit Nachwuchs oder mit Mitreisenden andere Reedereien bevorzugen:
- die Sprache: bei dieser Route sprach bis auf die deutsche Hostess kaum jemand vom Personal Deutsch. Auch mit Englisch kam man – insbesondere bei Problemen oder nicht-alltäglichen Anliegen - nicht weit (auch nicht bei der Ausflugsbuchung oder an der Rezeption), denn vorherrschende Sprachen an Bord waren Italienisch und Portugiesisch (sehr viele Brasilianer beim Personal!). Bis auf einige Brocken in Deutsch/Englisch/Französisch war das Animations-/Unterhaltungsprogramm nur in Italienisch und Portugiesisch. Wir haben bisher bei keiner Costa Reise erlebt, dass die Kidsclub-Betreuer Deutsch sprechen, was insbesondere für Kinder, die meist kaum über Englischkenntnisse verfügen, recht schade ist. Da wir jedoch italienisch sprechen hatten wir keinerlei Sprachprobleme an Bord!
- das Essen: jemand, der sich nicht ständig von Pizza/Pasta & Co. ernähren will, der wird vom Essen an Bord schwer enttäuscht sein. Pasta war hervorragend, gut schmeckten auch die typisch italienischen Fleischgerichte sowie Fisch. Das Essen war allgemein sehr italienisch geprägt, so gab es viel Mozzarella, vor allem Mortadella als Wurstsorte, von Mittag bis nach Mitternacht Pizza und süßes Gebäck zum Frühstück. Internationale Gerichte und vor allem Fleischgerichte gab es, sind jedoch kaum zu genießen! Das Mittagessen im Buffetrestaurant war von der Auswahl verglichen mit z.B. AIDA sehr mager und morgens gab es im Buffetrestaurant in der Tat nur 3 Wurstsorten (allerdings leckere Mortadella!) sowie 2 Käsesorten; dafür jedoch viele andere Sachen und frisch zubereitete Omlettes. Im ‚Bedienrestaurant’ gab es zum Frühstück ebenfalls nur noch Buffet und leider nicht mehr die Möglichkeit, Eier auf verschiedenste Art und Weise zubereitet, zu bestellen. Auch Mittag hätte man die Möglichkeit dem Kantinencharakter im Buffetrestaurant zu entfliehen und im Bedienrestaurant a la carte zu speisen, doch hier störte uns, dass man sich den Tisch nicht selbst aussuchen konnte, sondern zum nächsten freien Platz geführt wurde. Es ist zwar meist sehr nett mit verschiedenen Leuten zusammenzutreffen aber wir hatten die ewige Nörgelei vieler deutschsprachiger Mitreisenden satt – muss nicht auch noch zum Mittagessen sein! Abendessen war in einem der Bedienrestaurants mit fester Essenszeit und festem Platz. Auch hier galt: italienische Speisen bevorzugen, von internationalen Gerichten (v.a. Fleisch!) die Finger lassen! Wir hatten jedoch sehr nette Kellner und wurden verwöhnt mit Parmaschinken und Parmesanplatte vor dem Essen und nach 1 oder 2 Mal Extrawunsch bestellen, wurde dieser an den Folgeabenden automatisch berücksichtigt! Das Spezialitätenrestaurant war ganz und gar nicht zu empfehlen, da tatsächlich schlechter als das Bedienrestaurant! Auf vergangenen Fahrten gab es an 3-4 Abenden ein aufwendiges Mitternachtsbuffet; dieses fand während diesen fast 3 Wochen an Bord nur einmal statt und war nicht mehr ganz so aufwendig gestaltet wie bei unseren letzten Fahrten. Es gab jedoch täglich um Mitternacht Leckereien wie flambierte Ananas, Crepes, Erdbeeren mit Sahne etc und auch das interessante Buffet in der Küche fand statt.
Vom Angebot allgemein haben wir festgestellt, dass es ein wenig hochwertigere Sachen wie z.B. Shrimps, Muscheln, Räucherlachs erst ab den Häfen in Brasilien gab; zuvor kaum und wenn, dann sehr lange Schlangen im Buffetrestaurant! Ansonsten gab es jedoch keine Schlangen im Buffetrestaurant – aufgrund der langen Essenszeit von 11:30 bis 15:00 Uhr hat sich das Ganze wohl gut entzerrt.
Da wir das italienische Essen bevorzugen und von Pasta nicht genug bekommen können, waren wir persönlich mit dem Essen mehr als zufrieden. Genossen haben wir vor allem unser tägliches Frühstück auf unserem Balkon (allerdings nur kontinental, aber lecker Cappuccino).
- Ein-/Ausschiffung war auch dieses Mal wieder eine Katastrophe. Vor allem mit einer niedrigen Einschiffungsnummer, die ja alle Suitenbesitzer, Pearl und Coral Mitglieder erhalten. Es gab nur einen Durchgang, also keine Einschiffung nach Deck. So standen Menschenmassen vor diesem einen Durchgang und warteten bis ihre Nummer aufgerufen wird, wobei die vordersten natürlich die hohen Nummern hatten und somit die hinteren gar nicht erst bis dorthin gelangten: ein totales Chaos, Gedrängel und Gebatze – eigentlich eine riesige Frechheit, denn so dürfte keine Kreuzfahrt beginnen!! War man endlich bei diesem Durchgang wurde das Kreuzfahrtticket kurz kontrolliert (oder auch nicht…) und an versch. Stationen mal das Dokument eingesammelt, mal ein anderes ohne genau ein Auge darauf zu werfen. Wer versehentlich sein Einschiffungsdokument mit dem Reisepass abgegeben hatte, hatte bei der anschl. Station ein riesiges Problem, denn ohne Einschiffungsdokument kam man nicht an Bord: hier wurden einige schon auf die erste harte Probe gestellt aufgrund der ersten auftretenden Sprachprobleme sowie der schlechten Organisation, da kein Personal anwesend war um solche Vorkommnisse in Ordnung zu bringen!
Die Ausschiffung war wiederum eine Frechheit, zunächst das System mit den Kofferbändern: zuerst darf Farbe xxx von Bord, dann Farbe yyy usw. Allerdings haben wir 2 Stunden im Atrium (vorgesehen eigentlich Theater) gewartet, bis unsere Farbe aufgerufen wurde. Auch dies könnte man anders organisieren mit Borddurchsagen, so dass man sich noch an Bord, Pooldeck… aufhalten könnte! Als wir endlich von Bord durften, dann das große Chaos in der Abfertigungshalle, wo wir unsere Koffer holen sollten. Die Koffer waren wohl ursprünglich nach Kofferbänder sortiert, nur leider war die Halle für die Anzahl an Menschen + Koffer viel zu klein, so dass die Passagiere, die vor uns an der Reihe waren, über unsere Koffer gestolpert sind und diese wohl alle übereinander geworfen hatten. Kaum jemand hat seinen Koffer auf Anhieb gefunden, denn dazu musste man sich erst mal zwischen die auf die Zollkontrolle wartenden Menschenmassen kämpfen und in diesem Gedrängel auf gut Glück seine Koffer finden. So etwas hatten wir bisher auf keiner Reise erlebt und ich möchte nicht wissen, wie viele Leute auf unseren Koffern herumgetrampelt sind!
- die Organisation: nicht nur Aus-/Einschiffung waren schlecht organisiert, im Grunde war die ganze Organisation chaotisch und unlogisch. Dazu muss man sich vor Augen halten, dass die Costa Magica ausgebucht war und sich somit um die 3000 Passagiere an Bord befanden. Beispielsweise die Abholung der Reisepässe: bei anderen Reedereien wird so etwas selbst bei viel kleineren Schiffen organisiert z.B. nach Deck aufgeteilt o.ä. Für 3000 Passagiere war auf der Costa Magica eine Stunde angedacht um die Reisepässe zu holen – im Theater und natürlich ohne jegliche Ordnung. Wenn man endlich an der Reihe war, dauerte es seine Zeit bis der Reisepass zwischen Tausende anderer Pässe gefunden wurde. Zu Beginn und Ende der Reise, wenn man einiges zu erledigen hat, waren die Schlangen an der Rezeption sehr lange. Sehr umständlich die Kreditkartenregistrierung bei der man neben dem Formular in den Reiseunterlagen nochmals unterschreiben muss. Für die Kreditkartenregistrierung muss man auf alle Fälle Zeit mitbringen, denn nicht bei jedem klappt dies auf Anhieb… Sehr umständlich ist übrigens die Barbezahlung, da das Bordkonto immer gedeckt sein muss! Manchmal war man bemüht ein wenig Ordnung in das Choas zu bringen, was jedoch nie geklappt hat. Beispiel Abholung der abgenommenen Getränkeflaschen: Ausgabe zu einer bestimmten Uhrzeit in der Disco. Nach gewohnten 30 Minuten Schlangen stehen dann die Ernüchterung, dass unsere Flaschen nicht da seien, sondern wohl an der Rezeption wären (so erging es auch vielen anderen Mitreisenden). Also nochmal an der ohnehin schon überfüllten Rezeption in die Schlange stellen. Am selben Abend bekamen wir noch 2x einen Zettel auf die Kabine, dass wir unsere ‚gefährlichen Güter’ abholen sollten, obwohl wir dies ja bereits getan hatten… Unlogisch ebenfalls die Organisation mit den (kostenpflichtigen!) Shuttelbussen: erst warten im Theater bis laut Nummernvergabe der Bus voll ist, dann wird man entlassen – und steht am Hafen zwischen mindestens 50 Bussen und beginnt den Shuttelbus zu suchen (Personal kaum anwesend und wenn dann nur Portugiesisch sprechend an den brasilianischen Häfen). Natürlich war im Shuttelbus letztendlich nur etwa die Hälfte der im Theater ‚zusammengesammelten’ Personen – daneben allerdings auch sehr viele andere, die gar nicht erst zum angedachten Treffpunkt im Theater erschienen waren oder gar kein Shuttelbusticket besaßen. Ganz egal, der Bus fuhr einfach los sobald er voll war – den Treffpunkt im Theater konnte man sich also schenken, klappte ohnehin nicht und ist nur verlorene Zeit!! Das Shuttelbus-Ticket wurde wenn überhaupt nur bei der Hinfahrt kontrolliert, bei der Rückfahrt mussten wir es nie herzeigen!
Sehr fragwürdig außerdem die Organisation innerhalb der Crew: das Personal kümmerte sich ausschließlich um die Aufgaben für die es eingeteilt war. So wurde benutztes Geschirr im Buffetrestaurant von den Tischen NUR von dem dafür zuständigen Personal abgeräumt: wurde ein bestelltes Getränk an den Tisch gebracht, so räumte der Getränke-Bringer ein leer getrunkenes Glas bzw. benutztes Geschirr nicht ab (noch nicht mal nach unserer Aufforderung) – für diese Aufgabe war anderes Personal eingeteilt, was dazu führte, dass der Bar-Service teilweise gelangweilt im Restaurant herumstand während das Abräum-Personal nicht mit der Arbeit hinterher kam und Tische teilweise sehr lange nicht abgeräumt wurden! Man könnte über die Costa Organisation wohl ein ganzes Buch füllen; wenn man an Bord geht, sollte man sich also generell auf Wartezeiten einstellen, wann immer man etwas zu erledigen hat. Dies ist insbesondere bei einer 1-Wochen Tour sicherlich sehr nervig, denn in einer Woche hat man ohnehin kaum Zeit für Urlaub und die Seele baumeln lassen – wir stellen es uns unmöglich vor, das Schiff in dieser Zeit und unter den genannten Umständen wirklich genießen zu können bzw. kennen zu lernen. Allein aus diesem Grund würden wir keine 1-Wochen-Tour mit Costa machen!
- Informationen: Die Informationspolitik war ebenso fragwürdig wie die Organisation. Selbstverständliches wurde ausführlichst und ständig erklärt. Wichtiges hingegen zu wenig ausführlich oder gar nicht. So erfuhren wir erst in der Nacht gegen 23 Uhr vor dem Ausschiffungstag um wie viel Uhr wir (laut Plan) von Bord gehen mussten/durften. Rein aus logistischen Gründen (welche Klamotten benötige ich noch am nächsten Tag / Badezeug?? etc.) hätten auch wir als Pauschalreisende diese Information benötigt – ganz abgesehen von den individuell Abreisenden, die diese Info auch nicht früher bekamen! Manchmal waren die Informationen in der Today dann auch noch falsch, sehr ärgerlich, wenn man über 1 Std. zum Reisepässe abholen ansteht und dann erfährt, dass man auch für die Abholung des Reisepasses des Kabinenteilers dessen Bordkarte benötigt hätte. In Anbetracht der ständig langen Wartezeiten musste man sein Anliegen dann wirklich sehr penetrant durchsetzen
- Shuttelbusse: Die Zeit der kostenlosen Shuttelbusse ist wohl endgültig vorbei, ein Shuttelbusticket kostete an jedem Hafen 6 Euro pro Person. Aber auch hier fehlte es an Informationen, so konnte uns niemand an Bord sagen, wo der Shuttelbus denn genau hinfährt – eine Fahrt ins Blaue sozusagen! Klar, meist irgendwo ins Stadtzentrum aber insbesondere in Brasilien, wo nicht immer Taxis am Hafenterminal zur Verfügung standen, wäre dies eine Möglichkeit, um an Plätze mit Taxen zu gelangen und von dort aus evtl. weiter, sofern die Richtung passt. Selbst beim Aussteigen vom Shuttelbus gab es keinerlei Informationen, wo man sich hier denn genau befand! Einheimische halfen diesbezüglich gerne weiter, aber diese Informationen sind doch wirklich das Mindeste!!
- Gefährliche Güter an Bord: Gefährlichstes Gut an Bord waren alle Arten von (geschlossenen!) Getränken (auch Wasser), die durch die Passagiere an Bord gebracht werden, sei es im Koffer oder im Handgepäck (auch nach den Landgängen beim an Bord gehen!). Es hieß zwar auch, dass z.B. Essen und Bügeleisen (wie bei vielen anderen Schiffen übrigens auch) nicht an Bord gebracht werden dürfen, auf dieses hat jedoch niemand geachtet. So haben wir mitbekommen, dass beide unserer Kabinennachbarn ihre Bügeleisen mitgebracht hatten (man sieht die Passagiere kaum in zerknitterter Kleidung) und Essen ganz offen jederzeit an Bord gebracht werden konnte, ebenso offene Getränke (z.B. angetrunkenes Wasser), was dann doch äußerst widersprüchlich ist – klar hier geht es nur darum, dass an Bord so viele Getränke wie möglich verkauft werden. Aber den Sicherheitsaspekt diesbezüglich vorzuschieben und auf der anderen Seite auf echte sicherheitsbedenkliche Güter gar nicht zu achten, ist schon sehr dreist.
- Unterhaltung/Animation: Insbesondere auf der Costa Magica war es nicht so einfach ein ruhiges Plätzchen an Deck zu finden (auf der Costa Atlantica gab es mehrere und v.a. windgeschützte Plätzchen ohne Animationsbeschallung). Wir zählen ohnehin nicht zu den Menschen, die ständig unterhalten werden wollen, aber diese Animation wird wohl den wenigsten Deutschen zusagen: die Spielchen einfach nur kindisch und am schlimmsten die Lautstärke – Hauptsache laut!! Es wird jedoch sehr viel getanzt und auch bei den Poolpartys darf jeder der Animation ‚nachtanzen’. Die Italiener und Brasilianer lieben das – nach einiger Zeit gewöhnten wir uns daran und fanden dieses Flair und die brasilianische Musik dann doch recht passend. Bei einer Mittelmeerroute jedoch hätte es uns tierisch genervt. Allgemein ist der Geräuschpegel auf der Costa Magica sehr hoch!
- Sauna und Pool mit ausfahrbarem Glasdach: Die Sauna darf nur in Badebekleidung besucht werden und ist dann auch noch zwischen Männern und Frauen getrennt. Auf der AIDA gehen wir sehr gerne in die Sauna; unter den Umständen auf der Costa waren wir jedoch kein einziges Mal!
Enttäuscht waren wir auch auf dieser Reise wieder von dem Pool mit dem ausfahrbarem Glasdach: in den kälteren Regionen zu Beginn der Reise war dieser Pool nicht beheizt und ist bei einer Meerwassertemperatur von 14 Grad nicht zu benutzen – schade, denn es war angenehm sich hier bei dem geschlossenen Glasdach aufzuhalten
- Trinkgeld: Das Trinkgeld wird automatisch abgebucht, es kann nicht mehr persönlich übergeben oder gekürzt werden, falls man mit dem Service gar nicht zufrieden war. Wir übergeben das Trinkgeld lieber persönlich, was in der Vergangenheit auch bei Costa möglich war!
Wie bereits erwähnt, wir kannten etlicher dieser negativen Details auch von unseren anderen Reisen mit Costa und wussten, was auf uns zukommt. Da wir knapp 3 Wochen an Bord waren, haben wir uns auch mit den nervigen Wartezeiten abgefunden.
Was uns sehr gut auf dieser Reise gefallen hat war folgendes:
- die Ziele und die Route (dazu später mehr)
- Auslaufmusik/Ablegen: ja, auch bei Costa gibt es nun eine Auslaufmusik – Time to say Goodbye! Dies kam sehr gut bei den Gästen an: während bei früheren Fahrten das Schiff einfach ablegte (das erste Ablegen sogar während der Seenotrettungsübung!!) und dies auch niemanden sonderlich interessierte, wurde es nun zelebriert! Teilweise sogar mit Entertainment am Pooldeck und nach den ersten Zielen standen – ähnlich wie bei AIDA – die meisten Passagiere an Deck und warteten auf das Ablegen mit der Auslaufmusik. Mit diesem riesigen Schiff und der schönen Musik hat uns das Ablegen sogar noch besser gefallen als auf der AIDA
- Essenszeiten: die Essenszeiten waren jeden Tag (egal ob Seetag oder Hafentag) genügend lang (z.B. Mittag 11:30 – 15 Uhr), so dass der Andrang nicht ganz so groß war und man an Hafentagen z.B. nach einem Vormittagsausflug noch genügend Zeit für das Mittagessen hatte. Kaffee/Kuchen/Snacks gab es bis 17:30 Uhr, was sehr praktisch war bei längeren Landgängen (insbesondere, wenn man Mittag nichts gegessen hatte). Am Besten fanden wir jedoch die 2 Essenssitzungen am Abend und somit für uns die Möglichkeit den Abend genießen zu können und erst nach 21 Uhr zum Essen zu gehen. So war es zwischen dem Landgang und Abendessen nicht hektisch und man hatte zudem noch Zeit z.B. fürs Whirlpool (ohne Trubel!!)
- Personal im Bedienrestaurant: wir hatten zwei wirklich nette Ober, die sich super um uns gekümmert haben und nach 1-2 Tagen unsere Vorlieben kannten. Selbst der Maitre war sehr bemüht, kam sehr oft an unserem Tisch vorbei und hat sich erkundigt. Wir hatten sehr nette Tischnachbarn (4er Tisch), so dass wir uns täglich auf das Abendessen freuten. Direkt an unseren Tisch angrenzend saßen jüngere Italiener am 6er Tisch – uns hat diese Internationalität sehr gut gefallen, so kamen wir auch mit Leuten anderer Nationalitäten ins Gespräch.
- Liegensituation: eine freie Liege findet man immer – bei dieser Reise wurden lange nicht alle vorhandenen Liegen benötigt; selbst die schönsten Plätze wurden um die Mittagszeit frei: zum Mittagessen räumten die meisten Mitreisenden ihre Liegen
- Kabine: die Kabinen sind verhältnismäßig groß (auf anderen Schiffen werden Kabinen in dieser Größe bereits als Junior Suiten angeboten) und haben Minibar, Eiswürfel sowie Roomservice. Der Balkon ist sehr gut gegen (Fahrt-)Wind und neugierigen Blicken der Nachbarn geschützt. Achtung: auf der Costa Magica kann man über der Brücke auf Deck 9 nach draußen gehen und somit von dort aus auf sämtliche Balkone im vorderen Schiffsbereich blicken – unsere Kabine lag im hinteren Bereich des Schiffes und unser Balkon war vom Schiff aus nicht einsehbar! So konnten wir es durchaus länger auf dem Balkon aushalten, waren dank Minibar/Roomservice gut versorgt und hatten somit eine gute Rückzugsmöglichkeit von dem Trubel am Pooldeck. Das Bad entspricht der typischen Größe für ein Kreuzfahrtschiff – allerdings mit Duschvorhang. Durch diesen hat man jedoch den Vorteil, dass das Raumangebot im Bad vergrößert wird (Armfreiheit!). Einzig störend: fast alle Kleiderbügel im Schrank waren beschädigt und es waren wohl auf dem ganzen Schiff keine intakten Kleiderbügel aufzutreiben. Der Schrank wäre auch für eine 3wöchige Tour ausreichend groß, leider waren zu wenig Kleiderbügel vorhanden!
- Kapitän: So einen netten Kapitän haben wir selten erlebt. Wir kamen auch sehr oft mit ihm in Kontakt, sei es zufällig beim Landgang oder an Bord. An Seetagen drehte er jeden Vormittag seine Runde über das Pooldeck und sprach mit den Passagieren
- Nautische Informationen: Während wir bei unserer letzten Costa-TA keinerlei nautische Informationen erhielten und bei der Atlantiküberquerung noch nicht einmal unsere Position auf dem TV erkennen konnten, war auf dieser Reise jeden Tag eine entsprechende Information im Today, sowie allgemeine nautische Informationen. Unsere Position war auf dem TV zu erkennen und manchmal wurden sogar Borddurchsagen gemacht. Am letzten Abend erhielten wir eine übersichtliche Aufstellung der Seemeilen der einzelnen Etappen, Gesamt-Seemeilen mit der Route. Sehr toll, so was erhielten wir bisher auf keiner Kreuzfahrt!
- Äquatortaufe: Während bei unserer letzten Costa-TA keine Atlantiktaufe stattfand, wurden wir dieses Mal mit einer tollen Äquatortaufe entschädigt. Genau um 12 Uhr mittags befanden wir uns am 0.Breitengrad, begleitet mit mehrmaligem Typhon-Hupen kam Neptun und jeder, der wollte wurde getauft: erst im Gesicht bemalt, anschließend mit Eiern, Mehl und sonstigem Zeugs vor dem Sprung in den Pool übergossen. Es war wirklich sehr lustig – der Pool wurde anschließend natürlich sofort gereinigt…
- Bier Special Offer: Noch bei unserer letzten Costa-Reise hatten wir bemängelt, dass es keinerlei Sonderaktionen für Getränke bzw. Happy Hour gab. Bei dieser Fahrt nun gab es täglich am Vormittag und während der Mittagszeit am Pooldeck und im Buffetrestaurant einen Spezialpreis für Bier: anstelle von ca. 5 Euro kosteten 0,4l Bier dann 3,25 Euro (ohne Service Charge).
Allgemeines:
- Getränkepreise/Nebenkosten: Die Getränkepreise auf der Karte waren höher als z.B. auf der AIDA. Mit den verschiedenen Weinkarten/Wasserkarten und Boys and Girls Card waren die Getränkepreise allerdings wieder in Ordnung. Costa-Mitglieder erhielten nochmals 20% Rabatt, so dass die beste Weinkarte mit 5 Flaschen Wein, 10 Flaschen Wasser und 1 Flasche Prosecco knappe 100 Euro kostete. Mit der Boys and Girls Card erhielt man auch alkoholfreie Cocktails, so dass 1 Cocktail letztendlich etwas mehr als 2 Euro kostete. Ob sich das AI-Angebot (Getränke zum Mittag- und Abendessen kostenlos für 11 € p.P am Tag) lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Schlecht war dieses Angebot allerdings nicht, abends erhielt man den Wein z.B. in der Flasche, jedoch konnte man sich die Marke nicht aussuchen. Für uns hätte sich dieses Angebot jedoch nicht gelohnt. Unsere Bordrechnung war auch auf dieser Costa-Reise wieder um einiges niedriger als bei einer 2wöchigen AIDA Tour (obwohl wir knapp 3 Wochen an Bord waren!). Bei uns liegt das vor allem daran, dass wir abends auf der Costa weniger unternehmen und somit weniger konsumieren (das Angebot auf der Costa sagt uns einfach weniger zu). Erwähnenswert sind noch die 15% Service Charge, die auf jedes Getränk zusätzlich zum Preis auf der Karte erhoben werden. Auf internationalen Schiffen nicht unüblich, aber unter den deutschen Gästen führte dies auch auf dieser Fahrt wieder zu Nörgelei.
- Ausflüge: an den brasilianischen Zielen haben wir meist Costa-Ausflüge gebucht und waren sehr damit zufrieden. Wir hatten bei jedem Ausflug einen deutschsprachigen Guide, womit wir nicht gerechnet hätten, nachdem selbst bei AIDA bei einigen Zielgebieten keine deutschsprachigen Reiseleiter zur Verfügung stehen. Die Preise hielten sich letztendlich im Rahmen, allerdings fanden wir die Umrechnung von US $ in Euro äußerst unverschämt. Da bei der TA zurück die Bordwährung der US $ ist, werden bei dieser TA auch die Ausflüge in US $ angeboten. Hier kostet beispielsweise einer der Ausflüge 56 US $, während wir für denselben Ausflug 52 Euro bezahlten!
Lächerlich auch hier wieder an Bord: es wurde jedem Gast zugetraut, dass er den Weg zum Treffpunkt alleine findet; allerdings wurde es niemanden zugetraut, dass er den Weg vom Treffpunkt zum Ausgang fand: so ging hier jedes Mal ein Scout RÜCKWÄRTS vor, so dass er seine Schäfchen im Blickfeld hatte und aufpassen konnte, dass ihn ja niemand überholt! So blöd sind wir uns wirklich selten vorgekommen. Gut, es ist ja verständlich, dass sich einige schwer tun bei der Größe des Schiffes und es wäre auch in Ordnung, hätten sie dies konsequent durchgezogen, doch am Ausgang hieß es ‚Ciao’ und man stand am Hafen meist mitten im Chaos zwischen Passagieren, Guides und mindestens 50 Bussen!! Jedes Mal dauerte es bis jeder Gast letztendlich den richtigen Bus fand. Hier wäre es wirklich sinnvoll gewesen, einen Guide zu haben, der alle zum richtigen Bus begleitet!
- Hafeninformationen: die besten Informationen zu den einzelnen Häfen erhielten wir immer noch von der deutschen Hostess. Die Informationen vom Ausflugsbüro (teilweise schlecht Englisch sprechend) und die der deutschen Hostess unterschieden sich manchmal. Teilweise waren die Informationen schlichtweg falsch oder erst gar nicht aufzutreiben (z.B. Shuttelbushaltestellen, s.o.) Am besten im Vorfeld über Internet informieren und Entfernungen/Hafenstandort dank Google Earth abchecken sowie Reiseführer – so waren wir immer besser informiert als Ausflugsbüro oder deutsche Hostess. Sehr schön fanden wir, dass wir vor jedem Zielgebiet einen Stadtplan/Umgebungsplan in unsere Kabine erhielten!
- Personal: das Personal war meist sehr bemüht. Auf dieser Reise waren sehr viele Brasilianer im Personal.
- Gästestruktur: es waren vor allem Italiener und Brasilianer an Bord inklusive deren Temperament und Vorlieben. Ansonsten Franzosen, deutschsprachige Gäste (darunter sehr viele Schweizer, Österreicher) und einige englisch sprechende Gäste
- Kleiderordnung: ein Kleiderzwang bestand nicht, nur ein Kleidervorschlag. Darunter 3 Galaabende, ein maskierter Abend, ein ‚weißer’ Abend und ein Abend mit Kleidervorschlag weiß, grün, gelb oder blau. Ansonsten die üblichen Kleiderordnungen wie abends lange Hose für den Herrn sowie im Buffetrestaurant nicht barfuss und keine Badekleidung. Wie auch schon bei unserer letzten Atlantiküberquerung waren die Gäste abends sehr schick gekleidet: auch ohne Gala-Abend sah man viele Männer abends im Anzug. Bei den Gala-Abenden war ‚Mann’ im Anzug gut gekleidet, Krawatte musste nicht unbedingt sein und bei Frauen wurde alles getragen vom tollsten Ballkleid bis hin zu super modern, nur schlampig wäre wirklich unpassend. Auf den maskierten Abend waren wir nicht vorbereitet – diesen machten ohnehin die wenigsten Gäste mit. Allerdings sah man an Bord einige Hexen, Piraten oder venezianische Masken!
- TV-Programm: im Europäischen Gebiet gab es 2 deutschsprachige Fernsehsender. Während der Atlantiküberquerung wurden nur Spielfilme gezeigt, TV-Sender konnten wohl nicht empfangen werden. In Brasilien liefen nur noch brasilianische TV-Sender.
- Die Costa Magica selbst ist ein riesiges Schiff und es gibt jede Menge an Bord zu entdecken. Wer wirklich alles kennenlernen will, dem reicht eine 1wöchige Route kaum aus! Die Einrichtung ist – typisch für die neueren Costa Schiffe – ein wenig kitschig/pompös, allerdings sind die Farben eher in warmen Tönen gehalten. Teilweise wirkte die Einrichtung ein wenig ‚alt’ – andere Costa Schiffe gefallen uns besser, was jedoch Geschmacksache ist. Der Poolbereich ist auf der Costa Magica sehr zentral und die Animation somit an den meisten Plätzen zu hören. Am ruhigsten ist es am hinteren Pool. An den Seitenbereichen in Höhe des Kamins tritt schlecht riechende Luft aus – hier konnten wir es nicht aushalten: frische Seeluft hat man in diesen Bereichen definitiv nicht, stattdessen kann man mit Kopfschmerzen rechnen. Genauso ist es auch am ‚Jogging-Parcours’, der sich ebenfalls in Höhe des Kamins befindet. Joggen war hier jedoch ohnehin nicht möglich, da der Parcours mit ‚Walking’ fast schon überfüllt war!
Teil 2: Die Route
Da wir diese Reise in erster Linie wegen der Route gebucht hatten, hier auch noch einige Informationen zum Reiseverlauf und den angelaufenen Zielen:
Busanreise/Savona:
Mit dem Bus fuhren wir in der Nacht von München nach Savona. Auch dieses Mal waren wir wieder sehr zufrieden: der Bus war nicht voll, so dass wir uns ausbreiten konnten und genügend Schlaf fanden. Gegen 9:30 Uhr kamen wir in Savona an, neben der Costa Magica lagen noch die Costa Classica und Costa Europa im Hafen. Um die Koffer mussten wir uns nicht mehr kümmern und konnten bis zur Einschiffung um 13 Uhr noch durch Savona bummeln. Die Sonne schien, es war bereits schön warm. Nach der chaotischen Einschiffung waren wir erst gegen 15 Uhr an Bord. Zum Auslaufen sollte es bereits Entertainment am Pooldeck geben, allerdings verzögerte sich unsere Abfahrt. Das Auslaufen genossen wir – dank 2. Essenssitzung – gemütlich bei einem Glas Prosecco auf unserem Balkon.
1. Seetag:
Zunächst die nervige Seenotrettungsübung am Vormittag – natürlich in 6 verschiedenen Sprachen. Ob alle anwesend waren wurde mithilfe der Bordkarte + Lesegerät geprüft.
Ansonsten ein herrlicher, warmer Seetag ohne Seegang. Wir konnten es uns bereits an Deck in Jeans und T-Shirt gemütlich machen. Allerdings konnten wir den Tag noch nicht so recht genießen, da es noch das ein oder andere zu erledigen gab und wir mehr an der Rezeption standen… Außerdem wollten wir ja unbedingt jeden Winkel des Schiffes besichtigen! Am Abend fand dann der erste Gala-Abend unserer Reise statt.
Malaga
Wir hatten uns bereits am Vortag die 6-Euro-Tickets für den Shuttelbus besorgt. Der Bus fuhr bis zum Hafenausgang – zu Fuß wäre man schätzungsweise 10 Minuten gelaufen. Wie bereits oben erwähnt machten wir hier erstmalig (und letztmalig) die Prozedur mit dem Theatertreffen mit!
Malaga selbst erkundeten wir zu Fuß – auf dieses Ziel hatten wir uns kaum im Vorfeld vorbereitet, kamen jedoch mit dem Stadtplan und den Hafeninformationen vom Schiff gut zurecht. Umso mehr hat uns Malaga positiv überrascht: die schön angelegten Gärten, die Burg und die Kirche sowie die typisch mediterranen Pflanzen erweckten in uns so richtig das ‚wir-sind-in-Urlaub-Gefühl’. Bei einer TA geht es uns jedoch meist so: den europäischen Häfen schenken wir kaum Aufmerksamkeit, da unsere ‚Highlights’ erst nach der Atlantiküberquerung kommen. Allerdings ist Malaga ein wirklich schönes Ziel, auch wenn es sich im gewohnten Europa befindet. Nach der Stadtbesichtigung gingen wir zum nahe gelegenen Strand und tranken dort in der schönen warmen Sonne ein Bierchen in einem der Strandlokale. Um diese Jahreszeit war hier jedoch kaum noch etwas los; der (Sand-)Strand wäre im Sommer sicherlich geeignet für ein erfrischendes Bad im Meer und zudem nicht weit vom Hafen.
Casablanca
Bei diesem Ziel überlegten wir lange, wie wir Casablanca am besten erkunden sollten. Letztendlich entschieden wir uns doch gegen einen Costa-Ausflug, nachdem wir dank Google Earth in Erfahrung gebracht hatten, dass wir die bekannte Moschee Hassan II. auch zu Fuß erreichen konnten. Trotzdem interessierten uns die Taxi-Preise und so handelten wir zunächst mit den Taxifahrern am Hafen: für eine 3 stündige Stadtrundfahrt zu den interessantesten Plätzen wären wir mit etwa 80 Euro dabei gewesen. Dies erschien uns für dieses Land jedoch zu teuer, hätten wir zu zweit für einen 4stündigen Costa Ausflug inklusiver deutscher Informationen und Führung durch die Moschee etwa 90 Euro bezahlt. Also gingen wir zunächst zu Fuß los Richtung Moschee. Nach etwa 15 Minuten Fußweg – vorbei an sehr ärmlichen Slums - waren wir am Ziel. Die Moschee (nach Mekka die 2.Größte der Welt) war wirklich das Sehenswerteste von Casablanca und hat uns sehr gut gefallen. Die Besichtigung kostete nur ein paar Euro. Glücklicherweise kam die Sonne raus und es wurde schon richtig warm – fast schon zu warm, denn aufgrund der Moscheebesichtigung hatten wir uns langärmlig und mit langer Hose gekleidet. Anschließend gingen wir weiter zum ‚alten’ Basar. Der Weg dorthin war sehr interessant und man kam mit der typischen arabischen Welt in Berührung. Am alten Basar sprach uns ein Taxifahrer an und bot uns eine 2stündige Stadtrundfahrt für 20 Euro an. So kamen wir in den Genuss einer sehr rasanten Autofahrt durch die Straßen von Casablanca! Wir haben den neuen Basar besucht, die Corniche, den Königspalast und den Mohammed V Platz. Unser Taxifahrer war sehr nett und führte uns noch auf den Fleischmarkt, da er noch für seine Familie einkaufen musste: sehr interessant, v.a. das Kamelfleisch. Typisch für arabische Länder wurde das Fleisch auch dort recht unappetitlich (inkl. vieler Fliegen) aufgehängt. Der Taxifahrer setzte uns direkt vor der C. Magica ab und da er sich so bemüht hatte, haben wir ihm gutes Trinkgeld gegeben – darüber hat er sich mächtig gefreut. Obwohl wir normalerweise nicht unbedingt Fans von arabischen Ländern/Städten sind, hat uns Casablanca doch ganz gut gefallen; es ist wohl sehr entscheidend mit wem man in Kontakt kommt. Im Großen und Ganzen ist Casablanca eine Stadt mit chaotischem Straßenverkehr, breiten Straßen, hohen Häusern, die jedoch recht alt und abgenutzt sind und zwischendrin arabische Souks/Märkte. Die Armut ist uns hier zum ersten Mal begegnet und wir waren froh, dass es unser einziges arabisches Ziel auf dieser Reise war. Machte die Route allerdings sehr abwechslungsreich.
2. Seetag
Unser 2. Seetag war wieder sonnig, warm und ohne Seegang. Sogar der Bikini kam erstmalig zum Einsatz.
Teneriffa
Auf Teneriffa freuten wir uns sehr, denn hier lag die AIDAbella mit uns im Hafen! Schon früh standen wir auf und frühstückten auf unserem Balkon, damit wir keinen Anblick der AIDAbella verpassten! Pünktlich zum Einlaufen wurde es hell, so dass wir schöne Fotos von der AIDAbella machen konnten. Auf Teneriffa hatten wir schon desöfteren angelegt und so fanden wir es nicht weiter schlimm, dass das Wetter nicht so ganz mitspielte: bewölkt und regnerisch. Wir hatten über CICAR ein Mietauto vorbestellt (Vermietstation ist direkt am Hafen) und fuhren Richtung Porto de la Cruz; von dort aus den Teide hoch zum Caldera de las Canadas auf über 2000 m Höhe. Normalerweise ist diese Tour landschaftlich sehr schön, vor allem wenn man die verschiedenen Klimazonen nach oben durchquert. An diesem Tag war es jedoch recht neblig und einfach nur kalt: beim Krater oben hatte es teilweise unter 0 Grad. Wir fuhren bis zur Felsgruppe Los Roques, hier lichtete sich der Nebel, so dass die Fahrt nicht ganz umsonst war. Auf der Rückfahrt hatten wir dann doch noch einen schönen Blick auf Puerto de la Cruz. Hier wollten wir ein wenig shoppen, doch es waren alle Geschäfte geschlossen (Nachmittag) und so fuhren wir zurück nach Santa Cruz. Nach einem Fotostopp von den Schiffen Costa Magica und AIDAbella gingen wir also nach Santa Cruz zum Shoppen – hier hatten auch nachmittags alle Geschäfte geöffnet; es lagen ja auch 4 Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Wir legten pünktlich um 17 Uhr mit ‚Time to say Goodbye’ und vielem Winken mit den Passagieren der AIDAbella ab. Insgeheim freuten wir uns, dass wir dieses Mal nicht an Bord der AIDAbella mit unseren Landleuten waren, sondern uns auf Brasilien mit der Costa Magica freuen konnten! Zum Auslaufen kam dann auch noch die Sonne raus, so dass wir uns doch noch bei Sonnenschein von Europa verabschieden konnten. Am Abend fand das Buffet in der Küche statt, was immer recht interessant ist, da man einen Blick in die Bordküche werfen kann.
3. Seetag
Auch dieser Seetag war vorwiegend sonnig und warm, doch tagsüber wehte immer noch ein recht frischer Wind. Gegen Abend änderte sich das Wetter fast schlagartig und es wurde endlich tropisch-feucht warm/heiß: das Klima, auf das wir schon sehnsüchtig gewartet hatten. Ab nun hieß es auch nachts nicht mehr frieren, stattdessen in Badehose bzw. Bikini auf dem Balkon sitzen!
Mindelo
Bereits am Vormittag waren die Inseln der Kapverden zu erkennen: ein Ziel auf das wir uns besonders freuten und das unserer Meinung auf einer TA von Europa nach Südamerika nicht fehlen sollte! Es war sonnig und heiß als wir gegen Mittag in Mindelo auf der Insel Sao Vicente ankamen. Mindelo wurde bereits in der Vergangenheit gerne als Zwischenhafen auf den Wegen von/nach Südafrika oder eben Südamerika angelaufen und war somit eine typische Hafenstadt inkl. aller Vor-/Nachteile. Die Bevölkerung hat auch einige brasilianische Eigenheiten angenommen, wie beispielweise den brasilianischen Karneval. Heute laufen ab und zu Kreuzfahrtschiffe den Hafen an und selbst die große Costa Magica konnte an der Pier festmachen. Sehr interessant: am Hafen lag auch ein skandinavisches Segelschulschiff. Die Kapverden sind landschaftlich recht karg und somit ganz anders als unsere Ziele davor und danach. Mitunter hat uns dieses Ziel am besten gefallen: hier mussten wir noch nicht übermäßig auf unsere sieben Sachen achten und das Städtchen Mindelo mit den bunten Häusern, dem (Yacht-)Hafen und kleinen Kneipen war einfach niedlich. Die Einheimischen waren sehr nett und freundlich. Da es Sonntag war, war die Stadt jedoch wie ausgestorben, da sich fast alle Einwohner an den Stränden befanden. Ins Stadtzentrum fuhren wir wieder mit dem 6-Euro-Shuttelbus: erstaunlich, aber sie hatten tatsächlich für so viele Passagiere Busse aufgebracht. Es wäre kein Problem gewesen mit Taxi oder Pick-up die Insel zu besichtigen, doch wir konzentrierten uns lieber auf Mindelo. Nach kurzer Zeit wurde die kleine Stadt von den Costa-Passagieren quasi überrannt: die Kneipen und vor allem der bekannte Yachtclub mit dem offenen Dach machten ein äußerst gutes Geschäft. Auf der westlichen Seite der Stadt befindet sich der Stadtstrand (Sandstrand) an dem man auch im Meer baden kann. Hier tobte das Leben und viele Einheimische hielten sich dort auf. Am begehrtesten war die 2stöckige Bar mit einheimischer Lifeband – es war ein tolles Feeling hier bei einer Art Reggae/Sambamusik zu sitzen und auf das Meer, den Strand und die Kapverden zu blicken. Leider schob sich eine Wolke vor die Sonne, so dass wir das etwa 25 Grad warme Meer doch nicht mehr testeten. Da es zum Hafen von hier aus nicht weit war, gingen wir zu Fuß zurück zur Costa Magica – das Shuttelbusticket lohnt sich für Mindelo wirklich nicht, da auch der Weg in die Stadt am Meer entlang recht schön ist. Unserer Meinung hat Mindelo ein tolles Flair, gutes, bereits heißes, Klima und ist weit ab von den Touripfaden – deswegen hat uns dieses Ziel so gut gefallen!
Vor und nach dem Ablegen sprangen wir noch schnell in den Pool und die Whirlpools – endlich schön warm! Anschließend stießen wir auf unserem Balkon mit Prosecco auf die bevorstehende Atlantiküberquerung an und sahen die Lichter der Kapverden in der Ferne verschwinden.
4. Seetag
Der 4. Seetag dieser Reise war bewölkt – sonnig aber heiß und wir nutzten ausgiebig die Pools.
5. Seetag
Auch mitten auf dem Atlantik schien die Sonne und es herrschte kaum Seegang. Es wehte kontinuierlich der Nordostpassat von hinten, so dass wir an Deck kaum Wind spürten. Uns fiel auf, dass uns dieses Mal einige Möwen seit den Kapverden begeleiteten, was für uns etwas ungewohnt war, da wir während anderer Atlantiküberquerungen keinerlei Tiere (außer fliegende Fische) gesehen hatten. Am Abend fand der 2. Galaabend der Reise sowie für die Costa Club Mitglieder der Cocktail-Empfang des Kapitäns statt und anschließend das große Mitternachtsbuffet im Buffetrestaurant. Hier herrschte enormer Andrang – unserer Meinung sind diese Buffets eher etwas für das Auge, denn Hunger hat man nach dem Abendessen ohnehin kaum noch.
6. Seetag
Unser letzter Seetag der Atlantiküberquerung und für uns die Überquerung des Äquators: pünktlich um 12 Uhr befanden wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf dem 0. Breitengrad. Wie bereits erwähnt gab es eine lustige Äquatortaufe – den Spaß sollte man sich gönnen, aber es empfiehlt sich nicht den schönsten Bikini anzuziehen!!
Fortaleza
Nach 3 Tagen auf See hieß es am frühen Morgen: Land in Sicht! Der Atlantik war überquert. Es wurde wieder ein herrlicher, heißer Sonnentag.
Allerdings mussten wir uns erst einmal an Brasilien gewöhnen und einiges berücksichtigen, was wir von anderen Zielen nicht so gewohnt waren: die teure Fotoausrüstung ließen wir (schweren Herzens) an Bord und da wir nicht ständig mit Adleraugen auf unsere Sachen achten wollten, versuchten wir keinerlei Wertgegenstände an Land mitzunehmen sowie alle Schmuckstücke inklusive Ohrringe abzulegen. Unser Ziel für diesen Tag war der Futuro Strand südlich von Fortaleza, doch als Erstes wollten wir Geld wechseln. Ob sich ein Geldautomat/Wechselstube am Hafen befinden würde, konnten wir an Bord nicht in Erfahrung bringen und so entschieden wir uns doch für den 6-Euro-Shuttelbus in die Stadt. Die negativen Erfahrungen rund um das Thema Shuttelbus häuften sich für dieses Ziel, so erhielten wir an Bord die Information der Hafen wäre im Norden von Fortaleza und somit würde der Shuttelbus sowieso bereits in Richtung Süden, also Richtung Futuro Strand fahren. Wir hatten jedoch über Google Earth in Erfahrung gebracht, dass sich der Hafen zwischen Fortaleza und Futuro Strand (also in genau entgegen gesetzter Richtung) befindet, was sich vor Ort auch als korrekt herausstellte. Die Information wo genau der Shuttelbus denn hält, bekamen wir gar nicht, sei es im Vorfeld an Bord, im Shuttelbus bzw. beim Aussteigen. Da wir ohnehin nicht mehr mit dem Bus zurückfahren wollten, interessierte uns dies nicht besonders, die Mitreisenden jedoch standen ziemlich hilflos mitten in Fortaleza ohne Portugiesischkenntnisse und ohne Informationen, was sie besichtigen könnten bzw. wo sie sich befanden… Wir wurden an einer Art ‚Shoppingcenter im Parkhaus’ abgesetzt (jedoch zum Shoppen nicht zu empfehlen, da nur Ramsch!), daneben war eine nette Kirche und glücklicherweise eine Wechselstube für unser Bargeld in Euro. Am günstigsten wäre es mit EC Karte oder Visa Karte einfach Real abzuheben, aber wir wollten kein Risiko eingehen und die EC Karte/Visa Karte lieber an Bord lassen! Nach ein paar Fotos mit unserer Digikamera von der nicht wirklich sehenswerten Stadt nahmen wir uns ein Taxi zum Futuro Strand. Der Taxifahrer konnte kein Wort Englisch, nur Portugiesisch – d.h. eine Rundtour mit dem Taxi auszuhandeln wie bei vielen anderen Zielen ist in Brasilien kaum möglich! Einfach nur von A nach B zu fahren ist jedoch kein Problem, (sofern man den korrekten Namen seines Ziels kennt) denn bezahlt wird nach Taxameter.
Der Futuro-Strand lag etwa 2 km vom Hafen entfernt (von zu Fuß laufen wurde auch von den Einheimischen abgeraten, denn der Weg führte durch ärmliches und gefährliches Gebiet!). Für die Fahrt von Fortaleza Stadt bis zum Strand benötigten wir etwa 20 Minuten und zahlten ca. 5 Euro. Zufälligerweise setzte uns der Taxifahrer an genau derselben Barraca ab, zu der auch der Costa-Strandtransfer (25 Euro pro Person) führte. Anfangs war es dort schön leer, der Caipi kostete etwa 1,50 Euro! Doch bald fiel der Costa-Ausflug dort ein und es wurde sehr voll, was uns jedoch weniger störte, denn wir trafen unsere Tischnachbarn und konnten somit zu zweit ins Meer gehen, da jemand verlässlich auf unsere Sachen aufpasste.
Der Strand war recht nett (goldgelber Sand), an der Barraca waren Palmen angepflanzt, außerdem gab es dort noch einen Pool. Das Meer war sehr warm, die Wellen recht hoch. Der Strand erinnerte uns ein wenig an Indien – wirklich etwas Besonderes war dieser Strand jedoch nicht und wir hofften, dass die nächsten Ziele besser werden! Schnell waren wir umringt von Strandverkäufern, die teilweise ganz nette ‚typisch brasilianische’ Sachen sehr günstig anboten – die Brasil-Bikinis hätten wir hier jedenfalls am billigsten bekommen. Leider weiß man am ersten Ziel ja noch nicht, was noch kommen wird! Zurück sparten wir uns das Taxi, denn auch hier wurde nicht kontrolliert, ob man den Costa-Strandtransfer gebucht hatte und feste Busse gab es nicht.
Als erstes brasilianisches Ziel war Fortaleza ganz gut, denn wir hatten dort die Möglichkeit uns ein wenig ‚einzuleben’, endlich im Meer zu baden und die ersten brasilianischen Caipis zu genießen. Außerdem war es nicht zu stressig. Trotzdem bemerkten wir, dass Brasilien doch etwas gefährlicher ist: ständig wurden wir von Einheimischen gewarnt, irgendwo besser nicht entlang zu laufen oder auf die Digikamera aufzupassen. Die Landschaften bei Fortaleza sind verhältnismäßig trocken und nicht so grün wie die kommenden Ziele.
Recife
Die Einfahrt in den Hafen von Recife war sehr schön: vorbei an Olinda und den Hochhäusern von Recife mit Fahrt durch verschieden türkisfarbenes Meer lagen wir gegen Mittag bei strahlendem Sonnenschein im Hafen von Recife. Wir nahmen zum ersten Mal bei dieser Reise an einem organisierten Costa-Ausflug teil und hatten nichts auszusetzen. Zunächst ging unsere Fahrt durch Recife und an Olinda vorbei nach Igarassu zu einem Kloster und zu einer der ältesten Kirchen Brasiliens. Wir kamen auf dieser Fahrt an etlichen Favelas vorbei: Favela wird meist mit Slum übersetzt, doch ehrlich gesagt hatten wir auf dieser Welt schon sehr viel schlimmere und ärmlichere Slums gesehen! Teilweise befanden sich in diesen Favelas sogar recht schöne Häuser. Landschaftlich war es hier um einiges schöner als in und um Fortaleza: sehr grün, dichte Vegetation und riesige Gebiete mit Palmen. Unser Ziel war ohnehin die Palmeninsel Itamacara, die für ihre schönen Strände bekannt ist und mit dem Festland durch eine Brücke verbunden ist. Hier besichtigten wir Seekühe und ein Ford am Meer. Anschließend setzten wir mit einem Boot über auf die kleine Mini-Insel Coroa do Aviao mit Palmen, weißem Sandstrand und einigen netten Strandlokalen. Mit so einem tollen Strand hätten wir niemals gerechnet – leider war das Meer nicht so klar wie wir es von anderen Tropeninseln kannten, doch es war schön warm, keine Brandung und einfach toll zum Baden. Trotz Costa-Ausflug herrschte kein Trubel, wir verteilten uns recht gut auf der Insel. Nach einem tollen Sonnenuntergang ging es wieder zurück nach Recife auf die Costa Magica.
Recife hat uns sehr gut gefallen – dies wäre durchaus ein Ziel, wo man es länger aushalten könnte, da es recht viel zu sehen und zu unternehmen gibt. Schon allein die Insel Itamacara mit den schönen Sandstränden und das kulturelle Olinda wären eine Reise wert! Wir bereuten keinen Cent des Ausflugspreises, denn auf eigene Faust hätten wir ohne Portugiesischkenntnisse diesen Landgang nie organisieren können und so waren wir froh, dass wir doch noch einige Ausflüge gebucht hatten!
Am Abend stand Poolparty in weißer Kleidung auf dem Programm – es gab ein Mitternachtsbuffet und für uns einige Caipis: mit den vielen Brasilianern an Bord, deren Temperament und Sambamusik erlebten wir auch an Bord das brasilianische Flair und das ohne Angst um die teure Fotoausrüstung. An Land hingegen (wir lagen bis 24 Uhr in Recife) war nichts mehr los, denn nachts war es selbst den Einheimischen zu gefährlich auf die Straße zu gehen! Dies war mehr als ungewohnt für uns: kein Nachtleben mit Restaurants am Straßenrand, Open-Air-Bars, brasilianische Musik, Verkaufsständen etc. Bei uns an Bord war definitiv am meisten los und so wurde uns bereits am 2. Tag in Brasilien klar, dass es die beste Entscheidung war dieses Land per Schiff zu erkunden.
Maceio
Am nächsten Morgen legten wir bei schönstem Sonnenschein und sehr heißen Temperaturen in Maceio an. Der Hafen befand sich südlich von Maceio, die Strandpromenade (=Strand Pajucara) von Maceio mit Palmen und schönem weißen Sandstrand wäre zu Fuß schätzungsweise in 15 Minuten zu erreichen (bis zur Hafenausfahrt fuhr ein kostenloser Shuttle-Bus), mit dem kostenpflichtigen 6 Euro Shuttle-Bus waren es einige Minuten bis zur Stadtmitte (= etwa Mitte der Strandpromenade). Lange hatten wir überlegt, was wir an diesem Ziel tun sollten, denn auch hier gab es einige Möglichkeiten. Toll wäre die Fahrt zu den Lagunen und dem schönen Strand Praia da Gunga sicherlich gewesen, aber hier hatte uns eine unverschämte Preiserhöhung kurz vor Abreise dazu bewogen den über Internet voraus gebuchten Ausflug wieder zu stornieren (nicht nur das $ Zeichen wurde gegen € ausgetaucht, sondern zusätzlich die Zahl davor erhöht!!). Laut Reiseführer wäre es kein Problem eine Fahrt durch die Mundau Lagune oder eine Fahrt mit den traditionellen Jangadas (kleine Segelschiffe bzw. eigentlich ein Floß mit Segel) zu den vorgelagerten Korallenriffen mit den Naturpools im Meer vorm Strand Pajucara selbst zu organisieren. Aufgrund der heißen Temperaturen fiel unsere Entscheidung schnell auf Strand Pajucara und der Fahrt mit den Jangadas.
Zunächst fuhren wir mit dem kostenpflichtigen Shuttle wie gewohnt (also ohne lästiges Anstellen im Theater) zur Stadtmitte von Maceio. Am Hafen herrschte das übliche Chaos: niemand wusste den Unterschied zwischen kostenpflichtigem und kostenlosem Shuttle, niemand konnte uns sagen, wo welcher Bus abfuhr und wo der kostenpflichtige Shuttle denn ankommen würde. Außerdem sprachen Beschäftigte fast ausschließlich Portugiesisch. Egal, wir waren es nun gewohnt… und sehr froh, dass wir ziemlich in der Mitte des Pajucara Strandes vor einem Souvenir Shop abgesetzt wurden. Übrigens wurden auch dieses Mal unsere Tickets bei der Hinfahrt kontrolliert, bei der Rückfahrt interessierte sich niemand mehr dafür! Maceio ist ein beliebter Touristenort – in Brasilien heißt dies etliche brasilianische Touristen aus dem Süden des Landes (v.a. aus Sao Paulo). Zudem war Wochenende und somit auch viele Einheimische der Region am Strand. Der Pajucara Strand liegt direkt vor der Stadt Maceio, der Strand und das Meer sind jedoch sehr sauber, weißer Sandstrand und zwischen Straße und Strand befinden sich Palmen und Restaurants. Nach einem kleinen Strandspaziergang schnappten wir uns das nächst beste Jangada und ließen uns für einige Euro zu den etwa 2 km entfernten Korallenbänken fahren. Sowas muss man erlebt haben: wie in einem Päckchen lagen an einer Stelle die bunten Jangadas im türkisblauen Wasser rund um die Naturpools im Meer. Auf diversen Jangadas wurden Fisch, Shrimps und Langusten zubereitet, diese konnte man dann im seichten warmen Wasser sitzend verspeisen. Alles wurde hier auf einer Art kleinem Surfbrett serviert, während man im seichten Wasser sitzt und sich bedienen lässt. Man konnte aber auch zu den Korallenriffen gehen/schwimmen und dort schnorcheln – jedoch konnten uns die Fische dort nicht vom Hocker reißen, allerdings sind wir was Schnorcheln betrifft doch sehr verwöhnt… Unser ‚Skipper’ blieb mit seiner Jangada übrigens die ganze Zeit bei uns am Riff, so dass wir unsere Sachen auf dem Boot lassen konnten. Hier am Riff waren wir umringt von den besser verdienenden Brasilianern – ausländische Touristen waren nicht anzutreffen und es wurde auch nur eine Sprache verstanden/gesprochen: Portugiesisch. Mit Händen und Füßen sowie Italienisch- Spanisch- und Lateinkenntnisse klappte die Verständigung allerdings ganz gut. Wir kamen außerdem mit einer Truppe jüngerer brasilianischer Touristen aus Sao Paulo in Kontakt, die uns interessantes über Brasilien erzählten (glücklicherweise sprachen 2 aus der Gruppe Englisch!). Auch sie waren es gewohnt hier im Urlaub alle Wertgegenstände im Hotel bzw. zu Hause zu lassen und allen Schmuck inkl. Ohrringe abzulegen – zu hoch ist die Gefahr eines Überfalls! Nach etwa 2 Stunden ließen wir uns wieder an den Strand zurück bringen – dieser war mittlerweile sehr gut besucht (Wochenende!). Hier hatten wir abermals mit dem Problem zu kämpfen den reichen u. somit harmlosen Brasilianer von dem ärmeren und somit evtl. gefährlichen zu unterscheiden. Auf gute Kleidung und ein gepflegtes Erscheinungsbild legt jeder Brasilianer wert, so dass selbst die Ärmsten sauber und anständig herumlaufen. Wir nutzten noch ein wenig die Gelegenheit um im Souvenirshop einzukaufen. Wenn wir gewusst hätten, dass sich solch eine gute und vor allem günstige Gelegenheit die typischen brasilianischen Artikel wie Bikini, Brasil-Shirts/Kappen oder Cachaca zu ergattern, auf dieser Reise kaum noch ergibt, hätten wir sicherlich noch viel mehr zugeschlagen. Dies war also neben einem kurzen Aufenthalt in einer Mall in Sao Paulo unsere einzige Shoppingtour in Brasilien!!
Leider legten wir am Nachmittag schon wieder ab und auch dieses Mal war Gänsehautfeeling bei der Auslaufmusik ‚Time to say Goodbye’ garantiert. Auch hier hatten wir das herrliche türkisblaue Meer unter uns und in Sichtweite die Korallenbänke mit den Naturpools vor Maceio – allerdings waren nun alle Jangadas an den Riffen verschwunden, denn dieser ‚Badewannen’-Spaß ist nur bei Ebbe möglich! An Deck war es erstaunlich ruhig, denn den meisten war es nach teilweise anstrengenden Ausflügen an Land einfach zu heiß (es war der wärmste Tag der Reise). Wir hatten also mit unserem Ausflug zu den Naturpools die richtige Wahl getroffen, denn dort hatten wir die Hitze nicht allzu sehr bemerkt.
Salvador da Bahia
Am frühen Morgen liefen wir in die Bucht von Salvador da Bahia ein. Schon von weitem waren die Kathedralen auf dem Hügel der Altstadt zu erkennen. Der Hafen ist sehr gut geschützt, denn die Bucht ragt sehr weit ins Landesinnere rein. Salvador ist eine tolle Stadt und hat wirklich eine Art Zauber – aber auch hier muss man wieder sehr gut auf seine Sachen Acht geben! Die Entscheidung welcher Ausflug es sein sollte fiel uns wieder mal recht schwer. Wir entschieden uns für einen Ausflug mit kleiner Stadtrundfahrt (wobei wir vor hatten die Altstadt bei Rückkehr noch auf eigene Faust zu besichtigen), weiterem Stopp an einer Lagune mit weißem Sand und Weiterfahrt in den Norden zu den schönen Stränden von Bahia sowie einer Besichtigung einer Schildkrötenfarm. Es handelte sich um einen Ganztagesausflug inkl. Mittagessen. Die Fahrt durch Salvador führte u.a. am Meer entlang: die Stadtbewohner haben also auch in Salvador Strände vor der Haustür! Der Sand an der bekannten Lagune von Abaete war wirklich weiß und endlich kam hier die Sonne aus den Wolken raus. Wir hatten wiederum eine gute Wahl mit dem Ausflug getroffen, denn das Wetter war im Norden um einiges schöner: so hatten wir wieder bestes Wetter und Sonne satt! Bei der Weiterfahrt Richtung Norden stellten wir fest, dass die Landschaft hier noch ein wenig grüner war als um Recife / Maceio. Nach über 50 km Fahrt erreichten wir den bekannten Praia do Forte und die Schildkrötenfarm. Die Besichtigung war recht interessant und die Farm sehr schön angelegt. Auch hier waren außer uns ‚Costas’ nur Landsleute (Touris, Wochenendausflügler) anzutreffen. Praia do Forte wirkte wie ein künstlich angelegter Touristenort und unsere Reiseleitung meinte, dass in dieser Gegend fast nur die Reichen anzutreffen sind. Es wäre also weit weniger gefährlich als in Salvador. Da der Strand in Praia do Forte nicht wirklich zum Baden geeignet ist, fuhren wir – vorbei am Eco Resort - durch die Lagunen-/Fluss- und Mangroven Landschaft zu einem recht ruhigen Strandabschnitt in ‚bester’ Wohnlage. Hier aßen wir in einem kleinen Lokal am Strand zu Mittag: wir hatten die Wahl verschiedener brasilianischer Gerichte die an einem kleinen Buffet extra für uns zur Verfügung standen. Manche Gerichte waren etwas gewöhnungsbedürftig, aber alles schmeckte sehr gut, besonders der Fisch und die Shrimps! Anschließend stand Strandaufenthalt an diesem tollen, weißen Palmen-Sandstrand auf dem Programm. Auch hier die gewohnte Ansage, die Sachen nicht unbeaufsichtigt zu lassen und nicht alleine am Strand entlang in die noch einsameren Strandabschnitte zu laufen! Wer also wie wir nicht mit der ‚Costa-Masse’ bzw. nur zu zweit am Strand liegen wollte, musste auf das gemeinsame Bad im Meer verzichten… Man merkte, dass wir uns allmählich immer weiter vom Äquator weg bewegten, denn das Meer war hier doch ein wenig kühler als noch am Tag zuvor in Maceio.
Ein weiteres Mal waren wir rundum zufrieden mit dem gebuchten Ausflug und fanden die Mischung aus weit rumkommen, viel sehen und ein wenig entspannen gerade recht! Zum Glück kamen wir früh genug am Schiff in Salvador an, so dass wir noch ein wenig Zeit vor Sonnenuntergang hatten um die schöne Altstadt von Salvador zu besichtigen. Nur mit der kleinen Digikamera und dem Allernötigsten ausgestattet, machten wir uns zu Fuß auf den Weg. Um in die Altstadt zu gelangen kann man mit einem Lift den Hügel hochfahren. Das Liftfahren ist zwischen den ganzen Brasilianern zwar etwas mulmig, aber immerhin ist man in wenigen Minuten vom Schiff zu Fuß in der Altstadt! Für das Liftfahren braucht man Real, allerdings nur ganz wenig (umgerechnet ca. 5 cent).
Die Altstadt mit den vielen Kathedralen ist wirklich sehenswert. Insbesondere vor einem tiefblauen Himmel zwischen den bunten Häusern und grünen Pflanzen sehen die Kirchen toll aus. In der Altstadt halten sich jedoch sehr viele Bettler und arme Leute auf, die meisten wollen diese bunten Salvador-Armbänder verkaufen, welche wir direkt am Hafen geschenkt bekommen haben. Diese am besten gleich umbinden, dann wird man nicht mehr von allen angesprochen! Komischerweise haben viele der Kathedralen nur noch einen Turm – wieso haben wir nicht in Erfahrung gebracht; es sah jedenfalls recht witzig aus. Sehr schön ist übrigens der Sonnenuntergang vom Hügel aus. Es bleibt dann auch noch genug Zeit um in der Dämmerung zurück zum Schiff zu gehen! Auf dem Weg zurück zum Schiff begegneten wir unserem Kapitän, der uns mittlerweile von unseren Begegnungen auf dem Schiff kannte und wir nett mit ihm plauderten.
Salvador ist sehr stolz darauf, dass hier an jedem Tag im Jahr abends etwas los ist. Die Einheimischen sagen deshalb es wäre mehr los als in Rio, aber nach Einbruch der Dunkelheit waren auch in Salvador die Straßen leer gefegt. Diese Veranstaltungen finden nämlich nur an einem begrenzten Ort statt (wie diese Sambawettbewerbe übrigens auch, also nichts mit ‚die ganze Stadt feiert’!). Am heutigen Abend gab es eine brasilianische Samba-/Tanzvorführung in einem Open-Air Theater in der Altstadt. Diese Shows sind ganz nett und man kann ohne Bedenken dort hingehen bzw. sofern auf eigene Faust, dann natürlich mit dem Taxi hin und zurückfahren! Mit Costa Ausflug war uns jedoch wohler zumute.
Gegen 24 Uhr liefen wir bei einer weiteren Poolparty aus. Nicht alle hatten diese tolle Stadt so schön erlebt wie wir: Mitreisende wurden von einem Taxifahrer richtig ausgenommen und durften für eine 3 stündige Stadtrundfahrt 200 Euro bezahlen. Für brasilianische Verhältnisse eine echte Unverschämtheit, aber es existierten einfach enorme Verständigungsprobleme bei den selbst organisierten Ausflügen mit dem Taxi!
Ilheus
Ilheus kam uns ein wenig vor wie Salvador in klein. Auch hier gibt es schöne Kathedralen. Die Umgebung und Landschaft ist jedoch noch einen Tick grüner und sehr tropisch. Es gibt hier einen dichten, mittlerweile geschützten Primärwald. Außerdem wird viel Kakao angepflanzt und so gibt es eine Schokoladenfabrik. Ganz stolz ist man hier auf ein kleines Werk von Ford – für brasilianische Verhältnisse wohl wirklich eine Besonderheit, denn erst nun fiel uns auf, dass wir bis jetzt kaum auf Industrie gestoßen sind, obwohl wir bei unseren Ausflügen doch recht viel herum kamen! In Ilheus wollten wir ursprünglich einen Ausflug buchen zur Kakao Plantage, Schokoladenfarm, Stadtrundfahrt und anschl. Fahrt durch den Primärwald zu einem Wasserfall – aber dieser war schon Wochen vor Abfahrt im Internet ausgebucht und so entschieden wir uns für einen ähnlichen Ausflug allerdings anstelle von Wasserfall zum schönen Strand von Itacarezhino. Die Entscheidung war auch an diesem Tag goldrichtig, denn in Ilheus waren Wolken und es regnete sogar ein wenig, während auf unserer Fahrt in den Norden nach Itacare / Itacarezhino immer mehr die Sonne hervor kam. Die grüne Landschaft und die Palmenküste gefielen uns sehr gut. Wir machten einige Stopps, z.B. an einem Aussichtspunkt über die Küste oder im dichten Primärwald. Um nach Itacarezhino zu gelangen musste die Straße durch den Primärwald gebaut werden. Damit die Tiere trotzdem die Straße überqueren können, sind Netze zwischen den Bäumen oberhalb der Straße aufgespannt. Um zum Strand zu gelangen mussten wir in geeignete Fahrzeuge umsteigen – der Strand war genial, mal etwas ganz anderes: von einem mit dichter Vegetation bewachsenen Felsen auf der einen Seite umgeben und kilometerlangem Sandstrand auf der anderen Seite. Keine Liegen an Liegen / Schirm an Schirm am Strand, keine Infrastruktur, lediglich ein Restaurant unter den Palmen ansonsten nur Natur pur! Außer unserem Costa Ausflug und dem Restaurant Personal war hier niemand anzutreffen. Diese Fahrt selbst zu organisieren wäre nur dann sinnvoll, wenn man sich vorher vergewissert, dass der Taxifahrer auch wirklich so lange wartet (dort kommt nämlich kein Taxi vorbei!) – ohne Portugiesischkenntnisse vermutlich schwierig klar zu machen, von der Vereinbarung über den Preis ganz zu schweigen! Von Ilheus aus sind es zudem etwa 60 km.
Die einsame Lage des Restaurants machte sich jedoch gleich bei den Preisen bemerkbar: Caipi kostete hier ca. 6 Euro, allerdings im kleinen Glas und das Essen konnte durchaus mit europäischen Preisen mithalten. Der tolle Strand war es jedoch allemal wert. Das Meer jedoch wiederum einen Tick kälter als am Tag zuvor – schade, denn bald werden wohl auch die Temperaturen wieder ein wenig kälter werden.
Nach diesem super relaxten Strandtag kamen wir gegen Abend wieder bei der Costa Magica in Ilheus an und waren wirklich sehr überrascht wie vielfältig die brasilianischen Strände doch sind. Erwartet hatten wir vor allem goldgelbe Strände mit Palmen im Hintergrund und relativ flacher Landschaft, so wie in Fortaleza (die Fotos im Internet erinnerten uns nämlich stark an Indien). Aber die Strände, die wir besucht hatten, waren alle sehr unterschiedlich, wobei uns am besten Itacarezhino gefallen hat!
Beim Ablegen war es leider bewölkt und so machten wir es uns auf unserem Balkon bei einem Caipi gemütlich.
Am Abend fand der letzte Gala-Abend der Reise inkl. obligatorischer Eistorte statt, da viele am übernächsten Tag in Rio schon von Bord gingen.
Achtung Zeitumstellung – in der Nacht wurden die Uhren lustigerweise um eine Stunde vor gestellt, obwohl wir Richtung (Süd)Westen fuhren. Der Grund hierfür ist, dass es in den südlichen Regionen Brasiliens eine Sommerzeit gibt, was auch durchaus sinnvoll ist, denn in den östlichsten Zielen wie Fortaleza oder Recife ging die Sonne bereits um 17 Uhr unter! Jedenfalls näherten wir uns so eine Stunde mehr der heimatlichen Zeit und die Zeitverschiebung zu Deutschland betrug nur noch 3 Stunden.
7. Seetag
Der letzte richtig warme, tropische Tag der Reise. Am heutigen Tag passierten wir den Zenitstand der Sonne und so versuchten wir gegen Mittag ein ‚Bild ohne Schatten’ zu machen, was uns auch einigermaßen gelungen ist.
Das Highlight des Tages war jedoch nicht die Sonne sondern eine ganze Schule von Walen! Den ganzen Tag konnten wir immer mal wieder springende Wale sowie deren Fontänen beobachten und dies nicht wie bei der HH-NY Tour relativ weit entfernt, sondern wirklich sehr nah am Schiff! Dies war wirklich mal etwas ganz besonderes, vor allem hätten wir hier niemals damit gerechnet!! Teilweise sprangen die Wale so nah und so oft aus dem Wasser, dass sämtliche Passagiere entzückt aufschrien und Beifall klatschten – es war aber auch wirklich ein tolles Erlebnis.
Rio de Janeiro
Was sollte uns nach so vielen Highlights am heutigen Tag erwarten? Voller Erwartung standen wir also ganz früh am Morgen auf um die tolle Einfahrt nach Rio zu erleben. Vergleichen konnten wir ja recht gut mit der Einfahrt New York, doch das Wetter machte uns einen kleinen Strich durch die Rechnung: nebelig und trüb… und kalt!! Es war also schlagartig vorbei mit dem tropischen Klima! Trotzdem konnten wir die Copacabana, Ipanema und den Zuckerhut erkennen, doch der Lieblingshafen bleibt einfach Venedig sowie der Geiranger Fjord! Rio de Janeiro liegt ja an einer Bucht, die nur durch eine relativ kleine Öffnung zum Meer befahren werden kann. Entsprechend schlecht ist die Wasserqualität – für uns sehr erschreckend, denn rund um Rio befindet sich eine stinkende braune Brühe!! Nicht nur wegen Strömung, sondern auch wegen der schlechten Wasserqualität sollte man nur mit den Füßen an der Copacabana ins Wasser.
Wir hatten einen Ganztagesausflug ohne Mittagessen gebucht, der alle wichtigen Sehenswürdigkeiten von Rio beinhaltete. Zunächst fuhren wir vorbei an den Sambawettbewerbs-Stadien zur Zahnradbahn, die uns auf den Corcovado mit der Christusstatue brachte. Die Fahrt dort hoch führte durch üppige Vegetation und Regenwald, welchen wir aufgrund eines mehr Minütigen Stopps der Zahnradbahn wg. Stromausfall länger begutachten durften! Oben angekommen fing es in Strömen an zu regnen und so standen wir ganz allein neben der Christusstatue (alle anderen haben es vorgezogen den Regen abzuwarten). Wieder war es kalt und wir waren froh um unsere Regenjacken sowie die zur Verfügung gestellten Ponchos (doppelt hält besser!). Eine Speicherkarte fiel dem Regen leider zum Opfer und somit waren sämtliche Fotos von Einfahrt Rio bis Christusstatue einfach verschwunden (blöde Technik!). Es klarte dann jedoch auf und so hatten wir doch noch einen schönen Blick auf Rio mit Copacabana und dem Zuckerhut sowie dem See mit dem riesigen, hohen Weihnachtsbaum (hatten wir ja in den ausschließlich brasilianisch zu empfangenen Fernsehkanälen auf dem Schiff kaum etwas anderes gesehen in den letzten Tagen!). Mit der Zahnradbahn fuhren wir wieder runter, dieses Mal ohne ungeplantem Stopp. Weiter ging es mit unserem Bus Richtung Ipanema und Copacabana. Unsere Mitreisenden, die Rio recht gut kannten, warnten uns zum Glück vor, wir sollten absolut nichts von der Copacabana erwarten. Auch von unserer Reiseleitung wurden wir gewarnt und so war es auch: es war Wochentag, das Wetter einfach noch zu kalt und so war absolut nichts los an der Copacabana!! Da wir den Ausflug in ‚verkehrter Reihenfolge’ durchführten befanden wir uns glücklicherweise auf der richtigen Straßenseite auf der der Bus kurz halten konnte. So standen wir an der menschenleeren Copacabana!! Witzig war das schon irgendwie. Unsere Reiseleitung verriet uns, dass dieses Jahr der Sommer doch sehr lange auf sich warten ließe und das Wetter um diese Jahreszeit normalerweise besser und wärmer sein sollte. Als nächstes fuhren wir mit der Seilbahn auf den Zuckerhut. Der erste Teil der Seilbahn führt ja auf den Felsen vor dem Zuckerhut. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf Zuckerhut und Corcovado mit der Christusstatue. Mit der zweiten Seilbahn fuhren wir anschließend auf den Gipfel des Zuckerhuts. Während der Fahrt schob sich jedoch eine Wolke auf den Gipfel, so dass wir starken Nebel beim Aussteigen hatten. Glücklicherweise lichtete sich der Nebel und wir hatten doch noch einen tollen Blick auf Rio und dem Corcovado. Anschließend ging es wieder zurück zum Schiff. Wir erkundeten zu Fuß noch ein wenig die Gegend um den Hafen und besichtigten eine Kathedrale. Zum Auslaufen am Abend wurde das Wetter besser und so konnten wir eine wunderbare Hafenausfahrt von Rio erleben: ein gelungener letzter Abend an Bord!
Nun hieß es Koffer packen, dank Lufthansa und one-way Flug hatten wir Piece Concept, also je 2x23kg! Unseren letzten Caipi auf unserem Balkon genossen wir jedoch wieder dick eingepackt in warmer Windjacke.
Santos / Sao Paulo
Abreisetag: auf der Costa chaotisch organisiert. Bis Mittag hielten wir uns in der warmen Sonne auf dem Pooldeck auf: das letzte Mal Sonne tanken für den bevorstehenden Winter! Im Gegensatz zum gestrigen Tag war es mit 23 Grad richtig warm. Das Auschecken verzögerte sich um 2 Stunden, welche wir im Atrium verbrachten. Das Koffer wiederfinden in der recht kleinen Abfertigungshalle war eine riesige Frechheit – es herrschte nur Chaos (s. auch oben). Irgendwann waren wir glücklich durch den Zoll und fanden bald auch unseren Bus der uns zum Flughafen bringen sollte. Wir sahen die neuen Gäste ankommen: fast ausschließlich Brasilianer, viele mit Kindern – vermutlich hatten die Weihnachtsferien schon begonnen.
Wieder einmal ist die Zeit viel zu schnell vergangen und wir fuhren Richtung Sao Paulo zum Flughafen. Allerdings wurden wir positiv überrascht während des Transfers, denn wir hatten eine Reiseleitung im Bus wie bei einem organisiertem Ausflug. Auch sie erzählte nochmals viel über Brasilien, Land & Leute sowie Sao Paulo. Sie meinte wir hätten noch genügend Zeit bis zu unserem Flug und so machten wir noch eine kleine Stadtrundfahrt durch Sao Paulo. Sao Paulo ist eine riesige Stadt, aber auch hier das Geschäftsviertel verhältnismäßig klein. Bürogebäude oder Fabriken sind seltener und vorherrschend sind Wohnhäuser – wo die ganzen Menschen in die Arbeit gehen und ihr Geld verdienen wunderte uns doch sehr. Rund um das Zentrum wachsen die Favelas – je weiter außerhalb desto schäbiger, denn hier kommen die Neuen an, die so gut wie gar nichts besitzen.
Wir hatten noch etwa 1 Stunde Aufenthalt in einem Shoppingcenter – hier gab es keinen Billig-/Touristenramsch sondern sämtliche Marken waren vertreten: endlich Shoppen!! Damit hätten wir nicht mehr gerechnet! Sao Paulo ist halt doch ziemlich fortschrittlich, es gibt hier nicht nur Armut und im Shoppingcenter trugen auch die Einheimischen ihren Schmuck, was uns ein wenig Sicherheit vermittelte.
Am Flughafen begleitete uns unsere wirklich freundliche Reiseleitung zum Lufthansa Schalter. Einchecken war kein Problem, auch unsere Sitzplatzreservierung klappte (im Gegensatz zu den letzten AIDA-Reisen!!). Unsere letzten Real gaben wir beim Shoppen am Flughafen aus und zum Abschluss gönnten wir uns noch einen Caipi – der teuerste Caipi überhaupt: 14 Euro für ein kleines Glas!!
Der Lufthansa Flug (knapp 12 Stunden Direktflug nach Frankfurt) war wie gewöhnlich angenehm mit gutem Service; doch wir verschliefen die meiste Zeit, da die letzten Tage doch recht anstrengend mit wenig Schlaf waren. Zuhause erwartete uns leider der bevorstehende Winter mit trübem Wetter und kalten Temperaturen…
Der Urlaub hat uns rundum gefallen, insbesondere die Ziele. Mit 7 Zielen in Brasilien haben wir dieses Land doch ganz gut kennen gelernt und einiges gesehen. Ein völlig neues Zielgebiet hat einfach einen besonderen Reiz und so werden wir auch zukünftig versuchen in erster Linie nach Route und weniger nach Schiff zu entscheiden!
Da wir immer gefragt werden, welches Ziel uns am besten und welches uns nicht so gut gefallen hat, hier die Antwort: am schönsten, da am vielfältigsten war für uns Recife. Am wenigsten gut hat uns Fortaleza gefallen.