Schlepper-Romantik & Förde-Faszination ☼ Hallo „Halo“! ☼ „Willkommen auf der Sonnenseite der Kieler Förde“ ☼

Als unregistrierter Nutzer ist Dein Zugriff eingeschränkt. Bitte melde dich an oder registriere dich einfach mit ein paar Klicks hier, um alle Funktionen in vollem Umfang nutzen zu können.
Kabinenkategorie
Balkonkabine
Kabinennummer
7.131
Reisedatum von
4. August 2018
Reisedatum bis
11. August 2018

So sitze ich gedankenversunken auf meinem "Förde-Schlepper", glücklich lächelnd und genieße Anblicke wie diesen hier heute noch viel intensiver als sonst - angesichts der traurigen Tatsache, dass ich in gut 24 Stunden wieder in den Zug in Richtung meiner meeresfernen Heimat steigen muss …

Wir nähern uns dem Anleger "Reventlou". Leicht schaukeln die schicken kleinen, in der Morgensonne schneeweiß leuchtenden Boote auf den Fährwellen auf und ab.

Aufgrund eines stattfindenden Triathlons wird der Anleger "Bellevue" heute nicht angefahren. Aus der Entfernung sieht man auf dem Wasser schon so etliche sportliche Aktivitäten.

Ob Aktivitäten wie "die Seele baumeln lassen", "die Landschaft genießen" und "viele Fotos landschaftlich reizvoller Motive machen" auch zum Triathlon zugelassen sind?! Ich meine, immerhin handelt es sich hierbei ja auch um drei unterschiedliche "Disziplinen" … Grins …


Ich wechsele die Seite, denn dieses Mal kommt uns an Steuerbord etwas Großes entgegen: "Color Fantasy". Und schon reisen meine Gedanken erneut einige Jahre zurück, als ich mit der baugleichen Schwester "Color Magic" von Kiel nach Oslo und von dort weiter zu einer fast zweiwöchigen Norwegen-Rundreise aufgebrochen bin. Zweimal schon durfte ich mit diesem schönen Schiff die "Magie der Farben" erleben - wenn der Tag erwacht im Oslofjord …

Der Begriff "Kreuzfahrt-Fähre" ist wirklich nicht übertrieben. Das Interieur sowie das vielfältige Angebot an Bord begeisterten mich damals. Und wenn ich an das absolut leckere als auch abwechslungsreiche skandinavische Büffet zurückdenke, gerate ich noch heute ins Schwärmen.


Majestätisch zieht "Color Fantasy" an unserem Schlepper vorbei in Richtung Norwegenkai und einmal mehr fühlt man sich wie ein Zwerg unter lauter Riesen.

Je weiter wir uns von Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt entfernen, umso kleiner werden auch die Schiffsriesen mit Kurs Kiel. Die schöne Norwegenfähre vollführt gerade ihre "Drehung auf dem Teller". Und AIDAbella hat eine ganz hohe Antenne bekommen. Na, ob sie damit heute Nacht unter der Brücke über den Großen Belt hindurchpasst?!

Kreuz und quer schippert und schaukelt (ja, er schaukelt tatsächlich ein wenig!!!) und knuffiger Schlepper "Falckenstein" über die Förde. Nur wenige Fahrgäste sind an Bord. Es macht so einen Spaß bei diesem schönen Wetter. Die Temperaturen sind angenehm warm und die Sonne lacht vom Morgenhimmel.


Hinter jedem neuen Anleger verstecken sich beschauliche größere und kleinere Orte. Sich hinter hohen Bäumen versteckende Reetdachhäuser säumen die Fördeufer. Zwar habe ich das alles vor einer Woche schon mal gesehen und auch erst gestern früh bei unserer Rückkehr mit AIDAluna. Doch dieses Mal ist meine Perspektive eine andere. Während ich die Aussicht ein paar Decks höher von Bord meines schönen Kussmundschiffes genossen habe, befinde ich mich jetzt quasi auf Meereshöhe.



Und einen Blick hinüber in die Einfahrt zum Nord-Ostsee-Kanal kann man auch erhaschen.

Als wir hinter Heikendorf die Förde überqueren, um mit unserem Schlepper "Falckenstein" im ihm seinen Namen gebenden Ort anzulegen, hebe ich den Blick zum leicht verschleierten Himmel, wo sich mir ein Naturschauspiel bietet, das ich bisher nur aus dem Fernsehen kenne - eine sogenannte "Halo". Aber hallo! Das finde ich ja klasse! Die Sonne trägt einen Ring.


Dieser Lichteffekt entsteht durch Reflexionen und Spiegelungen an Eiskristallen in der Troposphäre. Eine Halo tritt meist in Cirruswolken auf, in welchen sich besonders viele Eiskristalle befinden - so wie heute augenscheinlich.


Mit bloßem Auge erkenne ich diesen Ring aufgrund der Blendwirkung durch die Sonne schlecht, auch wenn sie etwas milchig auf die Förde herabstrahlt. Somit muss ich mit meiner Kamera auch mehrere Anläufe starten, da ich gar nicht genau sehe, was ich eigentlich fotografiere. Schließlich gelingt es mir dann doch und ich bin überrascht, wie gut die Aufnahme geworden ist.

Ein Zwei-Mast-Schoner kreuzt unseren Kurs in Richtung Falckenstein. Wer mag, kann mit der "Catherina" kurze Segelreisen ab Kiel unternehmen. Bis zu 24 Personen können in acht Kabinen übernachten. So viel Platz erwartet man gar nicht. Das Boot ist ordentlich mit Passagieren besetzt. Am Mast weht eine Piratenflagge munter im Wind.

Schon beinahe ein Wahrzeichen inmitten der Kieler Förde und auch immer mal wieder gern als Hintergrund des Wetterberichts der abendlichen RTL-Nachrichten verwendet, passieren wir backbordseitig: den grün-weißen Leuchtturm Friedrichsort.


Zwar wirkt er beinahe niedlich, doch immerhin hat er die stolze Höhe von 31,7 Metern. Hier an der "Friedrichsorter Enge" ist die Kieler Förde gerade einmal 1,9 Kilometer breit und erreicht damit ihre schmalste Stelle. Seit 1815 befindet sich an dieser Stelle bereits ein Leuchtfeuer, welches nach 100 Jahren neu errichtet wurde. Heutiges Aussehen und Höhe hat der Turm seit 1971.

Das Fundament des einstigen Leuchtturms, welcher 1973 abgerissen wurde, ist auf diesem Foto gut zu erkennen.


Vom Ort Falckenstein, der uns nunmehr direkt vorausliegt, sieht man wenig. Allerdings gibt es dort einen schönen kleinen, einladend aussehenden Strand, welcher von etlichem träge in der Sonne dösendem Wassergetier bevölkert wird:

Doch mein Ziel ist heute ein anderes. Aus der Entfernung kann ich es schon sehen - unverkennbar durch den weithin sichtbaren Turm des Marine-Ehrenmals, von dessen Aussichtsplattform man bis zum Hafen von Kiel schauen kann. Davon werde ich mich nachher selbst überzeugen.


Nur noch einmal über die Förde und dann erreicht unser Schlepper um 10:15 Uhr mein heutiges Tagesziel: das Ostseebad Laboe.

"Willkommen auf der Sonnenseite der Kieler Förde" - So freundlich werden die Gäste im Ostseebad mit dem hohen Turm und dem engen U-Boot begrüßt. Na, da fühle ich mich doch gleich mal noch wohler hier.


Nachdem ich nun eine Woche lang am und auf dem Meer unterwegs war, kann ich nun endlich auch mal wieder an einem Sandstrand laufen. Herrlich! Darauf freue ich mich schon. Und so führen mich mein Weg, meine munteren Schritte und mein froher Mut direkt zum unweit vom Anleger entfernten Strand, von dem schon verheißungsvoll blassgelbe Strandkörbe herüberblinzeln.


Der kleine Hafen und der zum Hinterland ansteigende, von einer Windmühle "on top" gekrönte Ort wirken wirklich gemütlich.

Wobei "Ort" hier eigentlich schon etwas untertrieben ist. Laboe ist schon fast eine kleine Stadt mit rund 5.200 Einwohnern.


Ein gut gemeinter Tipp warnt davor, dass es auch in all dieser Beschaulichkeit und Idylle ein gewisses und nicht zu unterschätzendes "Gefahrenpotenzial" gibt …Hinter jeder Ecke könnte es quasi lauern … Um dann zuzuschlagen, wenn man am wenigsten damit rechnet …

Da ich mich als zeitweiliger Gast an die Vorschriften halte, ziehe ich mir an einem der Automaten eine Strandkarte. Für 2,50 € und mit einem guten Gewissen betrete ich nunmehr in aller Ruhe den Kurstrand, an dem trotz des schönen Wetters noch relative Ruhe herrscht.

Hier und da spielen ein paar Kinder im Sand, am blassblauen Himmel sieht man immer wieder bunte Schirmchen - ein Anzeichen dafür, dass einige Menschen ihr Betätigungsfeld vom Strand aufs Wasser verlegt haben: Wellenreiter. Im Seetang am Spülsaum machen Möwen Jagd auf Fressbares …

… mit Erfolg, wie ich immer wieder beobachten kann, während ich im Sand sitze, Schuhe und Strümpfe ausgezogen habe und meine Füße in den Milliarden feinster Körnchen - auch Ostseesand genannt - grabe.


Es dauert gar nicht lange, als mein Transportmittel in voller Größe an mir vorbei dampft:

So zieht der Schlepper "Falckenstein" dahin und auch ich ziehe weiter am Strand entlang in Richtung des Marine-Ehrenmals - immer wieder Muscheln und kleine Steine für meine Collagen suchend, die ich liebend gern zu Hause zusammenstelle und von denen schon etliche die Wände meines heimischen Wohnzimmers zieren.


Fortsetzung folgt …

"Travelling - it leaves you speechless, then turns you into a storyteller" (Ibn Battuta)

Kommentare 4

  • Wenn ich Deinen Bericht über die "Kreuzfahrt" auf der Kieler Förde lese, kommt Lust auf die Ostsee. Vielen lieben Dank, Meerelfe, und ein schönes Wochenende

    Achim

    • Geht mir genauso. Auch beim Schreiben sind das Fernweh und die immer größer werdende Sehnsucht nach dem großen weiten Meer sofort wieder da.


      Auch dir noch einen schönen Sonntag.


      Liebe Grüße, Meerelfe

    • Danke Meerelfe! Das hast Du so liebevoll geschrieben. Auch für uns Kieler ist eine Fahrt mit dem Fördedampfer immer wie eine Minikreuzfahrt.

    • Hallo mai23,


      das freut mich, dass ich als Touristin euch Kielern mit meinem Bericht meine Sicht auf die Schönheit eurer Region näherbringen kann. Bald geht der Bericht weiter - mit meinen Erlebnissen in Laboe.


      Einen schönen Tag und viele Grüße, Meerelfe