
14. Januar 2020 – Phuket – Wetter: sonnig, 33 Grad
Gestern Abend haben wir uns noch die Hafeninfo über das neue Ziel dieser Reise besorgt. Das Titelfoto erinnert mich stark an die Halong-Bucht. Ein einzelner schroffer Felsen ragt aus dem Wasser und dahinter sind Berge zu sehen. Lassen wir uns überraschen, was uns heute erwartet.
Apropos,
gestern Abend – da muss ich noch was loswerden. Nein, nicht
Gemecker! Wir hatten eine Einladung zur Sternstunde bekommen; ins
Rossini und was da abging, war mehr als super. Die Möblierung wurde
umgestaltet, es gab lange Tische, sowie Stehtische und kleine
Stationen mit Leckereien. Was hat das Rossini da gezaubert? Es war
eine Küchenparty mit allem Drum und Dran.
Es gab Cocktails und Sekt
zur Begrüßung, Essen in großer Auswahl. die Crew war samt Koch
hochmotiviert uns zu verwöhnen. Die Stimmung war ausgelassen
fröhlich und erfuhr noch eine Steigerung, als der DJ für flotte
Musik sorgte. Tanz im Rossini, das habe ich noch nie erlebt. Und alle
haben mitgemacht, die Gäste, die Offiziere, das Serviceteam, die
Mitarbeiter der Küche und auch der Koch. Es war ein tolles Geschenk
von AIDA für uns Clubmitglieder. Ich war hin und weg. Danach waren
wir uns einig: es war ein wunderschöner Abend: Danke AIDA und Dank
an die Crew.
Nun aber weiter zu Phuket. Im Vorfeld haben wir lange überlegt, was wir dort eigentlich machen wollen. Nur Strand genießen fanden wir nicht so prickelnd, dabei sieht man ja nicht viel von der Insel. Also buchten wir den Ausflug „Rund um die Insel“, der schon um 8.15 Uhr beginnt. Über Phuket habe ich schon viel von Freunden gehört, die dort Urlaub gemacht haben. Die Insel liegt nicht wie Koh Samui im Golf von Thailand, sondern oberhalb von Malaysia in der Andamanensee und hat als einzige Insel Thailands den Status einer Provinz.
Die Lage ist strategisch äußerst günstig, denn in früheren Zeiten haben Seefahrer sie zu schätzen gewusst, wenn Stürme sie auf dem Weg nach Malaysia in Gefahr gebracht haben. Die ersten Siedler sind aus Myanmar dort eingewandert und gehörten der Volksgruppe der Mon an. Und wenn so viele Kolonialherren nach Asien kommen, muss es doch etwas geben, das sie gerne besitzen und damit handeln wollen. Es war das Zinn, welches ihnen zu Reichtum verhalf. Man stritt sich ständig um diese Insel, zwischen 1351 und heute haben dort Portugiesen, Holländer, Engländer, Franzosen und Burmesen das Sagen gehabt. Weil das Zinnaufkommen unerschöpflich war, kamen Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten chinesischen Arbeiter ins Land. Junge Männer, unverheiratet, trafen auf die einheimischen Frauen und die Liebe sorgte sehr schnell für eine Verbindung zwischen China und Thailand. Die Nachfahren dieser Paare entwickelten eine eigene Identität und Kultur und nennen sich Baba bzw. Peranakan. Reiche Kaufleute chinesischer Abstammung haben Häuser gebaut, die an Portugal erinnern. Sie waren angetan vom Kolonialstil und so findet man in der Hauptstadt bis heute noch diese schönen Häuser.
In den 70ger Jahren kamen die ersten Touristen und seit der Zeit floriert das Geschäft mit den Urlaubern. Kein Wunder, denn Phuket hat ja wirklich wunderschöne Strände. Und weil die Arbeit auf diesem Sektor boomt, kommen Menschen aus Kambodscha, Laos und Myanmar, um hier einer Beschäftigung nachzugehen.
Unser Ausflug beginnt mit einer kleinen Bootsfahrt. Es wird getendert – rüber nach Phuket, die Hauptstadt dieser Insel mit dem gleichen Namen. In der Stadt leben rund 77.000 Einwohner. Der Weg zum Bus führt uns ein Stück der Strandpromenade entlang. Souvenirverkäufer haben auf der Kaimauer ihr Sortiment ausgebreitet und einige Taxifahrer warten schaukelnd in einer Hängematte zwischen den Palmen auf Kundschaft. Der Tag ist noch jung, da wird noch was gehen.
Der
Kleinbus fährt die kurvige Küstenstraße entlang.
Unterwegs fällt mein Blick auf einen wunderschönen Kreisverkehr und dann erreichen wir den südlichsten Punkt der Insel, das Cape Promthep. Doch bevor wir zum Leuchtturm kommen, sehen wir die vielen steinernen Elefanten, die in einem Kreis aufgestellt sind und in der Mitte ist so eine Art Sockel zu sehen. Es ist der hinduistische Brama Elephant Shrine. Blumengirlanden schmücken die Tiere und der Duft von Räucherstäbchen zieht an uns vorüber.
Ein
paar Schritte weiter taucht der 50 Meter hohe Kanchanaphisek
Leuchtturm auf. Er wurde 1996 zum 50. Jahrestag der Thronbesteigung
des inzwischen verstorbenen Königs errichtet. In Schaukästen sind
Modelle von Marinebooten ausgestellt, die an die Gründung der
thailändischen Marine erinnern. Während mein Mann sich dort
umsieht, erkunde ich die nähere Umgebung.
Die Zeit des Fotostopps ist um, es geht weiter. Als wir nach der kurvigen Fahrt unten am Wasser ankommen, sehen wir Speedoote am Strand liegen. Sieht nach einem kleinen Fährverkehr oder nach Bespassung auf dem Wasser aus. Eine weitere Möglichkeit wäre sicher auch, dass man von hier aus Schnorcheltouren machen könnte. Das würde mir gefallen.
Und die Feuerwehr ist mit ihrem rotem Fahrzeug unterwegs. Aber nicht, um ein Feuer zu löschen – Dienst an der Natur. Es werden die Grünstreifen bewässert.
Der nächste Halt, nicht weit entfernt von der Hauptstadt, ist am Wat Chalong Tempel. Er ist der bekannteste der 29 buddhistischen Tempel der Insel Phuket. Es werden hier zwei Mönche verehrt, die während des Aufstands der Zinnarbeiter hier gelebt und gewirkt haben.
Das
Gelände ist riesig und man weiß im ersten Moment echt nicht, in
welche Richtung man laufen soll. Der weiße Chedi, der hohe Turm, war
ja von weitem schon gut erkennen. Der Tempel hat 3 Etagen und die
Wände sind verziert mit bunten Gemälden, die das Leben Buddhas
wiedergeben.
Damit die Besucher nicht hungern müssen, gibt es kleine Stände, an denen man etwas kaufen kann. Ich entdecke unsere Reiseleiterin, wie sie gegrillte Seidenspinnerraupen und andere Insekten in eine Tüte packen lässt. Läka, läka sagt sie zu uns und bietet eine Kostprobe an. Na ja, ich habe schon mal so was gegessen – aber im Moment habe ich keinen Hunger drauf – schiebe ich vor. Es war schon ein sehr lustiger Augenblick, als sie versuchte das Wort Seidenspinnerraupe auszusprechen. Für uns kein Problem, aber für sie schon. Seidenspinner ging noch, aber dann gleich das Wort Raupe anzuhängen, sorgte für leichte Verwirrung bei ihr. Nach vielen Versuchen, klappte es am Ende ganz gut und sie war mächtig stolz drauf, das Wort fehlerfrei auszusprechen.
Unterwegs, wie auch schon in den anderen Orten, die wir besucht haben, ist man vorbereitet für das kommende Neujahrsfest.
Eine knappe halbe Stunde besuchen wir einen weiteren Tempel - bei so vielen auf der Insel, muss man ja nicht weit fahren. Auch hier wieder interessante Einblicke. Ich lass jetzt einfach die Fotos sprechen...
Kleiner Abstecher zum Strand runter. Einfach traumhaft hier und so ruhig fällt mir auf.
Hier muss ich einen Schnitt einlegen, so viel gesehen, das passt nicht alles in einen Teil - also gibt es eine Fortsetzung von unserer Inseltour.