
29. November 2019 – Barcelona, teilweise bewölkt 15 Grad
Barcelona
hat im Bereich der Rambla so viel zu bieten, dass ich das nicht in
einzigen Teil des Reiseberichts unterbringen kann. Deshalb hier noch
der Rest meines Nachmittagsbummels. Und der Abend ist wieder ein
kulinarisches Erlebnis an Bord.
Unschlüssig stehe ich in der Gegend rum und Kolumbus zeigt mir die Richtung an, in die ich jetzt laufen soll. Toller Mann!!!
Etwas
Zeit habe ich noch und also laufe in Richtung Mole bzw. zur Rambla del Mar, das Riesenrad ist zum
Greifen nah.
Auch hier stehen Häuser, an deren Fronten ich mich
nicht satt sehen kann.
Segelboote wiegen sich leicht auf dem Wasser –
welch ein Bild. Hhhmmm, man kann hier auch Bootstouren machen und eh
ich mich versehe, kaufe ich mir für knapp 8 Euro ein Ticket für die
Fahrt auf einem umweltfreundlichen Katamaran durch den Hafen und
außerhalb des Hafens.
Bestimmt kann ich unsere Sol dann sehen. Mit
mir sind nicht viel Leute an Bord und kaum jemand versperrt mir die
Sicht. Das hat sich nun echt gelohnt, eine tolle Sicht auf die Stadt
und dann taucht die Sol auf. Warte ich mal ab.
Über dem Hafen schweben die Gondeln der Seilbahn, bin ich leider auch noch nicht gefahren. Ich glaube, wir müssen nochmal hierher kommen.
Ich sitze vorne und genieße diese kleinen Abenteuerfahrt. Hoffentlich macht sich mein lieber Mann keine Sorgen, denn ich hatte gesagt, nach dem Einkauf komme ich zurück. Aber so ganz ernst hat er diese "Androhung" nicht genommen, wie ich ihn kenne. Manchmal sagt er lachend zu mir "du bist wie ein junger Hund, immer auf Erkundungstour!"
Das Boot verlässt den Hafen und fährt an dem kleinen Leuchtturm vorbei in Richtung offenes Meer und nach der Kurve liegt die Sol mir gegenüber.
Sie sieht so schön aus, gegenüber den
anderen Schiffen, die neben ihr an der Pier liegen. Keins hat so
einen gläsernen „Kaffeefilter“ in der Mitte des Schiffs. Ein
freundliches Ehepaar macht ein Foto und meine Mutti würde wieder
sagen. „Kind, immer sind deine Haare irgendwie unordentlich!!“
Haha, denke ich, im Mai 2020 hat sie ausreichend Gelegenheit, diesen
Satz zu wiederholen, wenn wir wieder zusammen unterwegs sind.
Die
Fahrt mit dem Boot hat mir gefallen, vor allem der Blick auf die
Stadt. An der Rambla del Mar treffen Welten aufeinander. Die schönen
barocken Häuser und die moderne Architektur der Neuzeit. Schön ist
die geschwungene Brücke, die zu einem großen Einkaufszentrum führt.
Also man kann den Tag hier schon sehr abwechslungsreich verbringen.
Da habe ich nachher genug zu erzählen, wenn ich wieder an Bord bin.
Nach 40 Minuten bin ich wieder an der Pier und merke, dass ich doch
ein ganz schönen Pensum heute erlaufen haben.
So, nun
reicht es, ich muss rüber zum Shuttle. Fast erscheint es mir, als wurde Kolumbus mir zeigen, wo es lang geht.
Zurück an Bord führt mich mein Weg direkt zur Kabine. Mein Mann ist ziemlich schlapp, aber es geht ihm nach der Spritze besser. Natürlich will er wissen, was gemacht habe und was entdeckt habe. Es sprudelt nur so raus aus mir und als er die Fotos sieht, meint er "Schatz, das hast richtig gemacht mit dem ausgedehnten Bummel!!"
Sein letztes Abendessen am Bord fällt spartanisch aus... und
ich? Ich richte mich für den zweiten Teil des Marktausflugs. Es geht
ins Rossini zum 8-Gang-Farewell-Dinner und Danilo hat schon verraten,
dass wir einiges aus seinem Einkauf auf den Tellern wiederfinden
werden. Das Menü, ein Gaumen- und Augenschmaus.
Hier erkenne ich die Blüten wieder.
Auf dem Tellerrand der Suppe liegt ein Stück des köstlichen Käse und die frischen Kräuter geben der Suppe eine besondere Note.
Und hier sind es die kleinen gelben Blüten, die einen sehr eigenen Geschmack haben - aber gut mit der Soße harmonieren.
Der Nachtisch - wunderschön angerichtet und ich entdecke ein Blütenblatt und die fruchtigen Erdbeeren.
Am Tisch ist eine gute Stimmung, wir haben uns ja viel zu erzählen und fachsimpeln über das Menü. Es wird gegessen, getrunken, gelacht – ein guter Augenblick. Den letzten Gang, den toll angerichteten Nachtisch bekomme ich nicht mehr runter. Ich bin sowas von satt und freue mich, dass die Männer neben mir ihn teilen und zack, ist der Teller leer. Fazit des Ausflugs: Er hat sich gelohnt und der zweite Teil hier im Rossini eine gekonnte Ergänzung. Danilo hat nicht nur mich gegeistert sondern auch die anderen sieben der Gruppe sind hin und weg.
Zwischendurch flitze ich ins Weite Welt Restaurant, die
obligatorische Torte zu fotografieren. Sie ist noch ganz, zum Glück.
Mein Nachbar erzählt was von einem Brief, der an der Kabinentür hing, bezüglich der Abreise. Da bin ich nun gespannt, was uns erwartet.
Die Zeit reicht noch, um im Theatrium vorbeizuschauen, zum Farewell. Das ist immer ein wenig traurig, denn nun ist die Reise schon fast wieder vorbei. So ist es nun mal... aber „nach AIDA“ kommt ja meist ein „vor AIDA“ und so fällt der Abschied etwas leichter.
In der Kabine packe ich die letzten Sachen in die Koffer und stelle sie vor die Tür. Der verheißungsvolle Brief hing an der Tür. Um 10 Uhr müssen wir das Schiff, sowie alle anderen Passagiere auch verlassen … Generaldesinfektion. Nun lassen wir es auf uns zukommen. Auf jeden Fall hat AIDA sich was einfallen lassen, wie wir die Zeit bis zum Abflug verbringen werden. Das ist schon mal beruhigend und wenn es meinem Mann morgen früh besser geht – ist doch alles paletti. Gute Nacht!
Und eins kann ich verraten, der Abreisetag beziehungsweise die Stunden vor dem Abflug waren Klasse. Davon erzähle ich im letzten Teil.