
29. November 2019 – Barcelona, teilweise bewölkt 15 Grad
Richtig gut geschlafen haben wir nicht die Nacht. Licht an, Licht aus … meinen Mann hat es erwischt. MDG – lautet die Abkürzung des Übels. Obwohl wir uns als Mehrfach-Aidareisende an die hygienischen Vorgaben halten – irgendwie kam das Ding auf ihn geflogen und damit war schon mal vorprogrammiert: Morgens Hospitalbesuch, auf dem Zimmer bleiben und wie es mit der Abreise wird, keine Ahnung. Menno, wir haben diesen unangenehmen Virus schon an Bord erlebt, sind jedoch immer verschont geblieben. Sicher lag es daran, dass wir im Virusfall um 17 Uhr an der Poolbar einen Tequilla getrunken haben, zur Abwehr „Der Rache Montezumas“. Diesmal haben wir das nicht konsequent durchgezogen und nun haben wir den Salat oder besser gesagt, den durchschlagenden Erfolg.
Ich hatte alle Freiheiten, durfte raus – denn ich war Viren frei! Es hat mir schon leid getan, mein Mann lag flach mit Zwieback und Tee im Bett, konnte seinen gebuchten Ausflug mit dem Besuch des Parks Güell, den er noch nicht kannte, nicht antreten. Sehr ärgerlich. Na ja, über das schludrige Verhalten bezüglich der Hygiene einiger Passagiere in dieser Situation möchte ich mich nicht auslassen. Das hilft jetzt auch nicht weiter und so plane ich meinen Tag, mit dem Wermutstropfen, meinen Mann an Bord zurück zu lassen.
Ich hatte mir was besonderes aus dem Ausflugsangebot von AIDA ausgesucht. Da ich ja gerne koche und Markthallen liebe, habe ich mich für den „Marktausflug mit dem Koch des Rossinis, Danilo Kiepe“, entschieden. Die kleine Gruppe traf sich vor dem Schiff und los ging es in die Stadt. Ein Blick auf den Hafen, mit der Sol sind noch 3 andere Kreuzfahrtschiffe dort:
Busse fuhren in Richtung Stadt, voller Passagiere, die was erleben möchten. Ausstieg für uns war unterhalb des Turms, dort wo die Gondeln abfahren. Wunderbar, so früh durch die Stadt zu laufen, ist auch mal schön. Aber nicht, dass jemand denkt, es wäre nichts los. Jede Menge Leute waren auf der Rambla schon unterwegs, Touristen und Einheimische.
Rings um das
Columbusdenkmal kreisen die Autos. Hier an dieser Stelle zu verweilen
hat schon was besonderes. Man hat ein riesiges Panorama vor sich. Die
majestätischen Gebäude, das Riesenrad und das Denkmal – alles
zusammen auf einem Foto, genial. Wie ich so hinter der Gruppe immer
ein wenig hinterher renne, weil ich stehen bleibe und fotografiere,
freue ich mich, so vieles wieder zuerkennen.
Die Fassade des Theatre
Principal, das schöne Pflaster der Rambla und dann erreichen wir die
Markthalle.
Hallo, hier muss ich dicht an der Gruppe bleiben – denn
ehe man sich versieht, kann sie plötzlich an einer Biegung in einem
Gang verschwinden und weg sind die Leute. Hatten wir voriges Jahr
erlebt. Mein Mann und ich bleiben einen Moment am Eingang stehen und
als wir uns umdrehen, war unsere Ausflugsgruppe im Gewirr der
Markthalle verschwunden. Zum Glück hatte ich die Telefonnummer
unseres Reiseleiters und so konnte er uns wieder einfangen. Nein, die
Peinlichkeit möchte ich nun wirklich nicht nochmal erleben! Also
schön der Gruppe folgenden.
Boah, was ist hier schon am frühen morgen los??? Und die Dekoration ist auch schon eine Ankündigung, Weihnachten naht ... Und überall locken die feinen Leckereien.
Vor den Ständen stehen Menschen an, die einkaufen. Danilo sucht als erstes einen Stand auf, an dem es feine spanische Spezialitäten gibt: Wurst, Schinken und Käse... Wir probieren und genießen. Er kauft frische Sachen für das Rossini und der Einkauf wandert gleich in den mitgebrachten Caddy. Ich bin wieder ganz berauscht von den Auslagen: Oliven, Olivenöl, kleine Tapas, Gebäck, Schokolade, Obst, Gemüse, Fleisch, essbare Blüten, Minigemüseteile, Honig – ein Paradies für jeden Koch und Köchin.
Der Caddy füllt sich zunehmend. Die Standbetreiber
kennen Danilo, denn er wird freundlich begrüßt. Gut, er muss halt
genau schauen und verlässliche Anbieter haben, bei denen er
einkauft. Schließlich hat das Rossini an Bord einen Namen und wer
schon mal dort gegessen hat, weiß, wovon ich spreche. Das Material,
das dort verarbeitet wird, ist erstklassig. An den Ständen, wo
eingekauft wird, erfahren wir, worauf man achten sollte bei der
Auswahl – Frische, Aussehen und so weiter. Ist ganz hilfreich, wenn
man Dinge kauft, die man nicht kennt.
Dieses hier ist mir letztes Jahr nicht
aufgefallen. Wunderschön, die Schirme an der Hausfront und der
Drache.
Ein Blick durch die Scheibe des Eingangs am Theatro und ich blicke auf die sehr schöne Empfangshalle mit dem glitzernden Kristallleuchter. An jeder Ecke tut sich ein neues Bild auf.
Und wie ich mich
so treiben lasse, entdecke ich einen Torbogen, der zu einem kleinen
Platz führt.
Es die „Placa Raial“, auf katalanisch „Königlicher
Platz“.
Ich komme aus dem Staunen nicht
heraus, wie toll es hier aussieht. Der Platz war von der Rambla-Seite
kaum zu erkennen. Ich schaue mich um und sehe, es gibt nur 4
Eingänge. Die Häuser ringsherum, nicht sehr hoch, haben schattige
Arkadengänge und die wunderschönen behelmten Lampen hat der
berühmte Antoni Gaudi entworfen.
In der Mitte sprudelt das Wasser
eines Brunnens, der den Namen Drei-Grazien-Brunnen trägt. Ja, man
sieht sie dort anmutig stehen.
Es gibt jede Menge Restaurants. Schade, dass mein Mann nicht dabei ist. Wir würden uns sicher irgendwo niederlassen, ein Gläschen spanischen Wein trinken und leckere Tapas essen. Hoffentlich geht es ihm besser, denke ich ständig.
Am
Monument von Frederic Soler, ein bekannter katalanischer Dichter und
Dramatiker, mache einen kleinen Halt und lass die Menschen an mir
vorbei bummeln.
Ach, die Dame sieht aber nett aus, wie sie so in der Rikscha sitzt. Sie steht ganz in der Nähe des Wachsfiguren-Museums. Übrigens, was ich vergessen habe. Es gibt auch ein Erotik-Museum in Barcelona, genau gegenüber der Markthalle. Manchmal steht eine hübsche Frau auf dem kleinen Balkon mit blonden Haaren und ihr rotes Kleid flattert im Wind – so wie in der Filmszene mit Marilyn Monroe. Falls es jemanden interessiert.
Und wieder sage ich Ooooooh, so schön. Die Damen vor dem Eingang des Museums der Wachsfiguren. Das Gebäude und der kleine Platz davor gefällt mir. Leider habe ich keine Zeit, ins Museum zu gehen. Vielleicht an anderes mal.
Und fast
bin ich wieder am Columbus-Denkmal angekommen. Vor mir liegt das
militärische Regierungsgebäude mit den gewaltigen Säulen.
Was ich dann noch anschließend so getrieben habe, schreibe ich im nächsten Teil … bis dann.