
30. März, Aqaba, sonnig 23 Grad
Ausschlafen ist nicht – wir machen einen Ausflug. Vorsichtshalber habe ich wieder meine Jacke mit der Kapuze eingepackt. Im Wadi Rum pfeift manchmal ein ordentlicher Wind. Amjad ist pünktlich da, kurzes Hallo, einsteigen in den wartenden Bus und schon geht es los.
Vorbei an Feldern, auf denen unter Folien Gemüse wächst und wir begegnen wieder den 4beinern, die einfach über die Straße rennen.
Ein tolles Panorama, die rotbraunen Berge im Hintergrund, ein leichter Hauch von Sand weht über die karge Vegetation – so kennen wir die Landschaft hier aus den vorangegangen Besuchen.
Im Wadi ngekommen, steigen wir in die offenen Jeeps um. Es ist eine Freiluftfahrt. Wir sitzen auf der Ladefläche und habe freie Sicht, rundherum.
Ja, es weht ein kühler Wind. Kapuze entrollt, mein Mann bindet seine Kappe fest und so fahren wir an den steilen Felsformationen entlang. Wir haben ja vorgesorgt, denn wir befinden uns ja in einer Höhe von rund 800 Metern. Das Wadi Rum ist das größte in Jordanien und wurde 2011 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Echt, wer nach Jordanien kommt sollte hier und auch in Petra gewesen sein - einfach interessant. Ach, ich könnte hunderte von Fotos machen, weil die Berge immer in einem anderen Licht erscheinen. Unser Fahrzeug hinterlässt eine Spur im roten Sand.
Die Errosion hat gute Arbeit geleistet, der rote Sandstein wurde bizarr geschliffen.
Diesmal erklimme ich auch die hohe Düne und hinterher habe ich rotbraune Füße – obwohl diese Erhebung nicht sehr hoch ist - die Aussicht ist schön.
Diese Stelle ist mir gut in Erinnerung geblieben... Steine, Sand und dann steht dort plötzlich ein Baum und ich erscheine winzig gegenüber dem gigantischen Berg. Ein paar Stopps unterwegs und wir trinken bei den Beduinen den heißen Kräutertee. Unser Fahrer lacht, als ich ihn frage, ob ich ein Foto von ihm machen darf für meinen Reisebericht. Er nickt und sagt „yes yes yes...“ , wir kennen uns vom Vorjahr. Ein wenig eitel ist er schon, er möchte das Foto gleich sehen und befindet es für gut.
Ein paar Stopps unterwegs und wir trinken bei den Beduinen den heißen Kräutertee. Unser Fahrer lacht, als ich ihn frage, ob ich ein Foto von ihm machen darf für meinen Reisebericht. Er nickt und sagt „yes yes yes...“ , wir kennen uns vom Vorjahr. Ein wenig eitel ist er schon, er möchte das Foto gleich sehen und befindet es für gut - ich darf es verwenden. Da bleibt nur übrig, "Thank you so mutch" zu sagen. Hier im Wadi wohnt eine überschaubare Zahl an Beduinen, es gibt ein Schulen - denn die Jungen und Mädchen gehen nicht gemeinsam in eine Schule. Ja, es gibt auch eine Polizeistation, die wir gesehen haben und auch einen kleinen Laden. Und wer dringend vor der Fahrt mit dem Jeep auf Toilette muss, der findet eine gleich am Parkplatz. Nur so nebenbei.
Belebt durch den Tee und etwas aufgewärmt setzen wir unsere Fahrt fort. Niemand spricht ein Wort auf der Ladefläche, alle sind mit ihren Handys und Cameras am herum fuhrwerken. Ich habe meine Camera nicht ausgepackt heute, das Handy tut was es soll - Fotos machen.
Am Ende der Tour treffe ich 4 junge deutsche Rucksacktouristen auf dem Parkplatz. Auf die Frage, ob sie hier wandern wollen – denn das machen viele – sagen sie, sie bleiben eine Nacht. Sie sind sehr gespannt, wie der Sonnenuntergang sein wird und die Nacht im Zelt. Diesmal habe ich zum ersten mal kleine Zelte im Wadi gesehen und auch die geräumigen Zelte für Besucher, die am Abend hierherkommen, um den Sonnenuntergang bei einem leckeren Essen und einheimischer Musik zu erleben. Das würde mich auch gefallen, sage ich meinem Mann. So eine Nacht unter Sternen, warm eingepackt - denn im Winter kann es hier auch mal schnell 0 Grad geben. Gut, wandern bei 37 Grad ist auch nicht so ohne was ... Den Kamelen ist es egal, ob es warm oder kalt ist.
Mit vielen Eindrücken dieser einzigartigen Landschaft sitzen wir dann wieder im Bus, der in Richtung Aqaba fährt. Schön war die Tour und ganz ehrlich, ich würde gerne nochmal hierher kommen! Wir nähern uns der Stadt und auch dort bieten sich Motive für mich.
Zurück an Bord, wandern erst mal meine Schuhe in die Dusche, sie sehen schön rostbraun aus und den Rest des Tages verbringe ich damit, das fast leere Schiff zu genießen.
Ein Blick noch auf die nahen Berge und den Hafen, dann ist schon wieder Zeit, den Hunger zu stillen. Gegen Abend trudeln die Ausflügler wieder ein, im Weite Welt Restaurant ist ein Stimmengewirr zu hören – man hat nach einem Landgang immer viel zu erzählen. Um 22 Uhr werden die Trossen gelöst, Sail away in Aqaba und ich schau in Richtung Eilat/Israel, es liegt zum Greifen nah. Da wäre ich gerne wieder hingefahren, denn auch diese Stadt hat so viel zu bieten. Aber … man kann auf einer Tour nicht alles haben. Ich war ja schon mal dort gewesen mit Mutti, wir hatten einen tollen Tag erlebt, aber nicht soooo abenteuerlich wie hier in Aqaba. Fast hätte ich es vergessen, morgen ist Ostersonntag. Mal sehen, ob der Hase was gebracht hat.
Davon und der Fahrt durch den Suezkanal werde ich im nächsten Teil berichten.