
15. November, Marseille – bewölkt 19 Grad
Nach dem atemberaubenden Blick vom Hügel des "Plateau de la Croix" (Plateau des Kreuzes) auf die Stadt und dem Besuch der Église de Notre Dame de la Garde sind wir wieder unten am Alten Hafen angekommen. Es folgt nach vielen Sehenswürdigkeiten und Geschichte, der Teil Freizeit. Bevor wir uns in ein Bistro setzen, schauen wir uns im Hafen um. Der "Alte Hafen" liegt so gut wie mitten in der Stadt und direkter Nähe zu vielen interessanten Sehenswürdigkeiten. Der Quai des Belges sowie der Quai Rive Neuve, auf dem wir laufen werden ist gesäumt von vielen kleinen Bars und Restaurants. Jachten und Segelboote liegen bltizblank verzurrt an den Stegen und die Masten bewegen sich träge hin und her.
Auf der gegenüberliegende Seite stehen aus der Ferne betrachtet ein paar Wohnblocks, die doch eine Besonderheit sind. Im Jahr 1942 wurde mit dem Bau der Immeubles (Wohnblocks) begonnen. Der damals 37jährige Architekt Fernand Pouillon schaffte es, mit geringen Kosten und einem modernen Konzept die Häuser zu errichten. Klare Linien und eine akzeptable Bauhöhe lenken nicht vom Stadtdbild dieses Viertels ab. Dezent stehen die Gebäude entland der Uferstraße.
An der Promenade stehen Tannen mit Kunstschnee drauf, kleine Buden rechts und links und dann mitten drin, das große Riesenrad. Bei einer Fahrt damit hätte man sicher einen guten Überblick über den alten Hafen und Umgebung. Muss jetzt aber nicht sein, unsere Zeit ist begrenzt.
Bei dem Streifzug kommen wir auch bei der Èglise Saint Ferréol les Augustins vorbei, die ich vom Bus aus gesehen hatte. Seitlich angeschaut bietet sie eine etwas, was man nicht so sieht. Der hintere Teil erscheint alt und die Vorderfront erstahlt im klaren Weiß. Die Fassade mit einem Zementfurnier überzogen und weiß getüncht.
Schwer beeindruckt uns der Palast der Börse.
Es ist der Sitz der Industrie- und Handelskammer und dort ist auch das Marinemuseum untergebracht. Die Industrie- und Handelskammer Marseille ist die älteste in Frankreich, wurde sie im Jahre 1599 gegründet. Nein, das Gebäude ist natürlich nicht so alt. Es wurde 1860, als Napoleon III mal in der Stadt war, eingeweiht. Vorher trafen sich die Mitglieder unter anderem auch im Rathaus.
Bestimmt toll von innen, aber alles können wir heute nicht mehr anschauen. Ein anderes mal bestimmt. Dank Lektor Axel C. Brüggemann, haben wir die Säulen erkannt, es sind korinthische Säulen. Hinter ihnen sind fantastische, in Stein gehauene Skulpturen zu sehen.
In einem kleinen Supermarkt kaufe ich noch etwas Gebäck für daheim, schmecken gut zum Pastis. Auch ein Stück der berühmten Savon de Marseille wandert in unseren Rucksack. Diese Seife ist immer gutes Mitbringsel auf der Stadt. Ich kenne die Seife, denn viele Franzosen auf unserem Campingplatz benutzen diese Würfel - ohne jegliche Zusatzstoffe gut für die Haut und man sogar Wäsche damit waschen. Toll finde ich den Seifenhalter, so kann sie nach der Benutzung wunderbar trocknen.
Nun wird es aber Zeit, wir setzen uns in ein kleines Restaurant. Zeit für einen Snack, herrlich der Blick auf der Hafen, das Riesenrad und der Église auf dem Hügel.
La vie est belle – das Leben ist schön. Den Augenblick genießen, Gedanken schweifen lassen, ein wenig träumen, Meerluft atmen, die Augen schließen und alles ist gut.
Im Bus auf dem Weg zum Hafen, sitze ich an der Wasserseite und habe den Blick frei auf die andere Seite. Wir sind rechtzeitig wieder zurück, 16.30 Uhr war alle Mann an Bord angesagt.
Glasfronten haben Vorteil, man kann mit einem Schnappschuss auch gleich das Gegenüber einfangen, hihihi ...
Die Offiziere allesamt in weiß gekleidet, stehen bereit zum „Offiziers-Shaken“. GM Thomas hat ganz schön was angerichtet, denn gegen Ende der Veranstaltung gab es für eine Marke 4 Cocktails, sozusagen sein Abschiedsgeschenk. Nach der Tour verabschiedet er sich in den Urlaub – denn wenn wir Urlaub haben, muss er ja für uns arbeiten. „Nö, wir nehmen nur zwei Gläser. Bei 4 Stück erlebe ich den Abend nicht mehr!“ sage ich zu meinem Mann. Aber dann nehmen wir doch 4 Stück und verschenken zwei an Mitreisende "Zum Wohl!" Wir finden ein Plätzchen zum Auslaufen achtern und haben 3 nette Mitreisende am Tisch. Es entwickelt sich ein lustiges Gespräch und eh wir uns versehen, verlässt die Sol den Hafen von Marseille. Bestimmt werden wir privat mal wieder hierherkommen und uns noch länger in der Stadt umschauen.
Au revoir - du schöne Stadt. Die Sol wird zurückkehren und macht eine zweiwöchige „Schönheitskur“ im Hafen von Marseille.
Im East-Restaurant ist heute Themenabend Indien … wir lieben die indischen Speisen. Da kommen viele Erinnerungen zurückliegender Reisen hoch – Asien mit AIDAbella, einfach toll.
Bei der Abendrunde stellen wir fest, an unserer Absackerbar ist heute Rambazamba angesagt. Alpenglühn mit allem Drum und Dran, ein Bier und Schmalzbrot und weg sind wir. Es ist leider Kofferpacken angesagt, denn morgen erreichen wir das letzte Ziel der Reise und dort spricht man katalan und spanisch. Den letzten Abend der Reise werden wir morgen im Rossini verbringen und nach einem solchen Abend habe ich meist keine Lust auf die Packerei. Also los, erledigen wir das heute. Bei der Abreise wird der Koffer nicht so ordentlich gepackt, die Sachen können ruhig ein wenig verknüllen, zu Hause wird gewaschen und gebügelt und die Sache ist fertig. Gute Nacht ...
Und hier zum Schluss noch mein Film über Marseille https://youtu.be/VzdMfa9sGB0