
12. November, Civitavecchia/Italien – leicht bewölkt 19 Grad
Herrlich, die Luft ist angenehm, nicht zu heiß und nicht zu kalt - genau richtig, um die Standpromenade zu erkunden. Und auch hier sind kaum Menschen unterwegs. Ich überlege, was wohl im Sommer hier los sein wird. Wenn die Leute an den kleinen Strand strömen und die Promenade bevölkern. Der kleine, stadtnahe Strand ist total leer und wir genießen die herrliche Aussicht von Tonda aus.
Die Zeugen einer unvergänglichen Liebe hängen an einer Eisenkette am Geländer. Von wegen, "Alte Liebe rostet nicht" - hier hat der Rost aber mächtig gearbeitet. Inzwischen ist es 15 Uhr geworden, eine Rast ist fällig. An der Viale della Vittoria kein Problem, Restaurants, Imbisse und Bars laden ein, Platz zu nehmen. Wir entscheiden uns für ein Ristorante und lassen uns auf den weichen Polstern einer Couch nieder.
Die Bedienung saust hin und her, zwischen dem Innen- und Außenbereich. Entschuldigt sich, es ist viel los, aber sie kommen schon um unsere Bestellung aufzunehmen. Nein, essen wollen wir nicht, nur was trinken. Alles kein Problem, wir haben ja noch Zeit und lassen uns von den Sonnenstrahlen durch das geöffnete Dach bescheinen. Die freundliche Bedienung kommt und so richtig wissen wir nicht, welchen Wein wir wählen sollen und überlassen die Entscheidung ihr. Uuuiiiiiiiiiii, der erste Schluck. Der Wein schmeckt echt gut und über die Rechnung staunen wir. 10 Euro für 2 Gläser ist wahrlich nicht viel und dann mit dieser Aussicht, „fast geschenkt“ sagt mein Mann zu mir. Unsere Füße haben sich erholt und wir machen uns auf den Rückweg.
Aber paß auf, ruft mein Mann. Rutsch mir nicht aus dort!!!
Auch dieser Teil der Stadt sehenswert, stellen wir fest.
Der Titel des Fotos "Wachhund"
Bei der Madonnenstatue musste ich nun doch etwas grinsen. Wenn Glanz und Gloria verblassen, kann auf Knopfdruck per Strom die Aura wieder ins Leuchten kommen.
Und dann geht es zurück zum Ausgangspunkt unseres Ausflugs. Dort wartet der Shuttle auf. Aber wir machen noch einen kleinen Schlenker ...
Auf dem Hinweg sind wir oberhalb des Fischereihafens gelaufen und jetzt sind wir mitten drin. Die Fischer haben ihren Fang zum Verkauf hergerichtet. Fische jeder Art locken Einheimische an. Die Netze liegen zu Haufen zusammengefaltet am Straßenrand.
Gegen 17 Uhr sind wir mit dem Shuttle zurück und sehen, wie die Sonne langsam am Horizont verschwindet.
„Und, wie fandest du Civitavecchia?“ fragt mich mein Mann. „Oh, mir hat es hier gefallen. Die historische Altstadt ist auf jeden Fall den Besuch wert gewesen und der Bummel an der Strandpromenade war doch ein toller Abschluss.“ Und ein „Drecksloch“ haben wir nicht gesehen.
Jetzt ab auf die Kabine, umziehen und wir essen heute im East-Restaurant. Wir mögen das asiatisch angehauchte Essen dort. Ich lasse mir was braten und am Tisch sitzt ein nettes Paar, mit dem wir ins Gespräch kommen. Sie hatten einen schönen Tag in Rom. So ist doch jeder auf seine Kosten gekommen.
Das Theater ist gerammelt voll, kein Wunder: ABBA kennt nun jeder und sofort habe ich die Melodie „Dancing Queen“ im Ohr. Die Show auf der Sol unterscheidet sich wesentlich von der ABBAshow, die wir von früheren Kreuzfahrten kennen. Sangen dort nur die ABBAs, gibt es hier noch eine tänzerische Begleitung – auch nicht schlecht.
Beim abendlichen Deckrundgang bleiben wir an der Poolbar hängen und treffen den Tänzer Roman Demikhow vom Showensembles. Voller Begeisterung erzählt er von seinem Engagement auf der Sol und so vergeht die Zeit im Fluge … wir verabschieden uns mit einem „good night“ von ihm und in der Kabine stellen wir den Wecker. Wir dürfen auf keinen Fall morgen früh herum trödeln, wenn wir in Livorno ankommen. Dort wartet eine Überraschung auf uns. Licht aus und „Dormi bene e sogni d'oro“ - „Schlaf gut und träume was schönes“. Ein paar Floskeln habe ich mir vorher auf einen Zettel geschrieben, auch was man sagt, wenn man bezahlen will... „Vorrei pagare“.
Noch mehr Fotos gibt es in meinem Film zu sehen. https://youtu.be/MZfpLnDQEhE
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