
Dienstag, 6. Dezember, Seetag - Nikolaustag
leicht bewölkt, 12 Grad, nächste Etappe 1935 Kilometer bis Montevideo
Ausschlafen, gemütlich Frühstücken, Sport treiben, lesen, Fotos anschauen, Erinnerungen austauschen, Shopbummel machen (dabei kam der Nikolaus für mich vorbei), Vortrag über Uruguay hören und sehen und immer wieder auf das Meer hinaus schauen – das ist unser heutiges geplantes Tagesprogramm bis zum Abendessen.
Ach du meine Güte, heute ist ja der 6. Dezember - Nikolaustag. Habe ich total vergessen. Was kann man am Vormittag alles machen? Da reden die im Theatrium schon über die Abreiseinformationen und Ausflugspräsentation in Buenos Aires. Nä, wir haben keine Zeit für einen Ausflug, müssen zum Flughafen. Aber ich will doch nicht jetzt schon an die Abreise denken, also gehe ich da nicht hin. Tanzkurs "Rumba" - nichts für meinen Mann, der powert sich im Sportbereich aus. Aber ab 11.30 sind wir auf dem Pooldeck - es gibt beim Poolbruch Köstlichkeiten Asiens. Mag ich und hinterher ist mein Buch dran, sollte ich es doch endlich mal fertig lesen.
Erwähnenswert ist die Kunst(ver)führung durch Frau Brettschneider (die hatten wir ja schon im Restaurant gesehen). Sie erklärte in einer blumigen Sprache die einzelnen Kunstwerke, die die Wände der Cara schmücken, aber auch die schönen Mosaiksäulen in der AIDA Bar.
Ich hatte wirklich Tränen in den Augen, die Frau war umwerfend komisch. Am Ende der Führung war ich gut informiert ... Kunst ist etwas, dass muss man anschauen und mögen oder nicht.
Danach schnell noch umziehen, essen und ab ins Theater. Zackig geht es zu bei der Show „Zack Zack“. Ein witziger Wettbewerb, Passagiere treten gegeneinander an und müssen beweisen, wie pfiffig und schnell sie sein können. Das Show-Ensemble spickte diese Show mit musikalischen Einlagen und sorgt mit allerhand Späßen für eine kurzweilige Unterhaltung. Wie man, null Langeweile - der Tag ist aber noch nicht zu Ende.
22.30 Uhr ist angezapft – es gibt das legendäre Alpenglühen. Brezen und Herzl zeigen, mir san in Bayern! Die Bar gefüllt wie lange nicht mehr, die Luft geschwängert vom Duft der Schmalz- und Schinkenbrote und des gezapften Bieres. Eh man sich versieht, ist das Glas leer.
Es wird gesungen und geschunkelt, mit Maßkrügen angestoßen und getanzt, bis hin zur Riesch-Ratsch-Polka, die Erika und ich aufs Parkett legten.
Zielsicher und schlagkräftig musste man sein, um den Nagel auf den Kopf zu treffen. Derjenige, der den Nagel vollends in den Holzbock klopfte, zahlt die Runde.
Dienstag, 7. Dezember, letzter Seetag
bewölkt, 14 Grad, morgen sind wir in Montevideo
Morgens ist es immer noch leicht diesig, aber es wird wärmer.
Mein Frühstück fällt mager aus, ich gehe heute wieder zu Rico Marter in die Rossini-Küche. Aber eine kleine Grundlage habe ich mir schon gegönnt, denn ein Empfangssekt auf nüchternen Magen, das kann nicht gut gehen. Ich schau mich auf dem Schiff um, mache ein paar Fotos und trauen meinen Augen nicht. Wir haben gegenüber dem Theater vor den Toiletten eine Toilettenfrau und einen Toilettenmann sitzen, so richtig mit kleinem Tischchen, Klorolle und Porzellanteller für die Münzen.
Elf Uhr, Gourmet-Restaurant Rossini. Eine kleiner Gruppe hat sich zusammengefunden, um Rico Marter beim zaubern eines Menüs über die Schulter zu schauen. Auf dem Programm: Rindercarpaccio mit Senfvinaigrette und Parmesan, gespicktes Wolfsbarschfilet auf Blumenkohlpürree und Champagnersoße, Creme brulee. Also Schutzkleidung an, Begrüßungssekt trinken und los geht in der kleinen Küche des Rossini. Beim Carpacchio konnte schon mal jeder beweisen, ob der das Stück Filet schön dünn klopfen kann. Die Resultate waren vorzeigbar und sehr schmackhaft.
Die Art der Zubereitung des Wolfbarschfilets kannt ich noch nicht, aber es schon mal gut aus und als es dann auf dem Teller lag, einfach toll. Geschmacklich ein neues Erlebnis. Das werde ich zu Hause auf jeden Fall mal nachkochen.
Auch beim gratinieren der leckeren Nachspeise durften wir zeigen, ob wir es schaffen, den Zucker zu schmelzen und nicht zu verbrennen.
Dieses Menü war ein Gedicht, wir haben natürlich wieder alle Gänge verspeist und viele nützliche Tipps mitgenommen.
Am Nachmittag kam die Sonne leicht durch und man konnte schon wieder ohne Winterjacke draußen auf dem Deck herumspazieren.
Das Wasser ohne jede Aufregung, sprich Wellen. Nur achtern hörte man das sprudeln unserer Heckwelle. Nach dem reichlichem Essen der Kochschule um die Mittagszeit, fiel mein Abendessen etwas gering aus. Aber okay, irgendwann ist man satt.
Von unserem Sitzplatz schauten wir aufs Meer und sahen die Sonne so langsam verschwinden. Abendrot - morgen wird es sicher ein schöner Tag werden in Montevideo. Gutes Wetter brauchen wir schon, den wir machen ja einen Ausflug ... Später husche ich noch schnell raus, um den Rest des Sonnenuntergangs einzufangen.
Der Abend klang für uns mit Livemusik des Aftertea-Trios aus. Die letzten Tage haben uns irgendwie geschafft und endlich geht es mal früh ins Bett.