
Samstag, 3. Dezember von Ushuaia/Argentinien geht es los zur Kap Hoornumrundung
leicht bewölkt, 14 Grad – nächste Etappe 1307 Kilometer nach Port Stanley/Falkland
Pünktlich legt die Cara in Ushuaia um 13.30 Uhr ab und es geht los, in Richtung Kap Hoorn, das wir wohl so gegen 21.30 Uhr erreichen werden. Die Möwe stellt sich in Position und wartet, dass wir sie fotografieren und weg ist sie und Ushuaia entschwindet in der Ferne.
Es ist etwas ungemütlich, der Himmel bezieht sich so langsam. Es ist etwas frisch, aber sind ja gut ausgerüstet und so lässt es sich noch gut achtern aushalten.
Die Landschaft zieht gemächlich an uns vorüber, wir haben kaum Seegang. Und da bin ich bei einem heiklen Thema angelangt. Mein Mann ist nicht glücklich über den Ententeich. Er hat schon vor Antritt der Reise gesagt, "hoffentlich haben wir Seegang dort, dass gehört dort unten einfach dazu!" Ich habe immer geschluckt, denn vor hohen Wellen habe ich immer etwas Schiss ...
Das Ufer präsentiert sich abwechslungsreich und es sind sogar vereinzelt kleine Sandbuchten zu erkennen.
Die Cara steuert Kap Hoorn an, in der Ferne schon gut auszumachen, die kleinen kahlen Inseln. Auf einer kleinen Landkarte habe die Route eingezeichnet. Das ganze Inselarchipel wurde 1945 zum Nationalpark Kap Hoorn erklärt.
Die Felsformation sieht aus wie der Kopf eines Menschen, der sich auf dem Rücken ins Wasser gelegt. Das Profil eines knorrigen Seefahrers vielleicht?
Ich stehe auf Deck 5 und sehe das Kap Hoorn an mir vorüber gleiten. Unfassbar – das Ende der Welt um 21.30 Uhr erreicht, der Himmel noch hell.
Ein sagenumwobener Platz der Seegeschichte. Eigentlich heißt es ja Cabo de Hornos und wurde im Januar 1616 entdeckt. Mein Mann stand oben auf dem Deck und hörte sich die Durchsagen zu diesem Höhepunkt der Reise an. Kapitän Thomas Mey und unser Lektor Axel C. Brüggemann meldeten sich abwechselnd von der Brück mit ihren Durchsagen. Wir Passiegiere haben inzwischen unser Kapuzen hochgezogen, es nieselt so vor sich hin - aber die Sicht ist gut und jaaaaaaaaaaaaaa, immer noch keine Wellen in Sicht! Am Kap Horn ist wohl auch der größte Schiffsfriedhof der Weltmeere, rund 800 Schiffe haben hier ihr jähes Ende gefunden und es sollen wohl mehr als 10.000 Menschen hier ihren Tod gefunden haben. Zum Gedenken an die vielen Toten wurde 1992 ein Denkmal dort erreichtet. Es ist so ausgelegt, dass es mindestes einem Wind mit 200 km/h standhalten kann. Ich will mir jetzt nicht vorstellen, wie sich das anfühlt, wenn der Wind so pfeift.
Und wir, welch ein Glück umrunden das Kap Hoorn einmal komplett bei Windstärke 2. Es ist total still, jeder ist mit schauen und fotografieren beschäftigt. Als ich meiner Mutti erzählt wir fahren zum Kap Hoorn, da meinte sie nur ... "der Kapitän wird das schon anständig machen!" Schnell flitze ich die Treppe hoch und treffe meinen Mann und unsere neuen Freunde.
Der Kapitän hocherfreut, drückt auf sein Nebelhorn und dreht langsam wieder ab. An Deck, Sekt für alle, für die geglückte Kap Horn Umrundung. Prösterchen … Und obendrauf verabschiedete sich Sonne so geschickt, dass sie genau am äußersten Zipfel im Meer versank und dem Horizont einen glühend roten Streifen schenkte.
Ein paar wagemutige Mitreisende sprangen vor lauter Freude in den Pool. Sachen gibt es. Der Lotse und unser Kapitän habe ihre Sache toll gemacht.
Ein letzter Blick zurück auf den schmalen Streifen des Sonnenuntergangs und dann geht es zurück auf die Kabine, umziehen und wir widmen uns dem Abendprogramm. Etwas warmtanzen ist angesagt.
Vor uns liegt ein Seetag und dann werden wir die Falklandinseln erreichen. Ich bin gespannt, was uns dort erwartet.
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