
Samstag, 3. Dezember in Ushuaia/Argentinien
leicht bewölkt, 14 Grad – nächste Etappe 1307 Kilometer nach Port Stanley/Falkland
Weckzeit: 6 Uhr, duschen, Frühstück, 7.30 Uhr Treffpunkt zum Ausflug „Der Feuerland Nationalpark“.
In der Nacht scheint es geregnet zu haben, der Himmel ist leicht bedeckt. Gut ausgerüstet mit einer wetterfesten Jacke sowie ordentlichem Schuhwerk verlassen wir das Schiff.
Mit dem Bus fahren wir ein Stück durch die Stadt und so bekommt mein Mann doch noch ein paar Eindrücke von diesem Ort, wo man fast sagen kann, hier ist alles das Südlichste – die Bahn, die Kirche, das Rathaus, der Hafen usw. nur das Postamt, das liegt im Nationalpark. Auf der Strecke kommen wir an der im Jahr 1911 aus schwedischen Fertigteilen gebauten Casa Beban vorbei. Das ist ein kleines Musum, in der Kunstausstellungen zu finden sind. Von der Art her erinnert mich das Bauwerk an eine Stabskirche.
Diese südlichste Spitze Südamerikas war schon lange vor der Ankunft der ersten Europäer besiedelt. Die Ureinwohner waren die Yamama, sie lebten vom Fischfang, der Robbenjadt und sie waren als Nomaden auch gute Jäger. Von der Ankunft Magellans hatten sie nichts mitbekommen und auch nicht, dass das Gebiet plötzlich Feuerland hieß. 1884 wurde die argentinische Flagge gehisst und die Stadt Ushuaia ward geboren. Ein trauriges Kapitel für die Ureinwohner begann, als die Weißen kamen. Krankheiten rafften die Ureinwohner hin und so verschwanden sie nach und nach. So, zurück zur Tour, erster Halt unweit der Stadt mit Sicht auf den Hafen. Das Licht ist fahl, aber zum Glück, es regnet nicht.
Über eine Schotterstraße geht es dann zum „Tierra del Fuego National Park“. Auf einem Prospekt konnten wir erst erkennen, wie riesig dieses Gebiet ist, ganze 630 Quadratkilometer groß. Fast wie eine Seenplatte immensen Ausmaßes mit vielen kleinen Inseln, manche bewachsen mit niedrigen Bäumen und manche völlig kahl. Der Park wurde 1960 gegründet, um die subarktischen Wälder zu schützen und zu erhalten.
Bahia Ensenada, beliebter Anlaufpunkt auf jeder Tour durch den Nationalpark. Dort findet man das kleine südlichste Postamt der Welt auf einem Steg. Ein uriger Typ sitzt in dem Kabuff, eine Menge Stempel neben sich und verkauft an die vielen Touristen Briefmarken und Postkarten und dann geht die Post ab – ob sie wohl ankommt? 13 Grad, nicht gerade warm, aber noch akzeptabel für uns.
Wir laufen am Ufer entlang, sehen Wasservögel und verlieren die Zeit, weil uns das Bergpanorama gefangen nimmt. Am Ufer finde ich leere Schalen von Miesmuscheln, schön groß und jede Menge Seetang.
Die Stille ist beeindruckend... das Wasser spiegelglatt.
Beim Rückweg entdecke ich einen kleiner Bachlauf mit kristallklarem Wasser, wahrscheinlich trinkbar denke ich.
Der Lago Roca unser nächster Anlaufpunkt, auch hier Natur pur soweit das Auge reicht. Natürlich haben wir auch die Ausflügler gesehen, die mit den Cara-Scouts auf Kanus unterwegs waren.
Nur die historische Eisenbahn haben wir nicht gesichtet. Unterwegs, man glaubt es kaum, sehen wir vereinzelte Camping-Zelte, denn es kommen jede Menge Touristen hierher, die sich auf rund 25 Kilometern hier durch den Park bewegen können.
Brrrrrrh, 13 Grad und zelten, nein, da schlafen wir lieber doch auf der Cara. Am Roca-See habe ich endlich einen Baum gefunden, auf dem die genießbaren Pilze wachsen.
Sehen aus wie kleine Mandarinen, sollen geschmacklos sein aber gut gewürzt doch genießbar.
Im Informationszentrum gibt es eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Parks, über die Tier- und Pflanzenwelt und nicht zu vergessen über die Ureinwohner.
Vorbei an blühenden Blumen geht es zum berühmt berüchtigten Punkt: Ende der Ruta Nr. 3. Sie führt von Alaska bis Feuerland – Entfernung 17.848 km.
Wir können uns nicht losreißen von der beeindruckenden Kulisse und wir werden viele Erinnerungen an diese unverbrauchte Natur mit nach Hause nehmen.
Tiere, die in einem geschützten Lebensraum eine Heimat gefunden haben.
Hoffentlich bleibt alles so und wird nicht durch zu viele Besucher kaputt gemacht.
Wir fahren zurück nach Ushuaia, die schneebedeckten Anden im Hintergrund, steigt das Thermometer auf 16 Grad. Ungewöhnlich hören wir auch hier. Vorbei am imposanten Casinogebäude treffen wir rechtzeitig zum Ablegen auf dem Schiff ein.
Mit einem Kuss verabschiedet sich der Kussmund der Cara vom Ende der Welt. Es ist 13.30 Uhr als das Schiff langsam die Bucht vor Ushuaia verläßt und einem weiteren Höhepunkt der Reise entgegenfährt: dem Kap Hoorn. Mehr dazu im nächsten Teil.
Kommentare 2